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Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 01.07.2012, 21:09
von conny94
Hallo,

ich wende mich mal wieder an Euch, weil ich gerne Eure Meinung hören würde: Irgendwie weiß ich momentan nicht so recht weiter. Unsere Zwillinge sind jetzt 21 Monate alt. Sie wurden über 6 Monate voll gestillt und bis heute nebenher. Vor ein paar Wochen habe ich nun das Stillen tagsüber "abgestellt" (Gründe siehe unten), nachts stillen sie noch unterschiedlich oft, jeder abwechselnd so zwischen 2-5 Mal (manchmal öfter), sie allgemein etwas weniger oft als er. Sie nimmt auch einen Schnuller und ist manchmal damit wieder zufrieden. Er schläft nur mit Stillen wieder ein. Manchmal schläft er aber nur, wenn der Busen auch da bleibt, sobald ich mich wieder wegdrehe wacht er auf, bei Dauernuckeln kann ich aber nicht schlafen. Übrigens schlafe ich mit den beiden in einem separaten Zimmer auf einer Schlafcouch, die Gitterbetten stehen (zur Couch hin ohne Gitter) links und rechts davon, wir haben also eine große Liegefläche, wobei die beiden schon eher immer auf ihren Seiten schlafen, ich lege mich halt mal nach links, mal nach rechts etc. Mein Zwiespalt ist nun folgender: Es ist wirklich so, dass ich nun seit ca. 2 Jahren keine einzige Nacht mehr durchgeschlafen habe, teilweise bin ich eben für längere Zeit und bis zu 10 x pro Nacht wach. Ich habe im letzen halben Jahr 10 Kilo abgenommen (OK, es hat nicht geschadet, aber mehr sollte es nun auch nicht mehr werden :) ). Ebenfalls seit ca. 1/2 Jahr bin ich psychisch etwas labil, mein Heilpraktiker sagt aber, das wäre wohl stressbedingt, also ein leichtes Burn-out-Syndrom. Ich habe auch noch 2 größere Töchter, die sind 6 und 5 Jahre alt. Hier ist also immer mächtig was los und ich gebe zu, ich bin nun mit den 4en an meinen Grenzen.
Meine beiden Großen wurden auch gute 6 Monate voll gestillt, haben aber beide mit 6 Wochen schon durchgeschlafen, natürlich bis auf Ausnahmen. Beide haben auch zusätzlich weitergestillt, zum Schluss nur noch abends zum Einschlafen und haben ganz ohne irgend etwas, also ohne dass es von mir geplant war, mit 12 und 13 Monaten von ganz alleine aufgehört. Sie haben nicht mehr nach dem Busen gesucht und die Sache war erledigt. Ich bin also bisher sehr verwöhnt gewesen bzw. war nie vor dem Abstillproblem gestanden.
Wie gesagt habe ich erst vor ein paar Wochen tagsüber abgestillt, es dauerte ca. 3 Tage, dann haben sie nicht mehr danach gefragt. Klar, tagsüber kann man sie ja viel leichter ablenken und statt dessen etwas anderes anbieten, also etwas zu trinken, einen Apfel, einen Keks etc. Seitdem meine ich, bin ich wieder etwas fitter. Ich hatte echt manchmal das Gefühl, sie würden mich "aussaugen" :) .
Nun überlege ich eben, ob es für mich besser wäre, ich würde sie komplett abstillen. Eigentlich ist es mir zuwider, ich hoffe, dass sie irgendwann von alleine aufhören, aber andererseits gibt es Nächte, da wecken sie mich ständig auf (oder er lässt mich mal wieder nicht los) und ich könnte nur heulen, weil ich genau weiß, dass ich mit diesem Schlafmangel den nächsten Tag wieder nicht so gut meistere und wieder nicht so gute Nerven habe etc. Ihr kennt das ja sicher Alle auch mehr oder weniger. Ich stelle mir also nun dauernd folgende Fragen: Muss ich an mich denken und wäre es für mich besser wenn sie abgestillt werden. Würde es denn etwas ändern wenn ich sie abstillen würde? Oder müsste ich mir nur was anderes einfallen lassen um sie zu trösten oder wieder zum Einschlafen zu kriegen. Wie könnte ich überhaupt abstillen? Würden sie da nicht irgend einen Liebesentzug sehen und einen psychischen Schaden kriegen?
Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe grundsätzlich kein Problem, dass meine Kinder "immer noch" stillen. Ich finde es ja auch prinzipiell schön und grade abends zum Einschlafen(also zum ins Bett bringen) nochmal so ein extra schönes Kuscheln. Könnte man das nicht beibehalten und nur über Nacht nicht mehr stillen? Das würde sie wohl komplett verwirren.
Ach mensch, ich weiß einfach nicht was für uns 3 das beste ist. Habt Ihr da Erfahrungen oder Tips? Wie schaffen andere/Ihr das alles?
Danke fürs Lesen dieses Romans!

Re: Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 01.07.2012, 21:35
von Molly_82
oje du ärmste !!! habe leider keinen Rat aber wollte dich wissen lassen das ich dich gut verstehe...so als Laie würde ich meinen, dass das mit dem abstillen sicher schwierig ist wenn man schon so k.o ist. Suche vielleicht nach Möglichkeiten um einen erholsameren Schlaf zu bekommen. Ich nehme nun Promethazin weil es mir mit einem Kind ging wie dir...Ich schlafe sehr viel besser ...auch wenn er stillt....ist es mir schnuppe...und ich fühle mich seitdem besser...vielleicht bist du durch die schlafentzug auch zu überdreht um die Schlafzeit nutzen zu können

alles gute

Re: Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 01.07.2012, 21:50
von Weekend
Meine IBCLC sagte mir Anfangs: Stillen nach Bedarf - von Mutter und Kind.
Ich bin gerade dabei, die nächtlichen Stillintervalle zu erweitern, weil meine 18m Tochter gerne mal alle 2-3h kommt.
Es ist MIR ein Bedürfnis, es einzuschränken, es ist MIR ein Bedürfnis, wieder etwas mehr Schlaf zu bekommen. Meinem Kind fehlt dabei nichts. Denn sie bekommt ja weiterhin Liebe und Zuwendung (und noch zwischendurch die Brust). Auch steht bei mir ein Kinderwunsch dahinter, der durch das häufige Stillen noch verhindert wird.

Wo sind denn Deine Bedürfnisse? Kennst Du sie noch?
Es ist kein Liebesentzug, wenn Du abstillst. Wobei es ja kein komplettes Abstillen sein muss. Du kannst ja in den Tagesablauf zB ein Morgenstillen einbauen oder so.
Aber Du hast neben Deinen Zwillingen ja noch zwei weitere Kinder, für die Du da sein willst (und sollst). Mütter mögen schier endlos Liebe zu geben haben, aber bei Energie ist irgendwann mal Schluss. Und mit 21 Monaten hast Du mit Zwillingen eine Leistung erbracht - Hut ab!

Ja, die Nächte sind zur Zeit eher hart, denn sie weint vor lauter Zorn und läßt sich nur schwer beruhigen. Aber ich weiß (nach mehreren abgebrochenen Versuchen), dass nun meine Grenze erreicht ist. Nun ist wieder "gesunder Egoismus" angesagt. Denn meine Tochter hat nichts davon, wenn ich dann tagsüber wie ein Zombie rumhänge und sie aber toben und spielen will. Daher ziehe ich es nun durch und merke auch schon, dass ich alleine von mehr als 3h Schlaf am Stück auch wieder mehr Energie habe.

Horche in Dich hinein, ob Du schon soweit bist. Denn nur, wenn Du selbst bereit bist, kannst Du es umsetzen. Die Kinder merken das nämlich sofort, ob die Mutter nocht Zweifel hat :mrgreen:

Ich schicke Dir mal eine ganze Welle Kraft und Energie, das kannst Du im Moment scheinbar gut brauchen!

Re: Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 01.07.2012, 22:17
von kiezkind
Ein unbekannter drücker, das hört sich echt anstrengend gerade bei euch an.
Mir viel beim Durchlesen deines Textes einw as mir mal gesagt worden ist...Im Flugzeug wenn die Sauherstoffmasken runter kommen wer muss dann zuerst die Sauerstoffmaske bekommen, Mutter oder Kind? Ja die Mutter weil wenn die Mutter keinen Suaerstoff mehr hat kann sie dem Kind keine Maske mit dem rettenden Sauerstoff geben.
Wir stillen auch immer noch aber nicht mehr nachts (höchstens er hat Schmerzen, Zähne etc). Und das ist kein Problem und Waldwichtel konnte es nach 2 Nächten sehr gut aktzeptiern. (Ich muss jetzt nur immer mit T-shirt schlafen...) Wir haben es so gemacht, dass der Papa für eine zeit den Nachtdienst einfach übernommen hat, er war da, er war liebevoll und hat gedröstet, er hatte nur keine Möpse ;-) Und am Tage habe ich dann sehr viel gekuschelt und ihn auch öfters mal einfach so eingebunden zum kuscheln und wir haben Tags dafür eine kurze Zeit mehr gestillt.

Aber ich verstehe auch wie schwer die Entscheidung ist...weniger/abstillen...mh und Nachts...man ist ja auch froh wenn man schnellst möglich weiter schlafen kann...

Ich drück dir die Daumen für die beste Entscheidung für euch und schick ne Portion kraft!

Re: Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 02.07.2012, 21:39
von conny94
Danke für Eure Antworten und Eure aufbauenden Worte und Tröster!
Ja,ich habe auch schon überlegt, ob nicht der Papa die ersten Nächte übernehmen soll. Ich glaube, bei ihr wird das nicht so ein Drama. Aber bei ihm... ich habe ja schon öfter mal gesagt, nein, jetzt schläfst Du mal schön ohne Busen weiter... Sein Geplärre ist dann irgenwie so eine Mischung aus Zorn, Hysterie und Verzweiflung: Maaaaama, Maaaaama, Maaaaaama .....
Mal schauen, wann ich endgültig entschlossen bin. Ich glaube von alleine hört er nie auf :-). Vielleicht wirds besser, wenn er alle Zähne hat? Naja, zumindest habt Ihr mir ein wenig das schlechte Gewissen genommen, dass ich ihm da zuviel zumuten würde und dass ich auch an mich denke. Wenn ich mich nicht manchmal so ausgelaugt wäre, hätte ich ja kein Problem.
Also nochmals danke!

Re: Was soll ich tun? Bitte um Ratschläge

Verfasst: 11.07.2012, 22:50
von schlangengurke
Hallo,
ich habe auch Zwillinge (nur Zwillinge!), die nachts viel gestillt haben. Mal 2 oder sogar 3 Stunden Schlaf am Stück, da war ich immer schon froh. Und leider auch nicht so romantisch mit: zur Mama hinrollen, T-Shirt hoch, beide schlafen weiter, sondern mit kreischen und strampeln, gerne auch beide gleichzeitig und durch die unbequemere Haltung schliefen sie nicht wieder richitig ein... Beim Schlafen klebte an jeder Seite von mir eine und ich konnte mich daher nachts gar nicht mehr bewegen. Schlief dann also auch schlecht.
Ich war dann irgenwdwann total durch. Ich habe mich z.B. nicht mehr getraut, Auto zu fahren, habe zugeschaut, wenn die Kinder sich die scharfen Küchenmesser geholt haben, und nichts gemacht. Ich habe mich dann entschlossen, sie mit 2 Jahren bzw etwas älter, nachts abzustillen. Ich habe meine Mutter dazugeholt, die sich jeweils um die andere Tochter gekümmert hat, und habe sie nacheinander nachts abgestillt: Vorher erklärt, dann getragen, gesungen, etc. Nach spätestens einer Woche haben sie quasi durchgeschlafen. Schon in der ersten Nacht habe ich gefühlt mehr geschlafen als in den 720 davor. Ich hatte Höllenrespekt vor dem nächtlichen Abstillen (ich habe eine SEEEHR energische Tochter), und es hat einfach gut geklappt!

Viel länger hätte ich es einfach nicht durchgehalten.
Ich habe mich schon mal gefragt, warum ich das nicht früher gemacht habe, aber wer weiß, ob es dann so gut geklappt hätte. Für mich war es gut. Und die Töchter haben es auch gut vertragen: Tagsüber waren sie eher besser gelaunt als vorher. Sie haben ja auch mehr Schlaf gekriegt.