Seite 1 von 3

Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 16.11.2013, 07:28
von carrymehome
Kurze Vorgeschichte:
Kind (Junge, mittlerweile 4 Mo) hatte extreme Blähprobleme. Ist eher hart im nehmen und schreit wenig, aber auch im Tragetuch wurde sich gekrümmt, gewimmert etc...ich konnte ziemlich schnell die Kuhmilch/Milchprodukte als Verursacher herausfinden. Kuhmilch weg, alles ein bisschen besser. Zucker (ich bin mir nicht sicher ob Zucker oder Süsses generell) detto mit nicht ganz so argem Bauchweh aber schrecklichen Blähungen werden mittlerweile auch gemieden. Hülsenfrüchte und Kohl sind auch nicht optimal (ich weiss dass es angeblich nicht in die MuMi übergeht, aber ich merke wirkliche Unterschiede zu "normalen" Tagen, wenn ich so etwas esse)...

Tagsüber ist es eträglich, er windet sich eben, ist daher auch ein sehr mobiles Kind (ich vermute er hat aus dem Bauchweh heraus krabbeln gelernt, das winden dürfte ihm geholfen haben). Im Tragetuch auch vom Bauchweh sehr brav. In der Nacht eher unruhig und oft stöhnen, mit teilweise stündlichem aufwachen wegen Blähungen.
Wir machen alles um ihm zu helfen, stillen, Bauchmassage, ich lasse so gut wie alles weg von dem ich weiss dass er es nicht vertragen könnte.

Gestern musste ich auswärts essen und obwohl ich aufgepasst habe dürfte mir irgendwo ein bisschen Milchprodukt untergekommen sein (mögl. Weise in dem kleinen Stückchen Panier, vielleicht war es auch der Fisch...da sind mir auch schon Bauchwehtage aufgefallen, ich konnte aber noch nix sicheres festmachen).

Fazit: der Kleine hat gegen 23:00 direkt aus dem Tiefschlaf vor Schmerz ca 30 min wirklich schrecklich gebrüllt (kommt bei ihm so gut wie nie vor) und nach furchtaren Krämpfen die Windel vollgemacht (üblicher schleimiger Stillstuhl). Nachdem ich zuerst nicht wusste ob Zähne oder Bauch und er wirklich schlimme Schmerzen hatte, habe ich ihm ein Ibuprofen-Zäpfchen geben. Er hat nachdem er sich beruhigt hatte mit 1x Stillen (weil Hunger) danach friedlichst durchgeschlafen (normalerweise ist er alle 1-2 Stunden wach).

Nun stellt sich für mich die Frage was ich noch machen kann um ihm sein Leben ein bisschen zu erleichtern? Ich frage mich ob in seinem Fall nicht ein Zufüttern ab Nachmittags mit einer Milch die er vertägt (auch so ein Fragezeichen ob es das überhaupt gibt) nicht besser für alle wäre. Nicht falsch verstehen, aber stündlich ist auf Dauer für mich auch der Wahnsinn, vor allem wenn ich sehe dass er eigentlich ein braver Schläfer ist. Er ist ja deshalb auch tagsüber nicht optimal ausgeschlafen. Ich verzichte auch gerne auf noch mehr Nahrungsmittel, aber irgendwoher muss ich auch ein paar Nährstoffe bekommen, ich nehme eh schon so stark ab weil das was ich essen kann einfach zuwenig an Kalorien hat (für mich und meine Art der körperlichen Belastung)

Hat da jemand vielleicht Erfahrung? Ich würde da gerne ein bisschen Infos sammeln bevor ich zum Kinderarzt gehe und der mir vielleicht einen schlechten Tip gibt (wie abstillen, das vielleicht nichts bringt) oder Medikamente die er vielleicht nicht braucht)

Re: AW: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufütt

Verfasst: 16.11.2013, 09:59
von honigtopf2010
Hallo,

das klingt ja alles sehr anstrengend für euch! Fühl dich mal gedrückt. Zu den Unverträglichkeiten kann dir sicher eine Stillberaterin besser Auskunft geben als ich. Aber habe ich es richtig verstanden, dass du davon ausgehst, dass dein Baby eigentlich 'brav' schlafen würde, wenn es kein Bauchweh mehr hätte, was nach dem Schmerzmittel der Fall war? Hier gibt es ja auch einige Ärztinnen, vielleicht können die dir das auch bestätigen: Ein Baby in dem Alter schläft i.d.R. nicht durch. Die meisten sind auf nächtliche Nahrungsaufnahme angewiesen - die meisten, nicht alle natürlich. Dass dein Baby nun geschlafen hat liegt sehr wahrscheinlich schlicht an dem Medikament. Ibuprofen oder Paracetamol machen einfach 'platt'. Je nachdem welche Dosierung du gewählt hast mehr oder weniger.

Ich will dir sagen, wie ich vorgehen würde:
Unverträglichkeiten sind wirklich SEHR selten. Auch der Zusammenhang zwischen eigener Ernährung und Reaktion beim Baby ist fast nicht vorhanden (Ausnahmen wie Kaffee, Alkohol gibt es) und entstehen meist durch die erhöhte Aufmerksamkeit: Aha, Baby hat Blähungen - dann muss dieses oder jenes der Grund sein. Also ich würde euch raten, dass ihr euch zunächst einmal entspannt und du einfach wieder Dinge zu dir nimmst, die du magst. Eine echte Unverträglichkeit macht deutlich mehr und schlimmere Symptome beim Baby. Gedeihprobleme etc. Es ist höchst unlogisch, dass dein Baby zwar PRE vertragen soll, nicht aber deine Milch, die physiologisch auf es zugeschnitten ist. Wenn, dann müsstest du quasi auf Spezialnahrung zurückgreifen. Dafür hast du jedoch keine Symptome beschrieben und wärst schon längst beim Arzt. Babys pupsen. Das ist normal. Der Darm stellt sich um.

Praktische Tipps:

1. Entspannung nicht ständig beobachten, interpretieren

2. Schluckt dein Kind Luft beim Stillen? Mechanischen Entschäumer wie Lefax testen

3. Krümmen und winden: Probiere mal die Windel ab zu machen und abzuhalten. Manche Kinder machen einfach nicht gerne in die Windel. War bei uns auch so. Er musste sich regelrecht dran gewöhnen. Abhalten kann in solchen Situationen helfen.

Viel Kraft!

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 16.11.2013, 10:24
von bayleaf
Grundsätzlich gilt das Schmerzmittel nicht 'platt' machen. Sie sind nicht schlafförderlich und helfen nicht bei Blähungen. Zahnen/fiebern/Infekt sind normalerweise gute Gründe für Paracetamol oder Ibuprofen.

Ansonsten stimme ich Honigtopf zu. Allergien verursachen wesentlich schlimmere Symptome als Blähungen. Kohl, Zucker, egal was gehen nicht nur 'angeblich' nicht in die Milch über sondern GANZ SICHER nicht.

Trotzdem ist natürlich sehr anstrengend.
Unterschreibe bei Den Tipps von Honigtopf, außerdem würde ich eine Stillberaterin mal draufgucken lassen ob Dein Baby richtig angelegt ist um zusätzliches Luftschlucken zu vermeiden. Bauchmassagen, warmes Bad zusammen nehmen können auch helfen.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 16.11.2013, 11:50
von albany
Was mir noch eingefallen ist, auch mal zum Osteopathen und nach Blockaden schauen lassen.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 16.11.2013, 21:47
von 08u11
Sorry, aber Ibuprofen ist für Kinder unter 6 Monaten nicht zugelassen!!!
Ich persönlich würde einem Kind, das jünger als ein halbes Jahr ist, niemals ein Medikament ohne ärztliche Anweisung geben und bei ungeklärten Schmerzen/Unwohlsein nehme ich auch selbst kein Schmerzmittel, geschweige denn, dass ich meinen Kindern eins gebe (habe da allerdings auch sehr schlechte persönliche Erfahrungen).
Wenn Du Deinem Sohn helfen willst, wäre Beipackzettel-Lesen kein schlechter Anfang. Ibuprofen und auch Paracetamol sind tolle Mittel und ich bin sehr froh, dass es sie gibt. Aber das sind echte Medikamente und alles andere als harmlos - falsch angwandt können die tödlich sein.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 16.11.2013, 22:12
von deidamaus
Wenn ich Ibuprofen nehme, dann habe ich das Gefühl, das ich neben mir stehe. Umso höher die Dosis, desto heftiger. Das Durchschlafen kann also gut eine Nebenwirkung gewesen sein.

Ich kenne aus meiner Beratungspraxis ein paar Kinder, die auf Kuhmilchkonsum der Mutter mit Hautptoblemen reagiert haben. Durchfall gab es - glaube ich - mal in einem Fall.
Ich würde jetzt die Blähungen nicht auf deine Essens Gewohnheiten schieben. Am ehesten könnten Kuhmilch ein Problem sein, aber von Zucker habe ich noch nie was gehört.

LG
Deidamaus

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 17.11.2013, 07:07
von nido56
Hallo,
ich möchte dir nur zu bedenken geben, dass Abstillen bei einem Kind mit Nahrungsunverträglichkeiten nicht ganz einfach ist. Wenn dein Baby kein Kuhmilcheiweiss verträgt, dann kommt nur Spezialnahrung in Frage, die teuer ist und wohl oft nicht gerne genommen wird weil sie nicht so lecker ist.

Dass blähende Nahrungsmittel Probleme machen, ist sehr ungewöhnlich, weil die Stoffe, die die Blähungen bei der Muttet verursachen, nicht in die Milch übergehen. Das Verdauungssystem deines Babys wird ja auch reifer. Vielleicht gehen die Probleme bald vorbei. Ibuprofen hilf selten gegen Bauchweh. Kann es sein, dass schon die Zähne einschiessen? Bei uns ging das früh los.

Eine Freundin hat ein Kind mit multiplen schweren Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten. Das einzige, worauf sie schon zu Vollstillzeiten mit Hautausschlag reagiert hat ist Kuhmilch. Sie stillt heute mit 2 noch sehr viel, weil sie eben nur sehr eingeschränkt essen kann. Die Mutter kann aber ausser Milchprodukten alles essen, ohne dass die Kleine reagiert.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 17.11.2013, 07:21
von canine
Bei uns hat eine Chiropraktikerin, spezialisiert auf Kleinkinder, geholfen. Von einem Tag auf den anderen war sie wie ausgewechselt und hat sich nicht mehr vor Schmerzen gekruemmt.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 17.11.2013, 08:03
von carrymehome
Nachdem ich hier ein Problem geschildert habe mit der Hoffnung dass es jemandem vielleicht auch so gegangen ist und man vielleicht ein paar Tips für mich hat. Sehe ich mich nun in der Situation mich rechtfertigen zu müssen.

1) die Kuhmilchunverträglichkeit ist durch einen Auslassversuch bestätigt und ich sehe es nicht sehr relaxed wenn mein Kind (das sonst selten schreit) eine halbe Stunde oder mehr vor Schmerz weint und brüllt und sich krümmt. Es gibt bei Kuhmilchunverträglichkeit diverse Möglichkeiten wie diese sich zeigt: Hautausschlag (meist Neurodermitis), schwere Koliken, teilweise auch mit Rhinitis. An dem Tag hatte ich unabsichtlich, ohne mein Wissen etwas mit Milch erwischt - wie sich später herausstellte (nicht nur durch sein Schreien, sondern auch durch den Freund der mich anrief um sich zu entschuldigen, da ihm eingefallen ist dass er mir was mit Milch gegeben hatte und ich ihn extra gebeten hatte mir was ohne Milchprodukte zu geben). Und ja wir haben Kuhmilchunverträglichkeiten in der Familie, die sich aber meist beim heranwachsen >3 Jahre gelegt haben. Ich habe selber eine Proteinunverträglichkeit und ich weiss wie schrecklich das auch sein kann - ich breche bei Einnahme von Minimalmengen über Stunden.

2) Ibuprofen: war ärtzlich verschrieben, ist unter 6 Monaten zugelassen und wurde in einer geringen Dosis (Körpergewicht) gegeben. Ich bevorzuge generell Ibuprofen zu Paracetamol (ich empfehle hierzu die Studien zu Paracetamol, Asthma und Kleinkindern in pubmed). Jeder macht das was er für sein Kind am besten hält, ich möchte mir hier nicht unterstellen lassen dass ich meinem Kind einfach irgendwas gebe. Mir ist bei einer einmaligen/erstmaligen Gabe von Ibuprofen etwas aufgefallen, dass ich hier geschildert habe. Punkt.

3) Das mit der Kuhmilch ist bewiesen, der Rest nicht. Ich glaube gerne dass ich zu Kohl und co etwas hineininterpretiere (danke für den Hinweis dahin), denn ich würde alles machen damit mein Kind sich nicht bei jedem Furz krümmt und auch wieder länger schlafen kann. Ich werde Kohl und co mal wieder einführen - es stimmt dass ich wohl schon etwas angespannt auf gewisse Nahrungsmittel reagiere...aber wenn man ein eher ruhiges, auch brav schlafendes Kind hat, dass sich wirklich schlimm plagt wenn man etwas "falsches" ist, dann neigt man wohl auch zu Fehlinterpretationen. Ich würde mich auch nur von Kartoffeln ernähren wenn es helfen würde. Und klar gehören Pupse dazu...

4) Danke für die nicht verurteilerischen Posts mit den Vorschlägen. Ich werde da mal genauer hinschauen was das Luftschlucken betrifft. Chiropraktiker ist sicher auch eine gute Idee.

Re: Extreme Unverträglichkeiten - abstillen/teils zufüttern?

Verfasst: 17.11.2013, 09:21
von Regenbogen82
08u11 hat geschrieben:Sorry, aber Ibuprofen ist für Kinder unter 6 Monaten nicht zugelassen!!!
Ich persönlich würde einem Kind, das jünger als ein halbes Jahr ist, niemals ein Medikament ohne ärztliche Anweisung geben und bei ungeklärten Schmerzen/Unwohlsein nehme ich auch selbst kein Schmerzmittel, geschweige denn, dass ich meinen Kindern eins gebe (habe da allerdings auch sehr schlechte persönliche Erfahrungen).
Wenn Du Deinem Sohn helfen willst, wäre Beipackzettel-Lesen kein schlechter Anfang. Ibuprofen und auch Paracetamol sind tolle Mittel und ich bin sehr froh, dass es sie gibt. Aber das sind echte Medikamente und alles andere als harmlos - falsch angwandt können die tödlich sein.
Ibuprofen ist als Schmerz- und Fiebermittel ab drei Monaten zugelassen.

Carrymehome, ich wünsche Euch sehr, dass es bald besser wird. Ich kenne mehrere Kinder, bei denen die sogenannten Dreimonatskoliken vier Monate gedauert haben und es dann besser wurde. Vielleicht gehört Dein Sohn auch dazu.