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Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 01.05.2011, 23:18
von Savonlinna
Huhu ihr lieben Stillmamies!
Dies ist mein erster Beitrag im Forum, obwohl ich schon oft mitgelesen hab. Also seit bitte nachsichtig mit mir!
Ich stille meine Maus jetzt seit 21 Wochen und prinzipiell gibts da auch nix zu meckern. ABER: Leider vertrage ich die hormonelle Situation in der Stillzeit überhaupt nicht. Angefangen hat alles ca. 5 Wochen nach der Entbindung. Andauernd bin ich gereizt oder traurig, an Zärtlichkeiten mit meinem Mann gar nicht erst zu denken.. dabei finde ich das Stillen mittlerweile richtig schön. War auch direkt bei meiner FÄ, aber leider kann man absolut gar nix an der Hormonlage ändern

Auf jeden Fall bin ich sehr sehr unglücklich damit! Ich bin hin-und hergerissen zwischen Abstillen wollen und Stillen wollen. Denke ich ans abstillen, dann vermisse ich das Stillen direkt zutiefst und kriege einen fetten Kloß im Hals und dazu noch das schlechte Gewissen, meiner Maus nicht das Bestmöglichste zu geben
Jetzt will ich in ca. drei Wochen gucken, ob die kleine Maus Lust auf Beikost hat. Nur selbst wenn sie das super annimmt und relativ schnell Brei isst, wird die Hormonsituation ja die gleiche bleiben. Auf der einen Seite möchte ich die Kleine unbedingt optimal ernähren, d.h. sie möglichst lange stillen, aber auf der anderen Seite kann es gefühlsmäßig nicht noch ein halbes Jahr so weitergehen. Sonst bin ich bald alleinerziehend und Antidepressivaabhängig!
Wie schlimm ist es denn, nach Einführung der Gemüsesorten, Fleisch, Fisch, Brei, Obst abzustillen und den Restbedarf mit Flaschenmilch aufzufüllen? Hat es danach von der Ernährungsseite (!) her betrachtet überhaupt noch einen Vorteil MuMi zu geben bzw. Nachteile die Flasche zu geben? Leider finde ich dazu keine Infos. Überall steht nur, dass man zwei Jahre stillen soll, aber nichts darüber wann es günstig ist davor aufzuhören

Ich würde schon noch zwei, drei Monate stillen, nur eben nicht noch ein halbes Jahr oder mehr.
Also ich wäre sehr, sehr dankbar für Infos über günstige Abstillzeitpunkte und Hintergrundinfos über den Nutzen von MuMi während der Beikosteinführung, oder einfach nur über aufmunternde Kommentare.
Liebe Grüße, Annie

Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 01.05.2011, 23:26
von Alja
Dein Stimmung kommt nicht vom Stillen, sondern von der Hormonänderung nach der Schwangerschaft. Ich hatte auch eine PPD und das Stillen hat mich vor einer schlimmeren Situation bewahrt.
Bei jedem Stillen werden mehr Glückshormone ausgeschüttet, als beim weiblichen Orgasmus.
Deine Depression wird nicht besser werden, wenn du abstillst sondern sich eher noch verschlechtern- wichtig wäre, dass du dir Hilfe holst : z.B. hier
http://www.schatten-und-licht.de/main.html
Und ja das Stillen hat viele Vorteile für dein Kind, aber auch für dich. Mit dem Stillen gibst du deinem Kind nicht nur Nahrung sondern auch Geborgenheit-
Ich wünsche dir alles Gute, ich weiß wie schwer diese Zeit sein kann ((Savonlinna))
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 01.05.2011, 23:51
von Savonlinna
entschuldigung, vielleicht kam das falsch rüber, aber ich bin nicht depressiv oder unglücklich. ich bin unglücklich über die situation! ich bin durch das stillen einfach greizt, habe keine libido mehr, bin manchmal niedergeschlagen- ganz genauso wie ich das schon einmal hatte als ich mit dem nuvaring verhütet hatte- es ist ein ganz normaler zustand auf grund des sehr niedrigen östrogenspiegels. ich verhalte mich quasi wie eine testosterongesteuerte furie und das macht mich so unglücklich. vllt ist es bei mir auch etwas schlimmer, weil ich leichtes pco habe und mein testosteronwert zusätzlich noch erhöht ist.. keine ahnung, jedenfalls kommt es ganz sicher vom stillen.
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 00:50
von nwsurgeon
Hallo,
also ich bin vor allem gereizt wenn ich Schlafmangel habe, und der geht ja durch das Abstillen noch weniger weg.
Und kräftige Stimmungsschwankungen sind wohl nicht unüblich im ersten Babyjahr.
Jaaa und das Thema Ehemann, es ist halt auch seehr schwer für die Jungs, da sie in den ersten Monaten emotional oft zu kurz kommen (wir hatten da auch sehr langen Pausen), denn die Mamas und Babies haben ja schon gekuschelt. Aber die Babyzeit ist soo schnell rum, zumindest im Nachhinein betrachtet.
Und zum Abstillzeitpunkt, einige Kinder wehren sich da mehr als andere, meine Kinder konnten gar nicht aus der Flasche trinken und haben erst mit ca. 10 Monaten aus Bechern und Sigg-Flaschen (Wasser) getrunken.
Gesundheitliche Vorteile hat das Stillen auch in den ersten 2 Lebensjahren noch (weniger Magen-Darm-Infekte, weniger Mittelohrentzündungen), aber abwägen was für Dich und Dein Kind das Beste ist kannst nur Du, denn eine stillende "Furie" ist sicher nicht besser als eine ausgeglichene "Flaschen-Mama".
Alles Liebe
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 09:52
von MelCel
Hallo Annie,
mir ging es ähnlich wie dir, wobei ich im Nachhinein nicht mehr sicher sagen kann ob meine Gefühlslage tatsächlich am Stillen lag (also sicher nicht komplett, aber, so meine ich, zumindest zu einem guten Teil). Ständig gereizt, null Libido, Stimmungsschwankend. Das ganze ging ca. 6 Wochen nach der Geburt los und wurde tendenziell immer schlimmer.
Als ich mich mal drauf eingeschossen hatte, dass es das Stillen sein müsste, wurde das irgendwie noch schlimmer - ich hab mich immer mehr ausgeliefert gefühlt, ungerecht vom Leben behandelt weil andere Frauen die Flasche geben "dürfen"

und wurde immer widerwilliger. Dabei hatte ich mich wirklich auf das Stillen gefreut und hatte auch überhaupt keine Probleme wie z.T. andere Frauen!
Bei mir wurde es mit der Beikost viiieel besser. Mein Sohn hat von Anfang an Essen verschlungen, ich hab einen guten Teil der Tagmahlzeiten ersetzt (auch wenn das hier ja eher verpönt ist). Als mein Sohn 6 Monate war gab es etwa 3 Stillmahlzeiten täglich und die hab ich auch genossen, ich wurde wieder ein Mensch.
Die psychische Komponente hat bei mir sicher eine große Rolle gespielt, mal sehen wie es beim nächsten Kind wird.
Was die Libido angeht, kann ich von meiner Seite nicht wirklich Entwarnung geben, das hat noch laaange Gedauert bis ich wieder halbwegs normal getickt hab.
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 15:32
von Imix
Hallo Savonlinna,
du wolltest ein paar Vorteile des Stillens zur Beikosteinführung. Stillen ist die beste Vorsorgemaßnahme gegen Allergien, da Fremdeieweiß (= Kuhmilcheiweiß) vermieden bzw. verzögert wird.
Die Immunstoffe nehmen ab dem 6. Lebensmonat des Kindes zu und kommen bei ca. 20 Monaten bei einem Hochwert an wie ein paar Wochen nach der Geburt...
2 -jährige decken durch MuMi noch eindrittel bis zur Hälfte ihren Energiebedarf...
Für mich hört sich das eher so an, dass sich deine Hormonlage noch nicht ganz eingespielt hat. Wenn du vor Schwangerschaft noch hormonell verhütest hattest und dann recht zügig schwanger geworden bist, hatte dein Körper noch gar keine Möglichkeit seinen eigenen Rhythmus zu finden. Mit hormoneller Verhütung gaukelt Frau ihrem Körper eine künstliche Schwangerschaft vor. Wenn man dann Hormone wegläßt, kann das bei manchen Frauen echt Monate bis ein Jahr oder mehr dauern bis sich alles wieder normalisiert hat. Jetzt nach Schwangerschaft und Geburt ist das Chaos immer noch nicht beseitigt bzw. kommmt zusätzlich hinzu. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Vielleicht ist es für dich auch interressant bei einem Endrokinologen einen Hormonstatus, über einen Zyklus hin, machen zu lassen.
Das Stillen begünstigt das Ganze natürlich nicht, ist aber nicht ausschlaggebend. Es verlangsamt das Ganze...
Ich hatte übrigens den Nuvaring. Nach Absetzen, hat es über ein Jahr gedauert, bis so etwas wie eine Libido vorhanden war. Ich weiß nicht aufmunternd...
Aber wie schon gesagt worden ist, ist es deine persönliche Entscheidung, ob du weiterstillen willst oder nicht...
Ich wünsche dir viel Kraft bei deiner Entscheidung.
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 17:13
von Savonlinna
vielen dank für eure antworten. so ganz glücklich bin ich damit ehrlich gesagt nicht
zu meiner hormonsituation: ich habe pco und daher etwas mehr testosteron im blut-in verbindung mit der stillsituation bedingt das meine symptome. ich habe bevor ich schwanger geworden bin fast zwei jahre keine hormone genommen und hatte keine probleme mit libidoverlust etc.. nur, dass ich eben wegen des testosteronwerts nicht so leicht schwanger werden konnte (eigentlich mind. 1jahr üben ohne hormontherapie, gott sei dank hats nur 3wochen gedauert bis ich schwanger war

)..
auf jeden fall liegt es am stillen, dass meine hormone verrückt spielen. ist ja auch irgendwie logisch. kann mir gut vorstellen, dass es eine art schutz vor einer erneuten ss bieten soll und man deswegen so kratzbürstig ist. und was die psyche betrifft, wieso um alles in der welt soll ich die ganzen probleme denn erst nach 5,6wochen haben-wo gerade die ersten 4wochen super schrecklich waren?!? ich musste mir das stillen nämlich regelrecht erkämpfen. habe hohlwarzen, sehr große brüste und meine tochter hatte ein zu kurzes zungenbändchen. dadurch war alles gleich wund und nachher blutig. hatte eine schlimme brustentzündung, musste ins KH und erst nach 8wochen höllenschmerz konnte ich erträglich stillen. also wieso sollte es mir dann jetzt psychisch schlecht gehen?! meine tochter ist auch total unkompliziert, sie schläft gut, kann sich gut alleine beschäftigen. mein mann ist sehr verständnisvoll und übt gar keinen druck auf mich aus, unterstützt mich wo er nur kann. es gibt wirklich nichts, was mir große sorgen macht oder was mich unglücklich machen würde.. also schlafmangel, babystress usw. macht für mich keinen sinn und außerdem ist es eher der komplette libidoverlust, der mich so stört. wenn mich mein mann bspw. küssen will und sei es nur ganz sanft als liebesbeweis (ohne sexuelle hintergedanken) dann kann ich nur denken: "fass mich bloß nicht an!" und es ekelt mich regelrecht an. er ist mir richtig egal geworden ;-( ich bin nicht mehr in der lage liebevoll mit ihm umzugehen und ein emotionaler eisklotz geworden. genau die gleichen symptome hatte ich mit dem nuvaring und zwar exakt die gleichen. das spricht doch schon sehr dafür, dass es hormonell bedingt ist. außerdem war ich ja beim arzt und der hat mir gesagt, dass es auf jeden fall daher kommt und man eben nichts machen kann. selbst wenn ich zu einem endokrinologen gehe nützt mir das nichts, weil ich sowieso nichts einnehmen kann in der stillzeit. mir gehts übrigens die ganze zeit so und es ist noch kein bisschen besser oder schlechter geworden und wieso sollte es besser werden können, wenn ich weiterstille?
ich bin auf jeden fall bereit noch solange weiterzu stillen, wie es meiner tochter erhebliche vorteile bringt. nur mal angenommen sie trinkt mit 7,8monaten noch zweimal am tag an der brust, dann frage ich mich eben ob es so schlimm wäre die beiden malzeiten durch die prenahrung zu ersetzen? ich bin ja auch überzeugt, dass stillen das beste für ein kind ist und es sicher vorteile hat auch über die 6monate hinaus. nur wenn man eben nicht solange stillen kann, wann soll man dann abstillen? wie sieht das allergietechnisch aus, wenn man vor ende der beikosteinführung keine mumi mehr gibt? ist es besser bis zum ende der beikosteinführung zu warten?
ich wäre wirklich dankbar über infos zu dieser zeit! aber bitte hört auf mir einreden zu wollen, dass meine probleme nicht vom stillen kommen. ist mir schon klar, dass es schwerfällt sowas zu glauben wenn man selbst vier jahre ohne probleme gestillt hat, aber es ist wirklich so.
wie dem auch sei, ich werde auf keinen fall noch 6monate stillen-es geht mir damit wirklich nicht gut!
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 19:03
von henris_mama
wirklich schade, dass es dir mit dem stillen schlecht geht!
ich finde es super, dass du trotzdem weiterstillst.
es ist auf jeden fall gut während der beikosteinführung zu stillen, vor allem bei den glutenhaltigen getreiden (
http://www.stillen.org/docs/ls-3_2010-z ... rakter.pdf).
jeder tag den du stillst zählt, sei stolz auf die monate die du durchgehalten hast. höre am besten auf dein bauchgefühl und still dann ab, wenn es gar nicht mehr anders geht. es ist nur die frage wie deine maus da mitmacht. henri hat bis jetzt (9 monate) noch fast voll gestillt.
es bringt euch 3 ja nichts auf biegen und brechen zu stillen, aber dafür geht alles andere den bach runter.
ich hoffe für dich, dass du beim für dich richtigen zeitpunkt abstillen kannst und danach alles gut wird.
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 19:21
von pinefloat
Savonlinna hat geschrieben:vielen dank für eure antworten. so ganz glücklich bin ich damit ehrlich gesagt nicht
Mmh, die Mädels wollen dir nur helfen, wie du vielleicht glücklich weiterstillen kannst.
Ich verstehe das Hormonproblem ehrlich gesagt nicht so wirklich. Würde ein Eingriff von außen, z.B. eine stillverträgliche Pille vielleicht das Chaos etwas sortieren können?
Klar, kannst du jederzeit Stillmahlzeiten durch Flaschenmahlzeiten ersetzen und "schaden" wird es deinem Kind wohl nicht. Ist halt ne Frage dessen, wie man Schaden definiert. Die Sache ist halt die, dass Stillen eben auch viel mehr ist als nur Nahrungsaufnahme. Die Nahrungszufuhr kann sicher auch anders sichergestellt werden, die Nähe zu dir nicht so unbedingt. Klar, kannst du auch so mit deinem Kind kuscheln, auch dein Oberteil ausziehen und Haut-an-Haut kuscheln, aber Hand auf's Herz, wie oft wird das wohl wirklich gemacht? Stillen bedeutet halt einfach auch die natürliche Wiederherstellung der Mutter-Kind-Verbindung, wie sie auch im Bauch war. Ganz nah bei Mama, den Herzschlag, den Geruch, die Haut, die Berührungen spürend. Da geht's nicht nur um die Milch und ob diese guttut, meine Meinung.
Wünsche dir alles Gute!
Re: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust
Verfasst: 02.05.2011, 19:33
von Savonlinna
@katja: vielen, vielen dank für deine liebe antwort und den link! das hat mir nun endlich weitergeholfen. vor allem der link ist ein guter anhaltspunkt. :-*
nein eine stillverträgliche pille würde das ganze nur noch schlimmer machen, denn die enthält ja gerade kein östrogen! mir sind die nicht ernährungstechnischen vorteile des stillens natürlich bewusst! deswegen fällt es mir ja so schwer überhaupt abzustillen bzw. nur daran zu denken. schade, dass einem hier nicht geglaubt wird selbst wenn man von einem arzt die erklärung bekommen hat. nur weil es hier sonst keiner hat, muss es ja nicht bei jedem das nonplusultra sein oder?