Genug Milch für SGA-Baby?

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SaYa
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Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von SaYa »

Hallo,

da ich jetzt von meiner Hebi, der Hebi aus dem Rückbildungskurs und einer Stillberaterin der LLL verschiedene Infos bekommen habe, habe ich mich entschlossen meine Fragen nochmal hier zu posten. Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen und mir meine Unsicherheit nehmen. Dieses Forum wurde mir in einem anderen Forum empfohlen.

Also....ich fange von vorne an.

Meine Tochter wurde am 04.05.14 geboren. Es wurde an 37+0 eingeleitet, da sie einfach nicht mehr zunahm im Mutterleib. Sie kam dann spontan mit 2030 gr und 46 cm auf die Welt. Sonst ging es ihr super. Apgar 10/10/10. (Scheinbar liegt das in der Familie, ich wog auch nur 2170 gr auf 47 cm 10 Tage vor ET, war aber sonst fit).Wir durften auch vier stunden zusammen im Kreißsaal bleiben. Direkt nach Anbnabelung hat mir die Hebi geholfen sie anzulegen und sie saugte und nuckelte ca 60 Minuten fleißig.
Nach vier stunden mussten wir sie auf die Kinderstation bringen, dort kam sie ins Wärmebettchen, Sättigung und Herzfrequenz wurden überwacht und blut wurde noch abgenimmen.. Das war schrecklich, sie dort zulassen und ich bin auf Station (mittlerweile wars dann 2 uhr morgens ca). Um 5 uhr wurde ich gerufen, da sie weinte. Bin dann hochgefahren worden im rollstuhl (mein kreislauf spielte noch verrückt) und ab da ging das Drama los :(

Ich habe sie dann angelegt, aber zuvor und auch nach dem Anlegen wurde sie gewogen. Die Waage hatte 10 gr schritte und da sie das gleiche als vor dem Stillen wog, wollte mir die Schwester direkt eine Nuk-Flasche mit primergen zum zufüttern bringen... das verneinte ich. Ich war so fertig, mein Mann nicht da (musste heim, da nachts keine besuchszeit ist) und die blöde schwester hat mich so verunsichert (zuvor hatte ich krach mit ihr, da sie meiner tochter das namensbändchen, das abgefallen war, nicht mehr dranmachen wollte...es wurde ja noch nie ein baby vertauscht meinte sie...erst nach einer beschwerde machte sie es ihr dran) und war mir keine hilfe. Ich sagte ihr zwar, dass die Maus im Kreißsaal schon gut Vormilch trank,aber sie meinte, die kleine müsste trinken. Ich bestand auf eine Spritze zum zufüttern. Naja, meine kleine trank nicht. Die schwester notierte dies dann.

Am nächsten tag hatten wir dann zum Glück ein rooming-in zimmer und ich legte sie ganz oft an. Ich musste sie immer animieren, da sie immer wieder einschlief.
Das Wiegen vor und nach dem stillen, stillprotokoll und temperaturmessen waren von nun an an der tagesordnung.
Das Stillen klappte eigentlich ganz gut, wobei die ständigen blutabnahmen nicht grad dazu beitrugen, dass die maus in ruhe trinken konnte. Habe in der zeit nur 20 ml mit spritze zugefüttert (primergen)
Am 3. Tag wog sie 1940 gr. Ab da an ging es bergauf und wir haben uns montags (8 Tage nach geburt) selbst entlassen (da die zwei OÄ nichts dagegen hatten, da die maus gut zunahm und auch das wärmebett nicht mehr benötigt wurde. Der Chefarzt wollte uns zur temperatur- und gewichtskontrolle allerdings noch dabehalten). Sie wog da 2090 gr.
Ab da kam die Hebi erstmal täglich (Gewichtsdaten folgen später).

Von anfang an trank sie nicht sooo gut. Also nuckelte, schluckte, nuckelte usw. Sie brauchte und braucht immer noch ca 45-50 Minuten pro Stillmahlzeit.

Habe mir aus der Apotheke die Medela Symphonie geholt und mit der Pumpe kann ich aber irgendwie nur pumpen, wenn die letzte stillmahlzeit schon länger her ist. Wollte damit anregen. Wenn ich direkt nach dem stillen pumpe, kommt fast nichts. Muss ich nicht in beiden fällen den milchspendereflex auslösen? Wieso klappt es dann nach dem Stillen so schlecht, wenn doch die brust eigentlich nie leer ist, sondern immer neue milch beim stillen/ pumpen gebildet wird...?

Haben uns eine baybwaage geholt und ich habe vor und nach dem Stillen weiter gewogen..,, was wahrscheinlich eher beunruhigte als ruhe reinbrachte. Endlich hab ich es mit dem wiegen sein gelassen und da sagte die Stillberaterin der LLL in der stillgruppe (habe ihr 2 mal die woche das gewicht geschickt), dass die kleine zu wenig zunahm. Sie müsse mindestens 180 gr /Woche zunehmen. Meine Tochter hatte auch mal 110gr zwischendrin. Ich solle sie immer nach 3 std. wecken, bzw immer alle 3 std anlegen. Naja, dann trinkt sie aber nicht. Und der Kinderarzt sagte auch, ich brauch nicht wecken.
In der zeit hatte sie allerdníngs einen wachstumsschub. Sie war was länge und KU anging auf der 3. Perzentlie bei geburt. Mittlerweile ist sie auf der 12.
Das gewicht ist weiterhin weit unter der 3.

Die hebi aus dem Rückbildungskurs meinte, es wäre komisch, dass sie immer noch so lange braucht pro mahlzeit....und es auch nicht normal wäre, dass man nach dem stillen nix mehr pumpen und auch nix mehr rausdrücken kann aus der brust. Ich solle gucken, dass ich die milchmenge steigere. Ab da hab ich das wiegen wieder angefangen. Ich war wieder so verunsichert.
Sie trinkt immer noch ca 500 ml. Aus dem krankenhaus sind wir mit 400 ml /24h gekommen. Ist das nicht zu wenig?

Im Moment trinkt sie und dann zieht sie die brustwarze lang und es kommt scheinbar nichts mehr. Sie weint dann und ich lege sie an die andere brust an. Aber auch wenn da was kommt weint sie.. Ist das die Brustschimpfphase oder habe ich zu wenig milch, da sie die brust oft so leer anfühlt und auch beim drücken dann nichts kommt. Könnte sie mit saugen den milchspendereflex wieder aktivieren?
Ich wollte die milchbildung anregen, damit es ihr einfacher fällt und sie schneller trinken kann.

Es ist jetzt lang geworden, aber ich wollte alles von anfang an erzählen.
Also die Fragen:
Sind lange stillmahlzeiten normal?
Ist es normal, dass die kleine nur so wenig ml trinkt?
Ist es normal, dass man nicht viel aus der brust rausdrücken kann nach dem stillen oder ein zeichen für zu wenig milch?
Nimmt sie genug zu? Müsste sie nicht langsam das gewicht aufholen, so wie bei größe und ku?
Wann trinkt sie schneller?
Wieso kann ich nach dem Stillen kaum pumpen, wenn doch die Brust eigentlich nie leer ist?
Was kann ich zum anregen machen? (ích trinke milchbildungstee, nehme bockshornkleepaseln und mache wenn nötig wehcselstillen)

Ich hoffe ihr nehmt mir etwas die sorge, dass meine milch nicht reicht. Das Stillen ist mir sehr wichtig. Leider haben meine freundinnen die flasche nach paar monaten gegeben und verstehen meine probleme so gar nicht.... Und jeder meiner ansprechpartnerinnen sagt was anderes (meine hebi sagt, so lange sie zunimmt ist alles gut, aber die anderen beiden haben mich verunsichert. Meine hebi ist auch nicht so gut erreichnar für fragen ums stillen)

So und hier ihre daten:
Im Kh gewogen
4.5.14: 2030 gr
7.05.14 1940 gr
9.5.14 1960 gr
12.5.14 2090gr

zu hause
13.5. 2160 gr
15.5. 2210gr
22.5. 2460gr
25.5. 2515 gr
27.5. 2580 gr
30.5. 2665gr
3.6. 2735 gr
10.6. 2875gr
15.6. 3025 gr
18.6. 3125 gr
24.6. 3255 gr
29.6. 3330 gr
1.7. 3395 gr
3.7. 3475 gr
8.7. 3575 gr
12.7. 3675 gr
17.7 3775 gr
20.7. 3835 gr
22.7. 3895 gr


Hier noch eure Fragen:


* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Nur 20 ml aus der spritze im Krankenhaus. Ansonsten haben wir es einmal mit einer avent naturnah flasche mit abgepumpter muttermilch probiert, was auch geklappt hat. So kann mein mann im notfall mal füttern.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- Ich stille zwischen 7 und 10 mal am tag. Nachts meist nur eine seite, da wir beide dann wieder einschlafen. Sie schläft vormittags ca 30 min und nachmittags ca std. Abends dann 4 stunden und ab da kommt sie alle 2 1/2 bis drei stunden.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
- Bis vor kurzem hatte sie täglicg mehrfach stuhlgang. Sie hatte aber auch koliken die letzten wochen. Erst jetzt ist es besser und sie hat fast zeitgleich auch weniger stuhlgang bekommmen. Einmal am tag und dann waren auch mal ein, zwei tage dabei ohne stuhlgang. Nasse windeln hat sie bei jedem windelwechseln. Habe mal die Windeln gewogen. Ca 300-400 ml urin hatte sie da an den tagen ausgeschieden.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- siehe oben

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
. sie hat einmal abpeumpte muttermilch bekommen und ansonsten kennt sie schnuller, nimmt diesen aber nicht immer

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- Teilweise habe ich ja da schon oben was geschrieben. Wir waren noch beim Ostheopat, da im krankenhaus gesagt wurde, sie hätte eine lieblingsseite. Waren zweimal bei ihm, aber er war mehr als begeistert von ihr :) es war alles so, wie es sein soll.

Krankengymnastik...?
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- Auch dazu hab ich ja schon einiges geschrieben. Sie hatte keine gelbsucht, war allerdings an der grenze vom wert her. War aber nicht behandlungsnotwendig.
Ich nehme ab und zu eine cetirzin wegen meiner allergie und salbutamol-asthmaspray bei bedarf.

So,ich hoffe es ist alles vollständig und nicht zu unübersichtlich geworden und vor allem nicht zu viel zum lesen für euch.

Dass sie zunimmt ist klar, aber ist es genug? Und mich beschäftigen meine fragen oben sehr, da jeder was anderes sagt und mich das alles einfach sehr verunsichert.

Liebe Grüße
Lösche Benutzer 7240

Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

Liebe SaYa, ich bin keine Stillberaterin, wollte nur kurz zum Pumpen was sagen: allgemein kann nicht jede "gut" pumpen, die Pumpmenge sagt nichts über die Milchmenge aus, an die Dein Baby an der Brust rankommt. Ich zum Beispiel hatte und habe immer so richtig viel Milch, pumpenderweise bekomme ich aber nur nennenswerte Mengen zusammen, wenn ich während des Stillens an der anderen Seite pumpe (ich stille immer nur eine Seite, das hat bei meinen Kindern immer locker gereicht - ich will damit nicht sagen, dass das allgemeingültig ist!). Und auch das nicht immer! Nach dem Stillen kommt da gar nichts mehr - obwohl noch Milch "da" wäre, wenn mein Kind wieder stillen würde. Das muss also nix heißen.

Zu Deinen anderen Fragen melden sich die Fachfrauen bestimmt bald, Du bist hier in den allerbesten Händen!
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Brianna
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von Brianna »

Ich hab auch ein SGA-Baby. J hat nach der Geburt immer normal zugenommen. Normal aber nicht übermäßig viel. Er ist immer noch eher ein schlankes Kind, aber nicht mehr so mager wie bei der Geburt. Wenn man ihn mit Gleichaltrigen vergleicht ist er leichter. Nur selbst die leichteren "normalen" Neugeborenen wogen bei der Geburt ein Kilo mehr als er. Bei gleicher normaler Zunahme sind sie heute halt immer noch schwerer als er. Solange dein Kind im normalen Bereich zunimmt ist alles gut. Was die anderen wiegen ist egal.
Gruß Brianna
J 05/13 L 12/15
jusl
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier,

ich antworte Dir in Kürze ausführlich.

LG
JUlia
SaYa
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von SaYa »

jusl hat geschrieben:Hallo und herzlich willkommen hier,

ich antworte Dir in Kürze ausführlich.

LG
JUlia
Vielen Dank.
Achja,eins hab ich noch vergessen. Sie trinkt immer beide Seiten. Als ich gewogen habe,trank sie manchmal am beiden Seiten gleich viel und manchmal an der zweiten nur noch 20 ml. Im allgemeinen trinkt sie 70-120 ml pro Mahlzeit. Nur einmal hatte sie 155 ml.

Lg SaYa
jusl
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von jusl »

Danke, ich geh also mal der Reihe nach:
mit der Pumpe kann ich aber irgendwie nur pumpen, wenn die letzte stillmahlzeit schon länger her ist. Wollte damit anregen. Wenn ich direkt nach dem stillen pumpe, kommt fast nichts.

Das ist völlig normal. "Nach dem Stillen" heißt ja eigentlich erstmal "kleines Päuschen", da ist völlig klar, dass da nur noch wenig bis gar nichts kommt.
Muss ich nicht in beiden fällen den milchspendereflex auslösen? Wieso klappt es dann nach dem Stillen so schlecht, wenn doch die brust eigentlich nie leer ist, sondern immer neue milch beim stillen/ pumpen gebildet wird...?
Weil eine Pumpe absolut nicht das gleiche ist wie ein Baby! :lol: Ein Baby hält mit dem Saugschluss die Brustwarze an Ort und Stelle und MELKT dann die Brust aus. Dazu duftet es gut und sieht entzückend aus, was die Hormone im Wallung bringt. Eine Pumpe ist bloß ein Ding und dient dazu, per Vakuum Milch aus der Brust zu holen. Sie melkt nicht, duftet nicht und sieht auch absolut nicht entzückend aus.... ;-)
Deshalb sagt der Pumperfolg ÜBERHAUPT NICHTS über die Stillfähigkeit einer Frau aus.
Im allgemeinen trinkt sie 70-120 ml pro Mahlzeit.
Ui, das ist echt viel. Viele (auch größere und schwerere) Babys trinken kleinere Portionen als das. Mit Deiner Milchproduktion gibt es also offensichtlich keine Probleme.
Haben uns eine baybwaage geholt und ich habe vor und nach dem Stillen weiter gewogen..,, was wahrscheinlich eher beunruhigte als ruhe reinbrachte.
Richtig, sogenannte "Stillproben" können Schaden anrichten und bedürfen daher einer sehr strengen Indikationsstellung! Dazu sind sie nicht ganz leicht korrekt(!) durchzuführen und zu interpretieren. Bei Euch war das sicher nicht nötig.
da sagte die Stillberaterin der LLL in der stillgruppe (habe ihr 2 mal die woche das gewicht geschickt), dass die kleine zu wenig zunahm. Sie müsse mindestens 180 gr /Woche zunehmen.
Das ist sachlich falsch. Nach WHO (Quelle) liegt die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme für gesunde Stillkinder
in den Monaten 0-2 im Bereich 170-330 g,
in den Monaten 2-4 im Bereich 110-330 g,
in den Monaten 4-6 im Bereich 70-140 g,
in den Monaten 6-12 im Bereich 40-110 g.

Die Betonung liegt dabei auf "durchschnittlich"! Ein Baby muss keineswegs jede Woche einen bestimmten Mindestwert zunehmen, sondern "eine Woche 100 g, in der nächsten Woche dann 250 g" oder sowas ist völlig normal und ohne jede medizinische Relevanz.

Das hat Dein Baby locker erfüllt: In den ersten beiden Lebensmonaten betrug die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bei Deinem Baby rund 190 g/Woche, und jetzt im dritten Lebensmonaten rund 170 g/Woche. Das ist komplett unauffällig und ein sicherer Beweis dafür, dass Dein Baby bestens mit Milch versorgt ist.
Müsste sie nicht langsam das gewicht aufholen, so wie bei größe und ku?
Nein! Sie muss überhaupt nichts "aufholen", sondern sie soll einfach ganz normal wachsen und zunehmen. Da sie sehr klein und leicht gestartet ist, ist vollkommen klar, dass sie jetzt immernoch vergleichsweise klein und leicht ist - das widerspricht absolut nicht einer gesunden Entwicklung. Und sie ist ja auch erst knapp 3 Monate alt. Wenn sie weiterhin im normalen Rahmen wächst und zunimmt, wird der Unterschied zu Reifgeborenen bzw. Normalgewichtig-Geborenen im Laufe der Monate und Jahre von allein immer weiter schrumpfen. An ihrer Einschulung wird man es ihr nicht mehr ansehen. Da kann jemand noch kleineres und schmaleres neben ihr sitzen, der mit 4200 g bei 40+5 zur Welt kam.
Sie war was länge und KU anging auf der 3. Perzentlie bei geburt. Mittlerweile ist sie auf der 12.
Das gewicht ist weiterhin weit unter der 3.
Bei der Geburt war das Gewicht bezogen auf ihre Länge unterhalb der 1. Perzentile (Quelle). Ihr Gewicht bezogen auf ihr Alter ebenfalls (Quelle). Wenn Du ihre derzeitige Länge nachreichst (sorry falls ichs überlesen hab), können wir gerne schauen, wie sich das inzwischen entwickelt hat; ich bin sicher, dass sie schon kräftig aufgeholt hat.
und es auch nicht normal wäre, dass man nach dem stillen nix mehr pumpen und auch nix mehr rausdrücken kann aus der brust.
Das ist Unsinn.
Ich solle gucken, dass ich die milchmenge steigere.
Das daraus abzuleiten, ist ebenfalls Unsinn. Ob ein Baby genug Milch bekommt, kann man anhand folgenden Kriterien SICHER feststellen:
jusl hat geschrieben:Dein Baby, das genug Milch bekommt,...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden,
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.
Jeder dieser Punkte ist bei Euch nachweislich erfüllt. Damit steht fest, dass Dein Baby bestens mit Milch versorgt ist und gut gedeiht.
Im Moment trinkt sie und dann zieht sie die brustwarze lang und es kommt scheinbar nichts mehr. Sie weint dann und ich lege sie an die andere brust an. Aber auch wenn da was kommt weint sie.. Ist das die Brustschimpfphase oder habe ich zu wenig milch, da sie die brust oft so leer anfühlt und auch beim drücken dann nichts kommt. Könnte sie mit saugen den milchspendereflex wieder aktivieren?
Hier spielt ganz sicher viel Stress mit rein - kein Wunder bei dem, was Dir da so eingeflüstert wurde in letzter Zeit. Dein Baby gedeiht bestens, das steht bereits fest. Still sie einfach, so wie sie mag! Viele Babys sind manchmal quengelig, das kann auch einfach am heißen Wetter liegen. Wenn Dein Baby eine Seite los lässt, bietest Du ihr eben die andere Seite an. Und wenn sie die zweite Seite auch loslässt, dann schaust Du, ob sie vielleicht noch mal an der ersten Seite trinken mag, ansonsten seid Ihr eben fertig. Baby hochnehmen, tragen, schaukeln und was lustiges machen. ;-)
Sind lange stillmahlzeiten normal?
Grundsätzlich ja. In manchen Fällen allerdings sind lange Stillzeiten ein Hinweis auf ein technisches Problem, also dass das Baby nicht technisch sauber saugt bzw. ineffizient trinkt. Dies ist dann für gewöhnlich begleitet von schmerzenden Brustwarzen, geringen Ausscheidungen und mangelhafter Gewichtszunahme. Dies liegt bei Euch sämtlich nicht vor - das bedeutet, mit Abstand am naheliegendsten ist, dass Dein Baby einfach ein Genießer ist und deshalb gerne lange stillt. Mach's Dir gemütlich, versorge Dich mit Getränken, Snacks und der Fernbedienung, oder noch besser: Lerne, im Tragetuch zu stillen. Dann kannst Du dabei umhergehen und bist mobil anstatt ans Sofa festgeklebt.
Ist es normal, dass die kleine nur so wenig ml trinkt?
Ja. Sie ist klein und leicht und hat damit einen vergleichsweise geringen Kalorienverbrauch. Ihre gute Gewichtszunahme beweist, dass sie definitiv genug Milch bekommt.
Wann trinkt sie schneller?
Vielleicht irgendwann in ein paar Wochen oder Monaten. Vielleicht ist es aber auch einfach Typsache und sie bleibt ein kleiner Genießer. Wäre das wirklich so schlimm? Hier im Stillforum gibt es immer wieder Threads, in denen Mütter ihre Trauer darüber beschreiben, dass ihre Babys nie kuscheln, nie beim Stillen einschlafen und immer nach 3 Minuten Druckbetankung an der Brust fertig sind. Kinder sind eben verschieden.
Wieso kann ich nach dem Stillen kaum pumpen, wenn doch die Brust eigentlich nie leer ist?
Na, weil das Stillen bei Euch RICHTIG GUT klappt! Die Brust produziert derzeit GENAU PASSEND für den Bedarf Deines Babys - warum sollte nach was abzupumpen sein?!? Und das wird Deine Brust auch weiterhin: Dein Baby steuert - absolut lehrbuchmäßig! - die Milchproduktion selbst. Genauso wie es sein soll.
Was kann ich zum anregen machen? (ích trinke milchbildungstee, nehme bockshornkleepaseln und mache wenn nötig wehcselstillen)
Wenn Du den Tee total doll magst, kannst Du den gerne trinken. Du kannst aber definitiv auch einfach irgendwas anderes trinken. ;-)
In welcher Dosierung nimmst Du den Bockhhornklee, und seit wann?

Ich hoffe diese Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
EhMibima

Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von EhMibima »

jusl hat geschrieben: Weil eine Pumpe absolut nicht das gleiche ist wie ein Baby! :lol: Ein Baby hält mit dem Saugschluss die Brustwarze an Ort und Stelle und MELKT dann die Brust aus. Dazu duftet es gut und sieht entzückend aus, was die Hormone im Wallung bringt. Eine Pumpe ist bloß ein Ding und dient dazu, per Vakuum Milch aus der Brust zu holen. Sie melkt nicht, duftet nicht und sieht auch absolut nicht entzückend aus.... ;-)
:lol: herrlich!!!
SaYa: Ich hab bisher (in den bald 5Jahren Stillzeit) 2-3x versucht zu pumpen und hatte auch keinen Erfolg. Nicht ein einziger Tropfen kam! Und ich hab beide Kinder erfolgreich gestillt(die Große 4Jahre, den Kleinen bis jetzt 2Jahre). Lag wohl an der unentzückenden Pumpe. :)
Alles Gute!!! Hier bist du in guten Händen! :)
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tania
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von tania »

so, jetzt liest du dir den post von jusl so oft durch, bis du es wirklich begriffen und verinnerlicht hast. ALLES IN ORDNUNG. bei einem so leichten kind wuerde ich dir raten, weiterhin zu wiegen, damit nicht nachher ein einzelwert beim arzt zu einer ueberreatkion fuehrt. und damit meine ich bestimmt nicht taeglich! jusl wird dich da bestimt gut beraten :-)
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nido56
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von nido56 »

Hallo,
Mein spaetes Freuhchen und grenzwertiges SGA-Kind (2400g auf 47cm) hat immer gut zugenommen und ist im ersten Lebensjahr von irgendwo weit unten im Keller bis auf das 10er Perzentil geklettert. Allerdings ist er groessenmaessig gleichzeitig von irgendwo auf dem 5er oder so bis auf das 75er geklettert. So blieb das Verhaeltnis dann eine Weile, bis er ploetzlich einen Fressflash bekam. Da wurde er auf einmal fast pummelig, bis dann der naechste Wachstumsschub kam. Im Moment steht er so etwa bei den Perzentilen 50 (Gewicht) und 85 (Groesse) und ist pumperlgesund und fit. Sprich, er hat alles aufgeholt, aber Gewicht und Groesse marschieren nicht immer im Gleichschritt.

Wenn Julia also Entwarnung gibt, dann kannst Du Dich echt entspannen.

Ich bin uebrigens auch nicht so das Pumpwunder vor dem Herrn, und mit der bloeden Melkmaschine konnte ich nur dann einen MSR ausloesen, wenn das Stillen schon eine Weile her war, die Brust also wohl schon auf "gleich muss der Kleine doch mal wieder Hunger bekommen" gepolt war.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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emm
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Re: Genug Milch für SGA-Baby?

Beitrag von emm »

Hallo SaYa,

Ich hab hier ein 36-Wochen-2490g-50cm-Kind, das anfangs auch noch eine behandlungsbeduerftige Gelbsucht entwickelt hatte - wir haben trotzdem relativ schnell (innerhalb der 1. Lebenswoche) voll gestillt.
In einem Monat wird der Knabe 2, ist immer noch weder der groesste noch schwerste, nimmt aber kontinuierlich zu und entwickelt sich altersgemaess. Noch dazu sind weder sein Papa noch ich besonders gross oder schwer. Ich bin ziemlich sicher, spaetestens zur Einschulung faellt er in seiner Klasse nicht mehr sonderlich auf (;

Und: Hut ab, dass Du bei dem vielen stressigen Input kuehlen Kopf bewahrt und Dich gut informiert hast! Da haetten viele schon lang das Handtuch geworfen und unnoetig zugefuettert.

Jetzt, wo Du Dich nochmal abgesichert hast, dass alles in Ordnung ist: weitermachen und Baby geniessen!

Alles Liebe,
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
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