Ich glaub, ich werde doch Missionarin ;-)
Verfasst: 28.02.2011, 07:40
Hallo, ihr Lieben,
vielleicht hat ja jemand Interesse an einem eher theoretischen Diskurs (mir fehlt wohl im Moment der intellektuelle Input ...
):
Je mehr ich mich mit dem Thema Stillen beschäftige, umso schwerer fällt es mir, Aussagen meiner Mitmenschen unkommentiert zu lassen.
Das ist mir gestern ganz besonders bei einem Gespräch mit meinem Mann aufgefallen. Ich habe mich über raffinierte Werbestrategien für Folgemilch und dergleichen aufgeregt, woraufhin er einwandte, manche Menschen seien nun mal darauf angewiesen, beispielsweise Frauen, die schon relativ kurz nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen. Im übrigen könnten oder wollten viele Frauen nicht stillen ... Oje ... Und er ist ja eigentlich schon besser informiert als viele andere und unterstützt glücklicherweise das (Pump-)Stillen und teilt unser 1,60 m -Bett bereitwillig mit mit uns unseren Zwillingen
Wobei es vielleicht noch nicht mal nur um fehlende Informationen geht: Als ich ihm nämlich erklärt habe, warum beispielsweise Gute-Nacht-Fläschchen kein geeignetes Nahrungsmittel darstellen, und ihn damit konfrontiert habe, warum Leute ihren Kindern artfremde Nahrung geben, um selbst schlafen zu können (wobei die vermutetete Kausalität ja eh eine irrige Annahme darstellt), hat er prägnant analysiert, viele Menschen wollten halt, dass ihre Kinder möglichst schnell in ihr Leben passen - sie wollten Kinder, diese sollten aber möglichst nicht stören ... Vielleicht ist seine Reaktion auch durch eine unbewusste Verteidigungshaltung der eigenen Mutter gegenüber begründet? Meine Schwiegermutter ist jeweils nach acht Wochen wieder voll arbeiten gegangen (wobei sie als Lehrerin immerhin mittags wieder zuhause war) und hat, wie in den 70ern üblich, nicht gestillt. Ich maße mir ja gar nicht an, das zu verurteilen, und meine Schwiegermutter sagt mir immer wieder, wie toll sie es findet, dass ich die beiden stille - der Informationsstand und der Zeitgeist waren damals eben anders ... Bei meinem Mann, im geschützten Raum sozusagen, fahre ich dann natürlich alle argumentativen Geschütze auf (wobei ich mich immer fürchterlich aufrege
). In Situationen mit anderen Leuten bin ich da eher zurückhaltend und will natürlich nicht als "Still-Fanatikerin" oder als überheblich dastehen, korrigiere höchstens hier und da mal vorsichtig Behauptungen, aber ich habe wirklich den Eindruck, das eine fundamentales Unwissen mit teilweise verheerenden Folgen vorherrscht ...
Wie verhaltet ihr euch in Gesprächen zu dem Thema Stillen bzw. Umgang mit Säuglingen (Beikost, Schlaf etc.)? Ich meine nicht nur, wenn ihr nach eurem Stillen gefragt werdet, sondern wenn andere Frauen von ihren Erfahrungen berichten oder allgemein darüber gesprochen wird. Inzwischen ist mir klar, dass man die Frage des Stillens tatsächlich gar nicht isoliert betrachten kann, sondern die grundlegende Haltung Kindern gegenüber hiervon berührt ist und auch sachliche Informationen über das Wesen von Kindern (Schlafverhalten, Bedürfnis nach Nähe ...) erforderlich sind. Aber ich kann ja nicht jedem einen Vortrag über Attachment Parenting halten (wobei ich diesen Begriff noch nie bewusst verwendet habe)
Bin interessiert an euren Meinungen und Erfahrungen!
Liebe Grüße,
Petra
Petra
vielleicht hat ja jemand Interesse an einem eher theoretischen Diskurs (mir fehlt wohl im Moment der intellektuelle Input ...
Je mehr ich mich mit dem Thema Stillen beschäftige, umso schwerer fällt es mir, Aussagen meiner Mitmenschen unkommentiert zu lassen.
Das ist mir gestern ganz besonders bei einem Gespräch mit meinem Mann aufgefallen. Ich habe mich über raffinierte Werbestrategien für Folgemilch und dergleichen aufgeregt, woraufhin er einwandte, manche Menschen seien nun mal darauf angewiesen, beispielsweise Frauen, die schon relativ kurz nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen. Im übrigen könnten oder wollten viele Frauen nicht stillen ... Oje ... Und er ist ja eigentlich schon besser informiert als viele andere und unterstützt glücklicherweise das (Pump-)Stillen und teilt unser 1,60 m -Bett bereitwillig mit mit uns unseren Zwillingen
Wobei es vielleicht noch nicht mal nur um fehlende Informationen geht: Als ich ihm nämlich erklärt habe, warum beispielsweise Gute-Nacht-Fläschchen kein geeignetes Nahrungsmittel darstellen, und ihn damit konfrontiert habe, warum Leute ihren Kindern artfremde Nahrung geben, um selbst schlafen zu können (wobei die vermutetete Kausalität ja eh eine irrige Annahme darstellt), hat er prägnant analysiert, viele Menschen wollten halt, dass ihre Kinder möglichst schnell in ihr Leben passen - sie wollten Kinder, diese sollten aber möglichst nicht stören ... Vielleicht ist seine Reaktion auch durch eine unbewusste Verteidigungshaltung der eigenen Mutter gegenüber begründet? Meine Schwiegermutter ist jeweils nach acht Wochen wieder voll arbeiten gegangen (wobei sie als Lehrerin immerhin mittags wieder zuhause war) und hat, wie in den 70ern üblich, nicht gestillt. Ich maße mir ja gar nicht an, das zu verurteilen, und meine Schwiegermutter sagt mir immer wieder, wie toll sie es findet, dass ich die beiden stille - der Informationsstand und der Zeitgeist waren damals eben anders ... Bei meinem Mann, im geschützten Raum sozusagen, fahre ich dann natürlich alle argumentativen Geschütze auf (wobei ich mich immer fürchterlich aufrege
Wie verhaltet ihr euch in Gesprächen zu dem Thema Stillen bzw. Umgang mit Säuglingen (Beikost, Schlaf etc.)? Ich meine nicht nur, wenn ihr nach eurem Stillen gefragt werdet, sondern wenn andere Frauen von ihren Erfahrungen berichten oder allgemein darüber gesprochen wird. Inzwischen ist mir klar, dass man die Frage des Stillens tatsächlich gar nicht isoliert betrachten kann, sondern die grundlegende Haltung Kindern gegenüber hiervon berührt ist und auch sachliche Informationen über das Wesen von Kindern (Schlafverhalten, Bedürfnis nach Nähe ...) erforderlich sind. Aber ich kann ja nicht jedem einen Vortrag über Attachment Parenting halten (wobei ich diesen Begriff noch nie bewusst verwendet habe)
Bin interessiert an euren Meinungen und Erfahrungen!
Liebe Grüße,
Petra
Petra