mein sehr spezielles Mamakind - brauch mal Meinungen
Verfasst: 10.09.2013, 09:36
Hallo ihr Lieben,
ich bin ja kein sonderlich aktives Mitglied hier, brauche aber trotzdem mal Rat oder ein paar Meinungen.
Es geht um meinen 2,5 jährigen Sohn. Ich fang mal von vorne an.
Wir waren uns unserer "Grundsätze" immer sicher: Familienbett, Stillen, Tragen, gaaanz viel Liebe, kein schreien lassen. So dachte ich wird mein Sohn ein sicheres Urvertrauen aufbauen, gefestigt und selbstsicher werden. Doch nun hab ich das Gefühl irgendwas falsch gemacht haben zu müssen
Die ersten Monate mit unserem Sohn waren eine Zerreißprobe: Er hat permanenten Körperkontakt gebraucht, stundenlang geschrien und (fast) nur mich zugelassen. So kam es also das wir unseren Sohn das erste Lebensjahr tagsüber komplett im Tragetuch haben schlafen lassen, bis er mit einem Jahr auf einmal im Bett schlafen wollte. Das erste Jahr musste ich auch Nachts IMMER neben ihm liegen beim Schlafen, sonst wurde er wach und schrie nach mir. Die ersten 18 Monate wurde er alle 1,5 -2 h Nachts gestillt (zur Zeit meldet er sich noch 1-4 mal Nachts, das ist aber okay), im ersten Jahr hat er eigentlich nur Muttermilch akzeptiert. Seine Fremdelphase war extrem: ihn durfte kaum wer anderes anschauen und erst so mit 13/14 Monaten traute er sich minimal von mir weg (während alle Kinder den Spielplatz erkundigten, klebte mein Sohn an meinem Bein). Wenn andere Kinder zu laut waren oder gar schrien war Emil total verunsichert und weinte. Auch bei zu vielen Reizen hat er immer sehr sensibel reagiert. Die erste Autofahrt beispielsweise haben wir uns erst mit 14 Monaten getraut, da er da ja davor eine Unterbrechung des Körperkontaktes im Auto schwer gewesen wär.
Nun ist er 2,5 Jahre und immer noch sehr auf mich fixiert. Mittlerweile liebt er seine Großeltern und akzeptiert auch Papa als Spielpartner. Er wird noch gestillt, schläft weiterhin im Familienbett und geht noch nicht in die Kita.
Er ist ein wahnsinnig tolles Kind, lacht viel, scherzt und ist sehr aufgeweckt. Seit er zwei ist kann er sich auch prima und beinahe fehlerfrei und in Sätzen verständigen und seine Wünsche eigentlich auch gut in Worte fassen.
Nun ist es aber immer noch so, dass er für jegliche pflegrische Handlung (mir fällt grad kein besserer Begriff ein) mich braucht und nur mich akzeptiert: nur ich darf/soll ihn anziehen, Hände und Mund waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, ins Bett bringen, Nachts beruhigen usw. Und das nervt mich. Heute morgen ists mal wieder eskaliert. Papa sollte mit ihm Zähne putzen: Emil schrie als ginge es um sein Leben. Und das obwohl sein Papa alles versucht, wir ihn spielerisch überreden wollen, Papa sich viel einbringt, viel Zeit mit ihm verbringt, total engagiert und liebevoll ist.
Nun haben wir vor vier Wochen von unserer Kinderärztin (auf die ich eigentlich ein Loblied singen kann, sie hat Emil gleich als "speziell" akzeptiert und hat erklärt, dass sie ihn erst untersuchen möchte, wenn er nicht mehr weint, kaum betritt er die Praxis. Sieben Besuche mussten vergehen, wo sie nur mit Emil gesprochen und gespielt hat bis er sich hat untersuchen lassen). Jedenfalls riet sie uns ihm einfach mal die volle Ladung Mama zu geben und ihn ruhig aussuchen zu lassen, wer ihn versorgen dürfte. Haben wir gemacht und seither hat sichs eher noch mehr verfestigt und Emil hat ohne Ausnahme nur mich gewählt.
Und so langsam frag ich mich, was ich falsch gemacht habe? Habe ich zu viel gegeben, sollte ich abstillen? Bis jetzt bin ich immer davon ausgegangen, dass ich den richtigen Weg mit ihm gegangen bin, aber so langsam zweifle ich.
Er ist was andere Menschen angeht wirklich sehr aufmerksam. So kennt er ALLE Namen der Kinder im Hof (da spielt noch eine Kita und mehrer Nachbarskinder, so 20 Kinder sicherlich). Wenn er jemanden mag, spricht er permanent von dieser Person, erklärt seine Zuneigung und empfindet er als sehr traurig, wenn diese Person (z.B. Besuch) wieder geht. So sind z.B. Verabschiedungen von Oma und Opa immer sehr schmerzhaft für ihn.
Auch reagiert er auch nur bei minimaler "Aggression" von anderen Kindern sehr stark (wenn die ihm "drohen", minimal hauen), er weint und ist total gekränkt, lässt sich dann nur schwer beruhigen.
Das spricht doch nicht für eine sichere Bindung?
Ansonsten hat er seine große Leidenschaft für Bücher (da kommen schon ein paar Stunden täglich zusammen, die wir Bücher lesen). Er spielt gerne und viel mit seinen Freunden, kuschelt und schmust gerne. Hat verständnis usw.
Vor 4,5 Monaten haben wir unseren zweiten Sohn bekommen, zudem er seeeehr liebevoll ist, eigentlich kaum Eifersucht zeigt und mich eher auffordert mich um ihn zu kümmern, wenn er denn mal meckert.
Unser zweiter Sohn scheint charakterlisch übrigens, dass genaue Gegenteil zu sein. Sehr aufgeschlossen, in sich ruhend, lässt sich problemlos von Papa beruhigen.
Was kann ich tun um ihn zu stärken, eine Loslösung von mir zu bestärken? Ist das alles noch normal, hab ich was falsch gemacht? Wie können wirs schaffen, dass auch Papa ihn mal ins Bett bringen kann oder gar Nachts beruhigen könnte? (Er wird zum Einschlafen noch gestillt)
Gerade spielt er ganz lieb mit seinem Papa Eisenbahn, da geht mir das Herz auf. Aber ich würde gerne, dass Papa nicht nur als Spielpartner akzeptiert wird? Kommt das irgendwann von alleine?
Ich hoffe es ist nicht zu wirr geschrieben.
ich bin ja kein sonderlich aktives Mitglied hier, brauche aber trotzdem mal Rat oder ein paar Meinungen.
Es geht um meinen 2,5 jährigen Sohn. Ich fang mal von vorne an.
Wir waren uns unserer "Grundsätze" immer sicher: Familienbett, Stillen, Tragen, gaaanz viel Liebe, kein schreien lassen. So dachte ich wird mein Sohn ein sicheres Urvertrauen aufbauen, gefestigt und selbstsicher werden. Doch nun hab ich das Gefühl irgendwas falsch gemacht haben zu müssen
Die ersten Monate mit unserem Sohn waren eine Zerreißprobe: Er hat permanenten Körperkontakt gebraucht, stundenlang geschrien und (fast) nur mich zugelassen. So kam es also das wir unseren Sohn das erste Lebensjahr tagsüber komplett im Tragetuch haben schlafen lassen, bis er mit einem Jahr auf einmal im Bett schlafen wollte. Das erste Jahr musste ich auch Nachts IMMER neben ihm liegen beim Schlafen, sonst wurde er wach und schrie nach mir. Die ersten 18 Monate wurde er alle 1,5 -2 h Nachts gestillt (zur Zeit meldet er sich noch 1-4 mal Nachts, das ist aber okay), im ersten Jahr hat er eigentlich nur Muttermilch akzeptiert. Seine Fremdelphase war extrem: ihn durfte kaum wer anderes anschauen und erst so mit 13/14 Monaten traute er sich minimal von mir weg (während alle Kinder den Spielplatz erkundigten, klebte mein Sohn an meinem Bein). Wenn andere Kinder zu laut waren oder gar schrien war Emil total verunsichert und weinte. Auch bei zu vielen Reizen hat er immer sehr sensibel reagiert. Die erste Autofahrt beispielsweise haben wir uns erst mit 14 Monaten getraut, da er da ja davor eine Unterbrechung des Körperkontaktes im Auto schwer gewesen wär.
Nun ist er 2,5 Jahre und immer noch sehr auf mich fixiert. Mittlerweile liebt er seine Großeltern und akzeptiert auch Papa als Spielpartner. Er wird noch gestillt, schläft weiterhin im Familienbett und geht noch nicht in die Kita.
Er ist ein wahnsinnig tolles Kind, lacht viel, scherzt und ist sehr aufgeweckt. Seit er zwei ist kann er sich auch prima und beinahe fehlerfrei und in Sätzen verständigen und seine Wünsche eigentlich auch gut in Worte fassen.
Nun ist es aber immer noch so, dass er für jegliche pflegrische Handlung (mir fällt grad kein besserer Begriff ein) mich braucht und nur mich akzeptiert: nur ich darf/soll ihn anziehen, Hände und Mund waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, ins Bett bringen, Nachts beruhigen usw. Und das nervt mich. Heute morgen ists mal wieder eskaliert. Papa sollte mit ihm Zähne putzen: Emil schrie als ginge es um sein Leben. Und das obwohl sein Papa alles versucht, wir ihn spielerisch überreden wollen, Papa sich viel einbringt, viel Zeit mit ihm verbringt, total engagiert und liebevoll ist.
Nun haben wir vor vier Wochen von unserer Kinderärztin (auf die ich eigentlich ein Loblied singen kann, sie hat Emil gleich als "speziell" akzeptiert und hat erklärt, dass sie ihn erst untersuchen möchte, wenn er nicht mehr weint, kaum betritt er die Praxis. Sieben Besuche mussten vergehen, wo sie nur mit Emil gesprochen und gespielt hat bis er sich hat untersuchen lassen). Jedenfalls riet sie uns ihm einfach mal die volle Ladung Mama zu geben und ihn ruhig aussuchen zu lassen, wer ihn versorgen dürfte. Haben wir gemacht und seither hat sichs eher noch mehr verfestigt und Emil hat ohne Ausnahme nur mich gewählt.
Und so langsam frag ich mich, was ich falsch gemacht habe? Habe ich zu viel gegeben, sollte ich abstillen? Bis jetzt bin ich immer davon ausgegangen, dass ich den richtigen Weg mit ihm gegangen bin, aber so langsam zweifle ich.
Er ist was andere Menschen angeht wirklich sehr aufmerksam. So kennt er ALLE Namen der Kinder im Hof (da spielt noch eine Kita und mehrer Nachbarskinder, so 20 Kinder sicherlich). Wenn er jemanden mag, spricht er permanent von dieser Person, erklärt seine Zuneigung und empfindet er als sehr traurig, wenn diese Person (z.B. Besuch) wieder geht. So sind z.B. Verabschiedungen von Oma und Opa immer sehr schmerzhaft für ihn.
Auch reagiert er auch nur bei minimaler "Aggression" von anderen Kindern sehr stark (wenn die ihm "drohen", minimal hauen), er weint und ist total gekränkt, lässt sich dann nur schwer beruhigen.
Das spricht doch nicht für eine sichere Bindung?
Ansonsten hat er seine große Leidenschaft für Bücher (da kommen schon ein paar Stunden täglich zusammen, die wir Bücher lesen). Er spielt gerne und viel mit seinen Freunden, kuschelt und schmust gerne. Hat verständnis usw.
Vor 4,5 Monaten haben wir unseren zweiten Sohn bekommen, zudem er seeeehr liebevoll ist, eigentlich kaum Eifersucht zeigt und mich eher auffordert mich um ihn zu kümmern, wenn er denn mal meckert.
Unser zweiter Sohn scheint charakterlisch übrigens, dass genaue Gegenteil zu sein. Sehr aufgeschlossen, in sich ruhend, lässt sich problemlos von Papa beruhigen.
Was kann ich tun um ihn zu stärken, eine Loslösung von mir zu bestärken? Ist das alles noch normal, hab ich was falsch gemacht? Wie können wirs schaffen, dass auch Papa ihn mal ins Bett bringen kann oder gar Nachts beruhigen könnte? (Er wird zum Einschlafen noch gestillt)
Gerade spielt er ganz lieb mit seinem Papa Eisenbahn, da geht mir das Herz auf. Aber ich würde gerne, dass Papa nicht nur als Spielpartner akzeptiert wird? Kommt das irgendwann von alleine?
Ich hoffe es ist nicht zu wirr geschrieben.