Weiter stillen oder aufgeben?
Verfasst: 25.08.2013, 21:55
Hallo Zusammen,
Mein Sonnenschein ist am 30.04.2013 auf die Welt gekommen, ist jetzt also knapp 4 Monate alt. Bei der Geburt wog er 3110g. Heute hat er 6440 g. Ich möchte so sehr voll Stillen, allerdings gibt es da einige Komplikationen. Ich hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.
Zur Vorgeschichte:
Ich hatte vor 12 Jahren fälschlicherweise wegen eines diagnostizierten Knotens eine Brust-OP an meiner rechten Brust, bei der ein angeblicher Knoten entfernt wurde. Wie sich herausstellte, wäre diese OP gar nicht notwendig gewesen, da ich unter Fibromatose leide und das gesamte Bindegewebe meiner Brüste knotig ist.
Nach der Geburt:
Wir haben bereits im Krankenhaus Probleme beim Stillen gehabt. Er hat von Anfang an sehr schlecht gesaugt (Diagnose: Trinkfaul). Wir haben es im KH zwei Tage probiert und dann haben uns die Hebammen gesagt, dass ich abpumpen solle und dass er die Flasche bekommt. Also habe ich alle 3 bis 3 ½ Stunden abgepumpt. Leider kam kaum etwas und so mussten wir hauptsächlich Pulver geben.
Zuhause habe ich dann immer wieder versucht ihn anzulegen. Die Hebamme hat uns dabei geholfen. Er hat aber immer viel dabei geschrien, weil nicht viel Milch kam. Ich habe zuhause also 45 Min. gestillt - wobei er ständig eingeschlafen ist und effektiv nur ein paar Minuten getrunken hat. Beim Stillen haben wir ihn immer wieder geweckt bzw. versucht ihn wach zu halten. Danach hat er noch eine Flasche mit Pulver bekommen und ich habe noch abgepumpt, da er ja auch meine Brüste nicht leer getrunken hat. Die ganze Prozedur hat immer so etwa 1½ Stunden gedauert und nach einer weiteren Stunde kam er schon wieder. Das war sehr anstrengend und auch frustrierend für mich, da es mein größter Wunsch war, ihn zu stillen. Die ganze Geschichte (Stillen-Flasche- Abpumpen) haben wir 2 ½ Monate durchgehalten, bis ich keine Kraft mehr hatte und mir dachte, dass das alles nichts bringt. Ich hörte auf „direkt“ zu stillen, was mir sehr schwer fiel, habe aber weiterhin abgepumpt, was wir dann verfütterten. Da die abgepumpte Milch allerdings nicht ausreichte, mussten wir immer noch Pulver zufüttern (Aptamil HA Pre).
Ganz am Anfang habe ich so um die 40ml abgepumpt (beide Seiten zusammen) links ca. 30ml, rechts etwa 10ml. Mit der Zeit hat sich die Menge langsam gesteigert und zuletzt (vor zwei Wochen) sind nach 3 Stunden 80-90ml gekommen. Ca. 60-70 von der linken Brust und 20ml von der rechten Brust. Nachts habe ich auch manchmal erst nach 6 Stunden abgepumpt und es kamen zwischen 120 und 140ml (links 100-110; rechts 30 bis maximal 40 ml). Über den Tag verteilt (24h) haben 7 Mal abpumpen immer so zwischen 460 und 540 ml ergeben. Mein Kleiner trinkt aber zwischen 650-880 am Tag, weswegen wir ihm trotzdem weiterhin Pulver geben mussten.
Da wir unseren Kleinen mal durchchecken lassen wollten (wegen Reflux, Köpfchen drehen etc.), waren wir am 15.08.2013 bei einer Osteopathin. Sie riet mir, ihn auch mal wieder anzulegen, vielleicht auch in der Badewanne. Das praktizierte ich dann am selben Abend noch und siehe da – es funktionierte. Er trank direkt von meiner Brust. Ich war überglücklich, da ich auch vorher bereits ein paar Mal probiert hatte ihn anzulegen, er jedoch nicht wusste, was er mit der Brustwarze anfangen soll. Auch in den folgenden Tagen habe ich ihn immer wieder angelegt und das Abpumpen zurückgefahren. Beim Anlegen hatte ich jedoch stets starke Schmerzen an der Brustwarze und auch in den Brüsten (er öffnet seinen Mund nicht richtig, weil er die Flasche gewohnt ist – auch wenn wir das Kinn nach unten ziehen, schließt er den Mund kurz danach wieder). Meine Brustwarzen wiesen schon offene Stellen auf (insbesondere an der linken Brust). Ich war deswegen bei einer Hebamme (Stillberaterin) die mir Mut machte und mir folgende Empfehlung gab: Ich solle stündlich anlegen und alle drei Stunden dann noch ein Fläschchen anbieten (damit er auch definitiv genügend bekommt). Zusätzlich solle ich Schüßler Salz Nr. 11 (5 Tabletten / 24h) nehmen (zur Festigung des Brustgewebes) und täglich einen Esslöffel Leinöl (zur Steigerung der Milchmenge). Die Schmerzen kämen daher, dass der kleine Mann jetzt schon eine erhebliche Saugkraft entwickelt hätte. Die Brustwarzen könne man mit schwarzem Tee behandeln.
Letzten Dienstag habe ich ihn auch wieder unter Schmerzen (wie immer) angelegt. Kurze Zeit später spuckte er und es kam Blut mit. Ich rief nochmals meine Hebamme an und fragte nach, was das sein könne. Sie beruhigte mich und meinte, da meine Brüste eh schon so in Mitleidenschaft gezogen seien, wäre wahrscheinlich ein Blutgefäß geplatzt und der Kleine hätte mein Blut getrunken und wieder gespuckt.
Aktuell lege ich ihn etwa 11 mal am Tag an (tagsüber ca. all 1 ½ Stunden für etwa 15min. pro Brust). Zusätzlich trinkt er noch etwa 150 ml Pulver, 4 Flaschen am Tag zwischen 30 und 70ml. Stuhlgang hat er ca. alle fünf Tage, wobei der letzte Stuhlgang dunkelbraun war.
Heute Abend hat er kurz (2-3 min.) getrunken und wollte dann nicht mehr bzw. hat er nur noch gespielt: losgelassen, noch einmal genommen, kurz gesaugt, genuckelt, den Kopf hin und her bewegt. Das ging so etwa 5 min. Also habe ich abgepumpt - es kamen nur 40ml insgesamt. Sehr wenig, wie ich finde. Kurz nach dem Abpumpen hat er angefangen zu weinen. Er hatte also doch Hunger. Wir haben dann ein Fläschchen gemacht und er hat 45ml getrunken.
Gegenüber letzten Dienstag (Wiege beim Kinderarzt) hat er sein Gewicht bis heute (geliehene Babywaage aus der Apotheke) gehalten, leider aber auch nicht zugenommen. Er ist unruhig, schläft beim Trinken ein, ist tagsüber schläfrig und die Windel ist nicht mehr so voll, wie früher (beim Abpumpen). Auch riecht der Urin sehr stark.
Ich fühle mich ziemlich verzweifelt und weiß nicht genau, was sinnvoll ist. Weiter zu machen oder doch aufzugeben!! Ich möchte sehr, sehr gerne stillen und dafür nehme ich die ganzen Schmerzen in Kauf aber wenn ich daran denke, dass mein Kind nicht genug trinkt, mache ich mir große Sorgen.
Von daher meine Fragen:
Wie schätzt Ihr die Situation ein?
Wie kriegen wir hin, dass er effektiv trinkt?
Wie lange halten die Schmerzen beim Stillen an? Was kann ich zur Linderung der Schmerzen bzw. zur Heilung außer Tee und Muttermilch noch machen?
Soll ich durchhalten und wenn ja wie lange?
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!
LG
Florecita
Mein Sonnenschein ist am 30.04.2013 auf die Welt gekommen, ist jetzt also knapp 4 Monate alt. Bei der Geburt wog er 3110g. Heute hat er 6440 g. Ich möchte so sehr voll Stillen, allerdings gibt es da einige Komplikationen. Ich hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.
Zur Vorgeschichte:
Ich hatte vor 12 Jahren fälschlicherweise wegen eines diagnostizierten Knotens eine Brust-OP an meiner rechten Brust, bei der ein angeblicher Knoten entfernt wurde. Wie sich herausstellte, wäre diese OP gar nicht notwendig gewesen, da ich unter Fibromatose leide und das gesamte Bindegewebe meiner Brüste knotig ist.
Nach der Geburt:
Wir haben bereits im Krankenhaus Probleme beim Stillen gehabt. Er hat von Anfang an sehr schlecht gesaugt (Diagnose: Trinkfaul). Wir haben es im KH zwei Tage probiert und dann haben uns die Hebammen gesagt, dass ich abpumpen solle und dass er die Flasche bekommt. Also habe ich alle 3 bis 3 ½ Stunden abgepumpt. Leider kam kaum etwas und so mussten wir hauptsächlich Pulver geben.
Zuhause habe ich dann immer wieder versucht ihn anzulegen. Die Hebamme hat uns dabei geholfen. Er hat aber immer viel dabei geschrien, weil nicht viel Milch kam. Ich habe zuhause also 45 Min. gestillt - wobei er ständig eingeschlafen ist und effektiv nur ein paar Minuten getrunken hat. Beim Stillen haben wir ihn immer wieder geweckt bzw. versucht ihn wach zu halten. Danach hat er noch eine Flasche mit Pulver bekommen und ich habe noch abgepumpt, da er ja auch meine Brüste nicht leer getrunken hat. Die ganze Prozedur hat immer so etwa 1½ Stunden gedauert und nach einer weiteren Stunde kam er schon wieder. Das war sehr anstrengend und auch frustrierend für mich, da es mein größter Wunsch war, ihn zu stillen. Die ganze Geschichte (Stillen-Flasche- Abpumpen) haben wir 2 ½ Monate durchgehalten, bis ich keine Kraft mehr hatte und mir dachte, dass das alles nichts bringt. Ich hörte auf „direkt“ zu stillen, was mir sehr schwer fiel, habe aber weiterhin abgepumpt, was wir dann verfütterten. Da die abgepumpte Milch allerdings nicht ausreichte, mussten wir immer noch Pulver zufüttern (Aptamil HA Pre).
Ganz am Anfang habe ich so um die 40ml abgepumpt (beide Seiten zusammen) links ca. 30ml, rechts etwa 10ml. Mit der Zeit hat sich die Menge langsam gesteigert und zuletzt (vor zwei Wochen) sind nach 3 Stunden 80-90ml gekommen. Ca. 60-70 von der linken Brust und 20ml von der rechten Brust. Nachts habe ich auch manchmal erst nach 6 Stunden abgepumpt und es kamen zwischen 120 und 140ml (links 100-110; rechts 30 bis maximal 40 ml). Über den Tag verteilt (24h) haben 7 Mal abpumpen immer so zwischen 460 und 540 ml ergeben. Mein Kleiner trinkt aber zwischen 650-880 am Tag, weswegen wir ihm trotzdem weiterhin Pulver geben mussten.
Da wir unseren Kleinen mal durchchecken lassen wollten (wegen Reflux, Köpfchen drehen etc.), waren wir am 15.08.2013 bei einer Osteopathin. Sie riet mir, ihn auch mal wieder anzulegen, vielleicht auch in der Badewanne. Das praktizierte ich dann am selben Abend noch und siehe da – es funktionierte. Er trank direkt von meiner Brust. Ich war überglücklich, da ich auch vorher bereits ein paar Mal probiert hatte ihn anzulegen, er jedoch nicht wusste, was er mit der Brustwarze anfangen soll. Auch in den folgenden Tagen habe ich ihn immer wieder angelegt und das Abpumpen zurückgefahren. Beim Anlegen hatte ich jedoch stets starke Schmerzen an der Brustwarze und auch in den Brüsten (er öffnet seinen Mund nicht richtig, weil er die Flasche gewohnt ist – auch wenn wir das Kinn nach unten ziehen, schließt er den Mund kurz danach wieder). Meine Brustwarzen wiesen schon offene Stellen auf (insbesondere an der linken Brust). Ich war deswegen bei einer Hebamme (Stillberaterin) die mir Mut machte und mir folgende Empfehlung gab: Ich solle stündlich anlegen und alle drei Stunden dann noch ein Fläschchen anbieten (damit er auch definitiv genügend bekommt). Zusätzlich solle ich Schüßler Salz Nr. 11 (5 Tabletten / 24h) nehmen (zur Festigung des Brustgewebes) und täglich einen Esslöffel Leinöl (zur Steigerung der Milchmenge). Die Schmerzen kämen daher, dass der kleine Mann jetzt schon eine erhebliche Saugkraft entwickelt hätte. Die Brustwarzen könne man mit schwarzem Tee behandeln.
Letzten Dienstag habe ich ihn auch wieder unter Schmerzen (wie immer) angelegt. Kurze Zeit später spuckte er und es kam Blut mit. Ich rief nochmals meine Hebamme an und fragte nach, was das sein könne. Sie beruhigte mich und meinte, da meine Brüste eh schon so in Mitleidenschaft gezogen seien, wäre wahrscheinlich ein Blutgefäß geplatzt und der Kleine hätte mein Blut getrunken und wieder gespuckt.
Aktuell lege ich ihn etwa 11 mal am Tag an (tagsüber ca. all 1 ½ Stunden für etwa 15min. pro Brust). Zusätzlich trinkt er noch etwa 150 ml Pulver, 4 Flaschen am Tag zwischen 30 und 70ml. Stuhlgang hat er ca. alle fünf Tage, wobei der letzte Stuhlgang dunkelbraun war.
Heute Abend hat er kurz (2-3 min.) getrunken und wollte dann nicht mehr bzw. hat er nur noch gespielt: losgelassen, noch einmal genommen, kurz gesaugt, genuckelt, den Kopf hin und her bewegt. Das ging so etwa 5 min. Also habe ich abgepumpt - es kamen nur 40ml insgesamt. Sehr wenig, wie ich finde. Kurz nach dem Abpumpen hat er angefangen zu weinen. Er hatte also doch Hunger. Wir haben dann ein Fläschchen gemacht und er hat 45ml getrunken.
Gegenüber letzten Dienstag (Wiege beim Kinderarzt) hat er sein Gewicht bis heute (geliehene Babywaage aus der Apotheke) gehalten, leider aber auch nicht zugenommen. Er ist unruhig, schläft beim Trinken ein, ist tagsüber schläfrig und die Windel ist nicht mehr so voll, wie früher (beim Abpumpen). Auch riecht der Urin sehr stark.
Ich fühle mich ziemlich verzweifelt und weiß nicht genau, was sinnvoll ist. Weiter zu machen oder doch aufzugeben!! Ich möchte sehr, sehr gerne stillen und dafür nehme ich die ganzen Schmerzen in Kauf aber wenn ich daran denke, dass mein Kind nicht genug trinkt, mache ich mir große Sorgen.
Von daher meine Fragen:
Wie schätzt Ihr die Situation ein?
Wie kriegen wir hin, dass er effektiv trinkt?
Wie lange halten die Schmerzen beim Stillen an? Was kann ich zur Linderung der Schmerzen bzw. zur Heilung außer Tee und Muttermilch noch machen?
Soll ich durchhalten und wenn ja wie lange?
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!
LG
Florecita