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Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 04:20
von Ainoha
Hallo liebe SuTler,
kann mich mal bitte jemand beruhigen, was das Stillen angeht? Ich hab noch ein paar Monate, bis mein Kleiner auf die Welt kommt und hatte mir übers Stillen bisher nicht viele Gedanken gemacht. Irgendwie bin ich einfach davon ausgegangen, dass das nicht weiter schwierig sein sollte. Schließlich werden Babys schon immer gestillt. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass Mutter und Kind da einfach einen Instinkt für haben und das schon hinbekommen.

Nun bekomm ich eher so am Rande die ganzen Threads zu Stillproblematiken mit. Ich weiß, dass natürlich nur die Mütter einen Thread aufmachen, bei denen es Probleme gibt. Die bei denen es gut geht, schreiben natürlich normalerweise nichts darüber. Aber irgendwie scheinen es so viele Mütter zu sein. Und ich lese, dass man beim Stillen beim ersten Kind so viel falsch machen kan, etc.

Muss ich mich tatsächlich aufs Stillen vorbereiten? Was muss ich denn da alles wissen? Oder ist es doch eher so, dass es für gewöhnlich keine allzugroßen Probleme gibt und Mutter und Kind für gewöhnlich den Dreh schon rausbekommen? :1:

Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 07:01
von palme56
Hallo,

ja ,da kann man sehr ins Grübeln konmen bei den vielen Threads hier.
Stillen ist die normale Ernährung für einen Säugling und ich finde man sollte schon etwas Basiswissen haben, zB. wie häufig meldet sich ein Kind zum Stillen, wie sieht es ungefähr aus, wenn ein Kind gut stillt, wo gibt es kompetente (!) Hilfe, wenn es nötig ist?

Leider ist es häufig so, dass Mütter verunsichert werden, weil im Krankenhaus/von der Hebamme/ von der Familie und Freunden falsche Beratung und falsche Information statt findet.

Wenn man weiß, dass Babys sich alle 2 Std. mit Hunger melden, während eines Schubs häufiger, Clusterfeeding ein Begriff ist, dann kann man den vermeintlich guten Ratschlägen a la “Baby wird bestimmt nicht satt, braucht mal eine Flasche“ etwas entgegen setzten.

Viele Probleme ergeben sich nämlich erst aus einer falschen Beratung.

Von daher, Gedanken machen und informieren, ja; nur bitte nicht mit Angst und Sorge ans Stillen denken, wie du bereits schreibst, bei vielen ist Stillen kein Problem.


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Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 07:17
von (ka)
Ich finde das wichtigste ist einfach zu wissen wo man Hilfe bekommt wenn man die braucht.
Und dann: Vertrauen und ruhig bleiben und loslassen. Stillen hat nämlich einen Komponente die man sich als erstlingsmutter in unserer Gesellschaft fast nicht mehr vorstellen kann: die nicht-Kontrolle ist der schlüssel zur Milch :-) das Vertrauen, das Gefühl, die Hormone, die sich entwickelnde Symbiose ...

Dh als beste Vorbereitung in meiner Meinung brauchst du ein ruhiges Wochenbett und eine geschulte Person (Hebamme?) die dir maximale Ruhe und Vertrauen schenkt.

Und dann eben die Info wohin fündig wendest wenn du Hilfe brauchst (la leche ligua / afs / Beraterinnen mit ibclc Ausbildung - kann man die eigentlich irgendwo suchen??)

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 08:42
von Isbel
Was ich bei einem 4. Mal auf jeden Fall früher tun würde, wäre der Termin beim Osteopathen. Direkt oder so schnell wie möglich nach der Geburt. Ich weiss nicht mehr, wo, aber in irgendeinem Land werden die Babys alle nach der Geburt im KH osteopathisch gecheckt und es gibt weitaus weniger Stillprobleme.

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 08:57
von deidamaus
Ich glaube das ist Frankreich?

In Karlsruhe bittet die AFS Stillgruppe einen Infoabend für Schwangere an. Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch so eine Veranstaltung? Ist man nämloich gut informiert, lässt man sich nicht so leicht verunsichern und kann mehr auf seine Gefühle und das Baby vertrauen und weiß wann man Hilfe braucht und wo man gute findet.

LG
Deidamaus

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 09:14
von EinfachIch
(ka) hat geschrieben:Ich finde das wichtigste ist einfach zubeißen wo man Hilfe bekommt wenn man die braucht.
Und dann: Vertrauen und ruhig bleiben und loslassen. Stillen hat nämlich einen Komponente die man sich als erstlingsmutter in unserer Gesellschaft fast nicht mehr vorstellen kann: die nicht-Kontrolle ist der schlüssel zur Milch :-) das Vertrauen, das Gefühl, die Hormone, die sich entwickelnde Symbiose ...

Dh als beste Vorbereitung in meiner Meinung brauchst du ein ruhiges Wochenbett und eine geschulte Person (Hebamme?) die dir maximale Ruhe und Vertrauen schenkt.

Und dann eben die Info wohin fündig wendest wenn du Hilfe brauchst (la leche ligua / afs / Beraterinnen mit ibclc Ausbildung - kann man die eigentlich irgendwo suchen??)
Ja, das Vertrauen in die eigene Stillfähigkeit und die Kompetenz des Babys fand ich auch wichtig. Und das Fachwissen, das einem erlaubt sich über die Tipps von Freunden, Bekannten und teilweise auch Fachleuten hinweg zu setzen. Im Klinikum wollte man glucose geben, die Omas kamen mit dem Tee trinken und sättigenden Flaschen um die Ecke und die hebi schenkte uns einen nucki... In Summe wäre das vielleicht genug gewesen, um das stillen zu verhindern - dass es nicht klappen wird wurde mir übrigens auch oft prophezeit, als ich in der sws den Stillwunsch äußerte. Zudem habe ich intensiv mit meinem Mann gesprochen, ihm gesagt wie wichtig es mir ist zu stillen und ihm erklärt, wie er mich dabei unterstützen kann. ich wollte, dass stillen nicht einfach nur das ist, was ich für baby entschieden habe sondern dass er aus eigener Überzeugung voll dahinter steht. War auch gut so, sonst hört mann vielleicht aus Unwissenheit auf die ganzen tollen Tipps und stellt sich nicht schützend vor die Stillbeziehung.

Ich glaub wenn man sich hier bisserl durchliest und zur not eine beraterin im Ärmel hat stehen die Chancen sehr gut, dass es klappt.

Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 09:20
von MaareMum
Ich habe problemlos gestillt und hatte da auch irgendwie ein Urvertrauen rein, aber ich bin rückblickend absolut überzeugt, dass es deswegen so gut geklappt hat, WEIL ich mich schon vor der Geburt damit beschäftigt habe (das Forum kannte ich da noch nicht). Die Infobroschüren von der Krankenkasse, und vor allem ein Vortrag einer Stillberaterin. Denn auch mir wurde viel Käse erzählt, als das Kind dann da war. Konnte ich dann aber wunderbar ignorieren.

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vom Handy aus

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 09:21
von Morgaine47
Ich denke die beste Vorbereitung ist hier mitzulesen. Du wirst sehen, dass die meisten Stillprobleme durch falsche bzw. ungünstge Beratung entstanden sind, lernts dabei was wichtig ist und ich denke das ist schon die halbe Miete. Und dann vertrau noch auf Deinen Körper. Und wenn Du hier bis zur Geburt mitliest wirst Du sehen, wie kompetent die Still-Modes hier beraten udn sollte es doch ein Problem geben Dich sicher damit an sie wenden wodurch schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden kann.

Und es kann auch mit falscher Beratung mit etwas Glück super klappen, so wars bei mir. Ein paar unsichere Tage, wo das Kidn u.a. mal viel zu viel Wasser bekommen hat (zum Glück ist ncihts passiert) und meine Abneigung / Faulheit zum Flasche machen haben zu einer langen meistens harmonischen Stillbeziehung geführt. Aber zum Glück war ich dann beim 2. Kind viel schlauer und dadurch wesentlich entspannter.

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 09:38
von carrymehome
Das ist ein statistisches Problem: an ein Forum wendet man sich meistens nur wenn man ein Problem hat oder eine offene Frage. Ansonsten liest man meistens still mit oder antwortet vielleicht.
Bei mir hat es super geklappt, ganz ohne Probleme - Kleinigkeiten gibt es immer wo man sich fragt ob das passt, aber nach ein paar Tagen merkt man dann ob es so stimmt oder nicht - ganz von alleine.
Was mir sehr viel geholfen hat war: sich ganz schlau machen was die häufigsten Probleme sind und schon gewappnet sein, dass alle damit auf einen zukommen. Damit man selber dann nicht verunsichert ist. Bei uns war das zB.
- du hast sicher zuwenig Milch, geh fütter doch ein bisschen zu. Besser zuviel als zuwenig fürs Kind. (und Schwiegermama stand schon mit dem Flascherl da)
- es ist so heiss, das Kind braucht extra Wasser (täglich im Sommer)
- wenns mal nicht so klappt: das ist sicher der Schnuller (den er schon seit Wochen hatte) wegen der Saugverwirrung
- er ist jetzt 4 Monate und braucht Fruchtbrei, deine Milch ernährt in nicht mehr richtig
- du stillst ihn viel zu häufig, warte doch bis er es dir wirklich mitteilt (da ging es um einen Stillabstand von 3h), der hat sicher keinen Hunger
waren bei uns die sehr zähen Renner, die immer und immer wieder kamen, wo ich viel viel Selbstsicherheit gebraucht habe um die anderen zu überzeugen, dass eh alles passt...
Lass dich nicht kirre machen, wenn du und dein Kind soweit gesund und munter seind und nichts mediznisches dagegenspricht und du es zulässt dann fühlst du genau was passt und dein Baby teilt dir auch mit was es will...
Stillen ist learing-by-doing in den meisten Fällen (jemandem mal zugeschaut haben hilft) und ein sich ständig ändernder Prozess der von schön bis frustrabel und nervend alles sein kann. Stillen ist sicher keine Perfektionsarbeit....

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 09:44
von Carraluma
Ich glaube nicht, dass Stillen so schwierig ist. Aber es hat auch einen erlernten (also auch erlernbaren) Anteil. Ich dachte vorher auch, naja in der ganzen Säugetierwelt scheint es doch ohne Probleme zu klappen, warum solls da bei uns nicht klappen. Aber teilweise sind wir vielleicht zu hochentwickelt, aber nicht nur wir. Im einem Zoo habe ich gelesen, dass auch Gorillaweibchen, die nicht in einer Gruppe aufgewachsen sind, also nie die Jungenaufzucht bei anderen miterlebt haben, es oft zumindest bei den ersten Jungen nicht schaffen, diese richtig zu versorgen. Ich denke uns gehts da teilweise ähnlich.
Also langer Rede kurzer Sinn, sowohl Baby als auch Mama müssen das Stillen anfangs erst einmal üben. Also wenn man nicht denkt, dass müsste von Anfang an reibungsfrei klappen, ist man schon mal ruhiger, denke ich. Da ist eine gute Betreuung, z.B. gute, stillerfahrende Hebamme Gold wert, einen immer wieder zu ermutigen und beruhigen. Und wie schon geschrieben, ist es gut zu wissen, wo man Hilfe bekommt, wenn doch Probleme auftreten.

Andererseits wird einem das Stillen leider oft unnötig schwer gemacht, meist durch wohlgemeinte, aber schlechte Ratschläge. Das Baby trinkt zu kurz/zu lange, zu oft, nuckelt bloß, braucht einen Schnuller usw. Einfach nach Bedarf stillen und wenn nicht unbedingt (medizinisch) notwendig, nicht zufüttern und keine künstlichen Sauger verwenden. Und falls doch noch Fragen auftreten und einen die Sprüche verunsichern, hier im SuT nachfragen :-)