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Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 12:43
von Anja90
Hallo,

meine Motte ist 17 Wochen alt bzw. 4 Monate. Von alleine sitzen können ist sie natürlich noch weit entfernt.
Wir wollen BLW machen. Um "richtig" anzufangen ist es ja wohl noch zu früh.
Mich würde es aber total interessieren, ob bzw. was sie mit essen schon anfangen kann.
Darf ich ihr schon hin und wieder einen Stift Möhre etc. in die Hand geben? Oder ist das nicht gut und wenn ja, warum?

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 12:45
von Maryam+Leo
Ich wuerde es noch.nicht machen.
Sie kann ja noch nicht mal.sitzen. Ich finds einfach viel zu.frueh. Wuerde noch.mind. 2 monate waeten.

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 13:10
von Novalia
Leo ist ziemlich genau einen Monat älter. Seit kurzem zeigt er echtes Interesse wenn wir essen. Er versucht es zu bekommen ,wenn ich esse und Spielzeug wandert direkt in den Mund.
Trotzdem warten wir noch mit dem BLW-Start. Er kann noch nicht annähernd sitzen. Und vor allem ist es meiner Meinung nach FÜR IHN gesünder, sechs Monate voll zu stillen.

Nur weil ICH neugierig bin, was passiert, würd ich meinem Kind nichts zu essen geben. Da finde ich muss man abwägen und informiert sein, was für das KIND das Richtige ist. Das mag bei jedem Kind anders sein, wie wir hier oft genug lesen. Aber ich denke, wenn wir unsere Kinder beobachten, dann zeigen sie uns schon, wann der richtige Zeitpunkt ist :)
Außerdem kannst du dich noch lange genug an einem essenden, mümmelnden, matschenden Kind erfreuen. Genieß doch jetzt die Stillzeit, die ist schnell genug vorbei ;)

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 16:36
von Katha
Hallo,
Hier mal ein Link zu einem kürzlichen Thread, da steht was von Risiken von früher Beikosteinführung. Passt vom Alter in etwa, bei dem ganzen Thread einiges dabei, aber ganz prägnant von Jusl:
jusl hat geschrieben:Hallo Sinja,

das Problem beim "an Banane lutschen Lassen" ist, dass sehr junge, noch nicht beikostreife Babys eben noch nichts anderes damit anfangen können: NUR lutschen, halbliegend. Löst sich ein Stückchen, rutscht das zwangsläufig in den Hals - und vielleicht in den "falschen Hals".

Beikostreife Kinder unterscheiden sich durch drei Punkte von diesem Verhalten:
* Sie sitzen AUFRECHT. Selber. Abgelöste Stückchen rutschen als nicht automatisch nach hinten, sondern müssen per aktiver Schluckkoordination dorthin befördert werden.
* Sie lutschen nicht. Sondern: sie beißen ab, kauen, schlucken. Das geht nur, wenn der Lutschreflex (= Saugreflex) verschwunden ist. Bei Babys unter 4 Monaten ist das nur selten der Fall.
* Sie können Nahrung willentlich zum Mund hin und wieder weg(!) führen. Junge Babys können dies nicht, sie führen reflektorisch die Fäustchen zum Mund, und damit automatisch auch die Gegenstände, die sich zufällig darin befanden. Die Fäustchen bleiben dann da, bis sie zufällig bzw. reflektorisch wieder wegwandern. Das bedeutet, dass junge Babys das Nahrungsmittel kaum wieder willentlich aus dem Mund befördern können (z.B. wenn es zu weit nach hinten gerät und Würgen auslöst).

Insgesamt kann entsprechend nur davon abgeraten werden, jungen Babys, die eindeutig noch nicht beikostreif sind, feste Nahrung zu überlassen. Zum Überbrücken von Langeweile o.ä. sollten zum Lutschen lieber andere, dafür geeignete Gegenstände angeboten werden.

LG
Julia
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p2833957

Wie Sakura auch schreibt, kann der Darm die Beikost noch nicht verwerten.

Kennst Du schon die Gruninfos zu Beikosteinführung?
Da ist alles erklärt. Wenn Dein Baby reif dafür ist, kannst Du gerne was geben. Die meisten Babys sind es mit etwa 6 Monaten. Manche etwas früher, manche etwas später.
Bei den Grundinfos ist bei den letzten Seiten auch das mit dem Sitzen erklärt: sie müssen nicht selber sitzen können, aber auf dem Schoß oder Hochstuhl gestützt selbst genügend Spannung haben.

Liebe Grüße

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 17:25
von kuscheltiger
Mal abgesehen von Deiner Neugier, spricht für Dich noch was für die Beikosteinführung oder den Test?
Ich würde noch warten und verweise (ebenfalls auf Julias sehr ausführlichen und guten Infos zur Beikostreife und zum Beginn.

Alles Gute Euch,
kuscheltiger

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 18:20
von Lila
Hallo Anja,

ich bin keine Stillberaterin, auch keine Oecothrophologin oder Ernährungsberaterin oder oder ...

Ich persönlich kann den Punkt des "aufrechten" (freien) Sitzens jedoch nicht ganz nachvollziehen.

Anders sieht es aus mit dem Zungenstreckreflex (heißt das so), also wenn ein Baby immer Nahrung wieder aus dem Mund schiebt ... ist für mich ein relativ sicheres Zeichen, dass das Baby noch nicht Beikostreif ist.
Im Gegenzug ein Baby, das sich wirklich aktiv fürs Essen (der anderen bzw. ihre Tätigkeit) interessiert, danach greift und es zum Mund führt.

Das Sitzalter bzw. die Fähigkeit sich aktiv Aufrecht zu halten ist jedoch von vielen Dingen abhängig und zwar nicht (nur) von in Stein gemeiselten Zeitfenstern oder gar universellen Genen. Vieles ist auch eine Frage des Handlings und geprägt von kulturellen Einflüssen oder aber auch z.B. von Einschränkungen.
Soweit ich weiß sind Kinder in anderen Kulturen zum Teil sehr viel früher in motorischen Abläufen. Gleichzeitig erlebe ich in unserem Kulturkreis immer wieder Säuglinge, die motorisch eher langsam oder noch sehr inkompetent sind, was nicht sehr verwundert, wenn sie entweder den ganzen Tag auf dem Rücken liegen und von oben passiv stimuliert sind bzw. viel wert auf die (verbale) Interaktion gelegt wird. Auf der anderen Seite werden Säuglinge auch sehr "körperfern" gehändelt, d.h. in Positionen gebracht, die sich noch gar nicht können und Dingen ausgesetzt, die nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen, sei dies ein zu frühes Hinsetzen oder auch das Trainieren der Beikost, d.h. Brei immer wieder rein bis das Baby "gelernt" hat die Zunge nicht mehr raus zu strecken :?

Mein erstes Kind hat sich mit 6 Monaten selbstständig hingesetzt (hat keiner vorher mit ihm trainiert) ... wirklich beikostwillig war es viele Monate später.
Mein zweites Kind hat mit 5,5 Monaten gekrabbelt und ca. 3 Wochen später sich hingesetzt. Sein erstes Bio-Dinkelbrötchen hat es mit ca. 5,5 Monaten gelutscht / gemümmelt ... ob ich das wieder so machen würde? Keine Ahnung, ich hatte mich bei diesem Kind auf eine lange Vollstillzeit eingestellt, hatte ja Übung und dieses Kind wollte es anders. Es gab nie Brei und es bekam tendenziell die Sachen entweder von unserem Schoß oder vom Boden ;-)

D.h. ich würde einem beikostinteressiertem Kind, dass noch nicht sitzen kann, das Essen einfach hinlegen, wenn es in Bauchlage ist, sodass es sich in den Unterarmstütz begeben kann und dran rummümmeln kann. Einem motorisch beweglichen Kind, dass sich rollen und drehen kann und "bewusst" ist würde ich also vor der Kompetenz zum aufrechtem Sitzen etwas zu essen geben, wenn es dies will. Eben aus dem Grund, dass die motorische Entwicklung unserer Kinder zu 50% gesellschaftlich beeinflusst ist und keine starre Größe hat.

Mit 4 Monaten würde ich einem Baby tendenziell nichts anderes geben außer (Mutter)Milch ... außer es ist ganz klar, dass es definitiv, ganz dringend essen will und die Nahrung auch schluckt, es soll tatsächlich Babys geben, die mit 4-5 Monaten gerne und viel Brei essen. In anderen Kulturen hatten die Mütter ihre Babys auf dem Schoß, kauten die Nahrung, spuckten sie aus und gaben sie dann dem Baby ... soll es noch immer geben ;-)

LG

Re: Darf ich ihr schon mal was in die Hand geben?

Verfasst: 01.12.2012, 19:07
von Anja90
Oh, so viele Antworten. Ich dachte halt (hab ich wohl irgendwo gelesen) dass Babys selber wissen was (wann) gut für sie ist. Dass, wenn sie nicht gefüttert werden, das essen erst dann im Mund landet, wenn das Baby so weit ist oder sonst halt eh wieder herausgewürgt wird oder so ähnlich...
Aber dann warte ich auf jeden Fall noch