Ich bin Einzelkind und in meiner Kindheit gab es viele Tage, an denen ich es lieber nicht gewesen wäre. Meine Eltern haben viel gearbeitet (tun sie heute noch) und hatten nicht so viel Zeit für mich. Ich kann mich erinnern, wie ich als Grundschulkind, nachdem wir gerade 500KM umgezogen waren (OK, vielleicht war es auch schon 1 Jahr später) immer meine Mutter bei der Arbeit angerufen habe und gefragt habe, wann sie endlich heimkommt.
Ich weiß nicht, ob ich besonders bevorzugt wurde, aber ich glaube eigentlich eher nicht. Ich war pflegeleicht und "erwachsen" (klar, in meiner Familie gibt es keine Kinder, meine Cousin, 4? Jahre älter ist auch Einzelkind, das wars) und hab glaub auch nicht so direkt die Aufmerksamkeit eingefordert. Ich mag es heute noch, wenn mein Mann einfach zu Hause ist. WIr müssen ja nicht gleich immer was zusammen machen, aber die Anwesenheit ist irgendwie wichtig.
Die Probleme, die ich habe, schiebe ich nicht auf mein Einzelkinddasein, sondern eher darauf, dass meine Eltern mir so ein Liebe-Leistungs-Ding "vererbt" haben und dass sie - natürlich wollten sie alles richtig machen und lieben mich und so - es leider nicht so richtig hinbekommen haben, mit mir...aber das hat ja nichts mit (Geschwister)Konstelation zu tun, sondern mit der Art des Umgangs.
Bei meinen Kindern versuche ich AUfmerksamkeit zu geben, ihnen oft zu sagen, dass ich sie Liebe und sie wunderbar sind, auch wenn wir uns mal streiten. Ich finde es ganz wichtig, dass sie ihre Gefühle haben dürfen, auch wenn man sie nicht immer ausleben muss. Auf keinen Fall will ich, dass sie lernen sich falsch zu fühlen! Mein baldiges Mittelkind werde ich aber schätzungsweise nicht übersehen

Denn er ist wild, laut und ein Sturi

ABer ich denke, dass ist schon ganz gut so, denn wenn das nächste wirklich ein Mädchen sein sollte, dann muss ich sicher aufpassen, dass es eben nicht meine kleine Prinzessin wird
Und von meinem Großen versuche ich nicht zu viel zu erwarten, aber auch nicht zu wenig. Bei ihm wird das vielleicht schwieriger, denn er ist "beugsamer", "biegsamer", nicht so ein Sturkopf, wie sein Bruder und er wird, abgesehen von gelegentlichen Wutanfällen

, vielleicht schneller etwas benachteiligt oder "übersehen".
