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Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 11:03
von Amber
Was wir alle schon geahnt hatten, wurde jetzt erstmals in einer Klin. Studie bewiesen: Bei Kindern, die als Säuglinge viel Zuwendung erfahren, wächst der Hippocampus um 10% mehr! Ich zitiere mal die Publikation:

"Mutterliebe lässt das Hirn wachsen

PZ / Bestimmte Hirnregionen entwickeln sich bei Kindern stärker, wenn sie in jüngsten Jahren von ihren Müttern liebevoll betreut worden sind. Das ergab eine Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis (USA), die jetzt in den »Proceedings of the National Academy of Sciences« veröffentlicht wurde (doi: 10.1073/pnas.1118003109). Die Hippocampus-Region von Kindern, die viel Zuwendung genossen hatten, war darin durchschnittlich um 10 Prozent größer als bei Altersgenossen, bei denen dies nicht der Fall war. An der Studie waren Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren beteiligt, die bereits an einer früheren Studie teilgenommen hatten, bei der im Rahmen verschiedener Tests auch ein »Zuwendungs-Score« vergeben wurde. In der aktuellen Studie nahmen die Wissenschaftler Hirn­scans der Kinder auf und stellten eine Parallele zwischen der Größe des Zuwendungs-Scores aus der ersten Studie und dem Wachstum des Hippocampus fest. »Seit Jahren unterstreichen Studienergebnisse die Bedeutung, die eine frühzeitige förderliche Umgebung für eine gesunde Entwicklung von Kindern hat«, kommentierte Studienautorin Professor Dr. Joan L. Luby in einer Pressemitteilung der Universität. In den meisten dieser Studien wären jedoch psychosoziale Faktoren oder schulische Leistungen betrachtet worden. »Diese Studie ist meines Wissens die erste, in der tatsächlich anatomische Veränderungen im Gehirn gezeigt wurden.«"

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... 777&type=0

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 11:11
von Bianca86
Hat mir mein Mann heute auch gezeigt und meinte gleich, dass wir ja jetzt ne super Antwort haben, wenn wieder jemand meint, dass unser Kind verwöhnt sei ;)

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 11:24
von Karinke
Bild

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 11:28
von Kerzenschein
Schön zu lesen.

Liebe ist und bleibt einfach mal eines der wichtigsten Faktoren im Leben für die Rasse Mensch :)

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 11:36
von Calla
Interessante Studie.
Vermutlich ist's ja nicht einfach "Liebe", sondern Aspekte wie mehr Anregung (z.B. getragen werden und viel sehen vs. Kiwa) sowie Lernen-erleichternde Umstände wie das Sicherheitsgefühl. Oder Aspekte wie Selbstwirksamkeit - dass die Kinder wissen, wenn ich a "sage", passiert "b".
Hat jemand die Studie?

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 13:31
von reformkost
super, also auf den Bauch hören :D

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 14:04
von Lösche Benutzer 9567
Ja,hab ich auch gesehen.Und es IST ein Argument...

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 03.02.2012, 14:07
von Pauline2010
schöne Studie. Das sollten alle Eltern lesen.

Re: Neue Studie: Mutterliebe lässt das Hirn wachsen!

Verfasst: 08.02.2012, 14:48
von Sakura
Größeres Gehirn schön und gut, aber mich hat dann interessiert, wozu der Hippocampus eigentlich da ist. Vor dem Hintergrund der Funktion dieses Gehirnteiles finde ich die Studie gleich nochmal so spannend:
"Im Hippocampus fließen Informationen verschiedener sensorischer Systeme zusammen, die verarbeitet und von dort zum Cortex zurückgesandt werden. Damit ist er enorm wichtig für die Gedächtniskonsolidierung, also die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Menschen, bei denen beide Hippocampi entfernt oder zerstört wurden, können keine neuen Erinnerungen formen und weisen somit eine anterograde Amnesie auf. Alte Erinnerungen bleiben jedoch meist erhalten. Der Hippocampus wird somit als Struktur gesehen, die Erinnerungen generiert, während die Gedächtnisinhalte an verschiedenen anderen Stellen in der Großhirnrinde gespeichert werden.

Es wurde nachgewiesen, dass sich im erwachsenen Gehirn im Hippocampus neue Verbindungen zwischen bestehenden Nervenzellen bilden (synaptische Plastizität) und dass diese Neubildung mit dem Erwerb neuer Gedächtnisinhalte zusammenhängt. Prädestiniert für die Erforschung von molekularen Lernprozessen ist die Schaffer-Kollaterale, die Verbindung zwischen der CA3- und CA1-Area. Hier befinden sich spezielle Glutamat-Rezeptoren (NMDA), die an der Langzeit-Potenzierung beteiligt sind.

Bei Tieren hat der Hippocampus große Bedeutung für die räumliche Orientierung. Pyramidenzellen im Hippocampus proper repräsentieren jeweils einen Ort im Raum. Menschen mit geschädigten Hippocampi können sich zwar im Alltagsleben orientieren, sind aber außerstande, Wegbeschreibungen zu geben.

Der Hippocampus ist auch für die Koordinierung der verschiedenen Gedächtnisinhalte verantwortlich. Beispielsweise besteht die „innere Karte“, die man von z. B. einer Stadt besitzt, aus zahlreichen Eindrücken, die auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnen wurden. Im Hippocampus werden diese zusammengefügt und man kann sich orientieren.

Darüber hinaus spielt die Hippocampus-Formation auch eine wichtige Rolle für Emotionen:
1.Personen mit (unipolarer) Depression zeigen reduziertes Volumen der Hippocampus-Formation[4]
2.die Hippocampus-Formation ist einzigartig in ihrer Vulnerabilität für starke emotionale Stressoren; Tiermodelle zeigen hippocampale Atrophie als Effekt von chronischem emotionalen Stress (bedingt durch Absterben hippocampaler Neurone sowie Reduktion neuronaler Genese im Gyrus dentatus)[5] und Menschen mit schweren emotionalen Traumata (bspw. Vietnam-Veteranen oder Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs) zeigen ebenfalls eine Volumenreduktion der Hippocampus-Formation[6][7]
3.Menschen mit abgeflachter Affektivität zeigen funktionelle Unterschiede in der Hippocampus-Formation bei der Verarbeitung emotionaler Stimuli.[8] Insbesondere funktionell-bildgebende Studien, die neuronale Korrelate von Emotion mit Musik untersuchen, berichten Aktivitätsunterschiede der Hippocampus-Formation im Zusammenhang mit musik-evozierten Emotionen.[9]"
http://de.wikipedia.org/wiki/Hippocampus