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Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern?!
Verfasst: 16.02.2014, 17:29
von AMINA
Ich bin seit ein paar Tagen ein bisschen aus dem Häuschen - nicht nur, dass ich in 2 Wochen die erste von 3 Uni-Klausuren schreibe und Knirps Nummer 2 seit Wochen nur noch AUF mir in einem 2 Stunden Rhythmus schläft, nein, jetzt hat mir mein Chef mitgeteilt, dass ich nach meinem Wiedereinstieg im Mai / Juni (der Lütte ist dann 8 bzw. 9 Monate alt) für ein Vierteljahr nach Köln (=400km von uns) zur Einarbeitung in ein neues Aufgabengebiet gehen soll!? Mein erster Gedanke war zwar: "Das bekommen wir schon irgendwie hin". Aber ein Bekannter von uns ist Psychiater und er hat nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt, wir sollen daran denken, was wir den Kindern damit antun. Wenn der Papa (unter der Woche) plötzlich ein Vierteljahr weg ist, ist das eine halbe Katastrophe für die Kleinen (ich spreche jetzt nicht von den Familien, in denen das immer schon normal ist, denn da kennen es die Kinder ja nicht anders!), aber die bislang stillende Mutter? Das könnte echt Schäden hinterlassen, bei uns allen, meint er. Und mein Bauch gibt ihm recht!
Ich will nicht wegen dem Job abstillen (bei Nummer 1 bin ich direkt nach dem Mutterschutz in Vollzeit wieder eingestiegen und stille nach 2,5 Jahren immer noch...)! Und ich kann es keinem der Kinder antun, so lange unter der Woche nicht bei ihm zu sein am Abend, in der Nacht und am Morgen. Der Kleine ist eh so eine empfindliche Natur: Wenn er nervös ist (z.B. weil wir in den Urlaub fahren, meine Mutter zu Besuch kommt...) kotzt er, was das Zeug hält und kratzt sich blutig, wo er nur kann. Die Große reagiert ebenfalls mit Kratzen auf Spannungen, aber nicht (mehr) ganz so heftig. Will gar nicht dran denken, was so eine Veränderung bewirken würde... Mein Chef hat leider dafür gar kein Verständnis

Ich sollte wieder arbeiten gehen, denn finanziell wirds sonst knapp. Und momentan fühlt sich auch kein Betriebsrat für mich zuständig, da wir von einem Unternehmensteil zu einem anderen wechseln - damit hängt auch die Einarbeitung zusammen.
Was soll ich bloß tun? Könnte echt heulen und fühle mich ein bisschen so, als wollte man mir die Kinder wegnehmen

Mit konzentriert lernen ist da auch nichts...
Hat jemand von euch Tipps für mich? Oder bin ich grad einfach ein bisserl überspannt und das ist eigentlich kein Problem und ich sehe es bloß grad nicht?
Vielen Dank schon mal!
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 16.02.2014, 20:03
von Camille1984
((((((AMINA)))))))))
Ich weiß wirklich nicht, was man zu so einem Chef noch sagen soll... Und ich hoffe inständigst, dass es für diese Situation irgendein Gesetz gibt, welches dich und deine Kinder schützt. Wenn es keinen Betriebsrat aktuell gibt, hilft wohl nur der Weg zum Anwalt, da vom Chef ja kein Entgegenkommen zu erwarten ist. Vielleicht bekommst du so Infos. Ansonsten vielleicht zur Gewerkschaft?
Tipps und Lösungen habe ich keine und mir fallen auch keine ein... ich bin einfach nur traurig über solche unsensiblen Chefs. Männer eben...

Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 16.02.2014, 22:04
von Katha
Helfen die gesetzlich zugesicherten Stillpausen in der Argumentation weiter? (MuSchuG)
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 16.02.2014, 22:31
von beccarei
Katha hat geschrieben:Helfen die gesetzlich zugesicherten Stillpausen in der Argumentation weiter? (MuSchuG)
Da musste ich auch schon dran denken. Doofe Situation.

Re: AW: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kin
Verfasst: 16.02.2014, 22:42
von AllerLiebst
Wäre es vielleicht eine Option, deine Elternzeit zu verlängern und dann Teilzeit in Elternzeit (max 75%) zu arbeiten? Dann müssten doch eigentlich stärkere Schutzbedingungen gelten.
Ich würde auch bei der Gewerkschaft nachfragen.
einhändiges tapatalking
Re: AW: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kin
Verfasst: 16.02.2014, 23:19
von Nautilus
Puh, also ich halte das auch für viel zu viel von den Kindern verlangt.
Aber: wenn Dein Chef das menschlich nicht einsieht, stellt sich die Frage nach Alternativen. Kannst Du Dich genauso vor Ort einarbeiten? Welche Lösung könntest Du anbieten? Diesen Weg würde ich zuerst gehen, häufig hilft es schon, selbst aktiv zu werden und das Problem zu lösen ohne dass der Vorgesetzte damit Arbeit hat. Dass kein Betriebsrat sich zuständig fühlt solltest Du ihnen nicht durchgehen lassen, theoretisch sind ggf beide zuständig (für eine genaue Einschätzung fehlen hier zu viele Infos). Wie gross ist der Betrieb? Gibt es vielleicht eine Gleichstellungs-/ Frauenbeauftragte?
Ggf würde ich auch zum frühzeitigen Besuch eines Fachanwalts für Arbeitsrecht raten, einfach damit Du Deine rechtliche Situation einschätzen und berücksichtigen kannst. Entscheidend wird sein, was Dein Arbeitsvertrag zu Versetzungen sagt, sein Direktionsrecht muss der AG nach pflichtgemäßem billigem Ermessen ausüben- 400 km Entfernung über so lange Zeit von Familie mit Säugling unter 1, das dürfte im Regelfall kaum noch angemessen sein. Allerdings durchschaue ich wie gesagt für eine genauere Einschätzung nicht Deine genauw arbeitsrechtliche Situation...
LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 16.02.2014, 23:24
von Kloentje
Darf Dein Chef Dich überhaupt ohne Zustimmung versetzen? Also laut Arbeitsvertrag?
Und wie wichtig ist Dir dieser Job?
Ich finde, das ist ein Unding. Und - mal so ins Blaue phantasiert - könnte man als Außenstehende meinen, dass Du Dich möglichst dagegen entscheiden sollst, um Dich rauskicken zu können. Oder traust Du das Deinem Chef nicht zu?
LG
Kloentje
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 17.02.2014, 01:29
von AMINA
Danke für eure Anteilnahme! Was ich leider vor lauter Aufregung vergessen hatte, zu schreiben: Ich möchte zum Wiedereinstieg nur in Teilzeit beginnen, also so mit 40 - 50 %. Da ich weiter in Elternzeit bin, darf ich ja eh nicht mehr als 30 Stunden arbeiten (offiziell zumindest...). Aber da lohnt sich der lange Weg erst recht nicht...
Ich glaub nicht wirklich, dass mein Chef mich loswerden will. Er ist der Typ, der einem das sonst ziemlich klar sagt. Aber mich hat er von sich aus angeschrieben, dass er mich bräuchte in seinem neuen Team, etc.Er fährt ja selbst auch zur Einarbeitung nach Köln, hat aber nur seine (Haus-)Frau und seine Katze zu Hause, nicht studierenden und arbeitenden Mann, zwei Kleinkinder + Studium noch an der Backe.
Ich werde auch nicht versetzt, nur zugewiesen und normalerweise darf dies für die Zeit von bis zu 3 Monaten ohne Betriebsrats Zustimmung geschehen. Einarbeitung vor Ort wird schwierig, da extra einer dann aus Köln zu uns kommen müsste und da den Kollegen dort ihre alte (= unsere neue), geliebte Aufgabe weggenommen wurde, um unseren Standort zu erhalten, kann man da nicht viel erwarten.... Ein anderer Job lässt sich unter den Voraussetzungen auch nur schwer finden - wer stellt schon freiwillig ne Mutter von 2 kleinen Kindern ein ? Und momentan hätte ich ja nach der Elternzeit noch das Recht auf einen Vollzeitplatz - woanders nicht.
Mein Mann hat vorgeschlagen, dass er zwei Wochen Urlaub und wir uns da in der Nähe eine Ferienwohnung nähmen, ich eben mich so weit einarbeiten ließe, wie es ginge und trotzdem nicht die Kinder 'im Stich' ließe. Alles weitere könnte man ja dann evtl. auch telefonisch klären, vielleicht geht das ja, wenn man sich persönlich kennt, dann doch!?
Ach, momentan ists einfach ein bisserl viel... ich hab ja so den Traum von einer Selbständigkeit nach dem Studium. Wirklich weniger Arbeit wäre das sicher nicht, aber evtl. besser mit den Kindern und ihren Bedürfnissen zu vereinbaren...
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 17.02.2014, 10:10
von zilpzalp
Kann dein Mann nicht Elternzeit nehmen? Dann könnte er zumindest für zwei Monate mitkommen nach Köln.
Ohne Kinder würde ich sicher nicht soweit weg fahren, solange die Kinder noch so klein sind...
Re: Mein Chef erwartet (Un)Mögliches von mir und den Kindern
Verfasst: 17.02.2014, 15:53
von AMINA
Mein Mann hat zwar drei Monate Elternzeit, aber da muss er seine Masterthesis schreiben - ich fürchte, das wird nix,wenn die beiden Knirpse ganztags um ihn rumjagen. Wir haben ja auch hier den Vertrag mit der Tagesmutter, der platzen würde, wenn ich die Kinder nicht zu ihr brächte - ohne Betreuung auch keine Möglichkeit zu arbeiten.Aber mein Chef meint ja,ich konnte die Kinder für 3 Monate unter der Woche einfach 'auslagern' *heul*