Bei uns ist das so:
Die erste Elternini ist eine Krippe mit Kindern von 1-3 Jahren, 13 Plätze, 4 feste Mitarbeiter und einige Aushilfen. Essen bringt ein Caterer (stressiges Thema, aber endlich haben wir wohl eine gute Lösung gefunden). Zum Glück ist die Elternschaft sehr friedlich und das Team versteht sich hervorragend. Probleme werden sehr konstruktiv angegangen, da passt echt alles. Manche Eltern sind etwas zu friedlich, d.h. etwas wenig engagiert.

Aber letztendlich macht jeder seinen Elterndienst ordentlich. Es ist keine ganz typische Elternini, weil sie betrieblich von einem großen Unternehmen gefördert ist und im Gegenzug ein Teil der Plätze an dessen Mitarbeiter vergeben wird. Diese Eltern kommen nicht in erster Linie wegen der Einrichtung selbst, sondern, weil sie dort verhältnismäßig einfach einen Krippenplatz bekommen. Letztendlich hatten wir aber in den letzten Jahren nur einen Totalausfall bei den Familien dabei.

Elternabend ist nur alle 2 Monate, der Diskussionsaufwand hält sich also in Grenzen.
Die zweite Elternini ist der KiGa mit 18 Kindern von 2,5 bis 6 Jahren. Die Eltern sind alle sehr nett, zugänglich und engagiert, es wird viel zusammen gemacht: Elternabend einmal im Monat, gemeinsames Picknick im Frühjahr, Sommerfest, Wochenendfreizeit im Herbst, Martinsfest, Weihnachtsfeier, mindestens einmal im Jahr essen gehen. Früher war das wohl noch mehr, da haben sich z.B. die Väter alle Freitagabend mit einem Kasten Bier zum Putzen getroffen.

Mir reicht es aber jetzt auch vom Umfang, muss ich sagen.
Gekocht wird von den Eltern selbst, im Schnitt ist man einmal pro Monat dran. Anfangs hatte ich Bammel davor, aber es ist total nett und lustig und nicht zuviel Aufwand. Die Gerichte sind festgelegt, vegetarisch, und die Qualität des Essens einfach unschlagbar! Ansonsten springen die Eltern ein, wenn eine der Erzieherinnen ausfällt. Das war in der letzten Zeit leider etwas öfter der Fall, bei nur zwei Erzieherinnen ist auch einfach keine Reserve da. Zum Glück sind einige flexible, engagierte Eltern dabei, so dass das gut klappt.
Insgesamt bin ich sehr froh über die beiden Elterninis, wobei mir sehr gut gefällt, dass beide so klein sind. Das macht vieles leichter, vor allem Entscheidungsprozesse und Diskussionen sind nicht so länglich wie bei einer doppelt so großen Gruppe. Und der Einzelne geht nicht so unter, kann sich also auch schlechter vor Arbeit drücken.
@Mondenkind: Wo fängt man bei einer Gründung denn an? Doofe Frage wahrscheinlich. Ich habe ja schon geschrieben, dass wir in anderthalb Jahren umziehen. Im neuen Ort gibts kirchliche und städtische Einrichtungen und anscheinend zu wenig U3 Plätze - und ob die gut sind, wissen wir auch (noch) nicht. Wir bräuchten halt dann einen Vorschulplatz, einen KiGa-Platz und einen Krippenplatz (Kinder 1, 3 und 5), alles auf einmal und in guter Qualität, sonst gebe ich vor allem die beiden Kleinen nicht weg.

Wenn wir nun den Eindruck bekommen, dass die vorhandenen Einrichtungen nicht unseren Vorstellungen entsprechen, würden wir über eine Elterninitiative nachdenken. Wie groß muss denn der zeitliche Vorlauf sein? Schafft man das in einem Jahr? Und wir wohnen derzeit 500 km weit weg.
