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Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 18:40
von tomine
Hallo,
wie macht ihr das denn?
Meine Tochter hat zu Weihnachten ein Keyboard bekommen, was sie sich sehr gewünscht hat. Nun möchte sie Klavier spielen lernen und sie bekommt Klavierstunden. Es macht ihr ganz viel Spaß und sie kann es auch wirklich gut.
Nun müsste sie aber doch ab und an mal üben und da ist der Haken

! Gar keine Lust hat sie auf Noten schreiben. Und üben eben nur, wenn sie mag. Heute hat sie nach über eine Woche wiedermal geübt, weil morgen wieder Klavierstunde ist. So hat es auch geklappt

.
Ich bin hin- und hergerissen. Bisher mache ich gar keinen Druck, sie kann üben wann sie mag. Jedoch ist sie sehr ehrgeizig und will es können, wenn die Lehrein kommt. Ohne Übung klappt das nun mal aber nicht.
Wie ist es bei Euch?
Liebe Grüße
Dani
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 18:44
von Lösche Benutzer 1828
Tochter spielt seit August und hat ein E-Piano bekommen (Anmerkung: auf einem Keyboard kann man nicht wirklich Klavierspielen üben - oder meinst Du ein E-Piano?).
Sie übt mal mehr, mal weniger.
Letztendlich ist es ihre Entscheidung - ja, das E-Piano war teuer. DIe Stunden sind bezahlbar, da wir zur städtischen Musikschule gehen. Aber wenn der Druck nur von außen komt, dann bringt es ja nichts. Das muss schon von ihr kommen.
Aber wir erinnern sie schon mal - sie vergisst es eben sehr oft, hat aber eigentlich schon Lust.
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 19:39
von EUaVBl
mein großer spielt klavier seit er 5 jahre alt ist. anfangs ganz ohne druck, da war seine motivation groß genug, dann war der lehrer eine zeitlang krank, es gab zwei lehrerwechsel und irgendwann war seine lust hinüber. ich habe dann angefangen, aufs üben zu bestehen, dadurch wurde es aaber nur schlimmer. und irgendwann ging es gar nicht mehr.
inzwischen ist ruhe eingekehrt in seine klaviersituation und er hat wieder spaß am üben.
am meisten spaß macht es ihm, wenn es anspruchsvolle stücke sind und wir ihm zuhören. ich erinnere ihn freundlich an seine aufgaben, ob er übt, ist allerdings seine sache.
er will es selbst lernen, und das ist das wichtigste, finde ich. ohne eigene motivation kann man sich im kreis drehen, und es passiert trotzdem nichts.
ich habe in klavierkrisenzeiten seinen lehrer gebeten, ihm zu sagen, wie oft und was er üben soll, das funktionierte auch besser als wenn ich es ihm diktiert hätte.
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 19:49
von dievier
Hier ist es genauso - allerdings handelt es sich "nur" um Gitarre.
Da wir für Instrument und Unterricht nur sehr wenig zahlen (Kooperation von Schule und Musikschule) haben wir es L. überlassen, wieviel er üben möchte. Ja weniger Druck, umso mehr ist er bereit.
Allerdings bin ich auch nicht so ganz sichern, ob das der richtige Weg ist. Die Lehrerin meint, 20 Minuten am Tag wären gut - da sind wir meilenweit davon entfernt. Ich bin schon froh, wenn er 2 - 3 mal die Woche die Stücke durchspielt, die er auf hat.
Er soll allerdings auf jeden Fall das Schuljahr fertig machen, dann entscheiden wir zusammen neu, wie es weitergeht. Der Unterricht macht ihm viel Spaß und er kommt auch noch gut mit. Wie es wird, wenn die Stücke schwerer werden und tatsächlich mehr Übung brauchen, werden wir noch sehen.
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 20:01
von Millefiori
wie alt ist sie denn?
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 20:13
von Kea
Meine Kleine spielt seit einem Jahr Klavier. Manchmal übt sie mehr, manchmal weniger, Druck übe ich eigentlich nicht gross aus, ich erinnere sie ab und zu, aber das wärs. Im Moment übt sie sehr oft, auch schon mal um halb Sieben Uhr morgens, bevor wir los müssen *gähn* Zum Glück wohnen wir in einem Haus

Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 20:47
von Elena
Ich kann bisher da nur von mir selber erzählen. Ich habe mit 6 angefangen mit Klavier, vorher hatte ich Blockflöte gespielt. Meine Eltern haben sich die ersten Jahre mehr oder weniger täglich mit mir hingesetzt (ganz genau habe ich das nicht mehr im Kopf bzw. die Erinnerung kann da trügen), saßen einfach daneben beim Üben und haben auch mal "weitergeholfen", wenn nötig. Sie spielten selbst, wenn auch nicht besonders gut/ambitioniert. Wirklich Druck gemacht haben sie nie, aber es war klar, dass regelmäßig geübt wurde - wenn auch jedes Mal nicht lang. Und so war das ideal für mich. Ich habe sehr lange und ernsthaft gespielt, später auch ein weiteres Instrument, und hätte fast Orchestermusik studiert. Wenn ich nicht durch die Anleitung meiner Eltern gelernt hätte, dass regelmäßiges Üben dazugehört, hätte ich es wohl nie soweit gebracht. Ich habe sehr, sehr gerne gespielt und fast immer auch gerne geübt - WENN ich dann mal dabei war. Es ging jedes Mal eigentlich nur darum, sich aufzuraffen und anzufangen, dann lief es von allein. Ich denke, den meisten Kindern muss man über so einen Punkt hinweghelfen, vermitteln, dass es diesen kleinen Stupser braucht. Anfangs müssen die Eltern ihn vielleicht geben, später kann das Kind das selbst.
Sich hinsetzen, auch wenn man eigentlich gar nicht mag, einfach mal anfangen, dann doch reinkommen, in Fahrt kommen, alles um sich herum vergessen und mittendrin sein - das ist eine ganz tolle Erfahrung. Aber ich denke, die wenigsten Kinder können sie sich im Grundschulalter ganz alleine erarbeiten.
Andererseits denke ich, dass sich auch nicht jedes Kind auf Dauer so in die Musik und ins Üben versenken kann. Mir hätte die Musik ohne das ernsthafte Üben auf Dauer keinen Spaß gemacht, bei anderen Kindern ist das vielleicht anders. Aber ganz ohne "Erfolgserlebnisse" stelle ich mir Musikunterricht auch nicht als dauerhaft spaßiges Projekt vor. Schwierig... letztendlich finde ich es ganz wichtig, keine Erwartungshaltung an das Kind heranzutragen. Also nicht auf einen konkreten Erfolg hinzuarbeiten und das Kind deshalb zum Üben zu drängen. Das ist wahrscheinlich die Schwierigkeit - dem Kind die Notwendigkeit oder besser: den Nutzen des Übens zu vermitteln, ohne es glauben zu lassen, man erwarte einen bestimmten Erfolg von ihm. Ich muss bei Gelegenheit mal meine Eltern fragen, wie sie das gemacht haben.

Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 20:53
von tomine
Sie ist 7 Jahre und sie hat erst angefangen. Sie hat wirklich Spaß dran, aber nun hat auch noch die Handarbeits-AG angefangen und seit einer Woche steht häkeln hoch im Kurs.
Erwartungshaltung habe ich keine. Ich finde es toll, wie schnell sie lernt und dass sie schon 2 Lieder komponiert hat "Annabell oh schlafe dohoooch!"
Vielleicht muss erst doch noch eine richtige Regelmäßigkeit reinkommen.
Täglich 20 Minuten, puh, das schaffen wir nie.
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 21:25
von Feleni
Klavierunterricht auf nem Keyboard wird sicher irgendwann schwierig, da die Tasten bei einem Keyboard nicht gewichtet sind und der Anschlag sehr unterschiedlich ist. Ist das vielleicht auch ein Grund? Ist das Spielgefühl so viel anders?
Ansonsten stelle ich mich mit der Druck-Frage hier auch mal an.
J. spielt seit knapp 1,5 Jahren Geige. Ein sch**schweres Instrument. Weiß ich. Aber er macht es toll.
Nur üben... Er braucht nur täglich 10 Minuten üben. Ich sitz auch dabei, weil die INtonation und der Fingersatz sonst gerne mal
totale Grütze sind. Ich spiel gewisse Töne auf dem Klavier, damit er hört, wie der Intervall sein sollte, er nicht klappt.
Aber er kommt halt ohne üben mal so gar nicht weiter. Langweilt sich, wenn die Stücke noch und nöcher gespielt werden müssen.
Weitergehen geht aber nicht, wenn das vorherige nicht sitzt...
Ach mensch....
Auf Fragen, ob er aufhören möchte, sagt er nein. Das finde ich toll. Heute hat er per Skype Oma und Opa vorspielt und fands super.
Ich möchte nur nicht mit dem Drängeln zu üben die Lust verderben. Das ist so ne schwere Gratwandernung.....
In nem anderen Threat kam der Hinweis, man zahle die Stunde und was das Kind drasu macht, ist ihm überlassen.
Das kann ich nicht. Ich habs versucht. Aber ich kann nicht die ganze Woche nicht üben lassen und ihn dann in den Unterricht schicken.
Re: Klavier üben - wieviel Druck ist notwendig?
Verfasst: 17.02.2013, 21:32
von tomine
Feleni hat geschrieben:Klavierunterricht auf nem Keyboard wird sicher irgendwann schwierig, da die Tasten bei einem Keyboard nicht gewichtet sind und der Anschlag sehr unterschiedlich ist. Ist das vielleicht auch ein Grund? Ist das Spielgefühl so viel anders?
Das denke ich nicht. Hier hat ja keiner einen Vergleich.