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Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:10
von Toncks
Hallo ihr Lieben,

ich bin mittlerweile gut verzweifelt und suche nun bei euch Rat. Meine Tochter ist nun 4 Monate alt geworden und leidet immer noch an starken Blähungen und Bauchschmerzen. Nun bekomme ich von immer mehr Seiten zu hören, dass ich Flaschenmilch geben soll oder schon mit Beikost anfangen soll. Ich möchte das aber nicht. Ich würde gerne bis die Kleine 6 Monate alt ist voll stillen und darüber hinaus auch noch weiter stillen (mindestens bis sie 1 Jahr alt ist). Nun bin ich aber langsam verzweifelt, da ich das Geweine und Geschreie der Kleinen kaum noch aushalte. Aber am besten gebe ich euch mal ein paar Hintergrundinformationen:

Die kleine Maus wurde am 06.05.11 geboren und fing nach zwei Wochen an Nachmittags zu schreien, dies erweiterte sich nach einiger Zeit auch auf die Abendstunden. Die typischen Anzeichen von Drei-Monats-Kolliken eben. Nachts schlief sie soweit gut, nur dass sie dann irgendwann auch damit anfing schon in der Früh um 6 Uhr Bauchschmerzen zu haben. Hinzukam, dass sie am Ende nur alle 8-10 Tage Stuhlgang hatte und sie nach ungefähr 4 Tagen so unerträgliche Bauchschmerzen hatte, dass wir ihr teilweise mit dem Fieberthermometer geholfen haben. Wir haben dann aber auch von der Kinderärztin gesagt bekommen, dass wir das nicht mehr tun sollen und haben sie ab da an weiter leiden lassen, bis dann nach 8-10 Tagen sich alles entleert hatte. Danach ging es dann für 1-2 Tage etwas besser. In den ersten drei Monaten haben wir alles mögliche versucht. Tee in allen Varianten (Kümmel, Fenchel, Dillspitzen), die BiGaia-Tropfen, Lefax, Windsalbe, Bäuchleinöl, Kirschkernkissen, Wärmekissen, Fliegergriff, Tragetuch. Das einzige was für den Moment Linderung gebracht hatte, war das Tragetuch. Wir waren sogar schon beim Ostheopaten, aber nach dem es ihr nach den Behandlungen immer schlechter ging, habe ich diese nach zweimal abgebrochen. Ab August hat sich dann etwas verändert. Nun schläft sie nachts kaum noch oder zumindest nur sehr unruhig. Sie bekommt nachts so starke Blähungen, dass sie siche dermaßen im Bett wälzt, dass ich nachts auch nicht zum Schlaf komme. Ich muss mittlerweile an die 3-7 Mal raus und davon muss ich sie sicherlich 3 Mal stillen, damit sie sich wieder beruhigt. Sie lässt auch ganz schöne Pupse raus (die dermaßen Stinken, aber was will man erwarten, wenn sie nur alle drei heiligen Zeiten Stuhlgang hat). Nun sind jetzt 4 Monate rum und durch den wenigen Schlaf in der Nacht bin ich tagsüber kaum noch in der Lage mit ihr zu spielen. Auch wenn ich mit ihr einen Mittagsschlaf mache. Ich merke schon, dass ich oft an meine Grenzen gelange und oftmals sehr emotionslos oder aggressiv ihr gegenüber werde. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte, dass jede Minute, die ich mit ihr verbringe, die schönste ist. Ach ja ich habe auch schon zwei Wochen lang keine Milchprodukte zu mir genommen, da man meinte, dass sie vielleicht Laktoseintollerant sei. Hat auch nichts geholfen. Ich hab auch mal zwei Tage lang nur Knäckebrot und Fencheltee getrunken, um auszuschließen, dass es irgendetwas ist, was ich esse, aber es hat auch nichts gebracht, nur dass ich des öfteren fast umgekippt wäre. Jetzt hat selbst die Hebamme schon gemeint, ich solle doch so schnell wie möglich auf Beikost umstellen, da die Kleine meine Milch nicht verträgt. Nun frag ich mich warum? Warum verträgt sie meine Milch nicht? Das kann doch nicht sein, dass sie das angeblich "beste für ein Kind" nicht verträgt? Verschwinden denn die Drei-Monats-Koliken wirklich, wenn ich sie mit Brei fütter? Ich weiß nicht mehr was ich nun machen soll. Ich würde so gern weiter stillen. Wenn ich das nun auch noch verlier, falle ich sicherlich wieder in das tiefe Depressionsloch, in das ich bereits nach der Geburt gefallen war. Ich musste die Kleine nämlich mit einem Kaiserschnitt zur Welt bringen und dafür hab ich zwei Monate gebraucht, um das zu überwinden. Nun wenn ich auch noch das Stillen verlieren würde, würde ich mich als komplette Versagerin fühlen.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen und mir wieder ein wenig Hoffnung geben.

Liebe Grüße,
Toncks

Ach noch etwas: Wir haben zwischenzeitlich auch einmal Babylax gegeben, als sies nach 8 Tagen ohne Stuhlgang gar nicht mehr ausgehalten hat. Es kam zwar innerhalb einer Stunde dann alles raus, aber es ging ihr dann noch schlechter als vorher. Also hab ich das auch wieder verbannt. Nach dieser Behandlung hat sie aber 1 Woche lang regelmäßig jeden Tag 1-2 Stuhlgang gehabt. Dann hat sich der Zustand wieder etwas verschlechtert und mittlerweile sind wir bei durchschnittlich 4 Tagen.

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:23
von pisces
Guten Morgen liebe Toncks,
erstmal herzlich wilkommen hier im Forum!

Oh man, da habt ihr ja schon viel mitmachen müssen, deine Verzweiflung kann man richtig rauslesen :(

Wie läuft denn bei euch das Stillen ab?
Habt ihr es bequem?
Ist es entspannt?

Bist du dir sicher, das es Blähungen sind? Ist der Bauch hart?

Also bei vollgestillten Kindern ist das mit dem Stuhlgang sehr unterschiedlich : "normal" ist alles von 10x/Tag und alle 10 Tage einmal

Ich bin der Meinung durch das abstillen und der Flaschenmilchgabe wird sich eure Situation nicht ändern, eher verschlechtern, denn durch das Saugen am Sauger kann durchaus mehr Luft in den Bauch kommen.

Es werden sich sicherlich noch die Stillberaterinnen hier melden, ich wollte dich nur nicht wegklicken!

lG!

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:35
von Toncks
Danke dir Pisces!

Also wir versuchen es uns beim Stillen immer sehr bequem zu machen. Ich glaube ja schon, dass sie etwas zu hastig trinkt und manchmal durch Bauchwehattacken auch viel Luft schluckt, aber dies ist schon viel viel besser geworden. Ich versuch ihr auch immer ganz oft das Trinken anzubieten, so dass sie gar nicht erst zum weinen kommt und auch nicht total am verhungern ist, wenn sie an die Brust kommt, aber sie will einfach nicht langsamer trinken. Vielleicht hast du recht und es ist nicht immer sehr entspannt für uns. Ich werd mal in Zukunft viel mehr darauf achten.

Bei den Blähungen bin ich mir ziemlich sicher. Gestern Abend z.B. wieder, da bekam sie einen hochroten Kopf, hat nur so geschrien und ihre Beine voll durchgestreckt. Der Bauch war auch hart. Und nachts wirft sie immer ihre Beine hoch und wälzt sich mit dem Kopf hin und her, dreht sich teilweise dann auch auf den Bauch oder um 360° im Bett herum. Da hilfts dann oft nur, wenn ich den Schnuller reinschieb und ihre Beine gegen den Bauch drücke oder dann halt stillen. Aber das ist nachts nun auch problematisch, weil sie ja so rumboxt und auch weint, so dass sie nicht gut an die Brust kommt.

Das mit der Flaschemilch glaub ich auch, vor allem weiß ich ja schon, dass sie die Flasche kaum nimmt - es war immer ein Kampf nur ein wenig Tee in sie reinzubekommen, obwohl sie ja nen Schnuller nimmt!

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:37
von MelCel
Nur ganz kurz: Also vom Pupsverhalten, Schreiverhalten und Stuhlgangverhalten würd ich sagen: das klingt zwar anstrengend aber relativ normal. Nachts dreimal Stillen, beruhigen nur im Tragetuch, unruhiges Schlafen: Das war hier auch alles so. Ich will gar nicht sagen dass es nicht Bauchschmerzen sein KÖNNEN, aber wirklich nicht sein MÜSSEN.
Der Anfang mit Baby (wenn man nicht gerade das absolute Anfängerbaby hat) ist super anstrengend. Ich war nach 4 Monaten derartig fertig dass ich überhaupt nicht mehr stillen wollte und am Rande einer Depression stand. Was heißt denn du musst nachts "raus". Hast du sie in deiner Nähe, kann sie dich spüren? Vielleicht würde sie dann besser schlafen?
Und das:

"Ich möchte, dass jede Minute, die ich mit ihr verbringe, die schönste ist"

Ist in der Realität leider nicht immer der Fall. Aber es gibt sie, die schönsten aller Minuten. Nur eben nicht dauernd. Was das Flaschenthema angeht, seh ich echt keinen Zusammenhang. Warum sollte Flaschenmilch besser vertragen werden als Mumi?
Ganz liebe Grüße und es wird! Wirklich!

Seh du hast inzwischen nochwas geschrieben, ich schick trotzdem mal ab.

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:43
von Toncks
Wirklich "raus" muss ich eigentlich nicht. Sie wird am Abend in ihr Beistellbettchen, dass an unser Bett angedockt ist, hingelegt. Da schläft sie zunächst auch sehr gut. Nach 3-4 Std. fängt sie aber an sich wild zu wälzen und dann hol ich sie auch zu mir ins Bett. Von da an bleibt sie direkt bei mir, so dass ich ihre Beine festhalten kann und zumindest ein bisschen dösen kann. Ich kann mir nur nichts anderes vorstellen, was es denn sonst sein könnte. Sie pupst wie verrückt, vor allem nachts und nachts hat sie solche Schwierigkeiten damit, dass sie deswegen auch weint und wenn der Pups dann endlich raus ist, gehts ihr auch besser.

Wir haben auch keinen Kinderwagen, d.h. sie wird so gut wie nur getragen. Noch mehr Körperkontakt geht schon fast gar nicht! Oder gibt es auch zu viel Körperkontakt? Das könnte ich mir nicht vorstellen ... aber im Moment würd ich ja alles glauben :'(

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:50
von lunchen78
Hallo Toncks,herzlich willkommen hier!

ERstmal mag ich dir sagen, dass du ganz sicher keine Versagerin bist!

Ich schließe mich pisces an, Flaschenmilch oder gar Beikost würde wohl keine Besserung bringen, eher ist es noch anstrengender für den Darm, das neue zu verdauen.

- Wie oft stillst du, stillst du nach Bedarf oder nach irgendwelchen vorgegebenen Zeiten, sowohl was die Stilldauer, als auch die Abstände zwischen den Mahlzeiten angeht?

- Du schreibst, du hast Tee gegeben. Fencheltee kann auch manchmal Blähungen verursachen. Auch, wenn du selbst Unmengen davon trinkst

- Wenn das Tragetuch hilft, wäre es vielleicht gut, wenn du sie so oft es geht, ins Tuch bindest, auch ohne, dass sie schreit.
Toncks hat geschrieben:Ich muss mittlerweile an die 3-7 Mal raus und davon muss ich sie sicherlich 3 Mal stillen, damit sie sich wieder beruhigt.
Schläft sie bei dir oder musst du jedes mal aufstehen zum Stillen? Hast du mal versucht, sie einfach jedes Mal zu stillen, wenn sie aufwacht, schläft sie beim Stillen ein?
Toncks hat geschrieben:Ach ja ich habe auch schon zwei Wochen lang keine Milchprodukte zu mir genommen, da man meinte, dass sie vielleicht Laktoseintollerant sei.
Wer hat das vermutet? Ich glaube, da wurde was verwechselt. Bei KuhmilchEIWEISSunverträglichkeit würde das helfen. Laktose dagegen ist in jeder Milch, auch in Muttermilch.

ich seh grad, hier kamen shcon ein paar Antworten, während ich getippt hab, ich schick jetzt trotzdem ab

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:53
von Jägerin
Das hört sich alles anstrengend an. Hast du es schon mal mit Babymassage versucht? Es gibt da auch spezielle Öle für.
Hast du beim Weglassen der Milchprodukte auf alles geachtet, also auch auf die versteckten Milcheiweiße in verarbeiteten Produkten? Isst du evtl. blähende Nahrungsmittel (Zwiebeln, Knoblauch)?

Ich denke nicht, dass das "Problem" mit abstillen besser wird.

Bei uns haben zeitweise Carum carvi Zäpfchen geholfen. Ansonsten viel Tragen und dabei Laufen, dabei wird auch der Bauch des Kindes passiv massiert.

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 09:56
von Toncks
Hallo Lunchen78,

also stillen tun wir nach Bedarf, so oft es geht und so oft wie sie auch trinken möchte. Nachts schläft sie bei uns im Bett, wie auch oben schon erwähnt. Im Tuch möchte sie mittlerweile nicht mehr so oft sein, zumindest nicht wenn sie wach ist - sie ist sehr mobil und mag es dann nicht, wenn sie eingequetscht ist. Wenn sie aber müde ist, mag sie das eingequetschte :)

Gut dann streich ich mal den Fencheltee, habe auch reinen Roiboos-Tee da, hab gelesen der soll auch helfen. Ist der in Unmengen auch "schädlich"? Ihr geb ich keinen Tee mehr, ist uns zweien zu anstrengend und gebracht hats meiner Meinung auch nichts.

Das mit der Kuhmilch hat die Osteopathin vermutet.

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 10:00
von Toncks
Jägerin hat geschrieben:Das hört sich alles anstrengend an. Hast du es schon mal mit Babymassage versucht? Es gibt da auch spezielle Öle für.
Hast du beim Weglassen der Milchprodukte auf alles geachtet, also auch auf die versteckten Milcheiweiße in verarbeiteten Produkten? Isst du evtl. blähende Nahrungsmittel (Zwiebeln, Knoblauch)?

Ich denke nicht, dass das "Problem" mit abstillen besser wird.

Bei uns haben zeitweise Carum carvi Zäpfchen geholfen. Ansonsten viel Tragen und dabei Laufen, dabei wird auch der Bauch des Kindes passiv massiert.

Huhu Jägerin,

den Bauch haben wir auch schon mit Windsalbe und/oder Babybäuchleinöl von Weleda massiert. Mittlerweile mag sie das gar nicht mehr und ich versuch es immer dann, wenn sie gut drauf ist, dann geht es teilweise.

Bei dem Weglasen von den Milchprodukten hab ich so gut wie es ging auf alles verzichtet. Keine Milch, keine Butter, kein Joghurt, keine Sahne, etc.
Habe nun auch mittlerweile alle Gemüsesorten verbannt. Wie gesagt, selbst die zwei Tage nur Knäckebrot haben nichts bewirkt :(

Re: Alle empfehlen mir abzustillen - möchte aber nicht.

Verfasst: 08.09.2011, 10:01
von Toncks
Achja, die Carum Carvi Zäpfchen haben bisher auch nie geholfen. Die saugt sie auf wie nichts und bessert tut sich auch nichts.