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Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 10.08.2014, 13:12
von MamaAnne2014
Hallo,

ich benötige mal bitte eine Einschätzung aus stillberaterischer Sicht, ob ich mir unnötig einen Kopf mache oder nicht?!

Habe hier schon ganz viel mitgelesen und finde es toll, wie hier beraten wird.

Nun zu uns:

Meine Tochter Anne wurde am 03.06.2014 spontan geboren, nachdem die Blase gesprungen war und nix voran ging, wurde nach 30 Std. ein Wehentropf gelegt und sie war dann ab Weheneintritt innerhalb von knapp 3 Stunden da.
Im Kreissaal wurde sie schnell angelegt und trank auch gleich gut. Die ersten Tage war sie fast dauerhaft an der Brust und am dritten Tag war es mit Milcheinschuss eine ganz unkomplizierte, entspannte Stillbeziehung.
Sie nahm extrem gut zu bis zur 4. Woche (Gewichtsdaten siehe unten), war ein zufriedenes Baby, schlief gut und wir stillten viel und ausgiebig lange (mind. 30 Minuten).
In der 5. Woche waren wir beim Hüft-US und da löste der Orthopäde auch Blockaden.
Ungefähr um die 5. Woche fing sie auch an unruhiger zu werden, hatte ab nachmittags Schreiphasen, wo sie sich durch nichts beruhigen lies. Sie ging dann auch nachmittags und abends immer schwerer an die Brust, ständiges An- und Abdocken und sich winden. Mnachmal bekommen wir dann die Kurve und sie trinkt, manchmal schläft sie aber auch über der Schreierei erschöpft ein und trinkt dann etwas später. Trost- und Kuschelstillen gibt’s leider fast gar nicht mehr. Sie trinkt auch immer sehr kurz, max. 10 Minuten und nur eine Seite, ich habe keine Chance, sie zum Trinken auf der 2. Seite zu bewegen. Wir kommen auf mind. 9-12 Stillmahlzeiten am Tag, Abstände sind von 1,5 – 3 Stunden, wobei ich hier eher der treibende Keil bin und sie möglichst zeitig und oft anlege. Nachts schläft sie die ersten ca. 5 Stunden und kommt dann alle 2-3 Stunden. Ruhig schlafen tut sie eigentlich nur dann nachts, wenn sie einmal zur Ruhe gefunden hat, tagsüber geht’s nur in der Trage über eine längere Zeit, im KiWa und Bett max. 30 Minuten, dann weckt sie auf und findet nicht mehr in den Schlaf, obwohl sie müde ist.
Die letzten Tag war´s besonders schlimm mit der Unruhe und am Donnerstag hatte sie dann eine extrem eingedellte Fontanelle, nachdem ich fast dauerhaft in der Trage hatte – da wurde mir Angst, sodass ich am Freitag zur KiÄ bin.
Die sprach davon, dass 150 g/Woche Zunahme unterster Bereich wäre und die Fontanelle eigentlich schon glatt sein müsste. Agil ist sie aber in den Wachphasen, wenn sie grad nicht unzufrieden ist. Dann fragte sie mich nach dem Trinken und da erzählte ich halt von 8-12 Stillmahlzeiten alle 1,5 – 3 Stunden. Fand sie auch ungewöhnlich und dass sie alle etwa 3 Std. so 110-150/160 g trinken solle.
Fraglich, ob die Unruhe und Unzufriedenheit von den Blähungen kommen, die sie auch heftig quälen oder Zeichen von Hunger sind?! :shock:

Um heraus zu finden, wie viel sie trinkt, solle ich mal vor und nach dem Stillen wiegen. Also Babywaage ausgeliehen. Nachdem sie dreimal jeweils nur 30-50 ml getrunken hatte, habe ich das sein gelassen, weil mich das total stresst und sofort das Kopfkino noch größer wird :cry:.
Habe dann gestern und vorgestern mal testweise nachmittags Premilch gegeben, nach einmal 40 und einmal 50 ml war auch da nix mehr ins Kind reinzukriegen.
Was mich total wuschig macht, ist die Fontanelle, die schon recht groß ist und dann immer so arg einsinkt. Sehe ich halt, wenn ich sie trage oder sie im MaxiCosi sitzt – im liegen geht’s meist, aber das tut sie ja nicht oft. Deutet das darauf hin, dass sie an Flüssigkeitsmangel leidet??? :(

Wie gesagt, in der Trage schläft sie dann auch gern, auch mal 2-3 Stunden – geht der Körper auf Energiesparmodus? :?:

Ich bin halt extrem kopfgesteuert und möchte mein drittes Kind so gern in einer harmonischen Beziehung stillen. Es ist im Moment aber mehr K(r)ampfstillen und das tut mir so weh, weil ich nicht weiß, ob ich was falsch mache. Mein Kind soll ja auch nicht Hunger/Durst leiden .
Milch habe ich genug, denke ich, aber sie trinkt ja immer nur eine Seite.

Zu den Fragen:

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Siehe oben

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Siehe oben

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Etwa 4-6 Pipwindeln, wobei die jetzt auch nicht übervoll sind (Flüssigkeitsproblem?), außer nachts – Stuhlgang eher selten, mal alle 3 Tage, zuletzt 8 Tage – da meint die KiÄ auch „sie behält alles, was sie kriegen kann“???


* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Siehe oben

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Schnuller ja – in den ersten 6 Wochen nicht, den setze ich aber mittlerweile nur beim Autofahren ein oder wenn sie gar so unruhig ist, nie als Brustersatz. Also ich versuche erst zu stillen und wenn sie partout nicht will und die Brust regelrecht anschreit, weil kein Hunger (?), dann nimmt sie ihn mal. Versuche sie in der Trage hauptsächlich ohne Schnuller zu beruhigen, nachts und früh schläft sie meist an der Brust oder auch einfach so ein/weiter


* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Hebamme die ersten 8 Wochen - die war auch zufrieden mit ihr, KiÄ siehe oben

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe Hashimoto und nehme zur Zeit 150mg Euthyrox. Gelbsucht etwas, ging aber ohne Behandlung weg


Gewichtsentwicklung:

Geburt 3.6.14: 2960 g
U2 6.6.14: 2800 g
7.6.14 (Hebamme): 2810 g
9.6.14 (Hebamme): 2920 g
10.6.14 (Hebamme): 2970 g
13.6.14 (Hebamme): 3090 g
16.6.14 (Hebamme): 3190 g
19.6.14 (Hebamme): 3410 g
23.6.14 (Hebamme): 3590 g
26.6.14 (Hebamme): 3760 g
30.6.14 (Hebamme): 3920 g
2.7.14 U3 (KiÄ): 4080 g
8.7.14 (Hebamme): 4170 g
16.7.14 (Hebamme): 4330 g
24.7.14 (Hebamme): 4510 g
31.7.14 (Hebamme): 4630 g
8.8.14 (KiÄ): 4830 g

Ich bin halt arg verunsichert und sehr schnell anfällig für Streß bzw. mache mir den dann auch oft selbst, weil ich meine zweite genau um diese Zeit abgestillt habe, was evtl eigentlich auch nicht nötig gewesen wäre….

Die Große war auch ein Hampel- und Zappelkind, aber ob das jetzt genau so schlimm war wie bei Anne nachmittags/abends, weiß ich nicht mehr. Mache ich mir es selbst schwer. Bisher war ich eigentlich recht entspannt, wenngleich es mich täglich beschäftigt, dass ich die Maus häufig genug an die Brust bekomme – kirre macht mich eigentlich nur diese blöde Fontanelle, glaube ich. Und dass sie so kurz trinkt – reicht es ihr oder gibt sie dann auf? MSR spüre ich, manchmal dauert es etwas und dann fehlt ihr grade nachmittags/abends die Geduld, denke ich. Wechselstillen geht gar nicht.

So, ich schicke jetzt erst mal ab…

Danke schon mal!

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 10.08.2014, 15:45
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier,

ich geh mal der Reihe nach:
Sie nahm extrem gut zu bis zur 4. Woche (Gewichtsdaten siehe unten)
Prima. Das ist ein absolut sicherer Beweis dafür, dass mit der Trinktechnik und Deiner Milchbildung grundsätzlich alles in allerbester Ordnung ist.
Trost- und Kuschelstillen gibt’s leider fast gar nicht mehr. Sie trinkt auch immer sehr kurz, max. 10 Minuten und nur eine Seite, ich habe keine Chance, sie zum Trinken auf der 2. Seite zu bewegen.
Viele Babys mit super Stilltechnik trinken so. Ist zwar nicht sehr gemütlich, aber effektiv. ;-)
Die sprach davon, dass 150 g/Woche Zunahme unterster Bereich wäre
In den ersten beiden Lebensmonaten nehmen Babys nach WHO normalerweise durchschnittlich zwischen 170 g/Woche und 330 g/Woche zu. Die Betonung liegt dabei aber auf "durchschnittlich". Gewichtsverläufe schwanken normalerweise stark. Einige Zeit lang nix, dann wieder deutliche Zunahme - das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Deshalb darf man Gewichtsverläufe immer nur über mehrere Wochen hinweg betrachten. Bei Euch ergibt sich folgende Gewichtsdatenanalyse:

Im ersten Lebensmonat war die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme Deines Babys mit rund 320 g/Woche sehr sehr hoch (und damit stand bereits fest, dass sich die Zunahmerate in der folgenden Zeit DEUTLICH verringern würde, denn bliebe das so, würde Dein Baby an seinem ersten Geburtstag ja so viel wiegen wie meins bei seiner Einschulung. ;-))
Im zweiten Lebensmonat lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme Deines Babys mit rund 150 g/Woche wie erwartet im Normalbereich.
Entsprechend ergibt sich in den ersten beiden Lebensmonaten eine durchschnittliche Zunahme von ca. 230 g/Woche, was gemäß WHO ABSOLUT KOMFORTABEL im Normalbereich liegt und keinerlei Hinweis auf ein Problem liefert.
Dann fragte sie mich nach dem Trinken und da erzählte ich halt von 8-12 Stillmahlzeiten alle 1,5 – 3 Stunden.
Perfekt, das ist lehrbuchmäßig (ist in allen Stillbüchern für Eltern und Fachleute nachzulesen).
Fand sie auch ungewöhnlich und dass sie alle etwa 3 Std. so 110-150/160 g trinken solle.
Das ist sachlich falsch. Alle 3 Stunden 130 ml Milch, wie von der KiA empfohlen, ergibt eine Gesamttrinkmenge von 1040 ml pro Tag. Die normale Tagestrinkmenge für ein Stillbaby liegt aber nach Lawrence und Lawrence im Bereich 610 bis 950 ml(Quelle), ganz grob also bei 780 ml pro Tag.
Nur etwa 15 % aller Babys trinken mehr als 950 ml Milch pro Tag. (Und das bedeutet, dass bei mindestens 85 % aller Babys ganz große Stress-Probleme auftreten, wenn all deren Mütter versuchen würden, dem Rat Deiner Kia zu folgen und jeden Tag 1040 ml in ihre Babys abzufüllen!..)
Um heraus zu finden, wie viel sie trinkt, solle ich mal vor und nach dem Stillen wiegen. Also Babywaage ausgeliehen. Nachdem sie dreimal jeweils nur 30-50 ml getrunken hatte, habe ich das sein gelassen, weil mich das total stresst und sofort das Kopfkino noch größer wird :cry:.
Gut, dass Du das wieder sein gelassen hast. Es steht absolut fest, dass Dein Baby zu anderen Mahlzeiten mehr trinkt als das, was die drei Stillproben ergeben haben. Die Durchführung von Stillproben ist technisch keineswegs einfach (ausführlich Infos dazu HIER) und darf nur gemacht werden, wenn es WIRKLICH einen guten Grund dafür gibt. Die supergute Gewichtszunahme Deines Babys verbietet das geradezu. ;-)
Was mich total wuschig macht, ist die Fontanelle, die schon recht groß ist und dann immer so arg einsinkt
Meine Babys hatten zum Glück relativ viele Haare, so dass man die Fontanelle normal gar nicht sehen konnte. Beim Baden allerdings war zu sehen, dass die Fontanelle IMMER "eingesunken" war, also tiefer als der Rest. Meine Babys tranken alle völlig problemlos, nahmen super zu und waren kerngesund.

Der Zustand der Fontanelle ist KEIN sicheres Zeichen zur Beurteilung, ob ein Baby genug Milch bekommt. Sichere Zeichen sind hingegen, ausführlich nachzulesen HIER:
Grundinfo Gedeihen und Gewichtszunahme hat geschrieben:Dein Baby...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden (Muttermilch oder Flaschenmilch, aber keinerlei sonstige Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee),
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.
Das ist bei Euch eindeutig erfüllt.
Ich bin halt arg verunsichert und sehr schnell anfällig für Streß bzw. mache mir den dann auch oft selbst, weil ich meine zweite genau um diese Zeit abgestillt habe, was evtl eigentlich auch nicht nötig gewesen wäre….
Ich denke, genau da liegt der Hase im Pfeffer - nach Deinen bisherigen Erfahrungen ist doch sehr gut verständlich, dass es momentan stressig für Dich ist und Du Dir Sorgen machst.
Auf Gedeihstörungen bei Deinem Baby liefert Dein Bericht aber absolut keinen Hinweis. Auch ein akutes Stillproblem ist durch die hohe Gewichtszunahme der letzten Woche ausgeschlossen.

Deshalb meine Empfehlung:
* Kopfkino ausschalten,
* akzeptieren, dass Dein Baby eben kein Kuschel- sondern ein hocheffektiver Schnelltrinker ist
* nie wieder Stillproben machen
* keine engmaschigen Gewichtskontrollen mehr außerhalb der U's
* genauso weitermachen wie bisher, und Baby genießen nicht vergessen.

Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen?

Rückfragenn immer gerne und LG
Julia

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 10.08.2014, 16:16
von MamaAnne2014
Liebe Julia,
ganz kurz erst mal DANKE - ich sollte mir das groß ausdrucken!
Ich gehe später noch mal auf paar Dinge näher ein, bekomme das am Handy mit zitieren nicht hin.
Auf die schnelle:
Was sind GUT nasse Windeln?
Soll ich es einfach erst mal lassen, wenn die Maus nachmittags/abends nach etwa 2 Stunden noch nix mag (ich kenne ihre Hungersignale irgendwie nicht richtig bzw sehe ich zu, dass sie nach etwa 2 Stunden regelmäßig trinkt) und ihr und mir die hampelei ersparen. Darauf vertrauen, dass sie weiß, wann sie trinken muss?
Am Ausschalten des Kopfkinos arbeite ich, denke auch, dass ist das Hauptproblem.

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 00:04
von jusl
Was sind GUT nasse Windeln?
So, dass man fühlt, das was drin ist. Wenige Tropfen merkt man in Wegwerfwindeln null. Wenn man merkt, dass Pipi drin ist (in Wegwerfwindeln an der Schwere, nicht an der Nässe), dann zählt das als eine Pipi-Windel.
Soll ich es einfach erst mal lassen, wenn die Maus nachmittags/abends nach etwa 2 Stunden noch nix mag (ich kenne ihre Hungersignale irgendwie nicht richtig bzw sehe ich zu, dass sie nach etwa 2 Stunden regelmäßig trinkt) und ihr und mir die hampelei ersparen. Darauf vertrauen, dass sie weiß, wann sie trinken muss?
Ja, darauf kannst Du vertrauen. Wenn Dein Baby technisch grundsätzlich problemlos trinken KANN, dann ist es völlig OK, ggf. nur kurz anzubieten und wenn das Baby dann nix mag, ist es total OK. Das Angebot muss keine ewige Hampelei sein: einfach kurz anbieten, das dauert nur ein paar Sekunden.

LG
Julia

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 06:20
von klimaforscherin
Nur kurz zur Fontanelle: Ich war beim Wetterfrosch arg verunsichert, weil sie mir auch eingesunken schien. Beim aufrecht (!) tragen!
Beim Liegen war alles ok. Das Schwälbchen war genauso.

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 14:50
von MamaAnne2014
Ja, das ist hier auch so, dass im liegen alles okay ist. Nur beim aufrecht tragen dellt sie ein und wenn sie dann eben 2-2,5 Stunden in der trage ist und das nächste stillen ansteht, sieht es schlimmer aus. So dolle wie letzten Donnerstag war's aber bisher nicht mehr und nur deshalb war ich ja bei der Kinderärztin. Ich mache jetzt weiter wie bisher und gucke einfach wie es läuft.

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 14:58
von MamaAnne2014
Also muss die pipiwindel nicht extrem nass sein, sondern einfach nur gefüllt und das ist okay.
Kann man davon ausgehen, dass die Milchproduktion auf dem derzeitigen Level bleibt, weil du schriebst, dass die gute Zunahme in den ersten vier Wochen zeigt, dass Milchmenge und anlegetechnik passt?
Sind jetzt noch Probleme durch den schnuller zu befürchten?
Ich biete weiter zwanglos an, manchmal muss ich etwas hartnäckig bleiben und sie geht nach bissel motzerei doch noch ran und trinkt dann auch sehr gut/normal. Warum motzt sie dann erst, wenn sie doch Hunger/Durst hat? Ich habe dann gleich Angst, sie motzt, weil sie weiß, es reicht nicht, dauert zu lange etc. - also aus Frust. Du meinst, das ist nicht so und würde sich anders zeigen?
Danke dir, du hilfst mir sehr!

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 15:06
von MamaAnne2014
Achso, die Kinderärztin meinte, dass zwischen den Mahlzeiten mindestens 3 Stunden Abstand liegen sollte, das sollte sie mit dem Gewicht aushalten. Und zwei Stunden sowieso wegen blähungen und bauchweh, was sie auch arg hat, sonst träfe halb verdaute auf unverdaute Milch???
Die trinkmengen bezog sie auf den Tag, also 800-900 ml alle drei bis vier Stunden, sind um die 120-170 g pro Mahlzeit. 10x stillen empfand sie als viel zu viel!
Naja, ich werde wohl nächsten Donnerstag sagen, dass alles wieder besser ist und ich in guter Beratung durch Hebamme und stillberatung bin :-)

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 15:13
von EinfachIch
MamaAnne2014 hat geschrieben:Achso, die Kinderärztin meinte, dass zwischen den Mahlzeiten mindestens 3 Stunden Abstand liegen sollte, das sollte sie mit dem Gewicht aushalten. Und zwei Stunden sowieso wegen blähungen und bauchweh, was sie auch arg hat, sonst träfe halb verdaute auf unverdaute Milch???
Die trinkmengen bezog sie auf den Tag, also 800-900 ml alle drei bis vier Stunden, sind um die 120-170 g pro Mahlzeit. 10x stillen empfand sie als viel zu viel!
Und malaria wird von schlechter luft verursacht. :roll: deine kiä scheint ein fortbildungsdefizit im Bereich stillen zu haben, nix davon stimmt. Und zwischen Abstände aushalten und sinnvoll essen liegen auch welten. Ich könnte locker 12h fasten und dann 2x am tag je 1000 kalorien in mich rein stopfen, aber wohl würde ich mich wahrscheinlich nicht fühlen. Mit den Expertinnen hier bist du in dem Thema sicher besser beraten. Nur ärgerlich, weil einen so eine "fachaussage" immer etwas verwirrt.

Re: Bitte um Einschätzung…

Verfasst: 11.08.2014, 16:10
von jusl
Also muss die pipiwindel nicht extrem nass sein, sondern einfach nur gefüllt und das ist okay.
Richtig.
Kann man davon ausgehen, dass die Milchproduktion auf dem derzeitigen Level bleibt, weil du schriebst, dass die gute Zunahme in den ersten vier Wochen zeigt, dass Milchmenge und anlegetechnik passt?
Ja, sicher. Warum sollten Deine Brustdrüsen nicht genauso gut arbeiten wie Deine Schweißdrüsen oder Deine Bauchspeicheldrüse? Wenn Du Dir weder über mangelnde Schweißproduktion oder zu wenig Bauchspeichel Sorgen machst, dann brauchst Du auch hinsichtlich Deiner Milchproduktion keinerlei Befürchtungen zu haben.
Sind jetzt noch Probleme durch den schnuller zu befürchten?
Das würdest Du wahrscheinlich vorrangig an "Generve" beim Stillen merken. Gequengel, ständiges An- und Abdocken, "suchen" obwohl die BW schon im Mund ist... solche Sachen. Falls Du sowas wahrnimmst, lass den Schnuller eben eine Weile weg und schau, ob es dann besser wird.
Ich biete weiter zwanglos an, manchmal muss ich etwas hartnäckig bleiben und sie geht nach bissel motzerei doch noch ran und trinkt dann auch sehr gut/normal. Warum motzt sie dann erst, wenn sie doch Hunger/Durst hat?
Das kann ich Dir nicht sagen, aber in Babys laufen auch viele INNERE bzw. EIGENE Prozesse ab, die wir als Eltern nur kaum bis gar nicht beeinflussen. Die Vorstellung, dass man als Mutter nur die richtigen Knöpfe zur richtigen Zeit beim Baby drücken muss, und dann ist das Baby ruhig und zufrieden, ist falsch. Manchmal gibt es gar keine richtigen Knöpfe, sondern das Baby bringt einfach auch viel eigenes mit. Wenn ein Baby mal quengelig ist und "nichts hilft": trösten, aber abhaken. Und wenn Dein Baby manchmal erst einige Minuten motzt, und dann Stillen aber DOCH hilft - umso besser. ;-)
Achso, die Kinderärztin meinte, dass zwischen den Mahlzeiten mindestens 3 Stunden Abstand liegen sollte, das sollte sie mit dem Gewicht aushalten. Und zwei Stunden sowieso wegen blähungen und bauchweh, was sie auch arg hat, sonst träfe halb verdaute auf unverdaute Milch???
Dies sind uralte Ammenmärchen, läääängst überholt. Es trift im Verdauungstrakt IMMER frisches Essen auf halbverdautes auf ganz verdautes. Bei Neugeborenen wie bei Erwachsenen. Es gibt keine Trennwände zwischen den Nahrungsportionen. Und selbstverständlich ist das auch GENAU RICHTIG SO, denn Babys sind auf beständige Nährstoffzufuhr und damit kontinuierliche Verdauungsarbeit angewiesen, in der sozusagen permanent von oben frische Nahrung nachrückt. Das macht keine Blähungen und Bauchweh, sondern satt und zufrieden. ;-)
Die trinkmengen bezog sie auf den Tag, also 800-900 ml alle drei bis vier Stunden, sind um die 120-170 g pro Mahlzeit.
Alle 3-4 Stunden 120-170 ml (= alle 3,5 Stunden 145 ml) sind ziemlich genau ein ganzer Liter Milch, und nicht 800-900 ml. Und wie schon weiter oben geschrieben: die meisten Babys trinken in dem Alter deutlich WENIGER, das ist wissenschaftlich gut untersucht. Die Angaben Deiner KiA sind da leider schlichtweg unzutreffend.
10x stillen empfand sie als viel zu viel!
Ja, sehr merkwürdig, denn wie gesagt, in JEDEM modernen Stillfachbuch ist nachzulesen, dass die durchschnittliche Stillhäufigkeit eines gesunden Durchschnittsbabys bei 8-12 Mahlzeiten in 24 Stunden liegt. Mit 10 Mahlzeiten liegt Ihr also KOMPLETT in der Normalozone, das kann Deine KiA ja empfinden, wie sie mag, aber an den Tatsachen ändert das nichts.
Naja, ich werde wohl nächsten Donnerstag sagen, dass alles wieder besser ist und ich in guter Beratung durch Hebamme und stillberatung bin :-)
Schön, dass es Euch schon besser geht. :D Hast Du nächsten Donnerstag einen U-Termin, oder sollst Du zur Kontrolle wiederkommen?

LG
Julia