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Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 08.01.2014, 21:11
von Melody17
Hallo zusammen!
Nach einiger Zeit stillen Lesens traue ich mich nun auch etwas zu schreiben. Mich beschäftigt derzeit besonders das Thema nächtliches Stillen. Meine Tochter ist 14 Monate alt und ich stille sie tags wie nachts zur Nahrungsaufnahme, kuscheln, trösten, einschlafen, etc. Tagsüber genieße ich das Stillen gerade sehr, vor allem seit sie mir deutlich zeigen kann, wann sie stillen möchte, und ich aber auch weiß, dass sie einige Stunden ohne zu stillen auskommt (da fühlt man sich gleich etwas freier :-)). Die Nächte sind mal mehr, mal weniger anstrengend, derzeit leider mehr. Meine Tochter wird nachts durchschnittlich alle 2 Stunden wach und ich stille sie dann wieder in den Schlaf. Eine normale Nacht ist 5/6 Mal stillen. Manchmal ist es nur 4 Mal, sehr selten 3 Mal und 2 Mal hatten wir bisher vielleicht ein einziges Mal. Häufiger als 6 Mal stillen in der Nacht kommt immer wieder mal vor. Dieses häufige Aufwachen stresst mich mal mehr, mal weniger. Zur Zeit ist es aber nun so, dass sie sehr lange trinkt/nuckelt, wenn sie wach wird. Es vergeht momentan kaum eine Nacht in der sie nicht 1-2 Stunden wach oder im Halbschlaf ist und an der Brust nuckelt (die anderen Male schläft sie nach ca 5-20Min stillen wieder ein). Sie dockt dann, wenn überhaupt, nur kurz für einige Atemzüge ab, sucht dann aber gleich wieder nach der Brust. Meine Tochter schläft in unserem Bett und ich stille sie liegend, aber dabei einschlafen kann ich nur selten, da ich normalerweise nicht auf der Seite schlafe. Ich fühle in letzter Zeit immer wieder in mich hinein, ob nun der Zeitpunkt des nächtlichen Abstillens gekommen ist, aber irgendwie halte ich es dann doch noch aus. Sie ist so ein liebes und zufriedenes Kind und ich denke, dass es nicht von ungefähr kommt und ich möchte ihr eigentlich die Brust nachts noch nicht wegnehmen, zumal sie am Zahnen ist und das meistens mit schlechteren Nächten einher geht. Wenn ich nachts nicht mehr stillen würde, hege ich natürlich auch die Hoffnung, dass ihre Schlafphasen länger werden, aber ich habe schon so oft gehört, dass das nicht immer der Fall ist und davor habe ich Angst. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, wie die Kleine ohne Brust einschlafen soll. Die meisten Kinder brauchen ja eine Brücke in den Schlaf und bei ihr ist es nun das Stillen. Sie nimmt keinen Schnuller und auch keinen Daumen (glücklicherweise!!), aber ich habe Angst, dass sie Letzteres für sich entdecken könnte. Sie mag es auch nicht, wenn man sie länger streichelt, hat kein Lieblingsschmusetier (außer Mama) ... Irgendwie bin ich mal mehr, mal weniger verzweifelt, möchte mal etwas an der Situation ändern und dann wieder nicht.
Wie war es bei euch mit dem nächtlichen Abstillen? Kann mir jemand einen Tipp geben? Bin auch dankbar für Durchhalteparolen :-). Wie finden eure Kinder in den Schlaf, wenn es nicht das Stillen ist?

Noch eine andere Frage: Hat es bei euch lange gedauert bis ihr eure Tage wieder bekommen habt? Ich habe meine (außer den Wochenfluss nach der Geburt) nun seit bald 2 Jahren nicht mehr. Gegen Ende des Jahres würden mein Mann und ich gerne an einem Geschwisterchen basteln und momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass ich jemals wieder meine Periode bekomme. Ob ich spätestens dann doch nachts abstillen muss oder komplett????

Ich freue mich über eure Gedanken/Erfahrungen/Tipps.

Liebe Grüße und noch ein gutes neues Jahr,
Melody17

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 08.01.2014, 21:49
von annasushi
Hallo melody,

das klingt sehr anstrengend! Unser Kleiner ist genauso alt wie dein Baby, und ein Satz hätte von mir stammen können: "Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie er einschlafen soll ohne Brust." Er hat bis vor kurzem in ähnlichen Abständen gestillt nachts, ein- und weiterschlafen ging nur mit Brust im Mund. Und da hat auch nichts anderes geholfen, wenn ich mal keine Lust hatte auf Dauernuckeln oder nachts kurz auf dem Klo war gab's großes Geschrei, obwohl Papa sich so bemüht hat.

Ich habe aus anderen Gründen (Backenzähne und Karies) vor kurzem entschieden nur noch tagsüber nach Bedarf zu stillen und nachts nach Gordon abzustillen. Dabei war ich mir fast sicher, dass das nicht klappt, aber wir haben es versucht und siehe da, mein Sohn kann doch anders einschlafen :-) und zwar mit Kuscheln und Singen, obwohl er tagsüber keine zwei Sekunden kuscheln mag. Die erste Nacht war er lange wach und hat protestiert, sich aber gut ablenken lassen mit Banane und Musik. Es wurde immer etwas besser und nun, nach noch nicht zwei Wochen, trinkt er nachts manchmal einen Schluck Wasser, kuschelt sich an mich und schläft wieder ein :-) (ok, das ist nicht immer so, manchmal jammert er auch noch im Halbschlaf nach der Brust, da hilft dann nur ihn richtig wach zu machen.) Jedenfalls hätte ich nie und nimmer geglaubt, dass mein Kleiner sich so schnell daran gewöhnen kann, dass Papa und ich ihn von nun an anders in den Schlaf begleiten (und das geht im Familienbett ja ganz prima). Morgens und tagsüber genieße ich das Stillen jetzt richtig, weil wir bewußt geworden ist, dass das irgendwann auch ein Ende haben wird (wann das ist möchtenich aber dem Kleinen überlassen).

Das soll nicht heißen, dass ich dir das als Lösung für eure Situation vorschlage, aber du hattest ja auch nach Erfahrungen mit dem nächtlichen Abstillen gefragt. Vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung weiter, oder motiviert dich, noch ein bißchen durchzuhalten, weil du die Chance siehst, dass es nicht für immer so weiter gehen muss, wenn du irgendwann etwas ändern willst.

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 08.01.2014, 22:31
von lalelu2
Ishwanger wurde.ch kann dir keinen. Rat geben, aber wollte dir meine Erfahrung. Zum Thema Stillen um Zyklus mitteilen: ich habe mein erstes Kind 18 Mont gestillt und die gesamte Zeit keine Blutung bekommen. Dann wolltech auch wieder schwanger werden und die FÄ konnte keinen eisprung feststellen. Sie riet mir dann zum Abstillen und erst dann setze 6 wo nach kompletten abstillen wieder eine Blutung ein. Bei meinem zweiten Kind habe ich etwa egenau solange gestillt und auch erst nach vollständigem abstillen wieder eine Blutung gehabt. Allerdings kenne ich auch einige Frauen,die ohne regelmäßig ige Blutung wieder schwanger wurden

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 09.01.2014, 00:03
von Yutori
Hallo Melody,

mir geht es ganz ähnlich wie dir und ich bin froh, dass ich hier dazukommen kann. Mein Kleiner (12Monate) schläft abends und nachts auch nicht ohne Stillen ein und wacht ca 4 Mal pro Nacht auf. Heute Abend hat er so lange getrunken bis mir die Brustwarzen wehgetan haben (das kam jetzt schon öfter vor) und ich nicht mehr konnte, daraufhin hat er 5?10? Minuten lang gebrüllt wie am Spiess und ich hab ihn dann einfach mit ins Wohnzimmer vor den Fernseher genommen :oops: bis er um 22h vor Müdigkeit eingeschlafen ist. Das ist zwar ein absoluter Sonderfall, eigtl schläft er mit Stillen gut ein und wir gucken fast nie fern, schon gar nicht mit ihm. Aber es hat mich mal wieder fast zur Verzweiflung gebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, ihn mehrere Nächte so lange schreien zu lassen, bis er aus Erschöpfung einschläft, das kann ich nicht und will ich nicht. Aber ich habe auch nicht mehr die Kraft, ihn nachts so oft zu stillen :( Wobei es ja immer noch weniger ist als bei dir, Melody. Ich war die letzten 2 Wochen total erkältet, Baby teils auch, und da hat mir das nächtliche Stillen und zum-Wickeln-aufstehen irgendwie alle Reserven geraubt. Er mag auch keinen Schnuller und die Daumen-Phase ist schon wieder vorbei. Nachts denke ich manchmal, so ein Schnuller wäre schon praktisch... hab ihm auch immer mal wieder einen angeboten aber er guckt ihn immer nur verwundert-interessiert an, steckt ihn kurz in den Mund und dann weg damit. Eigentlich bin ich ja froh darüber, aber ......

Flasche mit Papa haben wir schon öfter versucht, aber entweder er mag gar nicht erst oder er trinkt sie aus und will dann noch gestillt werden. Bei der Oma hat das Einschlafen einmal geklappt, da war er aber bei ihr zu Hause, eine andere Umgebung hilft sicher, da die Mama nicht automatisch erwartet wird. Beim ersten Mal aufwachen musste ich aber dann auch kommen. Tagsüber ist es eigentlich kein Problem, da schläft er bei anderen mit der Flasche gut ein, oder bei mir im Tragetuch. Aber ihn jeden Abend zum Einschlafen ins TT zu stecken, kann ja auch keine Lösung sein (hab ich auch noch nicht versucht).
Die Gordon Methode guck ich gleich mal nach, das Ergebnis bei euch hört sich wunderbar an, annasushi.
Auch wenn mir klar ist, dass es kein Patentrezept gibt, hoffe ich auch, dass ein paar Mamas ihre Abstill-Erfahrungen mit uns teilen, darüber wäre ich sehr froh.

Meine Periode hab ich auch noch nicht wieder bekommen.

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 09.01.2014, 08:28
von EliseG
Ich habe bis jetzt (obwohl ich seit über 7 Jahren stille) erst eine Abstillerfahrung nachts, und das bei meinem mittleren Sohn. In meiner Schwangerschaft mit meiner Kleinen war es mir plötzlich unerträglich nachts stillen zu müssen. Da war der Kleine so 1,5 Jahre zirka. Naja, ich schaffe so Methoden wie nach Gordon gar nicht muss ich gestehen, sondern hab mir und Söhnchen gesagt, dass ich nachts einfach nicht mehr kann. Es klappte innerhalb weniger Tage, dass er nachts nicht mehr gestillt wurde. Aber es war ein seeehr harter Weg dahin, den ich nie gegangen wäre, wenn ich nicht wirklich nicht mehr gekonnt hätte. Eine nächtliche Betreuung vom Papa ist hier unmöglich, da der viel Nachtdienste da hat und dann nicht hier ist oder Tagdienste an denen er um 5 auser Haus muss. Mir tat mein Sohn unendlich leid, der ein sehr kuscheliges Kind ist, und schnell problemlos ohne stillen einschlafen kann seither. Er brauchte dann tagsüber unendlich mehr Kuscheleinheiten, stillen wurde wieder existenziell wichtig. Schnuller und Co brauchte hier niemals eines der Kinder. Wichtig hingegen ist mein Gesinge hier, ein monotone Endlosschleife von Guten-Abend-Gute-Nacht. Kuscheltiere und sonstigen Ersatz wurde auch immer verschmäht und braucht es nicht. Wenn man ein Kind im Bett hat, dann ist man das allerbeste Kuscheltier der Welt (der Mittlere schläft fast auf mir manchmal).

Ich würde dir vielleicht raten, dass du überlegst, wie oft es für dich ok ist. Vielleicht ist es für euch beide einfacher, wenn du einfach erstmal einschränkst und nicht gleich ganz mit dem nächtlichen Stillen aufhörst? Ich muss aber auch sagen, dass beide Jungs hier mit ca. 2 eigentlich durchgeschlafen bzw eben wenn, dann nur kurz genuckelt haben. Ihr Schlaf hatte sich plötzlich total geändert und immer stärker vertieft, das kann ich nun auch bei der Kleinen beobachten (es fängt langsam an, dass sie nicht mehr 2 Stunden nach dem Einschlafen nach mir verlangt... zuerst wars einige wenige Male, die häufen sich immer mehr und wenn ich genau überlege, musste ich sicher seit einer Woche nicht mehr um ca. 22 uhr nach unten laufen). Also du hast immerhin noch Hoffnung, dass sich der Schlaf bald verbessern wird (natürlich eben immer ausgenommen Phasen wie Zähnekriegen...aber auch das hört mal auf).



Zum Zyklus: Den ersten bekam ich nach genau 23 Monaten wieder, den zweiten nach 8 Monaten und nun ists noch lange (hoffentlich) nichts in Sicht. Und hier hatte zb das Durchschlafen vom Großen nach ca. einem Jahr echt null Auswirkungen und der Kleinere stillte mit 8 Monaten eher noch im 2-Stunden-Rhythmus. Ich denke, das hat auch gaaaaanz viel damit zu tun, wann der Körper sich bereit fühlt für eine erneute Schwangerschaft. Irgendwann wird die Periode wieder kommen und wenn es langsam Richtung Ende des Jahres kommt und immer noch keine Periode in Sicht ist, würde ich mir weitere Gedanken machen... sind aber eh noch einige Monate bis dahin.


Und nun wünsche ich euch, dass ihr bald eine Lösung für euer Problem findet und einen guten, erholsamen Schlaf!

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 09.01.2014, 17:21
von Yutori
Hallo nochmal, ich bin hierauf gestoßen http://www.rabeneltern.org/index.php/wi ... senswertes und fand, dass dies eine Sammlung von ganz interessanten Artikeln zum Thema Schlafen ist.
Ich hoffe, das verlinken von anderen Foren ist erlaubt.

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 10.01.2014, 20:50
von Melody17
Vielen lieben Dank für eure Erfahrungen und Ideen.
Die Rabeneltern-hp kenne ich auch und habe auch Gordon bereits gelesen. Ich werde mit Sicherheit noch ein bissle durchhalten. Vielleicht verlängern sich die Schlafphasen meiner Maus im Laufe ihres zweiten Lebensjahres und wenn ich dann nicht mehr kann, ist es gut zu wissen, dass es eine Hilfe/einen Leitfaden gibt, wie man das nächtliche Abstillen angehen kann :-).

LG Melody17

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 11.01.2014, 09:53
von Carraluma
Hallo Melody17,
meine Kleine braucht nachts auch noch häufig das Stillen zum Weiterschlafen.
Wie häufig kann ich dir gar nicht sagen, weil ich es meist wieder vergesse.
Ich hoffe auch einfach mal, dass es irgendwann von alleine besser wird. Manchmal klappt sanftes Ablösen, oft aber auch nicht. Ich stille gerne und verwöhne sie in Sachen MuMi gerne.
Ich finde es auch ermutigend, dass du auch schreibst, dass du nachts weiterstillen möchtest. Wir halten das durch! Und unsere Kleinen werden dieser Phase wie allen anderen irgendwann entwachsen!

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 11.01.2014, 12:53
von Melody17
Hallo Carraluma!
Es ist schön zu hören, dass es anderen Mamas mit Kindern über einem Jahr auch so geht wie mir. Ich stille auch total gerne und möchte am liebsten, dass mein Mäusekind solange und oft bei mir trinken darf wie es möchte. Ich bin nur oft so müde und die meisten Kinder meiner Freundinnen in ähnlichem Alter haben längere Schlafphasen als meins. Ich weiß, dass ich nicht vergleichen darf und dass jedes Kind anders ist und ich mich im Grunde mit dem eingeschlagenen Weg wohlfühle. Bin nur oft soooo müde! Du hast recht, wir halten noch durch:-).

LG Melody17

Re: Nächtliches Stillen - sooo anstrengend

Verfasst: 12.01.2014, 18:19
von cooky
Hallo melody,

mir gehts wirklich haargenau wie dir! Dein Eingangspost hätte auch von mir stammen können. Meine Tochter ist nun13 Monate und ich stille sie auch sehr gerne, nur stillt sie nachts teilweise auch seeehr oft, was natürlich ziemlich schlaucht. Ab März werde ich mit 50% wieder arbeiten und bin gespannt, wie ich das nächtliche Stillen dann "verkrafte".
Auch ich habe meine Tage noch nicht wieder bekommen, aber wünsche mir ein Geschwisterkind. Das hat allerdings noch etwas Zeit, sodass ich uns da gar nicht unter Druck setzen mag.
Diese Abstillmethode nach Gordon werd ich auf jeden Fall schon mal im Hinterkopf behalten.

LG