Seite 1 von 1

Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 14:30
von Tragling
Mich würde interessieren, wie es nach ca 1 jahr stillen für Euch und Euer Kind war.

Wie oft wurde noch gestillt am Tag / in der Nacht?

War noch genug Milch da, die für eine ganze Mahlzeit reichte bzw wieviel wurde nebenher schon gegessen?

Hier hat sich in den letzten beiden Wochen irgendwas verändert... meine Brüste sind auf einmal ziemlich "klein" :oops: geworden und mir kommt das Stillen etwas wenig vor - ich schätze ca 8-10 x in 24 Stden...

Ich hatte in der letzten Zeit auch ziemlich viel Stress und bin vor allem körperlich wieder arg an meine Grenzen gekommen mit viel Arbeit, wenig Schlaf, zahnendes Kind usw

Sie verlangt auch ganz eindeutig nach Wasser - und sie bekommt es natürlich auch.
Könnte denn ein 1-jähriges Kind theoretisch seinen Flüssigkeitsbedarf (vor allem im Sommer) nur übers Stillen stillen?

Hm. Ich hab irgendwie Angst, dass das Stillen schon aufhört. Dass ich nicht mehr genügend Milch habe (aber trotz merklich kleineren Brüsten kommt eigentlich immer was, wenn ich ausstreife/-drücke), dass die Kleine zu wenig oft trinkt und dadurch die Milchbidlung zurück geht...

Deswegen würde es mich freuen u vielleicht auch beruhigen, wenn Ihr mir erzählt, wie das so bei Euch war im 2. Lebensjahr...

Re: Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 17:36
von schokoliebe
Mein Sohn hat mit einem Jahr noch viel gestillt und wenig gegessen. Ich schätze mal er hat 80% seines Kalorienbedarfs übers Stillen gedeckt. Und es war immer genug Milch da, bis ich dann wieder schwanger wurde, als er 17 Monate war.
Getrunken hat er nebenher sehr wenig, vielleicht max. 100ml Wasser/ Tee am Tag.
Als die Milch schwangerschaftsbedingt weniger wurde hat er mehr gegessen und getrunken.

Re: Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 22:25
von Kinsale
Meine Tochter (jetzt 20 Monate) hat mit 1 noch sehr viel gestillt. Sie mochte keinen Brei und andere Sachen konnte sie irgendwie nicht so richtig essen. Sie hat zwar dran rumgekaut, aber irgendwie klappte das nicht so recht.
Bei mir war das aber anders als bei Dir: Zu der Zeit hätte ich gerne abgestillt :oops: - ich hatte keine Lust mehr und war ziemlich ausgelaugt. Dazu kam, dass um mich herum alle abgestillt hatten und ich irgendwie den Eindruck hatte, dass es NIE aufhören wird, ich immer da sein muss, nie mehr nachts vernünftig schlafen kann...
Irgendwie habe ich mich dann mit Hilfe meines Mannes und meiner Hebamme damit abgefunden. Und "Wir stillen noch" gelesen. Und siehe da: das Kind fing an zu essen. Ich habe im Nachhinein den Eindruck, dass sie sich ganz sicher sein muss, stillen zu dürfen, um auch mal ohne auszukommen.

Jetzt aber zu Deiner Frage, ich schicke das nur vorweg, da die "Vorraussetzungen" bei Euch andere sind. Ich wäre damals begeistert gewesen über jede ausgefallen Stillmahlzeit :wink:

Die Sorge um zu wenig Milch würde ich mir nicht machen. Bei uns ging es vor kurzem auch nach Wochen mit nur wenig Stillen (1-2mal am Tag + 2-3mal nachts) relativ schnell auf vollstillen umzusteigen als sie einen MD-Infekt hatte und sonst nichts bei sich behalten konnte. Das pendelt sich einfach auf den neuen Bedarf ein, kann sich aber auch wieder steigern wenn Dein Kind wieder mehr stillen mag. (Da lasse ich mich gerne korrigieren, ich kann nur meine Erfahrungen schildern)

Inzwischen stillt sie von 1mal am Tag (viel los, keine Zeit für Mama :wink:, Essen sooo lecker) bis zu ca. 10 mal (zu Hause, anhängliche Phasen, beim Schmusen). Nachts genauso, die Spanne reicht vom Durchschlafen bis zum dauerstillen.

Inzwischen kann ich Deine Angst vorm Ende der Stillzeit übrigens gut nachvollziehen. Ich bin froh, dass mein Kind mich durch diese Stillkrise gebracht hat. Es ist so wunderbar ein Kleinkind zu stillen, das verkündet: "Mama, Buse leer! Ander!" Um dann nach ein paar Zügen erleichtert mitzuteilen: "Da tommt was! Meckt dut!" Da bin ich dann tatsächlich irgendwie stolz so leckere Milch "gemacht" zu haben :oops: Und jetzt zum Beginn der "Trotzphase" hilft es so oft, die Wut zu mindern oder garnicht erst so recht aufkommen zu lassen. Ach und überhaupt. Es macht die sonst so große Maus immer mal wieder so babyhaft, so fällt mir Glucke es auch leichter, sie groß werden zu lassen...

Ich wünsch' Dir weiter eine tolle Stillzeit!
Kinsale

Re: Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 23:06
von cocotte
Beide Kinder haben mit ca. 1 Jahr schon recht gut gegessen. Für die Große hab ich zu der Zeit noch sehr viel "extra" gekocht mittags, die Kleine isst eigentlich fast alles mit, was wir essen. Allerdings kochen wir mittlerweile einfach kindgerechter (soll heißen: nicht zu stark gewürzt etc.) als zu der Zeit mit nur 1 Kind.
Beide Kinder haben aber mit 1 Jahr auch noch viel gestillt. Die Große noch mehr als die Kleine jetzt; die Kleine (sie war Ende Februar 1 Jahr alt) still tagsüber 2-3 mal, dann abends Einschlafstillen und während der Nacht (einschl. "Aufwachstillen") 2-3 mal Stillen, d.h. sie kommt auf ca. 7 mal Stillen am Tag - je nach Verfassung kann das aber auch einiges mehr sein.

Insgesamt änderte sich aus meiner Erfahrung heraus das Stillen im Lauf des ersten Jahres meiner Kinder schon viel in die Richtung, dass meine Mäuse das Stillen halt immer weniger rein zur Nahrungsaufnahme oder besser zum Sattwerden gebraucht haben (wie gesagt, meine Zwei essen gerne und trinken auch viel), sondern eher aus anderen Gründen - die Brust zum Mama-Tanken, zur Sicherheit, als Einschlafhilfe, zum Trost, usw.

Darüber dass die Brust jetzt kleiner geworden ist, brauchst du dir sicher keine Sorgen zu machen - das war bei mir beim ersten Kind so und so ist es auch jetzt wieder. Ich kann wieder deutlich kleiner BHs tragen - und dass obwohl ich Tandem stille. Aber die Stillhäufigkeit der KLeinen hat sich einfach sehr verringert in den letzten Wochen bzw. hab ich eher den Eindruck, dass sie oft nur kurz nucketl und eben nicht mehr so viel trinkt wie früher - die StillMENGE hat sich also verändert und die Brust reagiert ganz einfach drauf.

Re: Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 23:28
von tania
mit einem jahr hat mein kind schon ordentlich gegessen. er hat aber immer wieder phasen (die hörten erst vor wenigen monaten auf), wo er urplötzlich ein paar tage nicht isst, nur stillt. das war körperlich sehr anstrengend, all dieses milchgebilde, für meine brüste aber kein problem. die haben sofort hochgefahren und sich danach auch fix wieder zurückgestellt. mein kind stillte immer sehr viel, aber auch die 8-10 mahlzeiten deines kindes finde ich nicht wenig. dass die milch nicht mehr bei jeder passenden und unpassenden gelegenheit rausspritzt ist einfach nur ein zeichen, dass sich deine brust eingependelt hat. mein kind hat so mit einem jah angefangen wasser zu trinken und trinkt inzwischen sehr viel und gerne. in den letzten tagen hört er oft mit stillen auf und bittet direkt um wasser. da kannst du dich einfach auf dein kind verlassen, dass es weiß, was es wann braucht. ansonsten war das alles so ein gradueller prozess, dass ich keine direkten brüche oder einschnitte festmachen kann. dass er anfing zu essen, zog sich über mehrere monate. ich kann auch überhaupt nicht vorhersagen, wann er sich abstillen wird. in einem halben jahr halte ich für ebenso möglich wie in dreieinhalb jahren..

Re: Was hat sich verändert nach 1 Jahr?

Verfasst: 04.04.2011, 23:37
von clermontine
Bei uns hat sich das Stillverhalten um diese Zeit kaum veraendert.
Mein Sohn fing endlich an zu essen, davor hat er kaum feste Nahrung zu sich genommen.
Was sich geaendert hatte war, dass er nun auch laengere Stillabstaende akzeptiert hat. Zum Bsp wenn wir unterwegs waren, hat er locker 3-4 Stunden ohne Stillen ausgehalten und es auch nicht gefordert, erst dann wieder zu Hause.
Nachts blieb alles gleich. Das ist erst jetzt sehr viel weniger gewurden mit 1 1/2 Jahren. Zur Zeit kommt er nur 1-3mal nachts zum trinken.
Milch habe ich genug und meine Brust hat sich auch nicht veraendert.
Nachdem unser Sohn im Sommer gerne Wasser trank, hat er in der kalten Jahreszeit seinen Durst so gut wie nur uebers Stillen gedeckt, auch wenn wir es immer anbieten. Mit den ersten waermeren Tagen, nahm auch die Wasseraufnahme wieder zu, besonders ausserhalb.
Ich muss aber auch sagen, dass es mir lieb waere, wenn sich das Stillen langsam reduzieren wuerde. Nachts ist es mir egal, aber tagsueber empfinde ich es manchmal als anstrengend, wenn er so oft kommt.
Was mir aufgefallen ist, dass das Stillen viel mehr zu einem Kuschel/Naehe-Beduerfnis gewurden ist.