Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Verfasst: 20.09.2012, 02:03
Ich schreibe diesen Thread weil ich jetzt gehört habe, dass ich nicht die einzige hier mit vernunftunterbundenem Kinderwunsch bin. Vielleicht können wir uns gegenseitig den Rücken stärken. 
Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, obwohl ich noch keine eigenen Kinder habe. Mich begleitet aber seit vielen Jahren ein intensiver, oft schmerzlicher Kinderwunsch. So stark, dass ich mich mehr als wahrscheinlich gesund wäre mit dem Thema beschäftige. So sehr, dass ich jetzt schon weiß, welche Tragetücher ich möchte wie ich mein Kind zu ernähren gedenke (natürlich alles SuT-konform
) und vieles, vieles andere.
Es macht es nicht einfacher, dass ich seit mittlerweile über 6 Jahren (also seit ich 16 bin) mit einem Mann zusammen bin, den ich liebe, mit dem ich mein ganzes Leben teilen und den ich als Vater meiner Kinder möchte.
Als ich noch zur Schule ging, waren die Dinge klar. An unserer Schule, einem bischöflichen Gymnasium mit Kindern gutbürgerlichen Hauses wurde man nicht schwanger. Das gabs nicht. Es gab Mobbing, jede Menge Magersucht, einige Depressionen und sogar Selbstmordversuche aber keine schwangeren Mädchen.
Somit war für mich von Anfang an glasklar, dass ich einen eventuellen Unfall abtreiben möchte. Ich wusste auch, dass mich das wahrscheinlich mein Leben lang nicht loslassen würde, aber das war ok. Ich fühlte mich auch selber einfach nicht bereit, ich war ja immerhin Schülerin.
Seit ich studiere sind die Dinge nicht mehr so klar. Ich weiß, dass ich nie wieder so viel Zeit haben werde wie jetzt. Ich weiß, dass Studenten mit Kind viel Hilfe geboten wird. Ich weiß, dass ich die Verantwortung übernehmen kann. Und ich habe letztens zufällig ausgerechnet, dass wir die Zeit bis zu meinem voraussichtlichen Arbeitsbeginn (Mitte 2014 oder Anfang 2015) mit Kind problemlos überbrücken könnten.
Das hat mich dann doch überrascht, war "Kinder sind so teuer" eines meiner Hauptargumente gegen ein Kind. (Gut wer schonmal keine Pulvermilch kaufen braucht
)
So sehr ich jetzt einen "Unfall" annehmen und mich darüber aus vollstem Herzen freuen würde, so wenig kann ich das momentan allerdings aktiv angehen. Herr Menschenkind ist zwar auch "nur" Student, hat aber ein sehr belastendes Studium (wenn ich jetzt Lehramt Sek. II Mathe und katholische Religion sage nimmt mir das keiner ab, oder? Ist aber so
) und behauptet zumindest, die zusätzliche Belastung nicht verkraften zu können. Außerdem ist er sehr von seiner Mutter geprägt: "Lebt doch noch, genießt euer tolles Studentenleben, später wird selbst vor die Tür gehen mit einem Baby zum Auszug aus Ägypten". Ich kann es selber nicht verhehlen, dass ich mein Leben selten mehr genieße, als wenn man abends von den Freunden spontan zu einem Cocktail in die Stadt eingeladen wird, 15 Minuten später schon da ist und bis spät in die Nacht zusammen sitzt. Auch, obwohl ich weiß, dass ich tausendmal lieber in die Augen meines Kindes sehen würde. Und gemütlich beisammen sitzen kann man ja eh fast besser zu Hause.
Trotzdem, auch ich für mich allein genommen würde jetzt nicht aktiv für ein Baby üben. Teils aus oben genannten Gründen, teils wegen so vielem mehr. Klar könnten wir alles nötige für ein Baby bezahlen, und für später sind ja sogar die Einstiegsgehälter von Ärzten und Lehrern nicht ohne. Von einer beinahen Beschäftigungsgarantie aufgrund des Arbeitsmarktes ganz zu schweigen.
Aber natürlich kann man mit mehr Geld nunmal auch mehr machen. Und, ja, ich könnte ein Kind erziehen, aber ich schaffe es ja noch nicht mal, meinen eigenen Kram ordentlich zu halten, wie soll ich da einem Kind Ordnung beibringen? Ich schaffe es ja auch nicht, regelmäßig zu essen, wie soll ich mich da so ernähren, dass ich ein gesundes Kind habe (SwS, Stillzeit) und es ihm selber beibringen? Vielleicht bin ich ja doch nicht reif genug?
So trage ich mich also hin und her. Es gibt Zeiten, da ist es so schlimm, dass ich den ganzen Tag an wenig anderes denken kann. Dann gibt es auch Zeiten -- glücklicherweise jetzt grade wieder -- da kann ich einigermaßen reflektieren und nur beim Blick ins Forum oder wenn ich ein Baby sehe daran denken.
Ich habe mich immer für einen Freak gehalten, weil ich seit ich mich erinnern kann, also noch bevor ich wusste was Sex ist ^^, diesen Wunsch in mir trage. Vielleicht bin ich aber nicht die einzige. Ich denke, wenn ich gleichgesinnte finde, dann hier.
Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, obwohl ich noch keine eigenen Kinder habe. Mich begleitet aber seit vielen Jahren ein intensiver, oft schmerzlicher Kinderwunsch. So stark, dass ich mich mehr als wahrscheinlich gesund wäre mit dem Thema beschäftige. So sehr, dass ich jetzt schon weiß, welche Tragetücher ich möchte wie ich mein Kind zu ernähren gedenke (natürlich alles SuT-konform
Es macht es nicht einfacher, dass ich seit mittlerweile über 6 Jahren (also seit ich 16 bin) mit einem Mann zusammen bin, den ich liebe, mit dem ich mein ganzes Leben teilen und den ich als Vater meiner Kinder möchte.
Als ich noch zur Schule ging, waren die Dinge klar. An unserer Schule, einem bischöflichen Gymnasium mit Kindern gutbürgerlichen Hauses wurde man nicht schwanger. Das gabs nicht. Es gab Mobbing, jede Menge Magersucht, einige Depressionen und sogar Selbstmordversuche aber keine schwangeren Mädchen.
Seit ich studiere sind die Dinge nicht mehr so klar. Ich weiß, dass ich nie wieder so viel Zeit haben werde wie jetzt. Ich weiß, dass Studenten mit Kind viel Hilfe geboten wird. Ich weiß, dass ich die Verantwortung übernehmen kann. Und ich habe letztens zufällig ausgerechnet, dass wir die Zeit bis zu meinem voraussichtlichen Arbeitsbeginn (Mitte 2014 oder Anfang 2015) mit Kind problemlos überbrücken könnten.
So sehr ich jetzt einen "Unfall" annehmen und mich darüber aus vollstem Herzen freuen würde, so wenig kann ich das momentan allerdings aktiv angehen. Herr Menschenkind ist zwar auch "nur" Student, hat aber ein sehr belastendes Studium (wenn ich jetzt Lehramt Sek. II Mathe und katholische Religion sage nimmt mir das keiner ab, oder? Ist aber so
Trotzdem, auch ich für mich allein genommen würde jetzt nicht aktiv für ein Baby üben. Teils aus oben genannten Gründen, teils wegen so vielem mehr. Klar könnten wir alles nötige für ein Baby bezahlen, und für später sind ja sogar die Einstiegsgehälter von Ärzten und Lehrern nicht ohne. Von einer beinahen Beschäftigungsgarantie aufgrund des Arbeitsmarktes ganz zu schweigen.
So trage ich mich also hin und her. Es gibt Zeiten, da ist es so schlimm, dass ich den ganzen Tag an wenig anderes denken kann. Dann gibt es auch Zeiten -- glücklicherweise jetzt grade wieder -- da kann ich einigermaßen reflektieren und nur beim Blick ins Forum oder wenn ich ein Baby sehe daran denken.
Ich habe mich immer für einen Freak gehalten, weil ich seit ich mich erinnern kann, also noch bevor ich wusste was Sex ist ^^, diesen Wunsch in mir trage. Vielleicht bin ich aber nicht die einzige. Ich denke, wenn ich gleichgesinnte finde, dann hier.