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Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 01:04
von Nelly2012
Hallo ihr,
dies ist mein erster Beitrag hier im Forum, hatte eigentlich gehofft, mit etwas Positiven einsteigen zu können, aber gut...
Meine Tochter ist jetzt bald neun Monate alt. Etwa seit dem dritten Monat schläft sie schlecht. Sie ist sehr reizempfindlich und es gibt Nächte, da wird sie jede Viertelstunde wach. Ich mag es eigentlich gar nicht mehr erzählen. Gleichzeitig weiß ich, dass mich Viele hier gut verstehen und nachempfinden können wie es mir geht. Das ist in meiner Umgebung leider nicht immer so. Da schlafen alle Kinder besser :-(( Ich weiß, hierzu gibts auch schon einen Thread, rational gesehen weiß ich es ja, aber dieses blöde Schlafen macht mich halt so unendlich fertig. ...
Ich versuche zum Punkt zu kommen. Mir ist es wichtig, dass mein Kind nachts bei uns ist. Ich möchte sie nicht in einem anderen Raum schlafen lassen auch wenn sie dann besser schläft. Dann ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug sagt die Schlafberatung. Hm.
Sie schlief zunächst im Beistellbett, dann in der Mitte unsres Ehebettes, die letzten vier Nächte anstandslos in ihrem Gitterbettchen ( viel ruhiger, kam vier mal zum Stillen und wurde dann wieder in ihr Bett direkt neben meinem gelegt). Habe das Gefühl, dass wir alle besser schlafen und dass ihr nichts fehlt. War so happy. Konnte mit meinem Mann gestern endlich mal wieder zwei Stunden fernsehen, sonst gehe ich um sieben mit meiner Tochter ins Bett. Seit fünf Monaten. Weil ich sonst nicht genug Schlaf bekomme. Das heißt null Zeit für mich. Auch tagsüber braucht mich mein Kind rund um die Uhr. Schläft zur Zeit maximal zwei mal 20 Minuten und will sonst hauptsächlich getragen werden.
Heute habe ich mich um neun zu ihr ins Schlafzimmer gelegt. Um elf kam sie das zweite Mal und blieb wach. Das Ganze schaukelte sich immer mehr hoch. Ich machte dann wohl den Fehler (?) sie meinem Mann ins Wohnzimmer zu bringen. Er trug sie dann im Dunkeln etwa eine halbe Stunde herum. Irgendwie ist sie jetzt völlig aufgedreht. Ich sitze jetzt bereits seit einer Stunde wieder mit ihr auf der Spieledecke, weil an Schlafen nicht zu denken ist. Was macht ihr um solche nächtlichen Wachphasen zu vermeiden?
Ach Mensch, insgesamt weiß ich gar nicht, was ich hören will. Es ist nur so, dass ich in meinem Umfeld die einzige bin, die ihrem Kind so seinen Willen lässt. Die nachts so oft stillt, es bei Bedarf bei sich im Bett schlafen lässt, es nicht ausquartiert, mal schreien lässt,es beim Putzen durch die Gegend trägt, die abends immer da ist und es persönlich ins Bett bringt (und nie mit ausgeht - fehlt mir auch nicht, wird aber nicht verstanden), die sowieso den ganzen Tag zur Verfügung steht, war seit der Geburt vielleicht insgesamt sechs Stunden von ihr getrennt (wenn mein Mann mit ihr alleine unterwegs war)...
Will alles einfach bestmöglich machen und habe das Gefühl nichts klappt (hier sei nur noch der Verzehr meines selbstgekochten Essens genannt, aber das ist ein anderes Fass...)
Entschuldigt mein Jammern, das musste einfach mal raus... Vielleicht gibt es jemanden, dem es ähnlich geht oder ging...

Danke fürs Zuhören...

Die geknickte Nelly


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Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 06:05
von Lollipop
Solange es für dich und deinen Mann richtig ist lass die anderen reden.
Kann dir leider nichts raten.

Meine Maus ist zwar erst 11 Wochen aber ich mach ja auch alles falsch (lt. Meiner Schwiegermutter andere trauen sich nicht es mir zu sagen wenn sie es denken :) ) auch Familienbett kein kiwa etc...

Es wird besser (spätestens mit 15 wenn sie nicht mehr aufstehen will :lol: )

Esistnureinephase.....

Lg und halte durch

Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 07:09
von Nelly2012
Hey, danke für deine Antwort! Würde mir nur einfach wünschen, es würde alles auch nur ein bißchen besser klappen. Fühle mich so kaputt, so ausgelaugt.
Die restliche Nacht hat sie auf meinem Bauch an meiner Brust dauernuckelnd verbracht. Einen Schnuller akzeptiert sie seit einigen Wochen nur noch schlafend, das heißt dass ich den Saugreflex löse und ihr wenn sie sucht den Schnuller statt meiner Brust gebe.
Ist sie noch zu wach dafür, dann brüllt sie als wollte ich ihr die Haut abziehen. Das macht sie immer, wenn ihr etwas nicht passt, total schrill und durchdringend, das macht mich auch so fertig.
Vielleicht kann mich hier jemand verstehen, aber ich möchte das nicht mehr, dass sie meine Brust als Schnullerersatz gebraucht. Wahrscheinlich werdet ihr sagen, ich bin zu ungeduldig, aber ich möchte doch einfach wieder normal schlafen. Zwei, drei Stunden am Stück alleine in meinem Bett. Das Familienbett hat nicht funktioniert, da wird sie immer wach wenn jemand sich umdreht, das heißt schrilles Schreien, ich muss die Brust geben - bis zu 12 mal, ich will das nicht mehr!!!!!! Versteht, dass ist so unangenehm für mich, wenn sie an der leeren Brust ewig nuckelt...
Jetzt hat es doch ein paar Tage so gut geklappt, warum kann nicht mal etwas ein bißchen einfach sein.
Versteht, ich fühle mich als ihr Spielball, ich gebe, gebe, gebe und werde lediglich lauthals angeschrien, wenn etwas nicht nach Madames Nase läuft. War jetzt ein paar Tage richtig krank mit Fieber und ziemlichen Schmerzen (schon zum vierten Mal seit der Geburt, früher vielleicht alle paar Jahre mal) und es ist klar, dass ich mindestens fünfmal die Nacht für sie da bin. Von meinem Mann lässt sie sich nachts nicht beruhigen. Bei ihm auf dem Arm Schreienlassen kann ich sie nicht.
Ich höre jetzt hier auf, merke, dass ich keinen Punkt finden kann, das Ganze ist wahrscheinlich ziemlich wirr und ihr wisst nicht, was ich hören möchte, ich auch nicht. Tut mir leid....


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Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 08:02
von Krümel2013
So richtig helfen kann ich Dir zwar nicht, aber ich lasse Dir mal einen solidarischen Drücker da! (())
Meine Große war auch seeeeeehr lange eine miese Schläferin und ich bin herumgeschlichen wie Falschgeld.
Mein Mann hat sie dann auch manchmal nachts brüllend herumgetragen. Und irgendwann hat sie sich tatsächlich bei ihm beruhigt... Manchmal hilft das Abwechseln also durchaus. Schlafen konnte ich dann zwar vor lauter Gedankenkarussell und Versagergefühl trotzdem nicht, und saß dann heulend auf dem Bett, aber im Nachhinein betrachtet ist es wichtig, den eigenen Frust ( und der erntsteht bei permanentem Schlafentzug) auch mal kanalisieren zu können.
Aus Verzweiflung haben wir sie dann zwei oder drei Mal in ihr Reisebettchen mit zwei Türen dazwischen stundenweise ausquartiert. Das ist mir unheimlich schwer gefallen, aber uns allen hat das zum Runterkommen geholfen. (Und der kleine Brüllkäfer ist (nach stundenlangem erfolglosem Rumschleppen vorher!) nach wenigen Minuten Protestgeschrei eingeschlafen :shock: .

Wir haben ihr Beistellbett dann auch zum Gitterbett rückgebaut. Und ich habe eine Decke als Sichtschutz angebracht. Manchmal hat ihr das geholfen, wieder einzuschlafen (Wenn sie gesehen hat, dass ich nur ansatzweise wach bin, war es mit dem Nachtschlaf vorbei...).
Ein langweiliges nächtliches Umfeld, Brust durch Wasser ersetzen und sogar Abstillen haben nicht sooo viel gebracht,

Angefangen durchzuschlafen hat sie erst mit 1,5.
... Und alle Kinder im Umfeld schlafen immer besser und schon durch.... Da braucht man nix drauf geben. :wink:

Es wird besser, irgendwann...

Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 08:19
von Nelly2012
Es tut sooo gut zu hören, dass es auch anderen so geht!!!!!


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Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 08:28
von marykate
Ich drück Dich mal wenn Du magst. Das klingt sehr anstrengend bei Euch.
Nelly2012 hat geschrieben:Vielleicht kann mich hier jemand verstehen, aber ich möchte das nicht mehr, dass sie meine Brust als Schnullerersatz gebraucht.
Ich kann das Gefühl durchaus nachvollziehen. Allerdings ist es ja nicht so, dass die Brust der Schnullerersatz ist, sondern der Schnuller dient als Brustersatz, damit die Eltern es leichter haben. Vielleicht hilft es Dir, es anders herum zu sehen :wink:
Nelly2012 hat geschrieben:Wahrscheinlich werdet ihr sagen, ich bin zu ungeduldig, aber ich möchte doch einfach wieder normal schlafen. Zwei, drei Stunden am Stück alleine in meinem Bett.
Dann nimm Dir diese zwei, drei Stunden! Rede mit Deinem Mann und findet einen Weg, wie Du dazu kommen kannst. Der Preis wird allerdings sehr wahrscheinlich sein, dass Du dann den Gedanken aushalten lernen musst, dass Dein Baby bei Deinem Mann möglicherweise nach Dir weint. Aber das ist in Ordnung. Das geht einfach manchmal nicht anders, wenn Deine Nerven zu sehr unten sind.
Nelly2012 hat geschrieben:Versteht, ich fühle mich als ihr Spielball, ich gebe, gebe, gebe und werde lediglich lauthals angeschrien, wenn etwas nicht nach Madames Nase läuft.
Ich habe mich auch ein paar Mal so gefühlt. Dein Baby macht das aber nicht mit Absicht um Dich zu quälen, sie äußert lediglich durch ihr Brüllen, dass ihr etwas Unbehagen bereitet. Ganz ohne Hintergedanken und ohne „mehr“ zu fordern. Du musst ja auch nicht alles geben, sondern „nur“ das, was Dein Baby gerade braucht. Oft tun wir Dinge, von denen wir denken wir tun sie fürs Baby, aber eigentlich erfüllen wir damit unsere Vorstellung davon, was das Baby braucht. Und erfüllen kein tatsächliches Bedürfnis. Verstehst Du, was ich meine?
Nelly2012 hat geschrieben:War jetzt ein paar Tage richtig krank mit Fieber und ziemlichen Schmerzen (schon zum vierten Mal seit der Geburt, früher vielleicht alle paar Jahre mal) und es ist klar, dass ich mindestens fünfmal die Nacht für sie da bin. Von meinem Mann lässt sie sich nachts nicht beruhigen. Bei ihm auf dem Arm Schreienlassen kann ich sie nicht.
Das klingt, als bräuchtest Du Entlastung. Hast Du jemanden, der Dir tagsüber helfen kann? Damit Du Dich da mal hinlegen kannst?
5x die Nacht klingt aber für mich sehr normal in dem Alter :wink:
Ich schätze fast, dass der einzige Weg ist, zu schauen, wie Du die Tage für Dich so entspannt gestalten kannst, dass Du die Nächte packst.

Was mir an Deinem ersten Posting aufgefallen ist:
Nelly2012 hat geschrieben:Will alles einfach bestmöglich machen...
Da kam mir in denn Sinn, dass Du womöglich eine große Erwartungshaltung hast und eine genau Vorstellung davon, wie es „perfekt“ ist. Es ist unmöglich ALLES perfekt zu machen. Eventuell trägt es auch zur Entspannung bei, wenn Du Deine Sache statt bestmöglich einfach so gut machst, wie Du kannst und wie die Situation es zulässt :)

Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 09:41
von Nelly2012
Was du schreibst ist sehr wahr. Besonders gefällt mir die Sichtweise, dass das Baby nur ein Bedürfnis hat, nachdem es gerade schreit. Es denkt sich natürlich nicht "hey stimmt, habe Mama jetzt schon den ganzen Tag gefordert und dann noch ihr selbstgekochtes Essen verschmäht. Ok, dann schlafe ich jetzt wenigstens..."
Und ja, teilweise habe ich übersteigerte Ansprüche. Vielleicht sollte ich wirklich öfter zum Gläschen greifen, das isst sie wenigstens ;-)


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Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 14:38
von Hixi
Hallo Nelly,
Glaub mir es wird besser. Mein Kleiner war im ersten Jahr auch ein furchtbarer Schläfer. Erst nicht einschlafen wollen und dann oft halbstündlich wach. Ich war auch oft an einem Punkt angelangt an dem ich dachte jetzt kann ich dann nicht mehr. Aber wie gesagt es wird besser. Bei uns war es mit einem Jahr etwas besser und deutlich besser mit etwa 1 1/2-2 Jahren als alle Zähne da waren bzw. mal Zahnungspause war.Einen Durchschläfer hab ich jetzt mit fast drei noch nicht aber etwa 2 Mal kurzes Aufwachen und anschließendes weiterschlafen ist ok. Wünsche Dir viel Kraft und lass andere reden. Beim Babyschlaf wird viel geflunkert. :wink:

Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 15:28
von Nelly2012
Ja das habe ich auch schon gehört, dass da nicht jeder bei der Wahrheit bleibt, was den Schlaf betrifft. Verstehe allerdings nicht warum. Bin ich eine bessere Mutter, habe ich das tollere Kind, wenn es schläft? Meine Tochter ist zum Beispiel von Geburt an sehr aufgeweckt und neugierig (sie war nie das immer schlafende Neugeborene, das einige Freundinnen haben, ich habe es selbst gesehen...), im Grunde bin ich darauf stolz. Man könnte meinen, sie hätte Angst etwas zu verpassen.

Habe übrigens vorhin gesehen, dass die oberen Zähne durchgestoßen sind. Viellleicht hat ihr das auch zu schaffen gemacht und sie war deshalb die letzte Zeit auch tagsüber besonders unleidlich.

Danke euch, für eure lieben Worte, es ist wirklich schön zu hören, dass nicht nur ich ein Kind habe, welches sich mit aller Macht gegen das Schlafen sträubt ;-)

Wie haltet ihr es denn mit den nächtlichen Wachphasen? Kapitulieren und spielen gehen oder versuchen, das Kind irgendwie wieder zum Schlafen zu bewegen???

Re: Ach Mensch...

Verfasst: 25.08.2013, 16:33
von LaOvejaNegra
Meine Große hatte auch mal nachts längere Wachphasen, die Kleine weniger, da hatte ich schon gelernt: nicht aufregen, liegen bleiben, kein Licht, kein Spielen. Irgendwann schlafen sie wieder ein.

Und es wird wirklich besser, wenn sie älter werden.