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Mensaessen/Süßes
Verfasst: 08.02.2013, 23:00
von Lösche Benutzer 9490
Meine Tochter ist 11 Jahre alt und geht seit Sommer auf eine weiterführende Schule. Da es eine Ganztagsschule ist, ißt sie mittags in der Mensa.
Nun ist das Konzept dieser Schulmensa so, dass es eine Karte gibt, die von den Eltnern per Überweisung aufgeladen wird. Die Kinder können aus mehreren Menüs wählen, es gibt eine gute Auswahl.
"Natürlich"

gibt es in der Mensa auch Süßigkeiten in Hülle und Fülle zu kaufen.
Nun habe ich festgestellt, dass meine Tochter vom Mensageld fast nur Süßigkeiten gekauft hat. Mir hat sie immer erzählt, dass sie Nudeln und hin und wieder einen Nachtisch genommen hat. In Wirklichkeit hat sie ca. 20% des Geldes für "echtes" Essen und 80% für Süßigkeiten ausgegeben.
Ich bin total schockiert!
Und ich will das nicht!!!
Ich habe gerade nochmal mit ihr geredet und sie scheint verständig und will es auch ändern, aber ich weiß, wie süchtig dieses Scheiß Zuckerzeug macht und ich befürchte dass die Handlungsweisen in der Mensa mittlerweile so automatisiert sind, dass sie wieder zu den Süßigkeiten greifen wird.
Habt ihr vielleicht Ideen?
Re: AW: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 08.02.2013, 23:25
von Violet
Sorry, eine Lösung habe ich nicht direkt. Ich finde es aber schon ein starkes Stück dass überhaupt (soviele) Süßigkeiten verkauft werden. Könnte man das vielleicht über eine Elterninitiative etc versuchen einzuschränken?
Wer betreibt die Mensa?
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 08.02.2013, 23:32
von Sakura
Das mit dem Süßkram würde mich auch TOTAL ärgern. Aber mal kurz meine eigene Erfahrung: ich habe mich in den Teenie-Jahren auch gern von viel Süßem ernährt. Meine Eltern haben mich da nie in die eine oder andere Richtung gedrängt. Es wurde immer frisch gekocht, mit viel Gemüse, aber es gab auch immer Süßigkeiten und Kuchen, und nichts wurde eingeschränkt. Mein Taschengeld habe ich auch im Schulkiosk für Süßigkeiten ausgegeben. Heute esse ich lieber gesundes. Das kam so Anfang 20, dass ich den ganzen Kram über hatte, und Appetit auf "richtiges Essen".
Im Gegensatz dazu hatte meine beste Freundin einen Bruder mit Diabetes Typ 1, und bei denen gab es zu Hause NICHTS süßes, alles Essen wurde abgewogen... Meine Freundin hat sich immer darüber beschwert, und dann bei uns den Süßkram reingehauen. Und noch heute isst sie liebend gern Süßigkeiten, in großen Mengen-
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 00:42
von Lösche Benutzer 9490
Die Mensa wird von einem Catering betrieben
http://www.troservice-catering.de/cook- ... php?id=160
Darüber hinaus gibt es noch eine Kiosk, von dem weiß ich nicht so genau, ob der auch zu dem Unternehmen gehört.
So sieht die Ernährung meiner Tochter bislang aus:
Morgens: Brot mit Erdnussbutter.
2. Frühstück in der Schule:Obst und Brot mit Wurst dabei. Das Brot kommt des öfteren wieder nach Hause (Schokobrötchen vom Kiosk

).
Mittags: Schokoriegel und/oder Weingummi. Selten Nudeln ohne Soße
Nachmittags nach der Schule: Obst/Joghurt und wir haben für die Kinder ein "Süßigkeitenglas" in dem die Kindern die Süßigkeitenration für eine Woche selbst einteilen können (also jedes Kind hat ein eigenes Glas).
Abends: fast immer Brot und Rohkost, weil abends Kochen nicht so richtig in den Plan passt (ich muss öfters abends arbeiten, oder wir sind bis kurz vor der Essenszeit wegen Terminen unterwegs). Außerdem ißt jeder von uns mittags warm. Dachte ich zumindest
Ich habe früher auch mein Taschengeld in Süßes investiert, das finde ich "normal". Aber ich war mittags auch immer zu Hause und habe normal gegessen.
Das Beste wäre wohl, abends zu kochen, aber ich weiß nicht, wie ich das hinkriegen soll...
Ich habe jetzt meiner Tochter vorgeschlagen, Süßes aus ihrem Süßigkeitenglas mit in die Schule zu nehmen. Dann könnte sie etwas naschen, wenn der Süßhunger sie überfällt, aber es wäre nicht zusätzlich....
Sie sagte "jaja", aber überzeugend ist anders. Sie weiß halt, dass sie dann nichts mehr für nachmittags hätte - im Gegensatz zu ihren Geschwistern...
Re: AW: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 08:44
von Violet
Ich finde es halt vor allem kritisch weil die Süßigkeiten eine komplette Mahlzeit ersetzen. Würde sie normal Essen und dann zum Nachtisch nochmal was Süßes fänd ich es nicht so schlimm.
Was sagen denn die anderen Eltern? Deine Tochter wird nicht die einzige sein die der Versuchung erliegt. Vielleicht kann man mit gemeinsamen Protesten etc erreichen dass weniger Süßes angeboten wird?
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 10:20
von matah
Da waer ich auch total sauer. Du glaubst du versorgst mit deiner Ueberweisung dein Kind ordentlich und dann gehts so nach hinten los. Wie hast du das ueberhaupt mitbekommem gab es da mal eine Abrechnung? Ich haette das doch wahrscheinlich nie gemerkt. Und wenn ich als Tochter wuesste dass du konsequent in Sachen Suesskram/Naschen und "richtigem" Essen bist haette ich dich auch nie informiert darueber was ich mir kaufe. Wie weiter? Wenns eine Abrechnung sprich Kontrolle gibt wuerde ich fordern was mit dem ESSENGELD gekauft wird und was nicht. Dann wuerde ich versuchen das Naschen nicht mehr so stark zu reglementieren, mehr oder weniger steht es zur Verfuegung, nur eben vor den Mahlzeiten meckert man

Bin ich eigentlich mit meinen Jungs ganz gut gefahren so, besser als mit Zuteilen, Wochenration usw. Zurueck zur Mensakarte - wenn es keine Abrechnung gibt bleibt bloss Vertrauen und evtl Punkt zwei das Naschen als Glanzhochpunkt zu entmachten. Elterninitiative klingt fuer mich auch gut, jedoch auch nach Kraft- und Zeitaufwand. Ich wuensche euch das ihr schnell eine fuer alle zufriedenstellende Loesung finden werdet.
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 10:34
von Sibi
Josame hat geschrieben:
Ich habe jetzt meiner Tochter vorgeschlagen, Süßes aus ihrem Süßigkeitenglas mit in die Schule zu nehmen. Dann könnte sie etwas naschen, wenn der Süßhunger sie überfällt, aber es wäre nicht zusätzlich....
Sie sagte "jaja", aber überzeugend ist anders. Sie weiß halt, dass sie dann nichts mehr für nachmittags hätte - im Gegensatz zu ihren Geschwistern...
Klingt für mich nach nicht funktionierender Restriktion. Was knapp ist, ist spannend. Ich würde mich locker machen und Süßes wirklich freigeben und eher versuchen, sie davon zu überzeugen, dass Süßigkeiten in der Mensa total überteuert sind und es ihr vielleicht auch besser bekommt, wenn sie vor dem Schokoriegel (von zu Hause mitgebracht) was Handfestes isst. Aber ich gehöre auch zu der Fraktion, die glaubt, dass Menschen sich da gut regulieren können, wenn man sie denn lässt und nicht sofort Panik bekommt, weil es ein paar Wochen mal "ungesund" aussieht.
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 11:55
von Lösche Benutzer 9490
Danke schonmal für eure Gedankenanstöße.
Man kann sich im Sekretariat einen Ausdruck der gekauften Lebensmittel geben lassen.
Ich wusste, dass sie sich hin und wieder etwas Süßes kauft (was ich völlig i.O. fand), weil ich immer mal wieder Süßigkeitenpapierchen in ihren Sachen fand.
Gestern dann war es eine ganze Haribotüte und ich habe dann mal energischer nachgefragt, wie sie sich die ganzen Süßigkeiten leisten kann, weil das Geld auf ihrer Karte ja passend für normale Mahlzeiten ist. Da hat sie es mir dann erzählt....
Ich gehe mal in mich, ob ich den Süßigkeitenkonsum zu Hause wirklich freigeben möchte (ich gehöre selber ja zu Zuckerfrei-Fraktion und tu mich damit also sehr schwer....).
Ja und mit anderen Eltern werde ich auch mal sprechen....
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 15:44
von mirabelle
Hallo Josame!
ich finde mit elf Jahren kann ein Kind schon recht vernünftig sein. Kannst du nicht einen Kompromiss mit ihr eingehen? Sie bekommt grundsätzlich soviel Süßigkeiten wie sie will, muss aber mitags was ordentliches essen. Frag sie doch auch mal was ihre Freundinnen essen, weil essen ist ja grad in der Schule ein sehr soziales Ereignis. Vielleicht kannst du dich auch mit den Eltern ihrer Freundinnen mal besprechen. Vielleicht ist es auch nur eine Phase, ich hatte das als Teenie auch. Gerade wenn es zu Hause nicht soviel Süßes gibt haut man außerhalb noch mehr rein.
Ich finde das eine gute Gelegenheit um Kompromisse einzugehen und deiner Tochter zu zeigen, dass du ihr trotzdem noch vertraust.
lg
Re: Mensaessen/Süßes
Verfasst: 09.02.2013, 16:03
von Maja
Wenn sie sowieso kein Mittagessen kauft, dann wäre ja die erste Maßnahme, die Karte nicht mehr aufzuladen, sondern ihr stattdessen zwei geschmierte Brote mehr mitzugeben, oder zu besprechen, was sie sonst an kalten, mitnehmbaren Sachen mag. Wenn man bei der Cafeteria auch bar zahlen kann, könntest Du ihr an den Tagen, wo sie vorger etwas attraktives auf dem Speiseplan sieht, ja das entsprechende Geld auch bar mitgeben. Und wenn man da nicht bar zahlen kann, umso besser, dann kommt sie ohne die Karte ja deutlich schwerer an Süßigkeiten... fürs Taschengeld gibts ja dann immer noch den Kiosk.
Denn wenn ihre bevorzugte warme Mahlzeit sowieso Nudeln ohne alles ist, das kriegst Du abends auch in zehn Minuten nebenbei gekocht bzw. das kann sie mit 11 Jahren ja auch schon selbst, sie könnte sich die also auch kochen wenn sie nachmittags aus der Schule kommt und hungrig ist (meine Kinder stürzen sich nach der Schule gern mal auf die Reste vom Vortag, abends essen sie trotzdem ganz normal mit, warum also nicht mal unkonventionell versuchen).
Wenn Du die Süßigkeiten in der Schule eindämmst, hat sie vermutlich auch wieder mehr Hunger auf richtiges Essen. Ganz freigeben wäre auch nicht so meine Strategie, wenn das dann dazu führt, dass normale Mahlzeiten durch Süßkram ersetzt werden.