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Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 17:56
von MissBubble
Gehen, bzw. müssen euere Kinder auch in den Kindergarten selbst wenn Sie partout nicht mögen? Mich würde mal interessieren wie ihr das handhabt? Bei uns steht auch demnächst Kindergarten an und ich habe von so vielen Seiten gehört das die Kinder, selbst wenn Sie keine Lust haben und sich weigern, dort hingehen sollen, damit die "Regelmäßigkeit" nicht beeinflusst wird. Gut, ich bin in der Situation das ich derzeit nicht arbeite und mit meiner Kleinen noch 2 Jahre daheim bin. Die Große ist jetzt 3 und wir haben Sie ab September angemeldet. Wenn ich in die Situation komme wo sie sich weigert in den Kindergarten zu gehen, dann würde ich Sie daheim lassen. Mein Mann sagt immer ich mache mir zu viel Gedanken, vielleicht trifft das gar nicht ein. Ich bin aber trotzdem sehr verunsichert da ich das von so vielen Seiten schon gehört habe. Deshalb würde ich gern mal wissen wie ihr damit umgeht?

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 18:00
von joli.81
ich häng mich mal an, das interessiert mich auch... ich hab nämlich grad im Vertrag gelesen, dass die Kinder "regelmäßig" kommen sollen... bisher war das kein Problem, denn mein eKinder sind gern gegangen und hatten vielleicht alle paar Wochen mal einen Tag, wo sie keine Lust hatten. Aber mein Dreijähriger erzählt momentan, er will gar nicht hin :? allerdings ist er auch grad erst großer Bruder geworden und vielleicht gibt es sich noch... ich überlege auch, was ich dann tue.

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 18:06
von Schnullerpuppe
Huhu, ich hab hier meinen Großen, der seit letzten Sommer mehr oder weniger regelmäßig in die Kita geht. Nach der Geburt des kleinen Bruders war er fast 3 Monate zu Hause, seitdem geht er, wie er eben lustig ist. Wir sind allerdings auch öfters mal unterwegs, so dass es auch von meiner Seite her Unterbrechungen gibt. (Wenn wir zu meinen Eltern fahren, lohnt sich nur eine Woche wegen der räumlichen Distanz)
Wir waren zum Beispiel mal 3 Wochen am Stück weg und selbst danach ist er wieder gern gegangen, zur Zeit hat er wieder nicht so große Lust, weil sein Freund nicht da war. An und für sich halte ich ihn für gut integriert, er hat ein paar Lieblingserzieher und auch ein paar Kinder, mit denen er gern was macht dort.
Jedenfalls: So lange er nicht wirklich gehen muss (und ich bin ja vorerst auch mit dem Baby zu Hause), wird er nur so gehen, wie er mag, ich lasse ihn das also durchaus entscheiden.

Von Seiten der Einrichtung gab es bisher keinen negativen Kommentar oder so.

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 18:07
von MissBubble
Also ich würde Ihn, rein gefühlt, daheim lassen. Zumindest in meinem Fall. Für mich hat das etwas mit Vertrauen zu tun das Sie in mich hat. Sie war über 3 Jahr täglich mit mir zusammen wir haben ein Vertrauen aufgebaut das ich für Sie da bin wenn es ihr nicht gut geht. Ich glaube Sie wäre von mir sehr enttäuscht wenn ich sie zwingen würde. Das loslösen kommt noch von allein. Das würde ich nicht erzwingen wollen.
Bei dir kommt sicher die neue Situation dazu. Vielleicht möchte er Sie einfach mit euch zusammen erleben? Sich sicher sein das du trotzdem für ihn da bist obwohl er ja Konkurrenz bekommen hat?

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 18:09
von MissBubble
@Schnullerpuppe: Genauso stelle ich mir das auch vor. Ohne Zwang und Müssen

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 18:53
von Kinsale
Meine Tochter wollte bisher genau einmal nicht in den Kindergarten. Da ist sie zu Hause geblieben.

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 22:04
von Löwenmäulchen
Hallo allerseits!

Ich bin ganz neu hier und möchte mich gleich mal unbeliebt machen ;-)

Eigentlich wollte ich mich ja erst vorstellen, aber ich finde es jetzt gerade wichtig, hier noch einen neuen Gedanken rein zu bringen...

Ihr solltet nämlich bedenken, dass es einen Grund hat (bzw. mehrere), warum die Kinder regelmäßig kommen sollen. Wenn sie unregelmäßig kommen, erschwert das die Integration in die Gruppe, das Schließen von Freundschaften, die Projektarbeit und nicht zuletzt auch die Eingewöhnung bzw. Bindung an die Erzieherinnen! Wenn Kinder öfter nicht da sind, können sie möglicherweise dadurch zu Außenseitern werden, denn vieles findet dann ohne sie statt, sie können "nicht mitreden".

Außerdem ist es Sinn der Eingewöhung, dass die Kinder eine Bindung zu den Erzieherinnen aufbauen. "Wenn etwas ist", sollen sie zu ihnen gehen. Ihr braucht nicht das Gefühl zu haben, ihr würdet eure Kinder "allein" lassen. Das ist verdammt schwer am Anfang, ich weiß. Habt Vertrauen, dass Eure Kinder dort gut betreut sind.
Ich selbst stand schon heulend im Aldi, während mein Töchterchen nach kurzem Abschiedsschmerz im Kindergarten wieder gelacht hat!
Tut es euch nicht weh, wenn Euer Partner euch z.B. für eine mehrtägige Dienstreise verlassen muss? - In gewissen Grenzen kann Weinen dazu gehören und muss nicht bedeuten, dass Euer Kind noch nicht bereit für eine Loslösung ist! Wichtig ist, dass es sich in kurzer Zeit durch die Erzieherinnen trösten lässt!

Die meisten Kinder haben zwischendurch mal Tage, an denen sie sagen, dass sie nicht gehen wollen. Meistens ist das nur eine Momentaufnahme und der Spaß kommt dann, wenn sie erst mal da sind. In solchen Fällen solltet ihr überlegen, ob ihr euren Kindern wirklich einen Gefallen tut, wenn ihr sie zu hause lasst, oder ob es vielleicht sogar kontraproduktiv wäre... Im Laufe der weiteren Erziehung werdet ihr eure Kinder noch oft zu Dingen zwingen müssen. Durch manche Sachen müssen Kinder halt durch, und das Erleben "ich hab´s geschafft!" macht sie stark. Ihr Vertrauen verlieren Kinder dann, wenn sie überfordert sind, nicht, wenn ihr sie solchen Herausforderungen stellt, die sie meistern können.

Bei unserer Tochter war es zum Beispiel so, dass ihr bloß die stürmische Begrüßung durch ihre beiden Freundinnen einfach zu viel war. Nach kurzer "Eingewöhnung" hatte sie dann wieder Riesenspaß. Ich hätte ihr keinen Gefallen getan, wenn sie nur deswegen zu hause geblieben wäre.
(Nachdem wir mit den beiden vereinbart und geübt haben, unsere Tochter erstmal einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie kommt, hat sich das Problem sowieso wieder erledigt.)

Was anderes ist es natürlich, wenn ihr das Gefühl habt, dass sich euer Kind im Kindergarten wirklich nicht wohl fühlt. Dem muss nachgegangen werden.

Natürlich ist das alles immer einzelfallabhängig, abhängig vom Kind, der Gruppe, den Erzieherinnen, der Häufigkeit des "Nicht-wollens" und insbesondere möglichen Gründen! Hier kann man meiner Meinung nach keine Pauschalantwort geben. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es auch Nachteile haben kann...

(Und bitte nicht falsch verstehen, ich trete ganz vehement für eine liebevolle, bindungsorientierte Erziehung ein... Aber es gibt Situationen, in denen man ein Kind überbehüten kann damit mehr schadet als nützt).

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 22:28
von ehUrt2
Ich habe nur deinen Eingangspost gelesen.
Ich würde es situationsabhängig machen. Während der Eingewöhnung würde ich darauf bestehen, aber dann mit da bleiben, mit dem Eingewöhnungsplan wieder zurück fahren,...
Nach der Eingewöhnung würde ich danach gehen wie oft sie zu Hause bleiben möchte, aus welchem Grund usw. Sonst kann man ja auch besprechen, dass sie es erst mal versuchen soll, aber jederzeit anrufen kann und das auch den Erzieherinnen sagen. Das hat zumindest bei meiner Tochter immer dazu geführt, dass sie dann doch lange da bleiben wollte ;)
Mir ist es wichtig, dass sie in der Kita soziale Beziehungen hat und sich in der Gruppe angekommen und integriert fühlt. Ich muss aber dazu sagen, dass es bei meiner Tochter nur um ein morgendliches "Ich habe keine Lust." ging und nicht um verzweifeltes Weinen o.ä.

Re: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 14.07.2014, 23:43
von Janka
Ich habe gerade 3jahre " kampf" hinter mir...genau aus dem grund...
Ich mag kein weinendes kind in kita bringen. Und da ich zuhause bin,kann ich mein kind auch zuhause lassen,wenn es nicht gehen mag. Ich kenn das von zuhause,meine mama arbeitete im schichtdienst,und immer,wenn es ging,blieb ich zuhause. Ich fand es super, und ich kann nicht sagen, dass ich deswegen ohne soziale kontakte aufgewachsen bin

Daher kann ich diese leier " soziale kontakte blabla" echt nicht mehr hören.

"Regelmäßig" ist ja auslegungssache,habe ich immer argumentiert... Regel kommt ein mal im monat und ist regelmäßig...weihnachten ein mal im jahr....auch regelmäßig!!!

Unser kita (eine "freie" einrichtung. Die schule ist top, kita eine katastrope(finde ich)),war da total steif,sich auf irgendwelche alternativen einzulassen ein totaler kampf.
Am anfang ging unsere tochter echt ungerne,also war sie oft mittagsskind und ging nur 4 tage. Das haben die ne weile mitgemacht, dann gabs mecker..
Dann ging sie gerne,dann kam ne phase,wo sie immer mittags gehen wollte. Verständlich,nach dem mittag passierte kaum was- schlafen und dann garten...gabs
natürlich auch mecker, jaa,die zeit ist so wichtig...blabla.

Ich finde,wenn die möglichkeit da ist,zuhuse bleiben zu können, dann sollte man es auch nutzen. Früh genug "müssen" die jeden tag hin und das so gut wie für rest des lebens.
Anders ist es,wenn man arbeitet,und die möglichkeit nicht besteht. Bei meinem grossen habe ich ihn immer,wenn ich frei hatte,zuhause gelassen(ausser er wollte ausdrucklich hin)...so hatten wir beide einen freien tag .

Re: AW: Regelmäßig im Kindergarten?

Verfasst: 15.07.2014, 00:02
von miss_undercover
Ich kann nur meine ganz persönliche Erfahrung wiedergeben:

Ich selbst bin sehr unregelmäßig in den Kindergarten gegangen und oft nur nachmittags für zwei, drei Stunden, was sehr ungewöhnlich war. Hin ging ich nur wenn ich es entweder explizit wollte oder wenn meine Eltern zeitgleich irgendeinen Termin hatten, zu dem ich nicht mit konnte.

Mir ist es durch diese kurzen, unregelmäßigen Aufenthalte im Kindergarten sehr schwer gefallen soziale Kontakte dort zu knüpfen. Oft fanden Aktivitäten über mehrere Tage statt, bei denen ich schon einen Teil verpasst hatte, oder ich kannte bestimmte Routinen und Abläufe nicht. Die Kinder suchten sich lieber Freunde, die zuverlässig da waren. Und auch für die Erzieherin war ich eine Art Sonderling und habe durchaus gespürt, dass sie das Kommen und Gehen nach Belieben seltsam fanden. Ich habe mich zuhause im Kreis meiner Familie immer sehr wohk gefühlt, bin auch kein Einzelkind und hatte durchaus in der Nachbarschaft auch gleichartige Spielkameraden. Und trotzdem habe ich mich lange schwer getan mich in Kindergruppen einzufügen und hatte große Schwierigkeiten mich dann als Schulkind an die vielen Veränderungen (jeden Tag hin müssen, nicht mehr ausschlafen können, mit einer Gruppe Gleichaltriger klarkommen müssen ... ) zu gewöhnen.

Meine Kinder 'müssen' in den Kindergarten beziehungsweise kennen es nicht anders weil mein Mann und ich die Betreuungszeit schlicht als Arbeitszeit brauchen. Insofern gibt's bei momentaner Unlust maximal das Versprechen, besonders pünktlich abzuholen. Zu Hause bleibt nur, wer krank ist. Und ich staune immer wieder, wie gut meine Kinder integriert sind, wie leicht sie sich mit anderen Kindern tun und wie viel Spaß sie im Kindergarten bzw. in der Schule haben.

Klar, das ist eine viel zu kleine Stichprobe für pauschale Aussagen, aber ich denke aufgrund dieser Erfahrungen auch, dass eine gewisse Regelmäßigkeit beim Kindergartenbesuch von Vorteil ist.

Liebe Grüße

Nora