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Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 14:48
von Kloentje
Hallo,

ich komme langsam wirklich an meine Grenzen. Ich weiß, dass viele hier noch viel mehr Stress mit dem Einschlafen ihrer Kinder haben. Aber mir reicht schon mein verhältnismäßiger kleiner Stress:

Ich stille meine Tochter (17 Monate) seit Beginn an in den Schlaf. Manchmal trug sie auch ihr Vater zum Mittagsschlaf 1-2 Stunden durch die Gegend. Er arbeitet aber wieder und mir ist sie dafür mittlerweile zu schwer. Also stille ich. Und stille und stille. Und sie liegt da, mit offenen Augen, trinkt oder nuckelt, wirft die Arme hin und her, kneift mich, summt, wirft ihre Beine hin und her.
Ich stelle mich schlafend, halte sie sanft fest, summe, singe, verdunkle das Zimmer, räume alles Interessant raus, achte auf Müdigkeitszeichen, spiele sie vorher müde, gehe viel mit ihr raus.

Und ich verzweifle langsam (irgendiwe hoffe ich auf diese Sut-Magie, nach der das Problem ab heute Abend schlagartig nicht mehr auftreten dürfte.)
So richtig schlimm ist es seit drei, vier Wochen. (ja, könnte eine Phase sein, aber ich habe gesundheitlich eng gesteckte Grenzen und es geht langsam an meine Grenzen).
Sie bekommt auch gerade vier Backenzähne fast gleichzeitig. Wenn ich vorher merke, dass sie Schmerzen hat, gebe ich ihr ab und an Schmerztropfen. Da klappt das Einschlafen besser. Allerdings wirkt sie nur sehr selten an solchen einschlafschwierigen Tagen so als hätte sie Schmerzen. Ich will sie mit dem Tropfen nicht übermäßig belasten.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich brauche diese kurzen Auszeiten am Tag (habe 20-50 Minuten "kinderfrei", wenn sie Mittasgsschlaf macht). Und wenn ich es nicht schaffe, sie in den Schlaf zu begleiten, habe ich diese Pausen erstens nicht und zweitens ist sie dann abends so müde, dass sie quasi in eine Art komatösen Schlaf fällt, aus dem sie nach 40 Minuten panisch hochschreckt und fortan alle 30-40 Minuten schreiend aufwacht. Also schlecht für sie und für mich.

Mein Mann versucht immer mal wieder, sie zum Schlafen zu bringen. Aber es klappt einfach nicht, obwohl sie ein prima Verhältnis haben.

Habt Ihr einen Tipp für mich?
Sollte ich versuchen, die Methode zu wechseln? Abstillen möchte ich eigentlich nicht. Schreienlassen natürlich auch nicht. Und mit Homöopathie habe ich so meine ideologischen Schwierigkeiten.

LG!
Kloentje

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 19:48
von EhUSb
Unsere Töchter sind ja ungefähr gleichalt, dein Problem haben wir aber nur manchmal. Generell klappt einschlafstillen hier noch gut, aber manchmal eben auch nicht. "Manchmal" ist v.a. tagsüber.

Hier hat tatsächlich geholfen, das Ritual umzustellen. Abends bringt Papa sie jetzt ins Bett, das klappt schneller als bei mir. Allerdings waren die ersten drei Abende auch mühsam für ihn, da hat das Einschlafen schon länger gedauert - geweint hat Clara nicht, sie dachte nur einfach, es sei Spielzeit, weil ja Papa da war... :-) Was genau klappt denn nicht, wenn dein Mann versucht, sie hinzulegen?

Mittags lege ich mich jetzt meist daneben, Zimmer dunkel, vorher nochmal wickeln - also auch eine klare Abfolge. Oft tobt Clara dann noch kurz ins Bett, dann nehme ich sie in den Arm und sage, dass jetzt Mittagsschlafzeit ist - das machen wir dann noch so zwei-, dreimal, dann kuschelt sie sich an mich und schläft ein.

Alles in allem dauert es an Tagen, an denen Einschlafstillen nicht genehm ist, etwas länger - aber inzwischen klappt es gut. Die Umstellung war etwas schwierig, weil es eben länger dauerte - aber das waren nur so drei Tage, dann war die neue Situation für Clara klar.

Alles Gute euch!

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 19:54
von Ginevere
Das ist bei uns auch immer wieder mal so, meist wenn sie einen Schub hat.
Um trotzdem meine Auszeit zu haben, trage ich dann. So hat sie Nähe und ich kann trotzdem selbstbestimmt machen was ich will.
Schläft sie denn beim Tragen ein?

Re: AW: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 21:04
von WiLada
Meine maus hat das seit kurzem auch. Aber eher selten und es klappt dann wenn ich sie ins beistellbett lege wo sie sonst nie schlief. Ich darf neben ihr sein und sie liebt Ws wenn ich sie streichel und mit dem Handy surfe . Macht mir demnach nichts aus:grin:

Vielleicht könntest du ab zappelbeginn auch stoppen und sagen dass sie schlafen soll und sie dann nochmal hinlegen und zudecken ohne Brust. Bei uns ist das wenn überhaupt dann an den Tagen wo sie abends besonders gut gegessen hat so.

Ich erinnere mich dass mein großer das auch hatte. Wir habe dann einschlaftragen eingeführt. Aber nicht auf dem arm. Das machte uns beide wahnsinnig. Ich hab dann ein Gefühl als ob ich etwas verpasse teilweise. Wenn der Tag lang war zb.
Also hab ich ihn hinten getragen auf dem rücken und Wäsche gemacht. Bin mit ihm In den Keller und habe auf und abgehaengt usw. Irgendwann ging es dann wieder im bett wie gewohnt.

Wieviel schläft deine Tochter insgesamt in 24/h denn?

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Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 22:49
von bettibeutlin
Bei meinem Sohn funktionieren wenn er sehr unruhig ist und schlecht in den Schlaf findet immer noch ganz gut das, was kleinere Babys oft beruhigt: räumliche Begrenzung, kleine schuckelnde Bewegungen.
Ich setzte ihn mir dann auf den Schoß, so dass er mit dem Rücken zu mir sitzt, lege eine kleine Decke locker um ihn und umarme ihn. Dazu dann wippen, ruckeln, schuckeln, oder sowas. Dazu singe ich ihm oft etwas vor. Mein Sohn benutzt allerdings einen Schnuller, da er gern saugen mag, ich aber nicht mehr stille und er auch häufig vom Papa ins Bett gebracht wird.

Dass das gut klappt, hat übrigens mein Freund herausgefunden. Zu dem Zeitpunkt stillte ich noch, und wir brauchten eine Alternative zum Einschlafstillen, da er das logischerweise nicht kann. :lol:

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 03.02.2013, 23:33
von Kloentje
Hallo,

danke an alle schonmal.
Eben habe ich wieder 1,5 Stunden Einschlafverzweiflung hinter mir.

Sommerbaby, wie schafft der Papa, sie ins Bett zu bringen, was tut er? Und wie habt Ihr die Umstellugn gemacht? Hast Du das Haus verlassen? Hast Du vorher im Wohnzimmer gestillt und sie wurde dann ins Bett gebracht? Meine Tochter würde dann ständig weiter nach Milch rufen. Und sie trinkt auch beim Einschlafstillen eine sehr große Portion, sodass ich Angst hätte, dass sie Hunger hat. (Sie ist noch sehr wenig - abends meistens nur 2-3 TL Yoghurt und einen Bissen Brot mit Wurst oder so). Das In-den-Arm nehmen zur Mittagszeit, wie Du es beschreibst, geht hier gar nicht. Sie springt dann wieder auf^, räumt Kissen um, sucht den Teddy, summt, will, dass ich vorsinge, verzweifelt, wenn ich nicht rauf eingehe, schimpft, will den Schlafsack ausziehen /(sie kriegt den Reißverschluss alleine auf), will dann wieder stillen usw. - oft muss ich zehn, 15 Anläufe mit Stillen unternehmen bis sie die Augen schließt.

Ginevere, tragen tue ich sie oft und gern. Ich beherrsche aber den Rucksack noch nicht ganz - sie schafft es, sich so zu strecken, dass sie aus dem Beutel flutscht. Naja, wenn ich sie mal gut drin habe, macht sie es eine Weile mit, gähnt auch schonmal, aber Einschlafen geht nicht. Diese Kind ist unglaublich .. sie schafft es, zwölf Stunden am Stück wach zu sein! Trotz etlicher einschlaffördernder Situationen.

Ich kriege es ja nichtmal hin, dass ich sie hinlege. Ich bekomme sie nur in Liegeposition, wenn ich ihr die Brust anbiete. Oder für zwei Sekunden, indem ich ihr irgendwas erzähle. Aber - egal wie müde - sie springt sofort wieder auf. Schuckelnd ist sie durchaus auch schonmal eingeschlafen - quasi in Babyposition mit leichtem Festhalten. Das funktioniert aber nun auch nicht. Sie wehrt sich gegen jede (sanfte) Fixierung.

Achja, sie schläft so im Durchschnitt zwölf Stunden pro Tag, manchmal elf, manchmal 13. Ich habe rausgefunden, dass sie (vor dieser schwierigen Phase) fünf Stunden wach sein muss, um gut in den Mittagsschlaf zu finden und sechs Stunden, um gut in den Nachtschlaf zu finden. Nur - wenn sie solche Einschlafprobleme hat, also eine Stunde zum Einschlafen mittags und eine zum Einschlafen abends braucht, verschiebt sich ja alles. Ich lebe nicht nach der Uhr, aber so grob sollte es jeden Tag ähnlich sein.

Ach Mann, ich weiß nicht. Ich hoffe, morgen läuft es besser. Mein Mann hat vorhin gesagt, er versucht morgen Abend, sie ins Bett zu bringen. Habt Ihr da Tipps für uns?

Liebe Grüße
Kloentje

Re: AW: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 04.02.2013, 23:43
von Kloentje
Heute hat mein Mann die Einschlafbegleitung gemacht. Und es hat geklappt. Schneller als bei mir, aber leider auch mit Tränen.

Ich hatte mich ausquartiert.
Bin hin- und hergerissen. Ich freue mich, dass es klappt. Und komme mir auch etwas grausam vor, weil sie mich gesucht und gerufen hat.

Ich bin gespannt auf morgen... Ob sie anhänglicher ist oder distanzierter.

LG
Kloentje

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 05.02.2013, 23:05
von Masu
Hallo Kloentje,

bei mir hat es bis zum 11. Monat tagsüber mit Einschlafstillen im Bett nie geklappt und ich habe immer getragen. Irgendwann habe ich eine andere Position beim Stillen probiert, nämlich im sitzen. Dafür setze ich mich auf einen Schaukelstuhl, sie kommt auf meinen Schoß, ich decke sie mit einer Wolldecke zu, sie stillt, wird dabei ruhiger und schläft ein. Wenn sie dann schläft trage ich sie ins Bett und sie trinkt nochmal kurz und schläft weiter. So mache ich es jetzt täglich seit Oktober. Habe auch mal versucht sie tagsüber wieder im Bett zu stillen bis sie einschläft - aber dann wird nur gewuselt, aufgestanden, durchs Bett gekrabbelt. Tagsüber muss ich mich hinsetzten und sie auf den Schoß, in die Decke nehmen. Sie hat dann vielleicht mehr Körperkontakt. Weiß nicht, ob es das ist. Geht auch im Bett, angelehnt - aber an einem anderen Ort noch besser.
Viel Erfolg!

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 08.02.2013, 22:07
von Kloentje
Masu hat geschrieben:Hallo Kloentje,

bei mir hat es bis zum 11. Monat tagsüber mit Einschlafstillen im Bett nie geklappt und ich habe immer getragen. Irgendwann habe ich eine andere Position beim Stillen probiert, nämlich im sitzen. Dafür setze ich mich auf einen Schaukelstuhl, sie kommt auf meinen Schoß, ich decke sie mit einer Wolldecke zu, sie stillt, wird dabei ruhiger und schläft ein. Wenn sie dann schläft trage ich sie ins Bett und sie trinkt nochmal kurz und schläft weiter. So mache ich es jetzt täglich seit Oktober. Habe auch mal versucht sie tagsüber wieder im Bett zu stillen bis sie einschläft - aber dann wird nur gewuselt, aufgestanden, durchs Bett gekrabbelt. Tagsüber muss ich mich hinsetzten und sie auf den Schoß, in die Decke nehmen. Sie hat dann vielleicht mehr Körperkontakt. Weiß nicht, ob es das ist. Geht auch im Bett, angelehnt - aber an einem anderen Ort noch besser.
Viel Erfolg!
Hallo Masu,

danke für den Tipp. Ich hatte das mal so ähnlich probiert ... bei meiner Tochter geht das nicht. Sie findet dann sogar eine Naht an meinem Shirt so spannend, dass sie wieder hochschreckt und total wach wird.

Wir haben es nun drei Tage lang (mit einer Unterbrechung) so gemacht, dass mein Mann die Kleine ins Bett bringt. Es war mal schmerzlich, mal weniger, geweint hat sie allerdings bei ihm immer mal. Aber es hat geklappt, dass sie einschlief und das nicht unter Tränen. Und das Beruhigen, wenn sie aufwacht, ging extrem schnell bei ihm. Schneller als bei mir.

Nun war es heute so, dass unsere Tochter ab etwa 2 Stunden vor dem Schlafengehen extrem mama-fixiert war. Und beim Schlafengehen (Papa liest ihr vorher immer vor) hat sie bitterlich nach mir geschrien, obwohl ich sie ja heute ohnehin ins Bett bringen wollte. Nun sind wir unsicher, wie wir weiter vorgehen ... immer im Wechsel, damit sie merkt, dass ich da bin, sich aber langsam auch in die Einschlafsituation mit ihrem Papa einfindet? Sie lieber wieder eine Woche lang von mir ins Bett bringen, damit sie wieder Sicherheit kriegt? Aber dann fällt der Wechsel zum Papa wieder schwerer.
Oder abwechseln?

Wie würdet Ihr das machen?

Und zweitens: Mein Mann bringt sie zum Schlafen, indem sie sich auf seinen Bauch legt und mit dem Ohr an seiner Brust dem 'Bum-Bum' (Herzschlag) lauscht (extrem süß anzusehen!). Nun habe sich sie beim dritten Aufwachen in den Papa-Nächten gestillt (weil sie zumindest aus Gewohnheit Hunger haben müsste) und sie ist - entgegen der üblichen Routine - nicht dabei eingeschlafen. Sie hatte die Augen offen, war hellwach und ist erst danach irgendwie wieder weggedöst. Entkoppelt sie dann das Einschlafen vom Stillen? Heißt das, wenn mein Mann (zu oft) Erfolg mit seiner Einschlafbegleitungsmethode hat, dann schläft sie gar nicht mehr beim Stillen ein? Oder kann man zwischen zwei Methoden und Personen wechseln?

(Sorry, klingt so verkopft, habe einen Knoten im Hirn, ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine.)

Liebe Grüße
Kloentje

Re: Einschlafstillen klappt nicht mehr

Verfasst: 09.02.2013, 12:23
von EhUSb
Ach Mensch, jetzt habe ich vergessen, hier weiterzuschreiben...

Also, ich habe das Haus nicht verlassen, als der Clarapapa anfing, sie ins Bett zu bringen. Ich war im Wohnzimmer, habe mich aber nicht eingemischt. Clara hat anfangs auch etwas gemeckert (aber nicht geschrieen), sich aber schnell vom Papa beruhigen lassen. Wir haben auch jetzt noch Phasen, wo sie beim Einschlafen nach mir verlangt (ist gerade aktuell wieder Thema), sich aber dennoch auch beim Papa gut beruhigen lässt. Insofern bringe ich sie nur ins Bett, wenn er nicht da ist, ansonsten ist das Vater-Tochter-Zeit und an den meisten Tagen finden das auch beide schön. Es wäre vielleicht anders, wenn sie wie am Spieß nach mir schrie - aber das tut sie nicht, hat sie nie. Also bringt hier wirklich so gut wie immer der Clarapapa das Kind ins Bett. Gewechselt haben wir erst, als er als Bettgehbegleitperson genausogut akzeptiert war wie ich. Aber, wie gesagt: Das ging auch recht problemlos.

Hier ist es übrigens so, dass Clarakind bei mir zum Einschlafen meist stillt (immer klappt das auch nicht!), beim Papa kuschelt. Das kann sie ganz gut unterscheiden - und beim Mittagsschlaf in der Kita ist alles ja nochmal anders, aber auch da schläft sie gut ein. Ich denke, am besten werdet ihr fahren, wenn ihr euch da ganz nach ihr richtet und jeder von euch sie so begleitet, wie sie es bei der Person am liebsten hat.

Alles Gute euch! Berichte doch mal, wie es weitergeht! LG, Alex