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Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 30.10.2012, 22:52
von Louet
Hallo, ihr lieben!

Wie ihr meiner Signatur entnehmen könnt, ist es keine so wirklich dringende Anfrage :wink: aber immer, wenn ich mich mit dem Tragen beschäftige, kommt bei mir die Angst auf, mir durch verkehrtes Binden o.ä. meine eh schon ruinösen Gelenke noch mehr kaputt zu machen.

Ich habe ein recht starkes Hohlkreuz, was mir langes Stehen eh schon schmerzhaft macht.
Außerdem sind meine Knie durch eine Fehlstellung ziemlich abgenutzt (retropatellare Chondropathie). Und damit das Ganze so RICHTIG schief wird sind meine Gelenke hypermobil, lassen sich also zu weit in die "verkehrte" Richtung beugen. Für die Beine heißt dass, dass sie beim Stehen eher nach hinten durchgedrückt sind.

Das alles ist mehr oder weniger dauerhaft in orthopädischer Behandlung und ich komme im Alltag damit klar. Wie ist das aber, wenn ich mal mehrere Kilo Kind an meinen maroden Körper binden will?
Wieviel kann man da durch falsches Binden oder sogar bei richtigem Binden kaputt machen/überlasten?

Ohne Trageberatung würde ich sowieso nicht anfangen.
Gehört es zur Ausbildung von Trageberaterinnen, aufso was zu achten? Ich will den Beraterinnen nicht ihre Kompetenz absprechen, ich weiß bloß wirklich nicht, ob das Teil der Ausbildung ist.

Kann mir jemand ein bisschen meine Ängste nehmen oder trägt selbst mit dem einen oder anderen "Handycap"?

Liebe Grüße,

Louet

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 10:04
von 4tiere
Ich persönlich gehe beim Tragen viel aufrechter und gerader, also viel gesünder.
Daher ist es für mich eher eine Übung als Belastung.

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 13:44
von Sakura
Hi louet,

ich kenne eine Trageberaterin, die vor den Kindern immer Rückenschmerzen hatte (Krankenschwester). Sie sagt, nachdem sie zwei Kinder ausschließlich getragen hat, ist ihr Rücken so stark geworden, dass sie jetzt keine Rückenschmerzen mehr hat.

Ich habe ebenfalls ein ausgeprägtes Hohlkreuz. Daher konnte ich nicht ewig vor dem Bauch tragen, gleich gar nicht mit Bondolino oder Manduca. Auf dem Rücken trage ich aber völlig problemlos, stundenlang. Die Belastung und Statik beim Rückentragen ist eine völlig andere. Mein Kind wiegt jetzt knapp über 10kg, und ich kann sie auf dem Rücken stundenlang tragen, ohne dass ich Rückenschmerzen kriege, vorm Bauch wäre wohl nach einer halben Stunde Schluss.

Ansonsten heißt es immer (und ich kann das bestätigen): Wenn frau von Anfang an und vor allem regelmäßig trägt, dann wachsen die Muskeln mit. Ein Neugeborenes von 3-4kg, das wirst Du kaum bemerken vom Gewicht her, wenn es gut eingebunden im Tuch hockt. Im Gegenteil, das Gewicht des Babybauches ist in der Regel viel größer und statisch ungünstiger. Und dass das Kind dann langsam schwerer wird, wirst Du ebenfalls nicht bemerken, wenn Du Dein Kind regelmäßig (täglich) trägst, eben weil die Muskeln mitwachsen.

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 13:58
von Alanna
ich unterschreib mal faul bei Sakura. Ich hatte vor meinem 20. Lebensjahr die ersten beiden Bandscheibenvorfälle und trage meinen mittlerweile 2-jährigen mit 14,5 Kg völlig problemlos auf dem Rücken.
Wie schon gesagt wurde - das Gewicht steigt ja kontinuierlich an, und du trägst das Kind sowieso... und auf dem Arm ist sicherlich nicht günstiger als im Tuch/Tragehilfe...

Re: AW: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 14:07
von MaareMum
Tja, leider ist das nicht immer so.
Ich bekomm vom Tragen Rückenschmerzen. Es fühlt sich an, als wird meine Lendenwirbelsäule gestaucht. Egal mit was und auf welche Weise ich trage (ganz schlimm war es, als er schwerer wurde und ich noch vorne getragen hab, auf dem Rücken ist es besser aber trotzdem da). Und, nein, ich benutze keinen BB oder binde das Tuch grottig :-) ich trage auch trotzdem, weil ich und das Kind es lieben. Aber man kann leider nicht verallgemeinernd sagen, dass vom Tragen die Rückenschmerzen weggehen.

Kurz und knapp vom Handy

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 14:17
von Angora
Nee, weggehen tun die schmerzen nicht.... Ich hab auch alles an Rücken, was man sich nicht wünscht ;-) und bin seit Jahren in Behandlung. Die Schwangerschaft ist jedesmal das schlimmste. Tragen mit guten Tüchern oder Babytragen hingegen war bislang (und ich hab den kleinen bis er vier war u ich jetzt nen zu dicken Bauch bekam) getragen, problemfrei. Tat nicht mehr weh als alleine gehen. Und ist tausendmal besser als das Kind nur auf dem arm zu tragen oder sich auf die Hüfte zu setzen.

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 15:15
von Morgaine47
Die meisten Trageberaterinnen sind keine Orthopäden oder Physiotherapeuthen und kennen sich daher mit so Sachen wenig aus.
ABER: Sie Wissen welche Bindeweise oder Tragehilfe wie den Körper belastet und können so zusammen mit Dir eine Lösung finden wie Du möglichst schmerzfrei Dein Kind tragen kannst. Sicher wirst Du mit der Vorgeschichte (vor allem wegen der Knie) keine Vollzeittragemama werden, die auch ihr 2 Jähriges 12 kg Kind noch stundenlang tragen kann, aber es kann sicher eine Lösung gefunden werden, wie Du Dir den Alltag erleichtern kannst. Denn wie schon geschrieben, Tragen tut man so oder so, nur auf dem Arm ist auf jeden Fall belastender für den Körper.

Ich sehe übrigens den größten Schwachpunkt in den Knien. Gerade beim Rücken kann man mit unterschiedlichen Trageweisen viel erreichen. Aber die Knie müssen das Gewicht immer tragen.

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 15:22
von Sakura
Ich habe auch ein Knie, was sich laut Orthopäden viel zu weit nach hinten durchbiegt beim Gehen. Ich habe beim Tragen keinen Unterschied gespürt, die Probleme haben sich weder gebessert noch verschlechtert, und ich war bis das Mäusel laufen konnte fast Vollzeit-Tragemama.

Die Frage ist natürlich auch immer, wieviel das Kind wiegt. Meine war Durchschnitt, von daher...

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 16:46
von Louet
Mit dem Handy unterwegs, daher erstmal in aller Kürze:

Vielen dank für eure zahlreichen antworten. Das hilft mir schon ein ganzes Stück weiter!
Das ich wahrscheinlich keine hardcore-Tragemama werde sein können habe ich mir eh schon gedacht. Alles andere werde ich mir dann wohl mit einer TB erarbeiten. Schade , aber dann trag ich halt nur Minibaby und ab “Brocken“ darf dann Papa schleppen *grins*

Re: Tragen und orthopädische Probleme (der Mama)?

Verfasst: 31.10.2012, 17:48
von fragaria
Louet, meistens merkt man ja schon recht schnell, wenn sich etwas falsch anfühlt. "Kaputt machen" kannst du also nichts.
Eine gute Trageberaterin kann gemeinsam mit dir an einer für dich optimal passenden Bindeweise arbeiten.
Ich bin auch der Ansicht: Ein gut gebundenes Tuch ist weniger belastend als ein auf-dem-Arm-Kind. Aber
merken tut man's natürlich trotzdem.
Ein gefüllter Rucksack oder eine Tasche wiegen aber auch mal schnell zehn Kilo (oder ist das nur bei mir so? :oops: :wink: ),
man unterschätzt, was man sowieso so rumschleppt im Alltag.