weil sich zum Thema Allergieprophylaxe (bzw. Beikost allg.) die Empfehlungen im letzten Jahr meines Wissens geändert haben (?)
Das ist richtig. Bis vor ein paar Jahren galt die Empfehlung, dass Babys mit erhöhtem Allergierisiko (dieses ist ETWAS erhöht mit EINEM allergischen Elternteil und STARK erhöht mit ZWEI allergischen Elternteilen) im ganzen ersten LJ möglichst allergenarm ernährt werden sollten. Eine Reihe "klassischer" Allergene wie Kuhmilch, Meeresfrüchte, Nüsse, Erdbeeren usw. sollten im ersten LJ gar nicht gegeben werden, genauso diejenigen Nahrungsmittel, auf die die Eltern allergisch sind. Die Hoffnung war, dass mit zunehmender Darmreife die Kinder weniger empfindlich sind und Allergien deshalb seltener ausbrechen.
Diese Annahme hat sich empirisch jedoch (und das sind die Ergebnisse NEUERER Forschungen) NUR für die ersten 4 Monate bestätigt. Das heißt: in den ersten 4 Monaten sollte ein Baby auch nach neueren Erkenntnissen TATSÄCHLICH allergenarm ernährt werden (was keinerlei praktisches Problem darstellt, da in dieser Zeit sowieso vollgestillt werden sollte bzw. die nicht (mehr) gestillten Babys nur Muttermilchersatz bekommen sollten). Nach dem Start mit Beikost jedoch konnte KEIN Vorteil allergenarmer Kost festgestelllt werden - Kinder, die allergenarm ernährt wurden, entwickelten mind. genauso häufig später Allergien wie die Kinder, die ohne Einschränkungen Festes bekamen.
Deshalb: Hinsichtlich des Allergierisikos Deines Babys gibt es keinen Grund, ihm Kürbis vorzuenthalten. Selbstverständlich kann Dein Baby trotzdem irgendwann auf Kürbis allergisch werden, aber dies kann es eben auch, wenn Du jetzt noch 2 Jahre mit Kürbis wartest. Hinsichtlich der Praktikabilität musst Du selbst schauen, ob Du Kürbis anbieten willst. (Wenn es für meinen Mann lebensgefährlich wäre, mit Kürbis in Berührung zu kommen, würde ich wohl nicht unbedingt welchen im Haus haben wollen. Schließlich gibt es noch 253 andere Gemüsesorten, die das Baby essen könnte...

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LG
Julia