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Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 20:46
von Donnerkind
Hallo,
ich frage mich, ob unsere Beikostsituation gut so ist oder optimiert werden müsste: Mein Sohn ist bald 11 Monate alt und bekommt zur Zeit meistens zwei, selten drei Beikostmahlzeiten. Meistens BLW, alle paar Tage auch mal einen Hirse-Obst-Brei, bei dem ich ihn ein paar Löffelchen füttern darf, bis die Matschrei losgeht

Ansonsten wird er ganz viel gestillt. Die Anzahl der Stillmahlzeiten kann ich nicht ermitteln, liegt aber bestimmt bei um die 10. Die Beikost besteht im wesentlichen aus dem, was wir auch essen. Also zumindest mittags. Käse, Wurst u.ä. bekommt er nicht wegen des Salzgehalts und der teilweise fragwürdigen Inhaltsstoffe. Fleisch mehrmals pro Woche.
Das Frühstück fällt für ihn meistens aus (bzw. besteht halt aus Stillen), weil er zu der Zeit noch schläft und erst aufwacht, wenn wir mit Essen fertig sind. Dann werden die Großen zur Schule und zum Kindergarten gemacht und hinterher könnte ich ihm theoretisch zu Hause ein Frühstück anbieten. Aber ist das notwendig? Oder eine regelmäßige Mahlzeit am Nachmittag? Wenn er im Hochstuhl sitzt, macht er ein Riesentheater, bis er endlich etwas essbares vor sich zu liegen hat. Aber zwischen den Mahlzeiten reicht ihm das Stillen und er fordert es auch nicht ein, in den Stuhl zu kommen oder so.
Gewichtsmäßig war bisher alles super bzw. in den ersten Wochen sogar etwas sehr reichlich (innerhalb des ersten Monats 2 kg zugenommen...).
Also: Muss ich da jetzt irgend etwas ändern oder einfach so weitermachen? Sobald er morgens nicht mehr so lange schläft, bekommt er ja wieder Frühstück (soweit waren wir schon mal).
Achso, wenn er isst, dann meistens sehr gut, so dass ich dann zusehen kann, wo ich mit meiner Milch bleibe.

Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 21:15
von marykate
Hm. Ich persönlich find's wenig für das Alter wenn er generell gut isst und essen mag. Ich habe in dem Alter immer zugesehen (bzw. mache es immer noch so), dass ich meiner Tochter zum Frühstück, 2. Frühstück, Mittagessen, Nachmittagssnack und Abendessen was zu essen anbiete. Also 5x am Tag. Zwischen den Hauptmahlzeiten meist einfach Obststücke (Banane, Apfel...) mit etwas Mandelmus oder ähnliches. Ist ja schnell gemacht. War in dem Alter natürlich sehr unterschiedlich was sie davon angenommen hat. Wenn sie's nicht wollte hab ich's einfach selbst gegessen während wir gestillt haben
Ist jetzt aber nur meine persönliche Meinung ohne irgendeine wissenschaftlich Begründung, warum ich das so gemacht habe. Für mich hat es sich so richtig angefühlt.
Wenn er zum Frühstück eh noch schläft würde ich einfach gleich nach dem Aufwachen/Stillen zum zweiten Frühstück (ein paar Stücke Obst etc.) übergehen und nur evtl. später nochmal was geben wenn die Pause zwischen 2. Frühstück und Mittagessen recht lang ist.
Vielleicht verteilt sich sein Appetit auf Essen so besser und Du kommst besser mit Deinem Milchangebot zurecht

Oder immer erst stillen und dann Essen anbieten. Wird soherum glaube ich sowieso empfohlen hier im Forum, weil so die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass man unfreiwillig frühzeitig abstillt.
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 21:37
von Donnerkind
Danke für Deine Antwort, marykate!
Als unsere Mittlere in dem Alter war, waren wir schon längst bei täglich 4 Beikostmahlzeiten. Aber da war der ganze Alltag auch anders. Da gab's z.B. immer eine Nachmittagsmahlzeit, weil die nur 17 Monate ältere Schwester darauf angewiesen war. Jetzt essen die Großen nicht unbedingt nachmittags etwas.
Das Stillen geschieht hier unabhängig von der Beikost. Also, ich stille nach Bedarf und das Essen kommt auf den Tisch, wenn alle essen. Das sieht dann oft so aus, dass er z.B. eine Stunde vor dem Essen gestillt wird, dann isst - und hinterher so satt ist, dass er erst nach zwei Stunden (? - sehe nie auf die Uhr) wieder gestillt werden möchte.
Ihm morgens direkt nach dem Aufstehen etwas Obst o.ä. zu geben, funktioniert nicht, weil wir schlichtweg aus dem Haus müssen. Ich müsste ihn also früher wecken, was ich garantiert nicht tun werde, da er seit kurzem nur noch ein Mal am Tag schläft und seinen Nachtschlaf einfach braucht. Vielleicht wacht er ja ab morgen früher auf und das Problem hat sich erledigt.
Ich frage mich, ob es ihm wirklich ernährungtechnisch einen Vorteil bringt, wenn er zwischendurch Obst essen würde.
Unfreiwillig früh abstillen halte ich bei uns für ausgeschlossen. Meine Mädels habe ich 3 und fast 4 Jahre gestillt und hab "noch nicht mal" BLW praktiziert.
Vielleicht bin ich auch einfach zu einfallslos, was eine Nachmittagsmahlzeit betrifft. Die Schwestern waren beide vom Getreide-Obst-Brei total begeistert und haben den lange gegessen (als einzigen Brei). Dem Junior schmeckt er auch, aber das Fütternlassen ist nicht sein Ding - und ich hab wenig Lust auf eine Breischlacht. Brot mit Obstmus und Butter ginge auch, aber Brot gibt's ja auch abends und dann ist das mit dem Salz wieder kritisch. Hirsekringel und Reiswaffeln isst er super, empfinde ich aber nicht als ausgewogene Mahlzeit.
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 21:52
von marykate
Jetzt versteh ich's besser. Breischlachten hab ich mir auch nicht gegeben. Ob Obst ernährungstechnisch einen Vorteil bringt müssen andere sagen, da bin ich wie schon gesagt kein Profi. Aber wenn Du nachmittags weder Brot noch Reiswaffel noch Hirsekringel geben magst (versteh ich alles) weiß ich nach wie vor nicht, was gegen eine Banane oder ähnliches sprechen soll. Die kann er ja selbst essen. Trotzdem zu viel Sauerei für Dich? Ich hab meine Tochter immer abbeißen lassen, nachdem ich sie in etwas Mandelmus gedippt habe, das ging bei uns gut. Du könntest die Banane auch in Getreidebrei dippen vor dem abbeißen lassen, dann hättest Du wieder einen Getreide-Obst-Brei

Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 22:12
von Donnerkind
marykate hat geschrieben:Jetzt versteh ich's besser. Breischlachten hab ich mir auch nicht gegeben. Ob Obst ernährungstechnisch einen Vorteil bringt müssen andere sagen, da bin ich wie schon gesagt kein Profi. Aber wenn Du nachmittags weder Brot noch Reiswaffel noch Hirsekringel geben magst (versteh ich alles) weiß ich nach wie vor nicht, was gegen eine Banane oder ähnliches sprechen soll. Die kann er ja selbst essen. Trotzdem zu viel Sauerei für Dich? Ich hab meine Tochter immer abbeißen lassen, nachdem ich sie in etwas Mandelmus gedippt habe, das ging bei uns gut. Du könntest die Banane auch in Getreidebrei dippen vor dem abbeißen lassen, dann hättest Du wieder einen Getreide-Obst-Brei

Stimmt, Banane ist gut! Wenn jetzt noch die Biokistenbananen endlich reif werden würden, wär's noch besser. Abbeißen lassen klappt übrigens nicht wirklich, aber es ist okay, wenn er eine halbe Banane selbst in die Hand nimmt.
Mich täte ja noch die Meinung von jusl interessieren, aber wie ich gerade gelesen habe, muss sie im Stillforum Mondenkind vertreten und wird wohl kaum Zeit haben, um solche nicht wirklich dringend wichtigen Fragen zu beantworten. Also warte ich mal noch ab, was andere User zu meinem Thema beizutragen haben.

Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 22:18
von marykate
Kann ich gut verstehen, ich bin ehrlich gesagt auch sehr gespannt auf Jusl's Antwort
Aber durchaus auch auf das, was andere User meinen.
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 22:30
von Sakura
Die Beikostsituation scheint bei Euch schlicht am Tagesablauf zu hängen. Zum Frühstück ist er noch nicht wach, mittags und abends sitzt er mit allen am Tisch, und zwischendurch sitzt halt keiner am Tisch. Verstehe ich. Früher wecken würde ich das Baby auch nicht

. Und Muttermilch ist ja auch im ersten Lebensjahr Hauptnahrungsmittel und ausreichend, sollte eben ab Beikostreife durch andere Lebensmittel ergänzt werden, soweit das Baby das instinktiv essen mag. Und hier ist glaube ich der Knackpunkt bei Euch. Du fragst, ob es notwendig wäre, ihm vormittags was anzubieten. Ich würde da weniger in Notwendigkeit denken, als in: Baby WILL essen. Baby isst instinktiv. Baby schmeckt es. (Schreibst Du ja selbst). Biete ihm doch einfach was an. Wenn er mag, isst er es. Wenn nicht, isst er es nicht. BLW bedeutet ja nicht nur Fingerfood. BLW heißt, das Baby isst soviel, wie es mag und braucht. Aber dafür muss man es ihm mindestens anbieten, sonst kann es ja schlecht essen.
Mit 11 Monaten würde ich persönlich mir über den Salzgehalt im Brot keinen Kopf mehr machen. Pürierter GOB muss ja nicht, wenn es in Gematsche ausartet. Hier wird sehr gern Brot mit dick Butter gegessen (ich schneide das Butterbrot in handliche Streifen, meist entrindet, das wird bis auf Krümel komplett verputzt), und dazu werden handliche Stücke Banane oder Birne oder Apfel geschnabbert. Im Sommer wird es eben Beeren dazu geben. Das ist quasi auch GOB, nur unpüriert. Wenn wir nachmittags mit der Großen unterwegs sind, sitzt das Baby gern im Buggy, lässt die Welt an sich vorüberziehen, und verputzt ein Brötchen oder Hörnchen. Und beide Kinder liiieeeben Kirschtomaten. Im Supermarkt muss ich in der Gemüseabteilung als erstes eine Packung Kirschtomaten kaufen, und bis wir an der Kasse sind, ist die halb leer. Brötchen und Kirschtomaten ist ja auch wieder die Kombi Getreide+Obst, wenn Dir die Kombi wichtig ist. (Ok, Tomaten sind kein Obst. Aber fast. Nennen wir sie Paradiesäpfel

). Gegen Gematsche unterwegs habe ich zwar immer ein Lätzchen mit, aber ... naja... Der Fußsack im Buggy ist waschbar, das Baby ist es auch. Tomatenflecken in Kleidung bleichen an der Sonne komplett raus, auch jetzt im Winter. So what.
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 22:33
von jusl
Hallo donnerkind,
3 Beikostmahlzeiten zusätzlich zum Stillen nach Bedarf sind für ein 11 Monate altes Kind völlig OK. Wenn Dein Kind irgendwann gerne öfter/mehr essen möchte, wird es Dir das schon zeigen.
Eine gute bewährte Faustregel zu dem Thema lautet:
Ein Baby mit 7 Monaten sollte 1-2 Beikostmahlzeiten täglich angeboten bekommen, mit 8 Monaten 2-3, mit 9 Monaten 2-4 und mit 12 Monaten 3-5.
LG
Julia
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 15.02.2014, 22:45
von taschi
Meine Maus ist 10,5 Monate alt und und es läuft hier ähnlich..sie probiert fast alles..aber mengentechnisch spielt das noch keine rolle.sie stillt viel. Ich mache mir da keine großen Gedanken..bei meiner großen war das genauso. Hat bis zum 1.geburtstag fast voll gestillt. Ich biete ihr was an und manchmal isst sie mehr und manchmal eben weniger...sie gedeiht gut.irgendwann wird auch sie mehr essen..und so auch dein Kind.
Re: Zu wenig Beikostmahlzeiten?
Verfasst: 16.02.2014, 03:10
von TragenimWallis
Hallo,
ich bin immer noch der meinung, dass die Kinder sich holen was sie brauchen und es heißt ja BEIKOST und nicht anstatt Kost;-) Solange ein kind also Zugang zu gesunden mahlzeiten hat, normal zunimmt und gesund wirkt, würde ich gar nix ändern;-) worauf ich immer geachtet habe, dass die Kinder dabei sind wenn die Familie isst sofern ist wach sind. Auch die Kleine (5 Monate) guckt immer zu udn das Interesse erwacht
meine Großen haben mit 9 und 11 monaten erst angefangen wirklich etwas zu essen, es wurde viel getsillt. Beide Kinder sind ohne Nährstoffmängel und insbesondere der Große weiss genau was er wann braucht. Der Kleine wurde leider in der Kita zum essen gedrängt und hat nicht immer so ein Gefühl dafür (z.B. muss man ihn sehr an Trinken erinnern)
L.G
T.i.W