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Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wissen?
Verfasst: 29.01.2012, 14:29
von Urania
Und warum haben wir so viele "parallelwelten"? Ärzte,Hebammen,Stillberater..... alle" ziehen" meistens in andere Richtung
Wenn ich überlege was mir unsere Kinderärztin geraten hat und die Hebamme

Wo her nehmen sie dieses Wissen?Warum sind sie nicht auf dem neusten Stand
Ich find es so traurig,immer noch so viele Mütter die abstillen aus Unwissenheit,auf Rat von den Ärzten,Hebammen.Es ist nur traurig.
Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wissen?
Verfasst: 29.01.2012, 15:01
von cher123blau
Oh ja das kenne ich nur zu gut!
Kinderarzt (zu dem gegen wir aber nicht mehr)--> 4 Monate stillen dann mit Brei anfangen wegen Eisen Mangel
Hebamme -->6 Monate stillen dann Beikost
Stillberaterin/Hebamme --> so lange stillen wie es beide wollen und langsam mit der Beikost anfangen wenn Baby bereit ist, und nicht nach alter!
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 15:38
von Urania
cher123blau hat geschrieben:Oh ja das kenne ich nur zu gut!
Kinderarzt (zu dem gegen wir aber nicht mehr)--> 4 Monate stillen dann mit Brei anfangen wegen Eisen Mangel
Hebamme -->6 Monate stillen dann Beikost
Stillberaterin/Hebamme --> so lange stillen wie es beide wollen und langsam mit der Beikost anfangen wenn Baby bereit ist, und nicht nach alter!
Ich verstehe nicht warum lassen sich Hebammen nicht als Stillberaterinen ausbilden?
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 17:48
von Solenne
ich verstehe nicht, wieso Kinderärzte und Hebammen nicht innerhalb ihrer Ausbildung ein vernünftiges (!!) Grrundwissen zum Thema Stillen vermittelt bekommen!!
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 18:32
von Lila
Hebammen müssen mMn keine Stillberaterinnen sein, es reicht, wenn sie mit welchen kooperieren.
Was sollen Hebammen noch alles wissen und zu welchem Preis?
Sie sollen eine Schwangerschaft begleiten können, eine Geburt, das Wochenbett und die regelrechte Entwicklung des Säuglings, sie sollen wachsam sein postpartalen psychischen Schwierigkeiten, im Findungsprozess von Mann und Frau, etc. pp.
Ich finde es eine ENORME Verantwortung eine Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu begleiten ohne dauerhaft invasiv zu sein, dafür bedarf es Fachwissen, Menschenkenntnis, reflexive Fähigkeiten und Differenzierungsfähigkeit ... damit sind die meisten Hebammen gut ausgelastet und es wäre schön, wenn sie ihren Fokus darauf legen und schon hier geht es oft schief.
Aber nein, Hebammen sind auch oft Fachfrauen für das Stillen, den Umgang mit dem Säugling (Stichwort: verwöhnen, Deutung des Säuglingsweinen: Ausweinen versus Trösten), das Tragen (Empfehlung von Tragehilfen, laienhaftes Vermitteln von Bindeweisen), Homöopathen, Therapeuten, etc. pp.
Ich würde mir wünschen Hebammen würden sich nicht als Allwissendes Medium ansehen und ich würde mir wünschen Eltern würden dies nicht von ihren Hebammen / Ärzten erwarten.
Ich persönlich präferiere Fachfrauen, es gibt Allgemeinmediziner mit Spezialwissen und es gibt Hebammen mit Schwerpunkten, sobald eine sich als allwissendes Medium darstellt oder Eltern dies erwarten wird mir anders.
Professionalität liegt darin, dass man weiß wo die eigenen Grenzen liegen, darauf haben aber in der Regel beide Seiten keine Lust und so entstehen mMn Empfehlungen, die nicht auf Fachwissen basieren, sondern auf persönliche Meinungen.
LG
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 20:27
von Solenne
Deshalb sprach ich von Grundwissen. Ich finde auch nicht, dass Hebammen alles wissen müssen, was Stillberaterinnen wissen. Aber der Grundstock sollte stimmen. Und sie sollten wissen, wann die Mutter sich besser Hilfe von einer Stillberaterin holt..
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 20:46
von Lila
Solenne hat geschrieben:Deshalb sprach ich von Grundwissen. Ich finde auch nicht, dass Hebammen alles wissen müssen, was Stillberaterinnen wissen. Aber der Grundstock sollte stimmen. Und sie sollten wissen, wann die Mutter sich besser Hilfe von einer Stillberaterin holt..
jupp und eigentlich ist das ziemlich simpel:
Wenn Mutter sich über Schmerzen beklagt, die nicht innerhalb von 24h massiv weniger werden ...
Wenn der Säugling nicht angemessen zunimmt ...
Wenn eine Flasche mit Ersatznahrung eingeführt wird / eingeführt wurde ...
... sollte die Hebamme / der Arzt das Hinzuziehen einer kompetenten Stillberaterin empfehlen und einleiten.
Schmerzen, unzureichende Gewichtszunahme und Fläschen sind massive Risiken für eine gelingende Stillbeziehung und ich erlebe IMMER wieder, dass die Frauen da ins offene Messer laufen gelassen werden und die Hebamme (ja, ja, ich weiß es gibt auch andere) so tun, als müsse es so sein ... schmerzhaft, kompliziert, etc.
Stillen ist gut, tut Mutter und Kind gut, die meisten Frauen wollen stillen, sobald das Stillen kompliziert wird und das Problem nicht umgehend behoben werden kann (rede hier über die ersten vier Lebenswochen des Säuglings) hat eine Hebamme mMn die Pflicht umgehend zu handeln und zum Erhalt bzw. der Wiederherstellung einer gelingenden Stillbeziehung eine Fachfrau einzuschalten! Alles andere ist fahrlässig und in meinen Augen unmöglich.
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 21:06
von Urania
[quote="Lila
... sollte die Hebamme / der Arzt das Hinzuziehen einer kompetenten Stillberaterin empfehlen und einleiten.
........[/quote]
schön wärs,meistens "werken" die Hebammen selbst.Also zum Arzt wird man relativ schnell geschickt,aber wenn man Probleme mit stillen hat......pech gehabt.Ich will ja auf keinem Fall die Hebammen hier schlecht machen, aber wie die Solenne schrieb das Grundwissen muss stimmen.Was aber manche Ärzte von sich bringen

und dabei ist das Vertrauen doch so groß.Man hört ständig "das hat mir abe r der Arzt gesagt"
Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 29.01.2012, 21:22
von honigbienchen
Das ist auch immer ein wenig dessen, wie wichtig ein bestimmtes Thema für den Einzelnen (Arzt, Ärztin, Hebamme...) ist.
Wenn nach gewissem Grundwissen gerufen wird, finde ich das auch immer bißchen schwierig, denn dies muss auch von jemandem vermittelt werden und wenn jemand im Rahmen seiner Ausbildung zur Hebamme oder zur/zum Ärztin/Arzt dieses Thema nur in den Grundzügen vermittelt bekommen hat, von jemandem der vielleicht nicht auf dem neuesten Stand ist und dieser jemand es vielleicht auch nicht als so wichtig empfindet, naja, dann ist dies so. Schade vielleicht oder gar sicherlich, aber da ist der Punkt gefragt, den Lila ansprach, mit den eigenen Grenzen.
Wenn man sich mit einem Thema gut auskennen möchte, weil es einem wichtig ist, so muss man da selbst was reinstecken und sich das Wissen aneignen.
Ärzte und Hebammen haben schon ein gewaltiges Pensum an Wissen, was vorhanden sein muss. Wenn da nun eine/r dabei ist, dem das Stillen jetzt nunmal nicht "soooo" wichtig ist (!und das meine ich nicht wertend, sondern rein als Tatsache!), weil der Fokus vielleicht auf anderen Gebieten liegt, so ist dem so. Wünschenswert finde ich dann allerdings, wenn man weiß, wo man Frauen eben bei Stillfragen hinschicken oder verweisen kann.
Grundwissen finde ich immer schwierig. Was ist Grundwissen? Wo hört Grundwissen auf?

Re: Was wissen die Stillberaterinen was Hebammen nicht wisse
Verfasst: 30.01.2012, 08:36
von 4tiere
Es geht ja nicht nur darum, dass eine Hebamme eine Stillberaterin hinzuziehen sollte, wenn es Stillprobleme gibt, sondern auch um deren Grundhaltung, die ggf. dem Stillen kontraproduktiv gegenüber steht. Ich habe eine tolle Hausgeburtshebamme, ich würde jederzeit wieder mit ihr ein Kind gebähren und mich ihr in der Schwangerschaft anvertrauen.
Aber wäre ich nicht durch meine beiden Grossen in meiner Einstellung (Babys schlafen im Elterbett, Einschlafstillen ist absolut ok, Stillen nach Bedarf von mir aus auch stündlich zum Nuckeln, Vollstillen solange Baby es braucht, Wiege ist nicht notwendig) so gefestigt, wäre ich durch ihre Kommentare total verunsichert gewesen.
Zum einen wollte sie immerwieder, dass ich Friederike pucke, damit sie lernt alleine einzuschlafen. Dabei braucht doch ein Baby die Nähe und nicht nur beim Stillen! Zum anderen war es ihr suspekt, dass ich sie tagsüber alle zwei Stunden stillte. Drei Stunden sollten es schon sein. Sie war nur beruhigt, weil Friederike nachts so lange Abstände (bis zu 6 Stunden) hatte.
Soviel dazu. Ich hatte keine Probleme, wäre ich aber ihren Ratschlägen gefolgt, hätte ich mir eine Menge eingefangen ... !