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Ratlos bin

Verfasst: 16.04.2010, 22:13
von Spatz
Huhu,
so allmählich weiß ich nicht mehr weiter.
Seit Beginn der Beikost hat Johanna (8,5 Monate alt) Probleme mit Blähungen. Tagsüber ist das kein Problem. Durch die viele Bewegung geht alles raus, aber kaum findet sie abends zur Ruhe, quält es sie sehr. Teilweise meldet sie sich stündlich in der Nacht und schreit viel und krümmt sich richtig ins Holkreuz rein. Meißt erst gegen morgen, wenn sie beginnt rumzuturnen wird es wieder besser. :cry: Ich könnte dann echt heulen.
Zudem ist sie auch nicht richtig. Häufig verweigert sie Brei oder isst nur ein paar Löffel.
Meine Kinderärztin sowie auch meine Stillberaterin waren der Meinung, das die Kleine sich daran gewöhnen muss. Jetzt spitzt es sich immer mehr zu. Sie ißt immer weniger und die Blähungen werden mehr.
Meine Stillberaterin weiß auch nicht weiter und ich war dann noch mal beim Kinderarzt.
Ärztin zählte Möglichkeiten auf wie Nahrungsmittelunverträglichkeit. Für mich unwahrscheinlich, dann müsste sie ja gegen alles allergisch sein, was sie bekommen hat. Die Ärztin selber fand dies auch unwahrscheinlich. Dies würde sich aufs Gewicht auswirken und die Kleine hat optimalgewicht.
Dann hieß es Glutenunverträglichkeit: Meine Maus hat noch kein Getreide mit Gluten bekommen.
Dann sollte ich doch darauf achten, was ich esse. Davon könnte sie Blähungen bekommen. Also ich muss sagen, das ich in den letzen 10 Wochen mal 4 Tage voll gestillt habe (wegen Milchstau und Magen-undDarmgrippe). Da ging es der Maus prima. Wie halt vor der Beikost . Kohl und Hülsenfrüchte habe ich eh immer gemieden.
Jetzt soll ich ein Nahrungsmittelprotokoll schreiben von uns beiden.
Da sich jetzt in den letzen 5 Tagen nichts geändert hat, haben wir uns eine Zweitmeinung geholt. Dieser Kinderarzt meint, das es eine psychische Sache wäre. Dadurch, das unsere Maus so oft wach wird, und schlechter ißt, hätten wir sie angeblich weniger lieb. Wir haben eine Überweisung zur Schreiambulanz bekommen, dort soll das Verhalten von uns wärend des Fütterns beobachtet werden. :evil: Nach dieser Aussage hätte ich ihm die Augen auskratzen können. Knurrr..........
Vollstillen, fanden alle drei keine gute Lösung wegen Nährstoffmangel. :-(

Wir können aber jetzt nicht mehr. Wir brauchen alle 3 Schlaf! Außerdem wie lange soll sie sich noch mit Blähungen rumschlagen. Johanna tut mir so unendlich leid.Sie bekommt fast jede Nacht Zäpfchen gegen Blähungen, damit sie sich wieder beruhigt. Das ist ja keine Dauerlösung.
Spatz

Re: Ratlos bin

Verfasst: 16.04.2010, 22:20
von Spatz
Ergänzung zu eben:
Da wir uns so alleingelassen fühlen, haben mein Mann und ich heute morgen Bücher gewälzt und im Internet gestöbert, wie wir Johanna helfen können.Wir haben uns einige STichpunkte aufgeschrieben. Was haltet ihr davon?

- Bauchmassage mit Windöl
- Fenchel-Kümmel-Anistee anbieten,
- wieder darauf achten, das sie nach dem Stillen aufstößt,
- Wasser ohne Kohlensäure anbieten
- warme Getränke
- Nachmittagsbrei auf Vormittags legen,
- viel Flüssigkeit anbieten
- Darm-Flora-Mekikament zum Aufbau der Darm-Flora geben

Re: Ratlos bin

Verfasst: 16.04.2010, 22:55
von Montana
Verstehe ich das richtig: wenn du wieder ein paar Tage voll stillst, ist alles okay, sobald ihr was anderes gebt, bekommt sie Blähungen?

Was bekommt sie zu trinken? Bzw. bekommt sie nur mit Beikost was anderes zu trinken, oder auch wenn du vollstillst?

Bei einer Bekannten hatte die Tochter starke 3Monatskoliken. Es stellte sich heraus, dass das Leitungswasser zu kalkhaltig war. Seitdem sie Baby-Mineralwasser geben, ist es okay. Vielleicht liegt es bei euch an etwas in dieser RIchtung?

Re: Ratlos bin

Verfasst: 16.04.2010, 23:56
von Anke*F
das war bei uns ähnlich... wir haben alles ausprobiert und irgendwie hat nichts geholfen. erst als er krabbeln- also sich bewegen konnte- wurde es schlagartig besser!!!
ich habe ihn bis dahin einfach voll gestillt. sobald er was gegessen hat wurde es massiv schlimmer.
jetzt mit 15 monaten isst er super und nährstoffmangel war niiiie ein problem...
lass dir da nichts einreden- scheinbar geht es ihr gut wenn du voll stillst!
alles gute für euch !

Re: Ratlos bin

Verfasst: 17.04.2010, 00:37
von GwAMg
Wenn sie den Brei oft verweigert würd ich einfah weiter voll stillen...

Re: Ratlos bin

Verfasst: 17.04.2010, 04:34
von Johana
Was hat sie denn bisher an Beikost bekommen?

Getreide? Gemüse?

Wenn sie den Brei nicht mag, könntest du ihr das Essen ja auch "am Stück" anbieten (sie selber essen lassen). Wenn sie das auch ablehnt, würde ich wohl auch eher erstmal einfach weiter stillen :wink: !

Liebe Grüße

Re: Ratlos bin

Verfasst: 17.04.2010, 10:19
von jusl
Ich finde es erstaunlich, wie hier ein gewöhnliches Verhalten pathologisiert wird. Dein Baby ist erst 9 Monate alt - viele Baby vertragen in dem Alter feste Nahrung gut , aber viele eben auch noch nicht. Das ist doch überhaupt nicht ungewöhnlich!

Zusammengefasst:
* Dein Baby nimmt gut zu, ist fit und hat offenbar keine ernste Gesundheitsstörung
* Sie hat wenig bis gar kein Interesse an Beikost
* Von Beikost bekommt sie oft Verdauungsbeschwerden
* Sie ist 9 Monate alt.

Das ist absolut NICHT BESONDERES. Bei dreien meiner vier Töchter war das haargenauso, sie fingen alle einige Wochen später von alleine an zu essen, wobei ein Kind die Verdauungsbeschwerden noch etwa ein halbes Jahr behielt.

Geradezu erschrocken bin ich über das haltlose Herumschmeißen von med. Brocken wie Zöliakie, psychische Probleme :shock: oder Nahrungsprotokolle. Über sowas kann man sich Gedanken bei einem 30monatigen VOLL-Stillkind machen, aber doch nicht bei einem 9 Monate alten Krabbelbaby, welches offensichtlich bestens mit Muttermilch gedeiht und dazu manchmal einige Löffeö Beikost isst (was eine ABSOLUT NORMALE MENGE darstellt).

Ich kann Dich da nur ermutigen, Dich z.B. mit anderen Müttern auszutauschen, deren Babys auch erst etwas später mit Viel-Essen angefangen haben - so fällt es vielleicht leichter, gelassen zu bleiben.

LG;
Julia

Re: Ratlos bin

Verfasst: 17.04.2010, 10:30
von Holly
Hallo,

ihr scheint ja alle sehr unter dieser Situation zu leiden!

Ich empfehle Euch das Buch "Mein Kind will nicht Essen" von Dr. Gonzales, dass hat mir sehr geholfen, denn wir haben hier ähnliche Probleme wie ihr. Seiner Ansicht nach, brauchen Kinder im ersten Lebensjahr Muttermilch, da bekommen sie alles was sie brauchen. Mit der Beikost kann man warten, bis das Kind so weit ist. Vor allem soll man ein Kind NIE zum Essen zwingen!
Unsere Maus probiert meist was ich ihr anbiete, wenn sie es nicht mag, dann isst sie das eben nicht. Sie weiß selbst am Besten was sie braucht!

Deine Ideen sind alle sehr gut die Du oben aufgeschrieben hast, Blähungen vermeiden ist natürlich das allerbeste :D
Ich würde für ein paar Tage nochmal voll stillen und dann ganz von vorne anfangen, immer nur ein Lebensmittel, dann merkst Du ja auch direkt, was sie ablehnt und was bläht.

Ich wünsche Dir viel Ruhe und Gelassenheit und lass Dich nicht von den sogenannten "Fachleuten" verunsichern!

Re: Ratlos bin

Verfasst: 18.04.2010, 13:04
von Spatz
Hallo,
erstmal danke für eure Antworten. Da stehen viele gute Tipps sowie beruhigende Worte drin die wir gebrauchen.

Wir haben weiter Bücher gewälzt und sind unter anderem auf Luft schlucken gekommen. :idea: Das erscheint mir sehr einleuchtend. Johanna nimmt den Löffel teilweise nicht richtig in den Mund und nimmt somit nur kleine Mengen auf. Es soll leichter sein große Mengen zu schlucken als kleine Mengen.
Sowie auch beim Trinken schluckt sie hörbar viel Luft aus ihrer Trinklernflasche. Aus ihrem Trinkbecher kann sie glaube ich besser bzw. mit weniger Luftschlucken tinken. Ich probiere das gleich mal aus.

Eine Freundin rief gerade an und machte mir den Vorschlag, das ich mal einen weichen Löffel ausprobieren soll. Vielleicht kommt sie damit besser klar.

Ich werde berichten!

Gruß Spatz

Re: Ratlos bin

Verfasst: 18.04.2010, 15:52
von Spatz
@jusl:
Ich habe einige Fragen direkt an dich, da du vom Fach bist!
Du sagst, das es normal ist, das ein Säugling von 9 Monaten noch nicht so viel ist. (Scheint mir auch einleuchtend), aber woher kommen dann die Vorgehensweisen an die sich so viele Mütter halten? Ich habe einen Vortrag besucht, indem erklärt wurde, wie man eine Mahlzeit nach der nächsten ersetzt. Die zwei Kinderärtze kannten das gleiche Schema, das ich laut Arzt auch einhalten sollte. Demnach wäre man doch mit dem 11. Lebensmonat mit dem Stillen durch. Laut WHO soll doch mind. 2 Jahre gestillt werden. Wie passt das Zusammen? Zumal warum wird dann so ein Druck gemacht, wenn so wie in meinem Fall das Kind nicht so viel essen möchte?
Warum hat fast jeder außenstehende Mensch daran Interesse, das man schnellstmöglichst abstillt. Ich komme mir vor wie ein Alien, das ich noch stille und das auch noch gerne tue. Viele Mütter mit denen ich Kontakt habe, sind froh, wenn sie damit durch sind und ersetzen Stillmahlzeiten lieber in Flaschenmahlzeiten, damit das abstillen noch schneller geht.

Danke Gruß Spatz