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'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 26.08.2014, 12:52
von Mutterhenne
Ihr Lieben,
eigentlich läuft zwischen mir und meinem 'Milchvampir' (Zitat FrauPferd :-D) alles ziemlich rund: Wir stillen nach Bedarf, dazu gibt's seit ca. 6 Monaten BLW, probieren immer extravagantere Stillpositionen und -Orte aus... Insofern also alles gut. Es ist auch überhaupt kein Problem für ds Küken, wenn ich tagsüber länger weg bin (bis auf die Kleinigkeit, das nach spätestens 5 stillfreien Stunden mein MSR kurz mal auslöst, was ohne Stilleinlagen zu interessanten Situationen führen kann, aber naja).
Abends allerdings (Küken wird so gegen 21 Uhr müde und möchte dann auch schlafen) geht ohne mich gar nichts. Und damit meine ich nicht das Einschlafstillen; das klappt (meist) sehr gut und unproblematisch, dauert 10-max. 30 Minuten (wenn ich nicht mit wegnicke). ABER das Ganze hält meist nicht länger als 30 Minuten, dann meldet sich das Küken, will wieder gestillt werden (lässt sich vom Papa nicht beruhigen, von mir auch nur stillenderweise) - und so geht das meist bis Mitternacht. Danach 'schläft' die Kleine 'durch' (ca. bis 6 oder 7 Uhr). Das spricht doch an sich dafür, dass sie Strategien zum 'Selbsteinschlafen' hat, die sie nachts gut nutzen kann, oder?
Soviel zu unserer Situation, jetzt meine Frage: Ich habe in den ersten Monaten (kannte dieses Forum noch nicht) einfach noch nicht verstanden, was 'nach Bedarf stillen' heißt. Und mir wurde (von sogenannt 'berufener' Seite) vermittelt, dass a) Einschlafstillen tabu sei und b) nicht bei jedem Weinen gleich 'reflexartig' gefüttert werden sollte (dass Stillen soooo viel mehr ist als bloße Nahrungsaufnahme --- das sagt einem ja eigtl. der (Mutter-)Instinkt, aber dem habe ich offensichtlich nicht vertraut). Ich habe zwar keine 'Stillabstände' eingehalten, aber immer überlegt, ob mein Kind jetzt denn schon Hunger haben kann - und erstmal andere Beruhigungsversuche (Tragen, Kuscheln, Schnuller, Singen etc.) ausprobiert, besonders abends nach dem 'Abendbrot-Stillen' (klingt für mich heute unglaublich absurd). Ist es vorstellbar, dass ich dem Küken damit ein Stück 'Urvertrauen' genommen habe - sprich: Dass sie sich gerade abends immer wieder vergewissern muss, dass ich noch existiere? Die Stillabstände abends sind völlig unabhängig vom Still-/Essverhalten tagsüber, vom Tagschlaf und von der vorhergehenden Nacht.
Achja: Anfangs habe ich (retrospektiv betrachtet) nach Bedarf gestillt, weil ich entspr. 'Infos' (oder Mythen) noch nicht gehört hatte. Und mit 10 Monaten (mit den ersten Versuchen, das Einschlafstllen in Reinform abzuschaffen und das Küken um 7 ins Bett zu bringen :roll: ) wurden unsere Abende zum Ausnahmezustand. Ganz selten gab es mal 'bessere' Phasen, aber das waren immer höchstens zwei, drei Tage...
Sollte ich mir Sorgen machen? kann ich irgendwas tun? Ich habe das Gefühl, dem Küken geht's nicht gut dabei (sie weint abends oft so, als habe sie wirkliche Ängste, das kenne ich nachts/tagsüber gar nicht von ihr). Und ich habe so ein schlechtes Gewissen...

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 26.08.2014, 13:06
von Kringel
Hallo,

ich glaub nicht, das du deinem Küken ein Stück Urvertrauen genommen hast.
Meiner hat die ersten paar Monate jeden Abend clustergestillt, im ersten Jahr tagsüber meist nur bei mir auf dem Arm geschlafen und genauso ähnlich liefen bei uns oft die Abende ab.
Der kleine Mann schläft beim Stillen ein und ne halbe Stunde später ist er wieder am weinen, Papa kann da auch nicht beruhigen.
Was bei uns oft geholfen hat, den kleinen am Abend bei uns auf der Couch oder auf einem von uns schlafen zu lassen, wir haben in dann mit ins Bett genommen wenn wir ins Bett gegangen sind.
Das ganze wird jetzt so langsam besser, das er nach dem Einschlafen mal so 2-3 Stunden schläft
Unser kleiner Mann kommt auch Nachts noch öfters und will trinken.

Liebe Grüße

Manu

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 26.08.2014, 13:17
von tania
Mutterhenne hat geschrieben:Ist es vorstellbar, dass ich dem Küken damit ein Stück 'Urvertrauen' genommen habe - sprich: Dass sie sich gerade abends immer wieder vergewissern muss, dass ich noch existiere? Die Stillabstände abends sind völlig unabhängig vom Still-/Essverhalten tagsüber, vom Tagschlaf und von der vorhergehenden Nacht.
das war bei meinem grossen kind auch so. den habe ich uebrigens immer nach bedarf gestillt. was du beschreibst bezueglich deines umgangs mit deinem kind in den ersten monaten klingt uebrigens ausgesprochen liebevoll. du warst immer bei ihm. dass du den schnuller gegeben hast anstatt die brust haette ein problem mit der milchmenge oder seinem saugverhalten nach sich ziehen koennen, aber das wichtigste fuer dein kind bist immer du und deine anwesenheit und nicht "nur" das stillen.
Achja: Anfangs habe ich (retrospektiv betrachtet) nach Bedarf gestillt, weil ich entspr. 'Infos' (oder Mythen) noch nicht gehört hatte. Und mit 10 Monaten (mit den ersten Versuchen, das Einschlafstllen in Reinform abzuschaffen und das Küken um 7 ins Bett zu bringen :roll: ) wurden unsere Abende zum Ausnahmezustand. Ganz selten gab es mal 'bessere' Phasen, aber das waren immer höchstens zwei, drei Tage...
Sollte ich mir Sorgen machen? kann ich irgendwas tun?
ja, du kannst weiter nach bedarf stillen! es gibt kinder, die haben eine erste lange schlafphase von 4-6 stunden und wachen dann staendig auf, es gibt kinder die schlafen unruhig, stillen staendig nach, bis die mama auch schlafen geht. es gibt kinder die schlafen in zwei langen bloecken und kinder die stillen einfach IMMER. mein grosser hatte zwischen 6 und 8 monaten schlafphasen von 30-40 minuten, dann wachte er auf und wollte stillen. jede nacht, die ganze nacht.

du koenntest versuchen, den kleinen etwas spaeter hinzulegen und dich gleich mit dazuzulegen. du koenntest versuchen ihn abends bei euch im wohnzimmer schlafen zu haben, hin und wieder wacht er auf und stillt, aber du musst nicht hin und her laufen. sein still- und schlafverhalten wird sich bald wieder aendern, das sind in dem alter noch keine besonders langen phasen.
Ich habe das Gefühl, dem Küken geht's nicht gut dabei (sie weint abends oft so, als habe sie wirkliche Ängste, das kenne ich nachts/tagsüber gar nicht von ihr). Und ich habe so ein schlechtes Gewissen...
babys weinen. vielleicht hat sie aengste, vielleicht traeumt sie viel, weil viele neue eindruecke zu verarbeiten sind. so ein tag ist lang und furchtbar aufregend. vielleicht waechst sie gerade viel und das fuehlt sich unangenehm an. es ist meist gar nicht sooo wichtig zu wissen, was das genaue problem ist. du weisst, wie du sie begleiten udn troesten kannst - das ist doch wundervoll!

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 26.08.2014, 13:33
von Carraluma
Bei uns wird auch noch einschlafgestillt und ich bin sehr froh darüber, dass das Kind dabei zufrieden einschläft. Ohne Stillen gibts nur Geschrei...
Mit etwa einem Jahr war bei uns schlaftechnisch auch eine sehr schwierige Zeit und das häufige Aufwachen bis Mitternacht gab es auch. Naja, bei uns ging das auch meist nach Mitternacht weiter und bis vor einigen Wochen, war ich nachts froh ein paar Mal gute zwei Stunden (selten drei) am Stück zu schlafen.
Dass die Kleine so oft schreiend aufgewacht ist, fand ich auch nicht schön. Ist aber teilweise unabhängig, ob ich direkt neben ihr lag oder grad nicht da war, passiert.

Zur Zeit (20 Monate) kommt das schreiend aufwachen selten vor. Meist wird sie erst unruhig, dann fragt sie nach mir und dann habe ich meist noch Zeit aus dem Wohnzimmer zu ihr zu gehen ohne dass sie komplett aufgeregt ist, um sie wieder in den Schlaf zu stillen. Anders schläft sie nicht weiter, aber mittlerweile hat sie längere Schlafphasen und wacht abends meist erst wieder nach 3 Stunden wieder auf.

Ich glaube, da hilft einfach nur Geduld. Der Schlaf wird auf längere Sicht immer besser!

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 27.08.2014, 12:48
von Mutterhenne
Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte und die kompetenten Antworten! - Auf der Couch schlafen funktioniert beim Töchterlein leider nicht - bei uns ist es ihr zu unruhig, da klappt selbst das Einschlafstillen nur, wenn sie ohnehin fast umfällt. Aber das ist für mich auch kein Problem, solange ich weiß, dass ich 'Pathologisierungsversuche' aus der näheren und entfernteren Verwandtschaft nicht ernst nehmen muss.
Gestern hat das Küken übrigens abends nach dem Einschlafstillen erstmal bis fast 1 Uhr geschlummert. Vielleicht, weil ich (v.a. dank der Kommentare hier) entspannter war? Naja, vielleicht wars auch Zufall ;-)

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 27.08.2014, 20:39
von Crystal
Unsere Mäuse sind auf den Tag genau gleich alt/jung. Bei uns ist es auch so, dass ich sie abends hinlegen, wenn sie müde wird (meist so um 20Uhr herum) und sie wacht nach 45min wieder auf. Jeden Abend das selbe. Dann gehts so im 1,5 Stundentakt weiter, bis ich schlafen komme. Leider auch des Nachts von Geburt an alle 2-2,5 Stunden, oft noch eher, sehr selten kann ich mal 3 Stunden schlafen :roll:
Ich gehe sie sofort stillen, dann schläft sie so schön weiter. Nachts habe ich auch versucht mit Kopfgraulen etc, die Abstände mal zu ziehen. Keine Chance. Dann isses eben so.

Re: 'Clustern' mit 11,5 Monaten?

Verfasst: 27.08.2014, 20:49
von Mutterhenne
Crystal hat geschrieben:Unsere Mäuse sind auf den Tag genau gleich alt/jung. Bei uns ist es auch so, dass ich sie abends hinlegen, wenn sie müde wird (meist so um 20Uhr herum) und sie wacht nach 45min wieder auf. Jeden Abend das selbe. Dann gehts so im 1,5 Stundentakt weiter, bis ich schlafen komme. Leider auch des Nachts von Geburt an alle 2-2,5 Stunden, oft noch eher, sehr selten kann ich mal 3 Stunden schlafen :roll:
Ich gehe sie sofort stillen, dann schläft sie so schön weiter. Nachts habe ich auch versucht mit Kopfgraulen etc, die Abstände mal zu ziehen. Keine Chance. Dann isses eben so.
(((Crystal))) solidarische Umarmung. Ja, dann isses eben so. hauptsache, der Maus geht's gut!