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Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 09:07
von SchneFiMa
Tja... meine Große schaut immer Logo, Kindernachrichten, natürlich mit uns zusammen. Nun ist dort auch Ebola ein Thema und nun scheinbar bei meiner Großen auch.

Gestern Abend fragte sie dann, ob Ebola auch zu uns kommt. Ich habe gesagt, dass ganz viele Menschen daran arbeiten, dass die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet und das versucht wird, dass Ebola nicht nach Europa kommt.

Sie wollte dann wissen, wie das gemacht wird und wer das denn weiß, dass das in Afrika bleibt.

Ich hatte spontan keine Antwort, jetzt fiel mir ein, dass das ja durch Affen und Flughunde übertragen wird, also als Ausgangspunkt, oder? Und es diese Tiere hier ja, außer im Zoo, nicht gibt. Übertragung geschieht nur durch direkten Körperkontakt?

Ach Mensch, ich wusste nicht, dass man sowas mit 6 jährigen so besprechen muss.

Außerdem hat sie Angst vor den Bomben in Israel. Ich weiß noch, dass ich in der Grundschule ähnliche Angst hatte, als grad der Krieg auch dort unten war.

Ich habe ihr gesagt, wenn sie sich fürchtet, dann schauen wir keine Nachrichten mehr, aber sie möchte. Sie möchte das wissen. Verbieten mag ich es wiederum nicht.

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 09:27
von Anlu
Hm, schwierig mein Sohn ist genauso alt. Wir schauen Logo nicht, weil er sehr schnell Albträume bekommt und dann auch alles genau wissen und verstehen will. Ich denke, dass er da einfach noch zu klein ist, um das alles verarbeiten zu können. Aber wissen wollen würde er es auf jeden Fall auch erstmal, da er einfach alles an Informationen aufsaugt.

Ich denke mit den Ideen hast du einen guten Ansatz um zu erklären, dass Ebola wohl nicht so schnell nach Europa kommt.
Wie man einem Kind die Angst vor dem Krieg nehmen kann, weiß ich nicht. Denn eigentlich hat man die ja selbst auch. Wahrscheinlich hilft da nur drüber reden. Aber wie will man etwas unverständliches verständlich machen? Schwierig.

Re: AW: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 11:52
von MaareMum
Ich würde ihm erklären, dass die Grenzen der Länder geschlossen sind und die kranken Menschen nicht so einfach nach Europa kommen können. Und dass - selbst wenn tatsächlich jemand mit Ebola hier ankommt (wie zB erkrankte Ärzte), die direkt vom Flugzeug in spezielle abgeriegelt Krankenhäuser kommen und man sich nur über Kontakt zu Körperflüssigkeiten anstecken kann. Und dass durch die bessere Hygiene hier bei uns das deswegen keine große Gefahr darstellt.

Ich finde das mit den ganzen Kriegen gerade auch viel gruseliger und schwerer zu erklären.

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vom Handy aus

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 12:46
von Lösche Benutzer 17612
Ebola macht mir keine Angst. Es ist nicht über die Luft übertragbar, sondern nur über größere Mengen an Körperflüssigkeiten. Eine Krankheit wie Ebola gibt es deshalb in solchen Ländern, weil dort die medizinische Versorgung schlecht ist und die Menschen -statt in Krankenhäuser zu gehen- auch krank in ihrem Dorf bleiben und dort von Familie und Freunden gepflegt werden, die sich dann auch anstecken.
Vielleicht-oder wahrscheinlich-werden früher ooder später auch mal eingeflogene Menschen hier in Deutschland behandelt werden müssen, die an Ebola erkrankt sind.
In unseren großen Forschungsstationen gibt es diese schlimmen Viren aber schon immer, und wir sind sehr gut dafür ausgerüstet es zu behandeln ohne dass es verbreitet wird. Diese Menschen bleiben dann so lange im Krankenhaus, bis sie nicht mehr ansteckend sind (naja oder halt tot, aber das muss man ja nicht dazu sagen...)

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 13:02
von Robo-mami
SchneFiMa hat geschrieben: Ich habe ihr gesagt, wenn sie sich fürchtet, dann schauen wir keine Nachrichten mehr, aber sie möchte. Sie möchte das wissen. Verbieten mag ich es wiederum nicht.
Deine Reaktion kann ich zwar gut nachvollziehen, aber ich finde sie ist weniger hilfreich. Denn bei der Vogelstraußmethode bekommt man zwar nicht mit was draußen los ist, aber deswegen passiertes doch trotzdem. Außerdem dürfte dann auch kein Radio mehr laufen, denn dort wird anders wie bei Logo darüber berichtet.

Versuch doch eher mal zu erfahren was Deinen Kindern Angst macht und versuche dadrauf ein zu gehen. Es gab irgendwo mal Berichte über diese Spezialflugzeuge, die Ebola-Patienten transportieren, dort wurden auch die Stationen im KH gezeigt wo man diese Leute behandelt. Der Bericht an sich war zwar nicht für Kinder gemacht, aber sicherlich würde so etwas trotzdem die Angst nehmen, denn sie sehen das hier alles anders ist wie in Afrika, wo man die Patienten in Zelten behandelt und man nur mit Schutzkitteln, Handschuhen und Mundschutz die Leute pflegt.

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 13:57
von ixcacienfuegos
Kannst du ihr nicht einfach erklären, dass man sich schon küssen oder umarmen muss, damit ein Mensch einen anderen mit Ebola anstecken kann? Und eben, dass Menschen, bei denen man weiß, dass sie Ebola haben (was man schnell merkt, weil sie ja schlimm krank sind) ganz alleine in ein Zimmer im Krankenhaus kommen, wo die Ärzte, die sie behandeln, Schutzanzüge anhaben (vielleicht ein Bild zeigen, kann man ja googeln), so dass sie sich sicher nicht anstecken können?
Also einfach, dass sie weiß: hier in Europa haben wir das gut im Griff.

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Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 14:14
von Anlu
Robo-mami hat geschrieben:
SchneFiMa hat geschrieben: Ich habe ihr gesagt, wenn sie sich fürchtet, dann schauen wir keine Nachrichten mehr, aber sie möchte. Sie möchte das wissen. Verbieten mag ich es wiederum nicht.
Deine Reaktion kann ich zwar gut nachvollziehen, aber ich finde sie ist weniger hilfreich. Denn bei der Vogelstraußmethode bekommt man zwar nicht mit was draußen los ist, aber deswegen passiertes doch trotzdem. Außerdem dürfte dann auch kein Radio mehr laufen, denn dort wird anders wie bei Logo darüber berichtet.

Versuch doch eher mal zu erfahren was Deinen Kindern Angst macht und versuche dadrauf ein zu gehen. Es gab irgendwo mal Berichte über diese Spezialflugzeuge, die Ebola-Patienten transportieren, dort wurden auch die Stationen im KH gezeigt wo man diese Leute behandelt. Der Bericht an sich war zwar nicht für Kinder gemacht, aber sicherlich würde so etwas trotzdem die Angst nehmen, denn sie sehen das hier alles anders ist wie in Afrika, wo man die Patienten in Zelten behandelt und man nur mit Schutzkitteln, Handschuhen und Mundschutz die Leute pflegt.
Hm..also ich finde mit sechs Jahren kann man da nicht von Vogelstraußmethode sprechen. Ich denke es ist vollkommen legitim zu überlegen, ob das Kind die Dinge verarbeiten kann oder nicht. Das heißt ja nicht, dass man die Kinder für immer völlig abschottet. Im Fernsehen kommen zu den Informationen auch noch Bilder hinzu und man sitzt bewusst und sehr aufmerksam vor der Sendung. Radio ist sicher auch nicht einfacher, aber da kommt es ja auchd arauf an ob man den wirklich so oft Radio hört um diesen Vergleich zu ziehen.

Mit meinem sechsjährigen Sohn habe ich auch schon über Naz*is , den Zweiten Weltkrieg und warum es Kriege gab und gibt sowie über Kolonialisierung von Afrika diskutieren dürfen. Wir schotten ihn also nicht völlig ab. Dennoch bin ich mir sicher, dass ihn das Schauen von Logo sicher mitnehmen würde. Zumal da ja oft einige Dinge zusammen kommen.

Aber das ist jetzt viel zu weit OT. Sorry.

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 15.08.2014, 15:53
von SchneFiMa
Vielen Dank für eure Gedanken! Ich werde es, wenn sie es wieder anspricht, so erzählen. Jetzt habe ich ein bisschen Input!

Oh und Vorgelstrauß, nein, das hatte ich wirklich nicht vor. Ich habe es ihr ja angeboten und sie hat verneint, weil es sie interessiert.

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 06.10.2014, 22:45
von telerie
EllenRipley hat geschrieben:Ebola macht mir keine Angst. Es ist nicht über die Luft übertragbar, sondern nur über größere Mengen an Körperflüssigkeiten. Eine Krankheit wie Ebola gibt es deshalb in solchen Ländern, weil dort die medizinische Versorgung schlecht ist und die Menschen -statt in Krankenhäuser zu gehen- auch krank in ihrem Dorf bleiben und dort von Familie und Freunden gepflegt werden, die sich dann auch anstecken.
Vielleicht-oder wahrscheinlich-werden früher ooder später auch mal eingeflogene Menschen hier in Deutschland behandelt werden müssen, die an Ebola erkrankt sind.
In unseren großen Forschungsstationen gibt es diese schlimmen Viren aber schon immer, und wir sind sehr gut dafür ausgerüstet es zu behandeln ohne dass es verbreitet wird. Diese Menschen bleiben dann so lange im Krankenhaus, bis sie nicht mehr ansteckend sind (naja oder halt tot, aber das muss man ja nicht dazu sagen...)
Na ja immoment hat sich ja eine spanisvhe schwester in spanien angesteckt, mir macht es schon angst

Re: Kinderfrage: "Kommt Ebola auch zu uns?"

Verfasst: 07.10.2014, 10:11
von Angua
telerie hat geschrieben:Na ja immoment hat sich ja eine spanisvhe schwester in spanien angesteckt, mir macht es schon angst
Ebola ist nichts, was den normalen Bürger in Europa ängstigen muss. Es _kann_ sich bei uns nicht so verbreiten wie in Westafrika. Natürlich hilft das den Menschen, die sich damit anstecken, nicht. Es ist eine schreckliche Krankheit, aber keine, vor der du Angst haben musst.

Dass in Westafrika jeder Infizierte 1,5-2 Personen ansteckt, liegt an falschem Umgang mit den Kranken. Keiner ist ansteckend, bevor man nicht die Symptome sieht. Also im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten, solang der Kranke sich gut fühlt, ist für alle anderen alles gut. Du müsstest Lymphdrüsensekret oder Rückenmark des Kranken in dein System aufnehmen, um die Krankheit zu diesem Zeitpunkt bekommen.

Wenn dann ca. 8-10 Tage später Symptome auftreten (die leider Malaria teilweise nicht unähnlich sind, was in Westafrika nochmal für ganz neue Probleme sorgt), dann erst ist derjenige ansteckend und dann, wie hier ja schon erwähnt, nicht über Luft sondern über Körperflüssigkeiten, mit der man über Schleimhäute oder offene Haut in Kontakt kam. In diesen 8-10 Tagen hätte man mitbekommen, wenn im eigenen direkten Umfeld jemand an Ebola erkrankt/gestorben wäre und könnte dann entsprechend reagieren (also direkt in entsprechende Betreuung gehen). Und in Europa tut man das ja auch tatsächlich bzw. kann das tun. In Westafrika werden ja teils Menschen weggeschickt, weil Ärzte/Schwestern Angst haben, sich zu infizieren. Ganz davon abgesehen, dass das Vertrauen in das Gesundheitssystem massiv bröckelt.

Für die betreuenden Ärzte/Krankenpfleger mag es eine Restwahrscheinlichkeit für die Ansteckung geben (jetzt ja bewiesen durch die Krankenschwester), aber vor einer großen Ausbreitung braucht man sich nicht zu fürchten. Ja, Fehler passieren, aber selbst für Menschen, die Ebola-Erkrankte (unter europäischen Bedingungen; also mit der entsprechenden Schutzausrüstung etc.) betreuen gibt es viele andere Möglichkeiten zu sterben, die ich für wahrscheinlicher halte. Zum Beispiel in der Dusche ausrutschen und mit dem Kopf auf den Wannenrand aufkommen.

Insofern: keine Angst :-)