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Unverträglichkeiten/Empfindlichkeiten beim Kind

Verfasst: 03.04.2012, 12:44
von Sibi
Hallo Ihr,

ich brauch mal ein bisschen Gedankensammlung und Input.
Die Eckdaten: Unser Kind ist ein gutes Jahr, wurde und wird gestillt, hat in den letzten Monaten festgestellt, dass Essen auch satt machen kann und isst jetzt tagsüber und stillt abends/morgens/nachts. Beikosteinführung war bei uns sehr kindorientiert - wenn sie was wollte, hat sie was vom Familientisch bekommen oder selten auch mal Brei, wenn unser Essen absolut kindungerecht war. Ich bin der Meinung, dass bei ordentlichem Angebot ich nicht regulieren muss und auch mal ein bisschen Junkfood oder Süßes ok ist. Bauchschmerzen, ernährungsbedingten Durchfall und Verstopfung gab es meines Wissens im ersten Jahr nicht.

Nun hat unser Kind innerhalb weniger Tage wohl zweimal auf das Mittagessen bei der Tagesmutter reagiert. Einmal waren es Kroketten und Chicken Nuggets, das andere mal panierter Fisch. Sie tendierte an den Tagen zum Durchfall und war Nachmittags teils unleidlich, was ich aber eigentlich weniger auf Bauchschmerzen als auf schlechte Laune (wir waren unterwegs und sie durfte nicht auf dem Bürgersteig krabbeln wie sie wollte) schieben würde. Aber sicher bin ich mir natürlich nicht.

Hintergrund dazu ist, dass sowohl mein Mann als auch ich sehr empfindlich auf Fette und Paniertes/Frittiertes reagieren. Eigentlich essen wir so etwas nicht. Mein Mann isst z. B. nicht mal Butter - bei uns beiden kann man auch über Blutwerte diese Empfindlichkeiten nachvollziehen. (Der eine neigt zu miesem Fettstoffwechsel, trotz gesunder Ernährung, der andere hat eine geerbte Tendenz zur chronischen Pankreatitis, was in akuten Phasen auch über Blutuntersuchung nachweisbar ist.)

Jetzt ist meine Frage, wie wir reagieren sollen. Mein Bauchgefühl sagt, das Kind muss seine Erfahrungen machen. Aber leiden soll sie natürlich auch nicht. Also erst mal beobachten und schauen, ob es "nur" Durchfälle sind oder auch Schmerzen dazukommen. Spätestens dann würde ich immer Alternativen anbieten, damit sie Unverträgliches nicht essen muss. Aber ich will keinen Kampf ums Essen - sie hat die Dinge ja gern und mit Appetit gegessen - und bei meinem Mann und mir hat's ja auch ohne Verbote funktioniert. Gerade, wenn man lebenslang bestimmte Dinge meiden muss, muss man doch selbst die Erfahrung machen, dass sie einem nicht bekommen, oder?

Aber beim eigenen Kind ist man trotzdem unsicher. Habt ihr Meinungen, Empfehlungen, Erfahrungen?

Re: Unverträglichkeiten/Empfindlichkeiten beim Kind

Verfasst: 03.04.2012, 13:50
von carrymeclose
Ist das Kind erst seit kurzem bei der Tagesmutter? Vielleicht ist es auch deswegen noch ein bischen aus dem Wind.

Ansonsten kann ich mir schon vorstellen, dass es an den Fetten liegt. Ich kriege von (schlechten) Fetten auch ganz schlimm Blaehungen. Und hmmm, Kroketten und chicken nuggets, find ich jetzt nicht so ideal. Mal so als Ausnahme, klar, aber ich finde das klingt nicht so gut.

Ich lasse mein Kind auch waehlen was es essen mag, habe BLW gemacht, bequatsche es nicht gross, aber ich lasse es waehlen von einer GESUNDEN Auswahl an Essen. Wir machen sonst auch in vielen Dingen eher unerzogen ala wie Du sagst 'das Kind muss seine Erfahrungen machen' aber was Essen angeht, sehe ich das absolut nicht so und finde schon dass wir Erwachsenen da eine gesunde Vorauswahl treffen muessen. Wir leben halt nicht mehr im Busch, wo das Kind nur unbehanelte Lebensmittel um sich hat.

Re: Unverträglichkeiten/Empfindlichkeiten beim Kind

Verfasst: 03.04.2012, 14:11
von Sibi
Meine Tochter ist und isst seit 6 Monaten dort und wirklich gut eingewöhnt und -gelebt. Die Kroketten-Nuggetsparty gab es anlässlich eines Abschieds - ein Kind zieht um und verlässt die Gruppe. Ansonsten gibt es Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Gemüsesuppe oder auch mal Fleisch zum Mittag. Ich glaube, sie hat da in den 6 Monaten vorher noch nie was Gebratenes/Frittiertes/Paniertes gegessen. Die Fischstäbchen gestern waren auch eher untypisch. Andererseits finde ich, dass Kinder so etwas essen können dürfen/müssen/sollen ohne gleich gestraft zu werden mit Unverträglichkeiten. :?

Ich finde halt eingreifen wirklich schwierig. Ich kenne es ja von mir selbst - ich kann monatelang normal essen, auch mal ein paar Pommes und dann plötzlich geht gar nichts mehr. Nichts Süßes, nicht Gebratenes, keine Hülsenfrüchte, kein VK-Brot... Das kann man von außen aber nicht steuern, das merke nur ich, wann ich mich auf Diät setzen muss. Und das ist auch keine "gesunde" Ernährung, sondern wirklich Schonkost. Von der Seite her habe ich eben große Zweifel, dass elterliche Kontrolle langfristig irgendwas bringt. Höchstens kurzfristig, bis sie ein besseres Erinnerungsvermögen hat? Aber auch da scheiden sich ja die Geister, ob das nicht doch sehr früh einsetzt?