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Verzweifelt, wund, schmerzt!

Verfasst: 12.06.2014, 18:33
von rumpelchen
Hallo,

wo fang ich am Besten an?
Mein Sohn wurde am 3.5.14 geboren, ist jetzt also knapp 6 Wochen alt. Er war ein ziemlich kräftiges Kerlchen bzw. ist es immernoch. Zur Geburt hatte er fast 4800g und war 57cm groß. Falls, das wichtig ist?
Die ersten 1,5-2 Wochen waren die Hölle! Etwa eine halbe Stunde vor Stillzeit wurde mir schon übel, weil ich ihn ja ranlassen musste. Meine Brustwarzen waren sooo wahnsinnig wund und rissig. Es tat höllisch weh. Meine Problemseite ist rechts. Von Anfang an eigentlich. Nach einer Woche traute ich mich nicht mehr, ihn ranzulassen. Ich konnte mich einfach nicht überwinden. Stillhütchen hat dann Abhilfe verschafft und es ging, nicht schmerzfrei, aber besser. Das gute Stück hab ich dann etwa eine Woche durchgehend genommen, dann mal weggelassen, dann wieder genommen. Mittlerweile glaube ich fast, dass es damit nur schlimmer wurde... Meine BW sind recht flach, fiel beim ersten Anlegen schon auf, mit etwas zusammendrücken war dies aber kein Problem und er hat gesaugt. Links steht auch heute noch besser als rechts, aber ich kann ja nicht sicher sagen, ob es am Stillhütchen lag.
Mittlerweile ist das Stillen nur ein zurechtkommen. Ich freu mich blöd, wenn ich es mal genießen kann oder wenn er einschläft und im Schlaf zufrieden lächelt mit der Brust im Mund!
Der Ansaugschmerz ist auf beiden Seiten echt unangenehm schmerzhaft, aber ich weiß ja vor allem auf der linken Seite, das wird gleich besser. Sie sind einfach beide Seiten immernoch wund (Lanolin, Multimam, Schwarztee, Heilwolle - alles probiert. Mittlerweile nutze ich nichts mehr, weil es ohne und mit einfach unverändert ist).

Sein Zungenbändchen ist in Ordnung, er saugt gut. Ich denke das Problem ist das Anlegen. Da bin ich oft.. "überfordert", weil er einfach so wahnsinnig groß ist (60cm jetzt) und ich so wahnsinnig klein. Mit meinen 1,55m ist die Wiegehaltung zB echt blöd, weil ich ihn gar nicht so toll gehalten bekomme. Meine Arme sind zu kurz. Er liegt dabei auch nicht auf der Ellenbogeninnenseite, sondern auf dem Handgelenk, weils einfach nicht passen will. Liegen geht, ist aber rechts echt unschön. Fotballhaltung funktioniert auch einfach nicht. Ich hätte gerne eine Stillhaltung in der ich sicher bin und die gut machbar ist.

Ich will dass es aufhört wehzutun und wir das genießen können. Ich hatte mich sooo sehr auf das Stillen gefreut und viel zu oft hasse ich es einfach.

Ich hoffe, ich habe nicht zu durcheinander geschrieben.
Vielleicht habt ihr noch Zaubertipps oder einfach ne Idee, wie ich die Anlegeposition besser hinkriegen kann trotz Minifrau (mit großen Brüsten übrigens, falls das zur Sache tut) und Riesenbaby. Ich wäre wirklich dankbar.
Ich bin verzweifelt.

Bei Fragen, einfach fragen, lieben Dank :)

Re: Verzweifelt, wund, schmerzt!

Verfasst: 12.06.2014, 19:57
von Novalia
Oje, du Arme :(
Das klingt sehr frustrierend für dich. Umso toller, dass du bisher durchgehalten hast und dir jetzt Hilfe suchst!
Hier bist du echt in sehr guten Händen, die Still-Mods sind richtig gut und professionell. Deshalb kann ich jetzt auch keine weiteren Tips geben, das was mir einfällt hast du schon probiert.

Aber ich mag dir eine dicke Umarmung dalassen (((((()))))) und dir ganz viel Mut zusprechen. Hier gibt es einige Frauen, die richtig fiese Schmerzen durch die Hilfe des Forums in den Griff bekommen haben.

Magst du vielleicht noch beschreiben, wie deine Brustwarzen beim/nach dem Stillen aussehen? Also die Farbe und Form? (weiß/rot, rund/platt oder ganz anders)

Re: Verzweifelt, wund, schmerzt!

Verfasst: 12.06.2014, 20:42
von quark
Ich möchte dir mut machen. Auch wenn noch ein paar wochen bis zur kompletten heilung vergehen werden. Ich finde, es ist es wert! Nicht nur für dich und dein baby, sondern auch für deine weiteren kinder!

Ich hatte mich beim ersten kind sooo durchgekämpft. Wund sein, blut, tränen, stillhütchen, andockhorror. So richtig hilfe hatte ihc nicht, da hast du schon einen vorteil jetzt. Aber es wurde alles gut und beim nächsten kind war schon alles besser, ich wusste worauf ich mich einließ und wie das kind und ich mich pisitioniere ect.

Viel erfolg
Quark

Re: Verzweifelt, wund, schmerzt!

Verfasst: 12.06.2014, 20:52
von Carraluma
Nicht aufgeben, das wird besser! Ich hatte auch anfangs schlimme Probleme mit den BW. Hast du dir schon mal die Tipps in der Linksammlung Stillwissen durchgelesen?

Ich habe auch alles mögliche mit meiner Hebamme durchprobiert. Erst nach 2 Monaten wurde es dann besser. Angeblich trägt auch oft die Hormonumstellung nach dem Wochenbett dazu bei, dass es dann oft besser wird. Zu dem Zeitpunkt als es besser wurde habe ich folgende Kombination von Maßnahmen ergriffen: Baby immer sorgsam angelegt, BW nach dem Stillen mit Octenisept desinfiziert (weil in den blutig, wunden BW wohl auch Bakterien waren), dann Lanolin drauf und immer Brustschalen (BW-Schoner oder Brustdonuts) getragen. Gerade letzteres würde ich dir sehr empfehlen, wenn du offene Wunden hast. Sie verhindern, dass die BW immer wieder eingedrückt werden und an der Stilleinlage festkrusten und dann immer wieder neu aufgerissen werden.

Hast du eigentlich eine Nachsorgehebamme, die sich evtl noch mit der Stillbrust und im besten Fall auch mit dem Stillen auskennt?

Zum Problem mit dem Halten des Babys. Hast du ein Stillkissen? Hast du schon mal versucht, dir eine bequeme Stillecke aus Kissen zu bauen? Wenn du mal den richtigen "Aufbau" gefunden hast, klappts bestimmt noch besser. Zum Ausprobieren, vielleicht mal aufbauen und das Baby anreichen lassen.

Gute Besserung für die BW und eine schöne Stillzeit von mir und noch viele hilfreiche Tipps!

Re: Verzweifelt, wund, schmerzt!

Verfasst: 12.06.2014, 21:28
von josie81
Ich habe mich auch anfangs wochenlang mit wunden Brustwarzen rumgeschlagen und war mir relativ sicher dass ich doch eh richtig anlege usw. Letztendlich hat eine Beratungseinheit mit einer Stillberaterin Abhilfe geschafft. Folgendes hat bei mir deutliche Besserung gebracht:
- beim Stillen bequem und überall gut gestützt hinsetzen (Stillkissen!)
- Milchspendereflex schon vor dem Stillen auslösen, dann tat das Ansaugen nicht so weh
- Babys Kopf in Position halten und eher wirklich fast in die Brust reindrücken
Ich habe allerdings kleine Brüste, bei großen Brüsten kann das vielleicht anders besser sein. Aber das A und O war bei mir auf jeden Fall die bequeme Stillposition, vor allem wenn ich Rücken und Arme entspannen konnte gings gleich viel besser.