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Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 09:28
von Roxy89
:roll: ich trage mein Kind ja seit Geburt ständig...da ich das mit dem Tuch erst nicht hinbekam u. mein Kleiner es scheinbar auch nicht mochte, hab ich erst keine Tragehilfe verwendet...jetzt ist er fast 6 Monate alt u. wird langsgam unhandlich *g*
Hab es dann noch mal versucht mit einem Ringsling...damit kommen wir jetzt echt ganz gut zurecht...sogar ich krieg es langsam hin ihn anzulegen u. mein Kleiner hat durch den Hüftsitz alles was er will: er kann gucken soviel er mag und kann sich auch ausklinken u. schlafen u. kuscheln und er ist dabei immer auf meinem Arm :D
Ich bin ja selbst total überzeugt vom Tragen...aber ich bin in einem Umfeld aufgewachse (wie es ja meist der fall ist) wo man sowas nicht kennt. Hab ja selbst in der Schwangerschaft Kinderwagen ausgesucht (meine Eltern haben ihn bezahlt :oops: ) ich verwende den Kiwa schon...leg meinen Kleinen ab und zu zum schlafen rein u. er fühlt sich auch ganz wohl dabei...aber wenn er wach ist, mag er nicht darin liegen bleiben u. ich bin ja eh fürs tragen u. nehm ihn sofort raus und trag ihn lieber. Da wir zwei Hunde haben, konnte ich auch immer nur spaziere gehn, wenn er geschlafen hat...aber wenn er wach wurde, stand ich da mit Leine, Kinderwagen, Kind...noch ein Punkt fürs Tragen.
Wenn mein Kleiner dann groß genug ist für den Buggy u. sitzen kann, werd ich den schon auch ab und zu mal nutzen, aber immer meinen Sling dabei haben, den ich hauptsächlich verwende.
Meine Eltern akzeptieren das, kennen es selbst halt nicht. Klar finden sie es weng blöd, weil ich erst den Kiwa wollte u. jetzt benutz ich ihn für ihre ERfahrungen sehr wenig...aber sie haben mir ja auch den Sling jetzt zum Geburtstag gekauft :P
Hab nur bissle ein schlechtes Gewissen, wie ich es ihnen viell. besser erklären kann, dass ich nun lieber Trage.
Davor hab ich einfach alles fürs Baby gekauft, was ich von einem Umfeld so kenne, was alle so haben u. verwenden...aber seit ich selbst Mama bin, und auf meine Intuition vertraue, sehe ich das bisschen anders...Kennt ihr die Bücher "In Liebe wachsen" und "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück"? Die haben mich noch mehr bestärkt...aber keiner dem ich sie empfehle hat bisher Zeit gehabt, darin zu lesen - sonst würden sie es sicher leichter verstehn.

Das eigentliche Problem sind nämlich ehr die andren Leute...meine Eltern verstehn mich schon ;-)

Mich nerven die Kommentare zB gestern meine Schwiegermutter: "Mensch, jetzt musst du da in dem engen Ding da drin sitzen, bist ganz reingequetscht!" :shock: :twisted:
Toll, wahrsch. nervt sie nur, dass sie ihn dan nicht selbst mal nehmen kann, wenn ich ihn grad da reingebaut hab... :roll:
Was würdet ihr darauf sagen?
Habt ihr auch schon so Kommentare gehört?

Oder letzte Woche:
"Gell euer Kinderwagen ist kaputt?" Ich: Nein, ich trag ihn fast immer!" Der Bekannte:"Na, mal sehn wie lange...der wird bald zu schwer und dann hast du ihn verwöhnt!"

:twisted: :evil:

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 11:01
von sTanja
Meine Standardantwort ist dann: Das will ich ja auch :wink:
Ich kenne das, bei uns ist es fast haargenauso. Nur das der KiWA meist nur wach für 15-20 min toleriert wird. Schlafen geht höchstens schlafend reinlegen und dann sofort losschieben :roll: Mitnehmen tu ich ihn schon gelegentlich, wenn wir lang unterwegs sind, dann transportiert er halt Tasche, Decke, Einkäufe etc...
In Liebe wachsen finde ich toll, das andere Buch kenne ich nicht.
Was ich übrigens besonders seltsam finde, ist, das just jene Menschen die fürs ablegen, nicht verwöhnen und evt sogar schreien lassen sind, auch gleichzeitig die sind, die immer das Kind selbst auf den Arm nehmen wollen, teure Geschenke kaufen (was ich wiederum als negativ verwöhnen auffasse) und möglichst schnell Süßigkeiten und Kuchen ins Kind stecken wollen....
So langsam haben sich aber bei uns alle dran gewöhnt, die Kommentare werden seltener. Weil sie auch alle merken wie zufrieden er ist wenn er getragen wird.

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 13:59
von cosima83
sTanja hat geschrieben: So langsam haben sich aber bei uns alle dran gewöhnt, die Kommentare werden seltener. Weil sie auch alle merken wie zufrieden er ist wenn er getragen wird.
Ja, so ist das hier auch.
Meine SchwieMa hat schon vor der Geburt gesagt, dass ich eh nicht lang tragen werde, da sie mir schnell zu schwer wird. Es ging darum, dass wir keinen neuen KiWa wollten, da wir ihn eh kaum nutzen).
Sie hat "überhört" dass ich gerne als Geschenk den Tragemantel hätte und hat uns lieber den KiWa bezahlt und uns ungefragt nen Stubenwagen zukommen lassen, in der Hoffnung, dass Mausl darin die Nächte verbringt, was nie passiert ist.... :roll:
Mittlerweile nimmt sies einfach hin.

Bei "Wird sie dir nicht langsam zu schwer" sage ich, dass ich sie seit Geburt täglich trage und meine Muskeln daher mitgewachsen sind. Bei Interesse erläuter ich auch gern, dass durch das Tragen im TT oder einen guten TH der Schwerpunkt des Babies nahe am Körper des Tragenden ist und das Gewicht gleichmäßig über Schultern, Rücken und Hüfte verteilt wird, anders als beim Tragen auf dem Arm (das Kinder ja noch bis weit in Kleinkindalter einfordern) oder bei Nutzung einer schlechten Tragehilfe (BB, Chicco).
Wenn ich mal mit nem KiWa unterwegs bin, stell ich mich an, wie ein absoluer Newb und bin manchmal sogar sichtlich genervt... :lol: mit Mausl im TT ist es auf jeden Fall angenehmer mit mir unterwegs zu sein. :wink:
"Mensch, jetzt musst du da in dem engen Ding da drin sitzen, bist ganz reingequetscht!"
Wenn meine Maus nicht "eingequetscht" sein möchte, als z.B. bei der WXT die Arme draußen haben möchte, macht sie sich deutlich bemerkbar.
Ein Baby, was sich seelig an Mama kuschelt oder sogar einschläft, kann sich so unwohl nicht fühlen..... :wink:
Es ist gerad bei manchen Verwandten sicher wirklich manchmal der Neid auf die Nähe, gerade wenn so ein gehäßiges Kommentar ganz ohne Anlass (nöliger Tragling) kommt.
Kennt ihr die Bücher "In Liebe wachsen" und "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück"? Die haben mich noch mehr bestärkt...aber keiner dem ich sie empfehle hat bisher Zeit gehabt, darin zu lesen - sonst würden sie es sicher leichter verstehn.
Ja, die beiden Bücher hab ich auch gelesen, das zweite sogar lange vor der Schwangerschaft.
Außerdem lege ich dir "Kinder verstehen" von Renz-Polster ans Herz, in meinen Augen ein tolles Buch!

Hier ein paar Links zu "Kurzfassungen" zum weitergeben. Nicht jeder will ja ein ganzes Buch zum Thema lesen:

http://kinderverstehen.de/downloads.html
http://www.healthy-region.eu/docs/1803/ ... arrier.pdf
http://www.tragefix.de/upload/files/wissen.pdf
http://www.trageportal.de/mediapool/93/ ... is_neu.pdf
http://www.orthinform.de/new/fachartike ... php?id=236
http://www.trageportal.de/statements.html

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 15:53
von metri
Roxy89 hat geschrieben:Mich nerven die Kommentare zB gestern meine Schwiegermutter: "Mensch, jetzt musst du da in dem engen Ding da drin sitzen, bist ganz reingequetscht!" :shock: :twisted:
Toll, wahrsch. nervt sie nur, dass sie ihn dan nicht selbst mal nehmen kann, wenn ich ihn grad da reingebaut hab... :roll:
Was würdet ihr darauf sagen?
bei sowas würde ich ganz feige meinen Mann bitten, seiner Mutter zu sagen, solche Kommentare sich bitte zu schenken...

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 16:03
von Lovis
Je nachdem, wie offen die Leute rüberkommen, würde ich entweder erklären mit Argumenten oder den "schwarzen Peter" mit einem einfachen "Warum (siehst Du das so o.ä.)?" zurückgeben. Warum zum Henker soll ich mich Leuten gegenüber rechtfertigen, die Argumenten gar nicht zugänglich sind? Wenn Diskussionen gerade oder generell mit dieser Person unpassend sind, würde ich gar nicht erklären (Schulterzucken, Lächeln, "Ja, das mache ich." etc.). Mein Kind, meine Art, mit ihm umzugehen, um Rat habe ich nicht gefragt.

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 16:04
von Lovis
Schieb noch hinterher: "Wenn Du meinst..." macht sich ggf. auch ganz gut als Antwort. Nach 4 Kindern bin ich aber auch eher abgebrüht.

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 07.10.2011, 19:41
von Roxy89
Dankeschön für eure vielen lieben Antworten, vor allem Danke an Cosima..die Links, vor allem die zu dem Buch sind echt toll !!

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 09.10.2011, 16:46
von Felice
Das Buch "Kinder verstehen" von Renz-Polster lese ich gerade, wirklich gutes Buch. Hilft auch beim "Ertragen" der Trotzphase des Großen. :wink:

Re: Kritik am Tragen *hilfe*

Verfasst: 13.10.2011, 12:24
von Sibi
Roxy,
Du bist halt ein hoffnungsloser Fall von AP. :wink: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass "Mainstreamer" besser damit klar kommen, wenn man Dinge, die man aus Überzeugung macht, auf die eigene Bequemlichkeit und Faulheit schiebt.
Also "Ja, ich nehme lieber das TT, weil ich dann nicht den schweren KiWa die Treppen hoch und runter schleppen muss."
"Ja ich stille, weil ich mir das Flaschengedöns zu kompliziert/schwer ist."
"Ja, ich stille nach Bedarf und in der Öffentlichkeit, weil es mir zu anstrengend ist, Rhytmus ins Kind zu bringen und mich dann auch noch danach zu richten."
"Ich mache windelfrei, weil ich keine Lust auf voll*** Windeln habe."

Das man neben den durchaus angenehmen praktischen Erwägungen auch andere Gründe für diese Verhaltensweisen hat, muss man nicht jedem auf die Nase binden. Die wenigsten können etwas damit anfangen, wenn ich sage, dass ich es für respektvoller halte, mein Kind abzuhalten, wenn es muss, als es in die Windel machen zu lassen. Und ich will ja damit auch nicht implizieren, dass Eltern von Wickelkindern deshalb respektlos sind - ist ja Quatsch.

Ansonsten würde ich mich vor Fremden gar nicht rechtfertigen. Höchstens eben bei Kommentaren zu TT: "Ja, ist praktischer, als immer den Kiwa mit herumzu schleppen."

Interessant finde ich tatsächlich, was für verwöhnen gehalten wird und was nicht. Ich finde, prompte Bedürfnisbefriedigung (Hunger, Nähe, Schlafen wann immer es eben ein Bedürfnis des KINDES ist) ist kein Verwöhnen. Verwöhnen ist, wenn man das Kind entweder mit Dingen überhäuft, die es nicht braucht oder ihm Dinge abnimmt, die es selbst kann. Füttern, wenn ein Kind selbst essen kann, ist für mich verwöhnen. Erzähl das mal der Schwiegermutter, wenn das Kind zwar gerade selbst isst, dabei aber eine Riesensauerei anstellt. :mrgreen:

Allerdings kann man sein Kind auch mal verwöhnen - wenn es das möchte. Mein Kind mag meist selbst essen und würde es sich verbitten, diesbezüglich "verwöhnt" zu werden.