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Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 11.01.2011, 21:02
von Elena
Hallo,

ich habe folgende Frage und würde mich über Ratschläge/Erfahrungsberichte freuen:

Im März kommt unsere zweite Tochter. Ich denke, es würde uns den Alltag sehr erleichtern, wenn sie ab und zu die Flasche bekommen könnte - zum Beispiel könnte ich dann nach wie vor mit der Großen zum Schwimmkurs gehen und mein Mann könnte abgepumpte Milch füttern.

Die Große habe ich fast 2 Jahre lang relativ problemlos gestillt - wenn man davon absieht, dass ich 11 Monate lang mit Stillhütchen gestillt habe. Sie hat genau einmal die Flasche bekommen in der Zeit, nämlich, als ich eine Prüfung hatte, als sie 3 Wochen alt war. Danach hat sie die Flasche bei den wenigen Gelegenheiten, wo wirs versucht haben, verweigert und es kam erst mit 7 Monaten der Trinklernbecher.

Meine Frage ist jetzt, wie ich etwas unabhängiger werde, ohne eine Saugverwirrung oder ähnliche Probleme zu riskieren. Meine Idee war, die Kleine vielleicht einmal pro Woche einen Nachmittag dem Papa zu überlassen (er arbeitet eh Teilzeit) und ihn Flasche füttern zu lassen. Sollen wirs einfach probieren (vorausgesetzt, es läuft sonst alles gut)? Ab wann? Lieber die ersten Wochen abwarten oder lieber gleich auch an die Flasche "gewöhnen"?

LG Elena

Re: Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 11.01.2011, 21:19
von jusl
Hallo Elena,

klasse, dass Du Dir jetzt schon Gedanken machst, das zeugt von Planungstalent! :D Aber vergiss dabei nicht Flexibilität und Zuversicht à la "wenn's soweit ist, wird es sich schon gut ergeben". Die Erfahrung zeigt: viele Dinge rund um den Alltag mit kleinen Kindern kann man ruhig einfach auf sich zukommen lassen; am Ende ergibt's sich oft eh irgendwie anders. (Vielleicht mag Dein Baby ja ebenfalls gerne mit ins Wasser? Oder Dein großes Kind kann bis dahin allein schwimmen? Oder Papa geht mit?...)
Ab wann? Lieber die ersten Wochen abwarten oder lieber gleich auch an die Flasche "gewöhnen"?
Ganz klar: mindestens die ersten sechs Wochen problemlosen(!) Stillens sollten abgewartet werden. Betonung liegt dabei auf "problemlos" - ein Baby, dass 4 Wochen braucht, bis es eine gute, schmerzfreie Stilltechnik drauf hat und dazu gut zunimmt, sollte entsprechend frühestens mit 10 Wochen Bekanntschaft mit künstlichen Saugern machen, wenn's denn sein muss.
Meine Frage ist jetzt, wie ich etwas unabhängiger werde, ohne eine Saugverwirrung oder ähnliche Probleme zu riskieren.
Ehrlich? Einfach Baby mitnehmen (es gibt soooo coole Bade-Slings, perfekt fürs Schwimmbad!.. :wink: ). Damit riskierst Du nichts, und abhängiger als mit Baby beim Papa, dass mit vorher zeitgerecht abgepumpter und/oder aufgetauter Mumi versorgt werden will und irgendwann - ganz milchunabhängig - doch Sehnsucht nach Mama hat, bist Du so auch nicht.
Abgesehen davon: viele Babys bleiben ab etwa Beikostalter durchaus auch "gerne milchfrei" mehrere Stunden beim Papa. Wenn Mama da ist, wird gestillt, wenn nicht, dann eben nicht - so verhalten sich viele Babys (insb. die, die Flasche verweigern).

Und grundsätzlich ist es natürlich so, dass notwendige Milch bei Abwesenheit der Mutter keineswegs unbedingt per FLASCHE gefüttert werden muss. Füttern per Löffel, Becher oder Softcup z.B. geht genauso gut, und das Risiko von Saugstörungen ist damit wirklich praktisch gleich null (und diese Methoden könnten auch zum Einsatz kommen, sollte das Baby bislang leider noch nicht eine 100% gute Stilltechnik entwickelt haben).

LG und alles Gute für die letzten Schwangerschaftswochen!
Julia

Re: Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 11.01.2011, 21:34
von Elena
Hallo Julia,

vielen Dank für deine Einschätzung! :D Genau solche Denkanstöße helfen mir weiter. Flexibel bleiben werde ich auf jeden Fall - wenn ich eins gelernt habe in den letzten 2 Jahren, dann ist es, dass man mit Kindern vieles einfach auf sich zukommen lassen und gelassen abwarten sollte, was passiert. Aber ich plane auch gerne bzw. spinne einfach mal rum, das stimmt.

Baby mitnehmen zum Schwimmen wird wohl nicht gehen, außer der Papa kommt auch mit und wir machen einen Geschwisterkurs (das würde sich machen lassen). Wenn ich mit der Großen dahin gehe, dann will ich auch mit ihr tauchen und toben und mich auf sie konzentrieren können - außerdem ist das Wasser dort für einen Sling zu tief. Und der Weg zum Schwimmbad quer durch die Stadt mit Bus&Bahn ist mit einem Kind gut zu machen, mit zweien wirds mir zu anstrengend. :oops: Abgesehen davon ist bei dem Schwimmkurs eine Betreuungsperson pro Kind Voraussetzung, glaube ich. Das müssen wir also anders lösen.

Ab Beikostalter blieb die Große halbtags bei Papa, weil ich nach 7 Monaten wieder angefangen habe zu arbeiten. Das war völlig unproblematisch, ich habe anfangs zweimal täglich, dann nur noch einmal abgepumpt und sie hat die Milch aus dem Becher genommen. Sie hat sich da genauso verhalten, wie du es schreibst: Wenn Mama da ist... usw. :mrgreen:

Einen Softcup werde ich mir bei Gelegenheit mal zulegen. Und dann auf jeden Fall ganz in Ruhe die ersten 6 Wochen abwarten. Danke!

Re: Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 12.01.2011, 11:20
von Leogecko
Probier es einfach aus. Meine Freundin hatte kurz nach der Geburt wieder mit der Abendschule angefangen und da musste auch der Papa mit der abgepumpten Milch ran. Es hatte bei ihr super funktioniert: abends Flasche und tagsüber + nachts die brust. Er hatte keine Saugverwirrung, alles verlief super.

Re: Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 12.01.2011, 12:47
von giraffchen84
Vielleicht kannst du auch eine Freundin zum Schwimmkurs mitnehmen, die auf den Zwerg aufpasst?

Ich bin (zwar bisher nur ein Kind) immer mit meiner Mama zum Babyschwimmen gegangen. Wir haben den Kurs gemacht oder waren dann später auch einfach so im Wasser und sie ist schwimmen gegangen. Ich hatte immer dann beim an und ausziehen lieber 4 Hände dabei als 2 :)
Vielleicht findet sich ja jemand, der mit Dir kommt, und das Kleine nimmt, bis es sich meldet.

Allerdings kenne ich von mir den Wunsch, auch ab und an mal alleine was für mich (also Du alleine mit Deiner Großen) etwas machen zu wollen - meiner hat auch genau 2 Mal aus der Flasche getrunken und sie dann verweigert...
Ich würde auf jeden Fall auch warten, bis die ersten Wochen rum sind, in der Zeit vielleicht jemanden mitnehmen, wenn Du mit beiden Kindern zum Schwimmbad fährtst, der mit dem Kleinen im Liegestuhl sitzen bleibt und später die Flaschenvariante probieren.
Ich bin da keine Fachfrau, was meines Vorrednerinnen schrieben, mit Löffel oder Softcup klang sehr plausibel. Ich möchte noch anfügen, das ich grade gestern einen Suagaufsatz von medela gesehen habe, der ist wohl irgendwie ganz neu, der super ähnlich der Brust sein soll und wo das Baby auch erst ein Vakuum erzeugen muss und richtig arbeiten muss, bis es trinken kann, also wie an der Brust.
So sagte es jedenfalls die Werbeanzeige :D

Ich hoffe, die Stillprofis widersprechen mir, wenn ich falsch liege 8)

Re: Ab und zu Flasche fürs Stillkind - wie?

Verfasst: 12.01.2011, 12:54
von jusl
Ich hoffe, die Stillprofis widersprechen mir, wenn ich falsch liege 8)
Dies sei hiermit geschehen 8) :lol: klick