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Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:16
von Amberlynn
Hallo ihr Lieben!

Ich bin gefangen im Beikostdschungel... bin sooo unsicher. Und zwar sitzt unser Spätzchen jetzt immer auf meinem Schoß wenn wir essen und wenn ich ihm was hinhalte schnappt er es sich, steckt es sich in den Mund und lutscht drauf rum oder "kaut" etwas ab wenn es weich genug ist. Laut Windelinhalt ist schon etwas im Magen angekommen :lol:

Also ich würde schon sagen dass er langsam beikostreif ist (im Gegensatz zu vor zwei Wochen oder so wo ich schonmal gepostet habe).

Jetzt stellt sich die Frage der Fragen: Wie geht es weiter? Habe ich wirklich die Zeit und die Geduld reines 100% BLW zu machen oder doch Fingerfood und z.B. eine Breimahlzeit am Tag. Warum ich Bedenken habe?

1. Ich glaube, dafür kochen wir einfach nicht gesund genug *zugeb* :oops: :oops: ... ich bin keine Bio-Mama, die jeden Tag frisch kocht und stundenlang in der Küche steht... kannte z.B. gar kein Mandelmus oder sowas :shock: es gibt halt auch mal ab und an Tütensuppe oder Tütensoße... dann kann das Baby ja nicht mitessen und würde n anderes Fingerfood bekommen, aber dann ist es ja wieder "was anderes" als das was wir essen, also die Zusammengehörigkeit hat er dann ja nicht so oder? Außerdem habe ich Bedenken dass irgendwas fehlt an Vitaminen oder so.

2. Wie macht ihr das mit den Uhrzeiten? Weil wir essen unsere Hauptmahlzeit oftmals erst abends wenn mein Mann nach Hause kommt (oft erst dann wenn der Kleine schon fast ins Bett geht)... Setzt ihr euch dann mittags hin und esst mit dem Baby schonmal "ein bisschen" damit es das Gefühl hat am Familientisch zu sein? Oder gebt ihr einfach was alleine? Wäre dann ja aber auch so wie bei Brei...

3. Ich habe kein Problem damit dass Mahlzeiten nicht oder nur langsam ersetzt werden. Aber ganz ehrlich wenn mein Kind mit nem Jahr oder so immernoch alle 2h stillen möchte wäre mir das glaube ich doch etwas viel... kann ich aber jetzt noch nicht ganz beurteilen, da er ja noch nicht so alt ist und sowieso noch vollgestillt wird.

4. So ein Anhaltspunkt am Tag wo das Kind merkt "jetzt gibts was zu essen" fänd ich glaube ich als Ritual ganz gut.

Ich tendiere irgendwie dazu, Fingerfood zu geben und einmal täglich nen Brei, zB GOB oder sowas... macht das jemand? Wie klappt es? Bin so unsicher, möchte ja das Beste für mein Kind, aber irgendwie habe ich meinen Mutterinstinkt zwischen Broschüren, BLW, Ratschlägen und Breikoller verloren :cry:

Vielleicht denke ich auch mal wieder (wie so oft) zu kompliziert :roll:

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:33
von sternenweib
ich bin bis jetzt ganz gut damit gefahren, indem ich grundsätzlich die gerade aktuell sressfreieste und am besten passendste variante gewählt habe. mein hauptanliegen ist eigentlich, möglichst wenig heckmeck um das essen zu machen und das kind "natürlich" zu ernähren. da erscheint es mir ziemlich paradox, wenn man aus der blw-geschichte eine ebensolche ideologie zimmert wie aus dem brei. es gibt kein generelles richtig oder falsch. es gibt immer nur ein für dieses kind und diese mutter an diesem tag richtiges essen. das geht hier völlig querbeet und uns geht´s super damit.

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:38
von LottesMama
Hallo amberlynn,

wir machen eine Mischung. Ich habe angefangen, ihr Mittags Brei zu geben und Obst Fingerfood als Nachtisch. Später dann einen Abendbrei gegen 18 Uhr, da mein Mann und ich erst später (gegen halb 8) essen. Da hat sie dann Fingerfood bekommen.
Ich habe auch immer nicht so wirklich babygerecht gekocht, daher fand ich es für uns so ganz gut.

Allerdings fängt sie gerade an, ihren Brei zu verweigern, sie will halt selber essen, oder zumindest nix püriertes mehr. :lol:
Also muß ich jetzt langsam auf Familientisch umstellen, und das ist leichter als gedacht.
Heute hatten wir zum Beispiel Bouletten mit Erbsen Möhren Gemüse. Hab vom Mett was vorm Salzen weggenommen und Mini Bouletten für sie gemacht, das gleiche mit dem Gemüse. Dazu noch ein paar Nudeln von gestern fürs Kind dazu und sie war glücklich. :D

Liebe Grüße,
Rike

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:41
von LottesMama
Huch, der erste smiley mit Brile sollte eigentlich ne 8 mit "Klammer zu" sein, also so "halb 8 )" sein.

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:45
von murkelchen
sternenweib hat geschrieben:ich bin bis jetzt ganz gut damit gefahren, indem ich grundsätzlich die gerade aktuell sressfreieste und am besten passendste variante gewählt habe. mein hauptanliegen ist eigentlich, möglichst wenig heckmeck um das essen zu machen und das kind "natürlich" zu ernähren. da erscheint es mir ziemlich paradox, wenn man aus der blw-geschichte eine ebensolche ideologie zimmert wie aus dem brei. es gibt kein generelles richtig oder falsch. es gibt immer nur ein für dieses kind und diese mutter an diesem tag richtiges essen. das geht hier völlig querbeet und uns geht´s super damit.
Dem schliesse ich mich vollinhaltlich an.

Re: AW: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:47
von Violet
Mein Plan ist auch eine Mischung. Bei der Tagesmutter soll es Brei geben, zuhause auch eine Breimahlzeit am Tag, ansonsten wenn wir essen Fingerfood und eben stillen wenn er mag. Ich hoffe das funktioniert so.

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:51
von Himmelblume83
Auch hier gibt's ne Mischung - gerade so, wie es eben passt.
Beide Kinder waren nicht die großen, dankbaren Breiesser. Soll es ja geben (und dann hätte es sicher mehr Brei gegeben). Angefangen haben beide so wie du es beschrieben hat mit Fingerfood gelegentlich zu den MAhlzeiten. Dan hin und wieder mal Brei, der Große zuerst eher Gemüse-Kartoffel-Gedöns, die Kleine GOB (weil ich den einfacher zu machen finde) ... Regelmäßigkeit konnte ich zwischen dem 6. und dem 8. Monat recht schwer reibringen bei beiden, da ich es selten geschafft habe einen guten Zeitpunkt zwischen "zu müde" "zu hungrig) (in beiden Fällen nur Brust möglich!) und "zu satt" (weil eben erst gestillt) zu finden. Jetzt wird es langsam bei der Kleinen, beim Großen war das auch so um den 9. Monat rum. Und nun wird auch das Stillen so langsam deutlich weniger.
Sie sitzt bei sogut wie allen Mahlzeiten mit am Tisch, auch wenn ich mittags allein bin. Sie bekommt entweder Fingerfood (irgendwas von dem was ich/ alle gerade essen) oder Brei (wenn das was wir essen sich so gar nicht für sie eignet) oder beides. Je größer sie werden, desto weniger pingelig muss man ja dann auch mit dem Essen sein. Obwohl ich schon auf zuckerfrei, salzarm und wenig verarbeitetes achte...

Klappt also super! Ihr macht das schon!

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:52
von EhUSb
Ich unterschreibe einfach mal bei Sternenweib. :-) Ich denke, das kannst du nach Lust und LAune machen - haben wir hier anfangs auch so gehandhabt, dann wollte meine Tochter aber recht schnell keinen Brei mehr, also gab`s auch keinen mehr. Das hat SIE netschieden, ich hatte da gar nix zu sagen und alle vorher gemachten Pläne waren für die Katz. :-)
Amberlynn hat geschrieben: 1. Ich glaube, dafür kochen wir einfach nicht gesund genug *zugeb* :oops: :oops: ... ich bin keine Bio-Mama, die jeden Tag frisch kocht und stundenlang in der Küche steht... kannte z.B. gar kein Mandelmus oder sowas :shock: es gibt halt auch mal ab und an Tütensuppe oder Tütensoße... dann kann das Baby ja nicht mitessen und würde n anderes Fingerfood bekommen, aber dann ist es ja wieder "was anderes" als das was wir essen, also die Zusammengehörigkeit hat er dann ja nicht so oder? Außerdem habe ich Bedenken dass irgendwas fehlt an Vitaminen oder so.
Ab und an Tütensuppe oder Soße fände ich jetzt nicht so schlimm - dem Baby würde ich das wegen des hohen Salzgehalts nicht geben, aber es ist für mich kein Indiz der generellen essensmäßigen Verlottertheit. :-) Solange ihr euch nicht nur von Fertigpizza ernährt, ist das doch völlig ok! Ich koche an 5-6 Tagen pro Woche abends (da Mann dan zuhause und er und ich mittags auf Arbeit nicht warm essen), manchmal Bio, meist nicht. Mandelmus kannte ich, hat meine Mutter gegessen, fand ich eklig.(Hätte ich es mal dabei belassen!!! Hab`s neulich wieder probiert - saulecker. Und 600 kcal pro 100 g :shock: )
Jetzt mit Kleinkind koche ich ganz anders als früher, meist einfacher. Standard ist z.B. Nudeln, dazu Zucchini, Paprika, Tomate kleinschnippeln, anbraten, bißchen Tomatenmark dazu, Milch (statt Sahne), Kräuter, Pfeffer (wenig Salz) - fertig. Dauert 10 min, hat frische Zutaten, Kind liebt es. Am Anfang haben wir übrigens oft Komponenten unserer Mahlzeit für sie weggelassen, also z.B. sehr gewürztes oder so. War nie ein problem - hauptsache, sie aß mit uns am Tisch und durfte wie wir essen. (Also eher nicht wie wir... Wir essen *etwas* manierlicher als sie, immer noch...)
Amberlynn hat geschrieben:2. Wie macht ihr das mit den Uhrzeiten? Weil wir essen unsere Hauptmahlzeit oftmals erst abends wenn mein Mann nach Hause kommt (oft erst dann wenn der Kleine schon fast ins Bett geht)... Setzt ihr euch dann mittags hin und esst mit dem Baby schonmal "ein bisschen" damit es das Gefühl hat am Familientisch zu sein? Oder gebt ihr einfach was alleine? Wäre dann ja aber auch so wie bei Brei...
Mittags gibt es hier nur am WE; in der Woche isst sie in der Kita. Wenn sie hier mittag isst, esse ich auch was bzw. umgekehrt. ICH esse, also isst sie auch. Oder doch andersrum? Naja, wir sind halt beide hungrig und essen beide. :-) Ich ein Brot, sie mittlerweile auch, früher eher Gemüsesticks oder sowas. Abends essen wir alle zusammen warm.
Amberlynn hat geschrieben:3. Ich habe kein Problem damit dass Mahlzeiten nicht oder nur langsam ersetzt werden. Aber ganz ehrlich wenn mein Kind mit nem Jahr oder so immernoch alle 2h stillen möchte wäre mir das glaube ich doch etwas viel... kann ich aber jetzt noch nicht ganz beurteilen, da er ja noch nicht so alt ist und sowieso noch vollgestillt wird.
Das ist ja noch ewig hin - einfach mal abwarten. :-) Ich kenne übrigens ein Breikind, dass mit anderthalb noch sehr viel mehr gestillt wird, als mein BLW-Kind, das nur noch abends stillt. Ich glaube, da sind Kinder sehr individuelle, obwohl BLW-Kinder tendenziell vielleicht wirklich etwas länger brauchen, um Mahlzeiten zu ersetzen.
Amberlynn hat geschrieben:Bin so unsicher, möchte ja das Beste für mein Kind, aber irgendwie habe ich meinen Mutterinstinkt zwischen Broschüren, BLW, Ratschlägen und Breikoller verloren :cry:
Verstehe ich sehr gut... Also erstmal mit dem Lesen aufhören, Kind beobachten und machen, wie für dich und Kind gut ist. Basta. :-)

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 20:58
von sabbelschnuut
Amberlynn hat geschrieben:2. Wie macht ihr das mit den Uhrzeiten? Weil wir essen unsere Hauptmahlzeit oftmals erst abends wenn mein Mann nach Hause kommt (oft erst dann wenn der Kleine schon fast ins Bett geht)... Setzt ihr euch dann mittags hin und esst mit dem Baby schonmal "ein bisschen" damit es das Gefühl hat am Familientisch zu sein? Oder gebt ihr einfach was alleine? Wäre dann ja aber auch so wie bei Brei...
Also ich hab da die Form, die für uns richtig ist, auch noch nicht so gefunden, aber ja, ich setz mich mittags mit dem Kleinen hin und wir essen ein bisschen was gemeinsam (oft dünste ich Gemüse, oder brate es an) - weil ich auch festgestellt hab, dass er super interessiert ist, wenn ich was esse und er das dann auch haben will. Alleine lass ich ihn eigentlich nie was essen.

Auf lange Sicht hin wirds aber wohl so werden, dass ich mittags die Hauptmahlzeit koche und mein Mann und ich uns dann abends nur noch was davon aufwärmen. Bis wir soweit sind, wirds aber wohl noch dauern, denn im Moment lässt mich der Kleine noch nicht so viel schnippeln und machen in der Küche und verlangt Aufmerksamkeit.

Re: Entscheidungshilfe: Reines BLW oder Brei+Fingerfood?

Verfasst: 14.04.2013, 21:35
von sternenweib
dass ich mittags die Hauptmahlzeit koche und mein Mann und ich uns dann abends nur noch was davon aufwärmen
umgekehrt funktioniert´s auch ganz gut, also abends richtig kochen und am nächsten tag mittags die reste verwursten.