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Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 03.05.2010, 17:12
von lysa
Hallo Ihr,

nach 4 Jahren bin ich wieder hier im Stillforum - diesmal mit dem 2. Kind :D

Anfangs ließ sich das Stillen diesmal wirklich gut an (meine Ältere hat 6 Monate lang beim Stillen geschrien, das war eine ganz harte Zeit), aber jetzt ist mein Sohn 10 Wochen alt, und irgendwie ist seit einiger Zeit der Wurm drin: Er trinkt sehr kurz, an jeder Brust nur maximal 5 Minuten. Danach lässt er aber nicht klar los und wirkt satt, sondern saugt, zieht, zappelt, schreit etc. Erst dachte ich, er will nuckeln und ärgert sich, dass noch Milch kommt - aber ihm den kleinen Finger zu geben nützt nichts. Bäuerchen ist auch nicht der Grund. Bauchweh - naja, manchmal höre ich es in seinem Bauch kollern, aber das ist doch nicht immer so, oder? Daher glaube ich daran auch nicht so recht.

Jetzt habe ich gelesen, dass erst nach 10 Minuten oder so die fetthalitge Hintermilch kommt, und fürchte, dass er die auf diese Weise nie kriegt und deswegen am Ende der Mahlzeiten imer so unzufrieden wirkt. Ich kriege ihn aber auch partout nicht dazu, länger an der Brust zu bleiben, was soll ich da bloß tun? :( Und eigentlich müsste er doch dann früher wieder Hunger haben, aber er hat Still-Abstände von 3 bis 4,5 Stunden, das passt ja irgendwie auch nicht. Oder kann es sein, dass er quasi "resigniert" hat?

Er schläft sehr, sehr viel, schon von Anfang an - vorausgesetzt, ich habe ihn im Tuch. Dann ist er tagsüber fast nur zum Stillen und darüber hinaus vielleicht noch 3 Stunden wach. Ist das noch normal oder könnte das eine Art Apathie sein (ja, ich weiß, ich mach mich gerade echt verrückt)... Außerdem habe ich gelesen, dass Babys, die nur Vordermilch trinken, sehr flüssigen, explosionsartigen Stuhl haben - trifft zu, so cremig wie in den ersten Wochen ist der gar nicht mehr.

Ihr werdet sicher nach der Gewichtszunahme fragen - weiß ich leider nicht aktuell, msus mir erst 'ne Waage leihen. Ach ja, und das Kiterium "5-6 nasse WIndeln pro Tag" erfüllt er auch nicht. Oder doch? Jedenfalls wickele ich ihn nicht so oft, 3 oder 4 mal reicht vollkommen.

Oh Mann,spinne ich hier rum und bastele mir ein Problem, oder ist da wirklich was? Ich wünschte mir so, er würde mal satt und zufrieden loslassen oder sogar mal an der Brust einschlafen (geht gar nicht, er schläft nur im Tuch), aber er ist grundsätzlich un-entspannt nach den Mahlzeiten...

SOrry, ist wirr und strotz auch noch vor Tippfehlern - ich hab ein zappeliges Kind vorm Bauch...
Könnt Ihr mir helfen? Danke!

LG
lysa

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 03.05.2010, 17:52
von Altraia
Es gibt durchaus Kinder, die auch schon nach 5 Minuten Stillen satt sind, das ist kein Kriterium. Aber leider können wir hier keine Ferndiagnosen geben, wenn die Gewichtsdaten völlig unbekannt sind. Daher kann ich nicht einfach so sgen, dass schon alles stimmen wird, denn leider gibt es in manchen Fällen tatsächlich Kinder, die nicht satt werden.

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 09:50
von ChristineMa
Ich denke, dass eine Gewichtskontrolle sicherlich Klarheit schaffen würde, allerdings würd ich mir dazu keine Waage ausleihen, sondern eher zu einem Arzt gehen. Die haben geeichte und da kann man sich sicher sein, dass das Gewicht passt. Ich schließ mich Altraia`s Meinung an, du könntest vielleicht versuchen die Stillabstände zu verkürzen um ihn dadurch zufriedener zu machen...
Wünsch dir viel Durchhaltevermögen :D

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 15:52
von lysa
So, hier alle Gewichtsdaten, die ich habe:

Geburt: 3340 g
niedrigstes Gewicht (3. Tag): 3185 g
3 1/2 Wochen: 4180 g
8W 5T: 5050 g
10W1T (heute :) ):5200 g

D.h. er nimmt durchaus zu - naja okay, das konnte ich auch so sehen. Die Frage ist, ob das reicht?

Die Rupferei an der Brust haben wir seit etwa 2 Wochen, aber gestern, vor allem nachts, war es besonders schlimm, geradezu Ringkämpfe :( . Wüsstet Ihr denn auch andere Erklärungen für die Zerrerei und Unzufriedenheit danach?

Und kriegt er bei so kurzer Stilldauer tatsächlich keine Hintermilch? Ich hab mich hier mal ein bisschen belesen, da heißt es: Hintermilch fließt ab dem Einsetzen des MSR. Und der kommt bei mir i.d.R. so nach 40 Sekunden, das wäre dann ja kein Problem (kann mir ehrlich gesagt auch niht vorstellen, dass es irgendweine Frau gibt, bei der der erst nach 10 Minuten kommt, für die diese Regel "mindestens 10 Min pro Brust" dann angewendet werden müsste.)

Zum Vorschlag, die Abstände zu verkürzen: Widerspricht das nicht dem Prinzip des Stillens nach Bedarf? Wenn er früher Hunger hätte, würde er sich doch melden, oder? Er zieht es aber vor, ausgiebig zu schlafen - ihn da zu wecken, wäre ziemlich hart...

Ach ja, was ich noch nachschieben wollte: Er schläft wirklich sehr viel, aber wenn er wach ist, dann ist er auch lebhaft und alles andere als apathisch. So. :)

Anyone any idea? Danke!

LG
lysa

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 17:39
von L-Mama
Ich kann leider nicht beraten, aber meine Stillberaterin hat gesagt, daß die "These" Hintermilch widerlegt ist. Es gäbe neue Studium, die beweisen, daß es diese gar nicht gibt! Was mir auch logisch erscheint, denn die Brust ist ja im Dauerbetrieb, wo sollte diese Hintermilch denn gespeichert werden... Alles Gute Dir!

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 18:30
von evengulin
Ein wenig kommt mir das Trinkverhalten bekannt vor.
Meine Kleine ist jetzt 8 1/2 Wochen alt und trinkt auch nicht mehr so ruhig wie früher. Sie strampelt mit den Füßen nach wenigen Minuten und zerrt an mir herum wie ein Rottweiler am Kaninchen. Allerdings hatte ich bisher den Eindruck, dass es ein Ungeduld ist, die sie so werden lässt. Zu Beginn ist meine Brust halt "Das Land, wo Milch und Honig fließt"... aber nach einigen Minuten muss man plötzlich bissl mehr saugen und dann will sie doch lieber an eine BW die leichter "zu knacken" ist. Wenn ich dann wechsel geht es wieder und sie schläft auch gelegentlich ein, aber nicht mehr so krisensicher wie früher.
Vielleicht ist es also eine Entwicklungsphase.
Unsere Gewichtszunahme läuft mittlerweile sehr gut.

Nur so als Idee.

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 20:55
von ChristineMa
Herzlichen Glückwunsch zur Gewichtszunahme. Die Daten zeugeun durchaus von normaler Gewichtszunahme (Die WHO spricht von ca. 150 g und mehr/Woche solange bis das Geburtsgewicht wieder verdoppelt ist). Mit der Hintermilch ist es in etwa folgendermaßen: Wenn die "gespeicherte" Milch herhausgeflossen ist, ziehen sich die milchbildenden Zellen zusammen. Bei diesem Zusammenziehen schnüren sich Fette auch der Zellwand ab und wandern in die Muttermilch. Dass eine große Menge an Vordermilch getrunken wurde, erkennt man unter anderem an grünlichem Stuhlgang. Aber auch das ist prinzipiell kein Problem wenn das Kind normal gedeiht und die Stillabstände für die Mutter nicht vieeeel zu kurz sind.

Ich kann verstehen, dass du dir Sorgen machst wenn er immer nur so kurz trinkt. Viele Kinder trinken schneller wenn sie etwas älter werden und viele Mütter sind besorgt darüber. Aber ein aktives Kind, wie es dein kleiner Mann zu sein scheint, ist das beste Zeichen dass alles ok ist. Trotzdem ist es immer gut und natürlich wenn man hinterfragt. Von wegen öfter wecken wäre eine gute Möglichkeit die Nahrungsmenge zu erhöhen. Braucht ihr aber nicht weil eh alles ok ist.

Eine andere Frage ist, wie sehr es euch belastet wenn er häufig so "wild" trinkt. Ist es einfach nur belastend, weil du nicht weißt ob es okay ist oder kannst du es aus anderen Gründen nicht ab? Vielleicht findet ihr Situationen, oder Orte, wo es besser funktioniert...
Alles Gute

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 04.05.2010, 21:07
von Altraia
Das klingt nach einer ganz normalen Gewichtszunahme, daher brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, dass er nicht genug Nahrung bekommt. Ob er auf seine Kalorien nun mit mehr oder weniger Hintermilch kommt, kann im Grunde egal sein. Mein erstes Kind hat übrigens niemals länger als 10 Minuten gestillt, und es gibt einige Kinder, die keine "vorgeschriebene" Zeit lang an der Brust bleiben.

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 05.05.2010, 08:55
von lysa
Danke, Ihr Lieben, für Eure Antworten! :D

@evengulin: Über "zerrt wie ein Rottweiler am Kaninchen" habe ich sehr gelacht! Ja, genau so isses auch bei uns - nur dass er nicht knurrt :wink: . Manchmal gebe ich ihm auch nach der 2. nochmal die 1. Brust, aber er lässt sich nur noch selten so überlisten. Eine Entwicklungsphase kans's natürlich immer sein....

@ChristineMa: die 150 g Zunahme hat er aber in der letzten Woche nicht geschafft, da waren es, auf 7 Tage umgerechnet, "nur" 105 g. Aber so eng muss ich das jetzt nicht sehen, oder?
Und nee, grünlich ist der Stuhlgang nicht. Nur sehr flüssig, also nicht mehr so cremig wie früher. Und kurze Stillabstände haben wir ja nun gar nicht, die gehen gerade eher so in Richtung 3,5 bis 4 Stunden, heute nacht sogar mal 5 (juhu, ichfühle mich unglaublich ausgeschlafen heute! :) ).
Deine ANregung, mal zuüberlegen, warum mich das wilde Trinken stört, finde ich gut. Zum einen natürlich, weil ich plötzlich ANgst hatte, er könnte nicht genug bekommen, zum anderen aber - und das ist vermutlich viel wichtiger - weil ich da heftige Dejavus habe: Meine Tochter hat 6 Monate lang beim Stillen geschrien, und nichts half. Mit 7 Monaten war der Spuk dann vorbei (und ich habe sie dann noch 3 Jahre lang gestillt :) ), aber das war eine ganz, ganz harte Zeit. Ihr Bruder war zwar von Anfang an anders, aber wenn jetzt nur kleine Parallelen auftreten, werde ich echt nervös - zumal bei ihr die Dauer-Schreierei auch erst mit 11 Wochen losging, vorher war's nur ab und zu. Bleibt die Frage, wie ich von meiner Angespanntheit wegen der vergangenen Erlebnisse wegkomme...

@Altraia: Es gibt auch andere Turbotrinker in diesem zarten Alter? Das beruhigt mich ja schonmal. Wobei es noch besser wäre, wenn er nach dem Trinken einfach zufrieden loslassen würde. Die Schnelltrinkerei allein hätte mich vermutlich gar nicht irritiert...

Danke auf jeden Fall fürs Mitdenken!

LG
lysa

Re: Keine Hintermilch? Unzufriedenes Kind nach dem Stillen

Verfasst: 05.05.2010, 09:02
von lysa
Noch vergessen: Findet Ihr ca. 19 Stunden Schlaf pro Tag für 10 Wochen noch normal? Meine Tochter war da das andere Extrem, die war tagsüber fast ständig wach, daher wundere ich mich. Gibt's hier noch mehr so Murmeltiere?