LESERUNDE - Teil 3 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
Verfasst: 09.08.2011, 18:43
huch, ich habe gerade festgestellt, dass wir noch gar kein Topic für das 3. Buch aufgemacht haben, kann das sein oder bin ich blind?
Ich lese nun schon länger im 3. Buch, bin gerade bei Kapitel 14 angekommen, gerade hat Annas Mann ihr in seinem Brief mitgeteilt, dass er keine Trennung wünscht, sondern dass er weiterhin mit ihr zusammen bleiben will.
Zugegeben, nicht aus Zuneigung und Liebe, sondern eigentlich nur aus Rache und damit sein Status in der Gesellschaft nicht in Verruf gerät. Er will Anna richtig leiden sehen und auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie nicht mit Wronskij zusammenbleiben kann.
Was ich schlimm fand ist, dass er nun auch eine Antipathie gegen seinen Sohn entwickelt hat, nur durch Annas Verhalten. Und Anna kann ihren Sohn ja seit ihrer Rückkehr aus Moskau auch nicht mehr mit den liebevollen Augen sehen wie vorher. Da frag ich mich auch, wer zum Henker hat den Jungen denn noch gern?
Ein Zitat aus dem 3. Buch gefällt mir sehr, es ist aus der Begegnung zwischen Dolly und Ljewin, als er mit ihren Kindern spielt:
"Heuchelei auf irgend einem Gebiete kann den klügsten, scharfsinnigsten Mann täuschen; aber selbst das beschränkteste Kind durchschaut sie und wendet sich davon ab, sei sie auch noch so kunstvoll verhehlt."
Das stimmt!
Ich muss sagen, dass ich die Naturbeschreibungen und die Beschreibungen des Landlebens bei Ljewin unheimlich schön fand, sie haben mich so richtig aus meinem Alltag weggeholt, und ich merke, dass ich die Natur und die Arbeit in der Natur gerade genauso dringend nötig hätte wie Ljewin!
Die Beschreibung von ihm, als er auf dem Feld beim Mähen hilft und die Arbeit hinterher gar nicht mehr wahrnimmt, sondern einfach nur noch automatisch verrichtet, konnte ich gut nachfühlen. So ging es mir schon oft bei der Arbeit im Garten, wenn ich meiner Mutter beim "Bestellen" ihrer kleinen Felder geholfen habe.
Überhaupt schafft es Tolstoi unheimlich gut, diese Ruhe rüberzubringen, die Ljewin auf seinem Landsitz empfindet, im Gegensatz zu der lauten, quirrligen Stadt wie Moskau oder Petersburg mit den ganzen Empfängen und Veranstaltungen.
Ich lese nun schon länger im 3. Buch, bin gerade bei Kapitel 14 angekommen, gerade hat Annas Mann ihr in seinem Brief mitgeteilt, dass er keine Trennung wünscht, sondern dass er weiterhin mit ihr zusammen bleiben will.
Zugegeben, nicht aus Zuneigung und Liebe, sondern eigentlich nur aus Rache und damit sein Status in der Gesellschaft nicht in Verruf gerät. Er will Anna richtig leiden sehen und auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie nicht mit Wronskij zusammenbleiben kann.
Was ich schlimm fand ist, dass er nun auch eine Antipathie gegen seinen Sohn entwickelt hat, nur durch Annas Verhalten. Und Anna kann ihren Sohn ja seit ihrer Rückkehr aus Moskau auch nicht mehr mit den liebevollen Augen sehen wie vorher. Da frag ich mich auch, wer zum Henker hat den Jungen denn noch gern?
Ein Zitat aus dem 3. Buch gefällt mir sehr, es ist aus der Begegnung zwischen Dolly und Ljewin, als er mit ihren Kindern spielt:
"Heuchelei auf irgend einem Gebiete kann den klügsten, scharfsinnigsten Mann täuschen; aber selbst das beschränkteste Kind durchschaut sie und wendet sich davon ab, sei sie auch noch so kunstvoll verhehlt."
Das stimmt!
Ich muss sagen, dass ich die Naturbeschreibungen und die Beschreibungen des Landlebens bei Ljewin unheimlich schön fand, sie haben mich so richtig aus meinem Alltag weggeholt, und ich merke, dass ich die Natur und die Arbeit in der Natur gerade genauso dringend nötig hätte wie Ljewin!
Die Beschreibung von ihm, als er auf dem Feld beim Mähen hilft und die Arbeit hinterher gar nicht mehr wahrnimmt, sondern einfach nur noch automatisch verrichtet, konnte ich gut nachfühlen. So ging es mir schon oft bei der Arbeit im Garten, wenn ich meiner Mutter beim "Bestellen" ihrer kleinen Felder geholfen habe.
Überhaupt schafft es Tolstoi unheimlich gut, diese Ruhe rüberzubringen, die Ljewin auf seinem Landsitz empfindet, im Gegensatz zu der lauten, quirrligen Stadt wie Moskau oder Petersburg mit den ganzen Empfängen und Veranstaltungen.