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Unterzuckerung?

Verfasst: 26.07.2014, 15:26
von Anven
Liebe Stillexperten,

ich lese seit ein paar Tagen schon mit und würde gerne Eure Meinung zu meinem Problem hören, da es mir nicht aus dem Kopf geht:

Unsere Tochter habe ich über zwei Jahre gestillt und dann im Laufe der Schwangerschaft mit unserem Sohn abgestillt. Bei ihr ging es immer problemlos, so dass ich mir über das erneute Stillen keine Gedanken gemacht habe.
Nach natürlicher Geburt kam am 27.6. nun unser Sohn mit stolzen 4120 gr. zur Welt. Da sein erster Zuckerwert etwas niedrig war (44 mg), mussten wir den Tag auf Station bleiben, bis 3 Zuckerwerte normal waren. Nach dem 2. Wert (46 mg) wurde ihn einmalig oral Glukose gegeben, ohne mich zu fragen oder anzuraten, ihn vorher anzulegen. Da die Werte dann aber ok waren, konnten wir am Abend nach Hause.
Das erste Anlegen im Kreißsaal funktionierte nur so mäßig, er war schlapp, und ich weiß nicht, ob er viel erwischt hat. Auch am ersten Tag im KH stillte ich ihn wenig, nachts zuhause kam er aber dann häufiger und schied auch sehr viel Mekonium aus.
Leider war es Wochenende und unsere Hebamme konnte dann, weil sie irgendwie Schichtdienst hatte, nicht wie vereinbart zu uns kommen, so dass wir am nächsten Tag mit dem Wuzel wieder in die Klinik sind, wo eine andere Hebamme ihn angeschaut hat. er hatte dann auf 3830 gr. abgenommen innerhalb von 32h.(gleiche KH-Waage wie GG)
Die Hebamme sagte aber nichts dazu und meinte auch, ich müsse nicht zufüttern.
Unsere eigentliche Hebamme kam dann auch am dritten Tag nicht zu uns, rief nur an und meinte, wenn alles in Ordnung sei, käme sie erst am nächsten Tag. Der Kleine trank und schlief, also schien mir alles in Ordnung. Von den genauen Regeln, wie oft man das Kind anlegen soll die ersten Tage, wusste ich leider nichts, ich stillte eben, wenn er sich meldete.
Am Montag (4. Tag) kam er mir schon etwas schläfrig vor, er meldete sich am Vormittag gar nicht. Als die Hebamme am frühen Nachmittag kam, erzählte ich ihr diese Beobachtung, aber sie meinte nur, dass das schon normal sei, sie holten sich das Ganze dann eben abends wieder. Sie lobte uns, weil er so gut aussähe, und meinte, weiter so. Sein Gewicht war bei 3800 gr (Hebammenwaage). Auch trank er während ihres Besuchs ein Brust und schluckte auch hörbar.
Dadurch war ich wieder beruhigt und ließ den Kleinen wieder schlafen. Da er sich nach ca. 5 h nicht meldete, versuchte ich ihn zu wecken, was mit einem feuchten Waschlappen ein bißchen gelang, aber er schlief nach einigen Schlucken wieder ein. Weitere zwei Stunden später war er nur noch sehr schwer wachzukriegen trotz Waschlappen, er kam mir schon fast apathisch vor. Wir riefen die Hebamme an und sie meinte, die Muttermilch würde ihm dann wohl doch nicht reichen, er sei schon zu schwach, um an der Brust zu saugen :5: und wir sollten zufüttern, was wir mit einem Fläschchen "Nährstoffergänzung für die ersten Lebenstage", die wir im Krankenhaus gekriegt hatten, dann auch taten. Er trank eher zögerlich (weil er so schlapp war?), aber es gelang uns, ihm ca. 50 ml zu geben und zusätzlich die Brust.
Nachts meldete ersich dann wieder von allein nach 4 h, trank Brust und ein bißchen Fläschchen, und morgens (Tag 5) wachte er ganz munter auf und trinkt seitdem wie ein Weltmeister. Meine Milch floss seitdem anscheinend gut, denn nach weiteren 4 Tagen hatte er sein GG.

Nun mache ich mir trotzdem Gedanken, dass es sich bei seiner Schlappheit um eine Unterzuckerung gehandelt haben könnte. Gelb war er nur ein wenig in den Augen an diesem Tag. Gewichtsmäßig war er ja noch im Rahmen, aber einen Tag lang eben sehr müde. Und immer wieder höre ich nun, dass man schwere Babys am Anfang eben zufüttern müsse. Das KH hatte mir auch zwei Fläschchen gegeben, hätte ich früher zufüttern sollen? Und kann so etwas Langzeitschäden verursachen?
Ich bin einfach verwirrt und mache mir Gedanken, ob wir zu spät reagiert haben.

Liebe Grüße,
Anve

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 26.07.2014, 20:50
von Stina82
Liebe Anve,
Leider kann ich dir fachlich nicht wirklich weiter helfen. Bei meinen Söhnen wurde der Zuckerwert nach der Geburt nie getestet, deswegen weiss ich auch absolut nicht, wie es sich damit verhält. Mir wurde damals nur erklärt, dass ich sie spätestens alle vier Stunden wecken soll. Das hat bei uns auch immer so geklappt. Definitiv ist es nicht so, dass man schwere Babys zwingend zufüttern muss. Da brauchst Du Dir sicher keine Vorwürfe machen.
Ich hoffe, Dir kann hier noch jemand anders besser weiter helfen.

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 12:03
von Anven
Liebe Stina,
vielen Dank für Deine Antwort.
Viel Anteil an meinen Sorgen haben sicher auch meine Hormone im Wochenbett, aber ich bin einfach auch verunsichert durch die Aussage der Schwestern im KH.
Hatten Deine Kinder denn auch ein hohes GG?

Liebe Grüße in den Norden,
Anven

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 17:29
von 08u11
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Baby!
Bin auch keine Fachfrau und meine Kinder waren sogar sehr zart. Ich habe aber selbst Diabetes und kenne mich dadurch mit Unterzucker (sowohl bei mir selbst als auch bei Neugeborenen) ein bisschen aus.
Insofern: Ich glaube nicht, dass Du Dir jetzt noch um dieses Kind Gedanken machen musst. Das ist gut gegangen: Kind ist jetzt fit und trinkt eifrig. Ob der Kleine wirklich unterzuckert war oder einfach nur müde, kann Dir im Nachhinein und ohne den Zucker gemessen zu haben keiner mehr sagen. Ist aber auch egal. Es ist ja vorbei.
Vielleicht beruhigt es Dich aber: Ich weiß von mir selbst: Wenn ich in den Unterzucker rutsche, kann es durchaus sein, dass ich müde werde. Aber wenn der Zucker dann richtig, richtig weit unten ist (so zwischen 25 und 35), also wirklich gefährlich tief, schlafe ich nicht einfach gut, sondern im Gegenteil: sehr unruhig, habe meist Alpträume, zucke und werfe mich hin und her. Unser Großer ist tatsächlich auch kurz nach der Geburt recht weit unterzuckert (ich glaube 33). Der hat aber eben auch nicht mehr einfach gut geschlafen, sondern hat merkwürdig geatmet und so. Da haben die Schwestern (Hebammen?) auch so gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Der Zucker, bei dem ich müde werde, ist an sich noch nicht gefährlich - zumindest so lange zu Hause auf dem Sofa sitzt oder im Bett liegt. Da ist das Gehirn noch gut versorgt.
Die große Langzeitgefahr bei zu spät behandeltem Unterzucker bei gesunden Babys ist meiner Erfahrung nach vor allem, dass das einen Teufelskreis gibt: Zucker niedrig, Baby ist müde, trinkt nicht, Zucker wird noch niedriger, Baby kann noch weniger trinken, ... . Bei Euch ist das ja gut gegangen: Ihr seid mit einem kleinen bisschen Nährlösung klargekommen und die jetzt ist die Milch da und das Kleine trinkt ordentlich. Muss aber halt nicht so sein. Unser Großer lag dann ganz schnell für zwei Tage auf der Neo, was für den Stillstart alles andere als ideal ist. Insofern: Pauschal zufüttern, ich denke da hat Stina recht, würde ich auch nicht. Aber was ich bei Nr. 2 gemacht habe und bei Nr. 3 wenn irgend möglich wieder tun werde, ist: In den ersten 2-3 Tagen: Stillen, Stillen Stillen. So oft wie irgend möglich. Mein Ziel wäre eher: tags mindestens alle 2, nachts alle 3h (wenn dann mal eine Malzeit nicht klappt, auch kein Drama). Und Zucker natürlich zunächst mal im Auge behalten.
Insofern: Aus dem, was Du hier geschrieben hast, würde ich keine Angst vor längerfristigen Folgen haben. Ich persönlich achte aber (zumindest seit ich weiß, wie das geht, war bei Nr. 1 leider noch nicht so), bei meinen unterzuckergefährdeten Babys am Anfang sehr auf sehr häufiges Stillen und hoffe, das das reicht (bei Nr. 2 hat's gut geklappt).

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 19:51
von MamaSunshine
Hallo, ich bin kein profi, habe aber ein baby mit ebenfalls sehr hohem geburtdgewicht (4160 g). Hier wurde im krankenhaus zucker gemessen, mehrfach, war aber alles in ordnung. Baby war leicht gelb, aber eher von der sorte dauernuckler. Hatte dennoch einen späten milcheinschuss, am vierten tag erst.
Dennoch: von zufüttern war (von den meisten beteiligten) nie die rede. Dass ihr standardmäßig fläschchen mit nach hause bekommt, finde ich gelinde gesagt merkwürdig.

Ich freue mich aber für euch, dass alles gut läuft, und denke auch, du musst dir keine gedanken machen! :-)

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 20:23
von Stina82
Ja, meine Kinder hatten beide auch knapp über vier Kilo und hier gibts auch keine Fläschchen mit nach Hause. Ich kenn auch noch deutlich schwerere Babys bei denen das niemals Thema war ;)

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 21:25
von FrauPferd
Meiner hatte ziemlich genau 4kg, hat auf 3700g abgenommen und Zucker wurde nicht gemessen? Zur U2 sagte die Ärztin ich solle Stillproben machen und nach jedem Stillen zufüttern. Die Hebamme & Kinderkrankenschwester rieten davon ab und schickten mich gegen Anraten der Ärztin Heim. Kind wiegt inzwischen 12kg mit 6 Monaten und ist Kern gesund und hat noch nur ne Flasche, Glucose o.ä. bekommen!
Wenn er inzwischen gut trinkt ist doch alles bestens.

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 27.07.2014, 22:26
von Anven
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure aufmunternden Antworten, Hebamme und Kinderarzt sagen auch, dass alles in Ordnung ist, und der Kleine ist total fit.
Aber wie es halt immer so ist, wenn man einmal verunsichert wird, dann kommt man ins Grübeln, so wie ich eben mit diesen blöden Milchfläschchen von KH.
Ich persönlich glaube inzwischen eher auch, dass er entweder etwas dehydriert war (war die ersten Tage ziemlich heiß) oder ein bißchen Gelbsucht hatte. Und das mit dem Stillen,Stillen, Stillen hab ich auch als Lehre gezogen aus dem Ganzen, ich hab zwar nach Bedarf gestillt, aber anscheinend hätte es noch mehr sein knönnen.
Weiß jemand zufällig, ob viel Mekoniumausscheidung bei sowas (Austrocknung, Gewichtsverlust) eine Rolle spielen kann? Denn die Mekoniumausscheidunge kamen mir an den ersten zwei Tagen extrem viel vor, viel mehr als bei unserer Tochter.

Liebe Grüße,
Anven

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 29.07.2014, 08:43
von Anven
Hallo,

ich wollte fragen, ob Julia vielleicht was zu meinen Fragen sagen könnte, da sie anscheinend ja wirklich die beste Expertin zu diesen Themen ist, die man finden kann.
Hab grad schon ein bißchen Angst, durch die ganze Grübelei in eine Wochenbettdepression zu rutschen...

Re: Unterzuckerung?

Verfasst: 31.07.2014, 14:05
von Anven
Hallo, wollte nochmal fragen, ob eine der Mods meine Frage beantworten könnte, weil ich meine Sorgen einfach nicht aus dem Kopf kriege.
Danke und Grüße,
Anven