Die Angst eine schlechte Mutter zu sein...
Verfasst: 20.06.2014, 22:01
Hallo liebes Forum,
ich bin noch kinderlos und wünsche mir aber in naher Zukunft ein Kind.
Ich lebe in einer wundervollen und stabilen Partnerschaft in guten Verhältnissen. Ich bin ein sehr hilfsbereiter, liebevoller und sehr reflektierter Mensch. Ich habe viele Freunde, einen tollen Partner und viele Kinder im Umfeld die mich sehr lieben.
Leider hatte ich keine so schöne Kindheit. Ich bin Scheidungskind und lebte alleine mit meiner Mutter. Meine Mutter war ein sehr schwieriger Mensch. Sehr impulsiv und tendenziell cholerisch. Die litt leider seit meiner früheren Kindheit an Depressionen die mit den Jahren sich in eine Manie entwickelt haben. Wir haben sehr sehr heftig und nahezu selbstzerstörerisch gestritten. Ich bin eigentlich diplomatisch und streite wenig. Mit meiner Mutter ist es aber sehr eskaliert, weil sie durch ihre Manie oft die Relationen verloren hat und zwischen "ich mache dir das Leben zur Hölle" und "es tut mir so leid, ich liebe dich über alles" schwankte und oft nach Streits völlig zusammen brach und Stunden heulend in der Ecke saß.
Nun bin ich also so sozialisiert worden und habe natürlich auch die Gene meiner Mutter. Ich merke an mir selbst, dass ich diese Tendenzen habe. Ich kann im Streit unglaublich gemein und verletzend werden und auch sehr stark manipulieren. Habe das nunmal so vorgelebt bekommen und aus Selbstschutz eine unglaublich kalte und berechnende Mauer die ich bei Bedarf hoch ziehen kann.
Diese Art des Streitens kam bisher nur mit meiner Mutter vor. Mit meinem Parten streite ich sehr selten, fair und lerne immer mehr meine Gefühle zu zeigen, mich zu öffnen und ein harmonisches Streitgespräch zu führen. Die alten Muster blitzen aber noch immer auf. Ich kann das kontrollieren und unterdrücken aber mein Partner ist auch sehr ruhig und sachlich so dass ein guter Streit mit ihm nicht so die hohe Kunst ist.
Die Neigung zu Depressionen ist ja auch erblich und ich hatte in der Pubertät tatsächlich Tendenzen in die Richtung. Seit ich ausgezogen bin, ist das zwar gar kein Thema mehr aber ich habe auch ein sehr sorgenfreies Leben und habe Angst, dass ich vielleicht in die gleiche Richtung rutsche, wenn sich das mal ändert.
Meine konkrete Angst ist also irgendwann so zu werden wie meine Mutter und meine Kinder zu zerstören. Meine Mutter war sich dessen durchaus bewusst und auch in Behandlung (mehrfach in der Psychiatrie). Meine Fähigkeit zur Selbstreflektion würde mich dann also auch nicht retten.
Seit Jahren führe ich ein total harmonisches Leben und wüsste ich nicht, wie furchtbar ich sein kann, würde ich sagen mich erschüttert so leicht nichts und ich wäre eine tolle Mutter. Kinder bringen einen aber an seine Grenzen und sind nunmal auch noch oft ähnlich. Ein Kind was vielleicht einen ähnlichen Charakter hat wie ich oder wie meine Mutter... Ich habe Angst, dass da alte Muster aufbrechen.
Ich denke mir immer - ich bin überhaupt nicht wie meine Mutter. Ich mag ähnliche Schwächen haben aber jeder der uns kennt bestätigt, dass wir völlig unterschiedlich agieren. Sie kam auch nie mit anderen Menschen klar. Weder im Job noch privat. Ich bin ziemlich sozial und beliebt und verträglich.
Aber anderseits denke ich, als meine Eltern mich bekommen haben, war sie ja nicht so. Sie ist erst durch die lange Arbeitslosigkeit, die Scheidung, den unerfüllten Wunsch nach einem zweiten Kind in die Depressionen gerutscht und so ist dann Schritt für Schritt alles schlimmer geworden. Was ist, wenn mir das auch passiert?
Ich weiß gar nicht was ich hören will. Vielleicht Erfahrungen? Oder einfach nur meine Sorgen rauslassen.
Danke für "zuhören".
ich bin noch kinderlos und wünsche mir aber in naher Zukunft ein Kind.
Ich lebe in einer wundervollen und stabilen Partnerschaft in guten Verhältnissen. Ich bin ein sehr hilfsbereiter, liebevoller und sehr reflektierter Mensch. Ich habe viele Freunde, einen tollen Partner und viele Kinder im Umfeld die mich sehr lieben.
Leider hatte ich keine so schöne Kindheit. Ich bin Scheidungskind und lebte alleine mit meiner Mutter. Meine Mutter war ein sehr schwieriger Mensch. Sehr impulsiv und tendenziell cholerisch. Die litt leider seit meiner früheren Kindheit an Depressionen die mit den Jahren sich in eine Manie entwickelt haben. Wir haben sehr sehr heftig und nahezu selbstzerstörerisch gestritten. Ich bin eigentlich diplomatisch und streite wenig. Mit meiner Mutter ist es aber sehr eskaliert, weil sie durch ihre Manie oft die Relationen verloren hat und zwischen "ich mache dir das Leben zur Hölle" und "es tut mir so leid, ich liebe dich über alles" schwankte und oft nach Streits völlig zusammen brach und Stunden heulend in der Ecke saß.
Nun bin ich also so sozialisiert worden und habe natürlich auch die Gene meiner Mutter. Ich merke an mir selbst, dass ich diese Tendenzen habe. Ich kann im Streit unglaublich gemein und verletzend werden und auch sehr stark manipulieren. Habe das nunmal so vorgelebt bekommen und aus Selbstschutz eine unglaublich kalte und berechnende Mauer die ich bei Bedarf hoch ziehen kann.
Diese Art des Streitens kam bisher nur mit meiner Mutter vor. Mit meinem Parten streite ich sehr selten, fair und lerne immer mehr meine Gefühle zu zeigen, mich zu öffnen und ein harmonisches Streitgespräch zu führen. Die alten Muster blitzen aber noch immer auf. Ich kann das kontrollieren und unterdrücken aber mein Partner ist auch sehr ruhig und sachlich so dass ein guter Streit mit ihm nicht so die hohe Kunst ist.
Die Neigung zu Depressionen ist ja auch erblich und ich hatte in der Pubertät tatsächlich Tendenzen in die Richtung. Seit ich ausgezogen bin, ist das zwar gar kein Thema mehr aber ich habe auch ein sehr sorgenfreies Leben und habe Angst, dass ich vielleicht in die gleiche Richtung rutsche, wenn sich das mal ändert.
Meine konkrete Angst ist also irgendwann so zu werden wie meine Mutter und meine Kinder zu zerstören. Meine Mutter war sich dessen durchaus bewusst und auch in Behandlung (mehrfach in der Psychiatrie). Meine Fähigkeit zur Selbstreflektion würde mich dann also auch nicht retten.
Seit Jahren führe ich ein total harmonisches Leben und wüsste ich nicht, wie furchtbar ich sein kann, würde ich sagen mich erschüttert so leicht nichts und ich wäre eine tolle Mutter. Kinder bringen einen aber an seine Grenzen und sind nunmal auch noch oft ähnlich. Ein Kind was vielleicht einen ähnlichen Charakter hat wie ich oder wie meine Mutter... Ich habe Angst, dass da alte Muster aufbrechen.
Ich denke mir immer - ich bin überhaupt nicht wie meine Mutter. Ich mag ähnliche Schwächen haben aber jeder der uns kennt bestätigt, dass wir völlig unterschiedlich agieren. Sie kam auch nie mit anderen Menschen klar. Weder im Job noch privat. Ich bin ziemlich sozial und beliebt und verträglich.
Aber anderseits denke ich, als meine Eltern mich bekommen haben, war sie ja nicht so. Sie ist erst durch die lange Arbeitslosigkeit, die Scheidung, den unerfüllten Wunsch nach einem zweiten Kind in die Depressionen gerutscht und so ist dann Schritt für Schritt alles schlimmer geworden. Was ist, wenn mir das auch passiert?
Ich weiß gar nicht was ich hören will. Vielleicht Erfahrungen? Oder einfach nur meine Sorgen rauslassen.
Danke für "zuhören".