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Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 11:12
von Karinke
...irgendwie vertragen wir uns alle nicht so, wie es sein sollte.

Zum Essen hatte ich shcon immer eher ein angespanntes verhältnis im Sinne von: "ach du shcon wieder....". Mein Darm ist der Leidtragende dabei. Der "wehrt sich" wenn man dem noch so sagen kann, in seiner Not damit, dass er einfach iiiirgendwie funktioniert, aber nicht wirklich brauchbar. Sprich, er nimmt auf, was er nicht sollte, und lässt trotzdem Reste durch, so dass alles in allem eh nicht stimmt.

Da schlussendlich ein Eisenmangel diagnostiziert wurde, ging ich zu einem Eisenspezialisten, der mal komplett draufschauen sollte. Nicht einfach Eisen auffüllen, sondern zusammen hinterfragen: Wie kommt es zu diesem, was will mein Körper mir damit sagen, denn ich war mir bewusst, dass der Mangel durchaus auch seine berechtigung haben kann. Der Arzt - hoch erfreut darüber, das wer hinterfragt und nicht einfach aufgefüllt haben will - kam mit mir überein, dass wir fürs gesamtbild eine Stuhlprobe nehmen. Das machten wir auch, und oh wunder: Effektiv, es ist ein ungleichgewicht vorhanden. Die Detaildiagnose kann ich ja noch immer Nachreichen. Jedenfalls war seine Empfehlung: weniger Fett, Weniger Eiweiss.
Nun das Problem: Ich vertrage 99% der Kohlenhydrate nicht und diejenige die ich vertrage, die mir gut bekommen sind in der Zubereitung sehr kompliziert. Sprich, das einfachste wäre, ich würde mich von Linsenmus ernähren. Sonst scheint meinem Körper nichts zu bekommen.

Klar, eine Darmsanierung wäre nun dran. Da sind wir gerade noch am Ausrechnen, ob ich die überhaupt bezahlen vermag - sind wir seit diesem Monat das erste mal ohne Sozialhilfe, da mein Mann wieder ausreichend verdient. Aber eben nur ausriechend um keine Sozialhilfe mehr zu kriegen. Noch nicht ausreichend um die Wurzelbehandlungen, geschweige denn die Darmsanierung zu vollziehen.

Vermutlich könnte ein schlüssel auch darin liegen, von allem einfach ein klein wenig zu essen. Durchaus möglich. Aber hat mir hierzu wer eine Anleitung, wie ich das Tandemstillend mit meinen zwei Kleinkindern auf die Reihe kriege? Den Mund so lange gefüllt lassen zu können, um ausreichend zu kauen, Soviel Ruhe für die Mahlzeit zu haben, wie ich brauche, und alles in allem meinem Körper wieder beibringen, dass er nicht soooooviele Kalorien braucht, wie er eben bekam?

Wie kriege ich mich selbst wieder versöhnt mit dem Essen, dass ich soweit zur ruhe kommen kann, dass auch mein Darm seiner Aufgabe nachkommen kann?

Versteht mich überhaupt wer?

Danke schonmal fürs Lesen! Freue mich über jeden Tipp!
Karinke

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 11:52
von Maja
Ist Dein Verdauungssystem schonmal gründlich untersucht worden? Also mit bildgebenden Verfahren von außen und einer Darmspiegelung? Falls nicht würde ich das dringend angehen, und nicht erst noch mit der Ernährung rumexperimentieren.
Es gibt jede Menge chronische Darmerkrankungen oder anderes, was man an den inneren Organen haben kann, was zu solchen Problemen führt. Vieles davon kann man gut behandeln, wenn man es erstmal entdeckt hat. Und sollte dann eine Spezialernährung/Supplementierung notwendig sein gibt es u.U. was von der Krankenkasse hinzu!

Gute Besserung!

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 12:32
von Karinke
Die Darmspiegelung hatte ich vor etwa 6 Jahren. die war unuaffällig. Blutbild und Stuhlanalyse hatte ich eben gerade, woraus dann eben die Empfehlung zur Darmsanierung resultierte.

Nachgewiesen wurden Escherichia Coli und Clostridium species, die jeweils übermässig vorkommen.
Dazu habe ich zuviel Eiweiss im Stuhl, zu wenig stärke aber grenzwertig viel Zucker. Das Sekretorische IgA ist auch zu viel vorhanden.
In der Gesamtbeurteilung steht der Hinweis auf Kohlenhydratintoleranz, was ich selber ja shcon länger gespürt habe und mich entsprechend ernährt habe, und mir auch wohl tat. wenn ich nun aber weniger Eiweiss und Fett essen soll, und die KH ja auch nicht vertrage, was bleibt dann noch??

Was würden sie denn beim Bildgebenden verfahren (US?) sehen können? Flatulenz-Nester, und was noch?

Die erstbehandlung der Darmsanierung will der Arzt mit mitteln machen, die nicht gedeckt sind. die weitere auskurierung wäre dann mit bezahlen Mitteln.

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 13:06
von Maja
Karinke hat geschrieben:
Nachgewiesen wurden Escherichia Coli und Clostridium species, die jeweils übermässig vorkommen.
Dazu habe ich zuviel Eiweiss im Stuhl, zu wenig stärke aber grenzwertig viel Zucker. Das Sekretorische IgA ist auch zu viel vorhanden.
Das deutet aber doch alles auf eine entzündliche Darmerkrankung hin (und der Eisenmangel darauf, dass das nicht erst seit gestern so ist... waren im Blutbild denn keinerlei erhöhte Entzündungsmarker zu sehen, hast Du den Laborbericht da?). Wenn die letzte Darmspiegelung nun 6 Jahre her ist würde ich die definitiv wiederholen. Der Arzt, bei dem Du jetzt warst, war der Gastroenterologe? Wenn nicht, dann sollte das der nächste Weg sein (schonmal Termin holen, dauert bestimmt eine ganze Weile...).
Mit bildgebenden Verfahren (US, MRT, CT) könnte man sich vor allem noch mal Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse ansehen. Wobei natürlich dann auch rundherum geschaut wird, ob irgendwo im Bauchraum was auffälliges zu sehen ist.

Lass das bitte abklären, bevor Du mit den ganzen Einschränkungen bei einer evtl. nicht mehr ausgewogenen Ernährung landest. Wenn KH-Intoleranz gleichzeitig mit dem Rat "weniger Eiweiß, weniger Fett" vom Arzt ausgegeben wird, dann sollte der eigentlich schon von sich aus eine professionelle Ernährungsberatung verordnen (bezahlt dann die Krankenkasse). Aber in meinen Augen ist das Schritt 3 - falls tatsächlich in Schritt 1 weder am Darm, noch an anderen Organen, noch in Schritt 2 an der Schilddrüse, eine grundsätzliche Ursache gefunden wird.

Alles Gute!

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 14:09
von Karinke
Darf ich noch wissen, wie weit ich da auf die Tandemstillzeit Rücksicht nehmen soll/ kann/ muss? Wie weit hat das Einflüsse, die zu berücksichtigen sind?

Entzündungsmarker im Blut, wären das die Leukozyten? die waren bei 8.2.

Die Nichtausgewogene Ernährung habe ich ja bereits schon dadurch, dass ich die üblichen Beilagen, wie Nudeln, Reis (Ausnahme Basmati), Mais und Kartoffeln nicht vertrage - sprich, ich esse die sauce, das Fleisch und Gemüse. Viele Früchte. Und, um mich alles in allem zu Entlasten zwischendrin ein Nahrungsergänzungsshake einer einschlägigen Firma, die "Kraut" im Namen hat.
Daher kam dann irgendwann die überlegung, dass ich halt von allem birebitz essen muss, und an der Esstechnik feilen muss, bis das Birebitz mich gut sättigt. Sprich, langsamer essen, besser kauen, genügend Wasser neben den Mahlzeiten etc...

Wieviel chance gibst du der "isolierten" Darmsanierung, sprich einfach mal durchpülverlen, und am Ende der Kur schauen, was daraus entstand ausser dem Loch im Portemonnaie?

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 15:48
von Maja
Also, US kann man auf jeden Fall stillend machen ;-) beim MRT und CT kommts auf das Kontrastmittel an, bei einer Darmspiegelung aufs Narkosemittel. Da müssten sich hier ein paar Threads zu finden lassen, aber das weiß dann auch die Embryotox, wenn es der Arzt nicht weiß. Aber ob und welche Untersuchungen gemacht werden sollen kann letztlich nur der Gastroenterologe einschätzen, also einen Termin würde ich da definitiv holen.

Deine Ernährung ist ja wirklich stark eingeschränkt, und dazu dann Tandemstillen, das wundert mich nicht dass Du irgendwann nicht mehr richtig fit bist. Da hilft ein Forum letztlich aber auch nicht mehr weiter, da muss wirklich professionell auf die Ernährung geschaut werden, das heißt auch die Nahrungsergänzungen sollten medizinisch ausgewählt und nicht "über den Daumen gepeilt" werden. Ruf doch mal Deine Krankenkasse an und frag, wie deren Regelungen für Ernährungsberatung aussehen, und zwar nicht im Rahmen von Prävention, sondern wenn es eine ärztliche verordnete Maßnahme ist, wie es zB auch Diabetiker bekommen.

Tja, ich bin nicht so der Riesenfreund von diesen Darmsanierungssachen. Das bringt mal was, mal nix. Natürlich kann ein Teil der Werte auch an der sehr KH-armen Ernährung liegen. Aber alles in allem ergibt sich für mich ein Bild, was eher in die Hände eines Facharztes und einer Ernährungsberatung gehört als dass man da jetzt noch lange mit Pülverchen herumhantieren sollte. Das wäre meine Einschätzung, mehr als das kann man übers Netz ja schlecht abgeben, letztlich kommt es ja auch darauf an wie Du Dich damit fühlst. Chronische Darmbeschwerden laugen der Körper sehr stark aus.

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 16:00
von Karinke
Bisher wehrt sich der Körper ja selber, in dem er einfach alles einlagert, was er kriegt. So schwanke ich derzeit knapp unter der "Tonne" herum mit 98-99kg Vor der ersten sws schaffte ich es mit kohlenhydratreduziert auf 66kg von 96 ausgehend. Da war mir so richtig wohl in meiner Haut.

Mal schauen, was ich nun mache. Muss eh erst das versicherungstelefon anrufe, und mich von denen prinzipialberaten lassen... hoffe, ich erwische wen vernünftiger...

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 21:01
von Sakura
Karinke,

ich bin keine Ärztin, aber ich sehe das wie Maja. Eine Freundin von mir hat Morbus Crohn, eine Bekannte meiner Eltern hat Zöliakie, und ich habe soooo vieles wiedererkannt in Deinem Bericht. Ich denke auch, dass der Gastroenterologe die erste Adresse wäre, um abzuklären, ob und was da nicht stimmt.

Der Entzündungsmarker bei einem Blutbild ist CRP, ich weiß aber als Laie nicht, ob es da noch mehr gibt.

Gute Besserung und liebe Grüße
S. :-)

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 21:30
von Lilly11
CrP ist ein wichtiger Entzündungsmarker, der etwas verzögert ansteigt und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auch nicht immer erhöht sein muss (Stichwort Schub). Ein nur leicht erhöhter CrP-Werte könnte aber zB zu so etwas passen, sehr hohe CrP-Werte gehen mit sehr schweren Entzündungen einher.

Leukozytose (Vermehrung der weißen Blutkörperchen) kann ebenfalls eine Entzündung anzeigen, ist dann meist eher etwas akutes und kann auch aus anderen Gründen erhöht sein.

Weiter interessant wäre dann noch die Blutsenkungsgeschwindigkeit, wobei diese auch unspezifisch bei akuten Entzündungen erhöht wäre (und bei chronisch-entzündlichen Erkranungen im freien Intervall nicht erhöht sein müsste).

Ich schließe mich aber auch den Vorschreiberinnen an: ärztlich abklären lassen :wink: Oft machen chronische Darmerkrankungen ungewöhnliche Symptome und Unverträglichkeiten+Eisenmangel sollte schon abgeklärt werden... (sage ich aus medizinischer Sicht und wegen vieler Bekannter (u.a. Mutter und Schwester) als Betroffene). Fragen bzgl. Kontrastmittel und Narkose kannst Du dann immer noch mit dem Radiologen/Anästhesisten besprechen, aber da gibt es in jedem Fall Möglichkeiten, das stillfreundlich zu gestalten (z.B. schmeckt die Milch nach einer Propofol-Sedierung, die bei Darmspiegelungen recht üblich ist, wohl nicht so toll - einmal abpumpen und die Sache ist erledingt, danach kann normal weiter gestillt werden).

Ich wünsche Dir alles Gute!!

Re: Ich, mein Essen und mein Darm

Verfasst: 30.11.2012, 21:39
von Buckelchen
Hallo,
ich leide leider unter Morbus Crohn und kenne solche Probleme nur allzu gut. Daher rate ich Dir auf jeden Fall auch zu einem Besuch beim Gastroenterologen.
Alles Gute für Dich!
lg