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Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 15.04.2010, 10:04
von schnuckibutz
Mein Jüngster ist 5 Monate alt; abends wird einschlafgestillt (alles andere funktioniert nicht, nur so schläft er ein und lässt sich anschliessend vom Ehebett ins Beistellbett geben). Leider wacht er nachts oft auf, seit er sich drehen kann noch öfters als vorher. Dann fängt er immer gleich zu weinen an; wenn ich mir sicher bin, dass er nicht wg. Hunger aufgewacht ist, versuche ich ihn, so wieder zum Weiterschlafen zu bringen (da er ja neben mir liegt, leg ich die Hand auf ihn, mache sch-sch-Geräusche oder dergleichen). Leider bringt das meistens aber gar nichts, so dass ich ihn schlussendlich doch wieder stille, damit er weiterschlafen kann.

Das Problem ist, dass ich ihn nicht einfach andocken und dann selbst weiterschlafen kann. Habe ich auch schon öfters gemacht (auch schon, weil ich so müde war, dass ich eingeschlafen bin). Dann wache ich nach etwa 1 Stunde auf und muss meine Haltung ändern, weil ich so nicht mehr liegen kann. Dazu muss ich ihn dann aber zumindest auch ein kleines bisschen umpositionieren - er wacht dann immer sofort auf (obwohl ich ihn wie ein rohes Ei angreife), dann fängt das Geschrei wieder von vorne an. Also stille ich ihn 15, eher 20 Minuten, löse ihn dann von der Brust - und lege ihn ins Beistellbett zurück (übrigens möchte ich ihn auch deshalb nicht gerne zwischen mir und meinem Mann liegen lassen, da mein Mann starke Medikamente nehmen muss). Soweit, so gut, wenn ich dann aber versuche, wieder einzuschlafen, schnarcht mein Gatte meistens und so bin ich dann oft 1 Stunde pro Stillen wach, manchmal auch länger.
Wenn ich also pro Nacht 4 Mal stille, dann kann mich das mitunter 4 Std. Schlaf kosten....

Ich habe schon oft gelesen, dass Kinder ab etwa 6 Monaten nachts nur noch aus Gewohnheit trinken; 6 Monate ist er noch nicht, aber 5 - ich denke auch wirklich, dass 1 Mal stillen in der Nacht aus Hunger-Gründen ausreichen würde (mit 1 Mal stillen so gegen 3 od. 4 Uhr könnte ich wirklich gut leben).

Leider nimmt er keinen Schnuller, auch aus der Flasche trinken wird verweigert (Tee od. Wasser anbieten nachts ist also nicht möglich).

Meine beiden Grösseren habe ich bewusst vor dem Schlafengehen gestillt, aber nicht direkt zum Einschlafen, damit sie eben nachts auch ohne Mamas Brust weiterschlafen können; bei ihnen war es aber anders, sie nahmen beide ab dem Alter von ca. 4 Monaten den Schnuller.

Da mich der Schlafmangel durch das nächtliche mehrfache Stillen fertig macht, frage ich mich nun, ob wir versuchen sollen, das Einschlafstillen abends abzugewöhnen (keine Ahnung zwar, wie das gelingen sollte - würde sicher sehr nervenaufreibend werden). Eigentlich finde ich das abendliche Einschlafstillen ja selber schön (und ein schöner Tagesausklang für den Kleinen), aber wenn die Folge davon dann Dauerstillen in der Nacht ist?!
Ausserdem kann ich so dzt. auch abends nichts abmachen z.B. zum Essen gehen, weil ich den Kleinen in den Schlaf stillen muss :? Wäre schon schön, wenn ihn mein Mann auch mal ins Bett bringen könnte...

Was würdet ihr tun? Jemand einen Tipp für mich??
Danke!

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 15.04.2010, 10:15
von Miracleine
Also zu den Nächten habe ich so spontan auch keine Idee, leider, da es bei uns mit dem Weiterschlafen ganz gut klappt.

Ich weiß, dass wir mit einem halben Jahr mal probiert hatten, Benjamin vor dem Einschlafen zu stillen und erst hinterher fertig zu machen und ihn dann wach hinzulegen. Bei Benjamin ist das gründlich schief gegangen und wir haben uns ziemlich aneinander aufgerieben. Schlußendlich sind wir dann doch wieder beim Einschlafstillen gelandet. Mittlerweile sogar wieder tagsüber, was wir zwischenzeitlich auch schon fast "abgeschafft" hatten. Mit Einschlafstillen ist der ganze Tag irgendwie entspannter.

Zu den Abenden zum Weggehen: Habt Ihr mal versucht, dass jemand anderes ihn hinlegt, ohne Einschlafstillen? Wir sind mit ca. 5 Monaten mal ins Kino gegangen, weil wir einfach mal einen Abend für uns brauchten. Meine Mutter hat Benjamin eine Flasche Muttermilch gegeben und dann relativ problemlos ins Bett bringen können. Natürlich hat es länger gedauert als normal, aber es hat funktioniert. Wenn mein Mann versucht Benjamin ins Bett zu bringen, ist er schon so nervös, dass es garantiert nicht klappt. Er gibt ihm dann eine Flasche Muttermilch und steckt Benjamin anschließend in den Tragesack vor dem Bauch. Da schläft Benjamin dann halt, bis ich wieder da bin. Seinen Schlaf bekommt er so auch. Ich würde das einfach mal ausprobieren. Du musst ja nicht soweit weggehen (die Kneipe um die Ecke tuts ja auch erstmal) und kannst ein Handy mitnehmen. Wenn es dann gar nicht klappt, bist Du schnell wieder zuhause.

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 15.04.2010, 10:58
von Minchen
Zwei Beispiele...

Kind 1 (2 Jahre alt): immer einschlafgestillt, bis es irgendwann nicht mehr ging (sehr zu meinem Bedauern, weil das im Vergleich zu allem anderen echt einfach war...) - er kam nachts immer oft (4 Mal hätte ich als Erholung empfunden, er kam teilweise ab Mitternacht halbstündlich...) und schlief nur mit der Brust wieder ein. Er hatte auch einen leichten Schlaf, wachte auf, wenn wir schlafen gingen, wenn ich mich zu sehr bewegte etc. Ich habe wenig geschlafen, war fix und fertig, aber ändern ließ sich nichts.
Als er mit dem Einschlafstillen aufhörte, hat ihn auch der Papa manchmal ins Bett gebracht, wenn er denn da war. Das hat gut geklappt - allerdings noch nicht soooo früh.
Der Große stillt sich mittags bis heute in den Schlaf und ich empfinde das als großen Segen und Erleichterung. hc würde einiges dafür geben, wenn er das abends auch noch täte.

Kind 2 (9 Monate alt): selten bis nie einschlafgestillt, da der Große das immer verhindert. :roll: Daher aber ein gutes Beispiel. Er wird abends in den Schlaf geschaukelt in einer Hängematte. Ich nehm ihn dann mit, wenn ich ins Bett gehe. Zwischendruch wird er wach, manchmal reicht schaukeln, aber nach spätestens zwei Stunden lässt er sich durch nichts mehr beruhigen als meiner Brust. Nachts dasselbe. Mein Mann nimmt ihn manchmal mit raus, um ihn zu schaukeln, wenn er nachts richtig wach wird - aber wenn er dann irgendwann wach wird, will er stillen und nichts anderes.

Ich schlafe nun schon seit über 2 Jahren wenig (ich stille beide noch und beide werden nachts noch wach) und ich war schon oft an dem Punkt, wo ich gesagt habe, es geht nicht mehr. Und doch ging es irgendwie. Ich bin seit dem ersten Kind davn abgekommen, an den Kindern herumzumanipulieren, weil es das meistens nicht besser macht. Es gibt eben gute und schlechte Schläfer - ich hab wohl zwei schlechte und muss da eben durch. Als ich irgendwann müde genug war, bin ich auch mit dem Kind an der Brust eingeschlafen udn hab mich manchmal bei Aufwachen gewundert, wo der herkommt... :shock: Ich habe auch keine Ahnung, wann und wie oft er nachts kommt - ich bekomme das nicht mehr mit. Jetzt weiß ich, ich war beim ersten wohl noch nicht müde genug. Inzwischen könnte hier jemand ne Wand einreißen mitten in der Nacht und ich würde schlafen... :roll:

Und: das Einschlafstillen fand ich immer sehr entspannt und einfach - schaukeln geht zwar auch, ist aber ja auch keine Dauerlösung, da er nicht mehr lange in die Hängematte reinpasst. Keine Ahnung, was ich DANN mache...
Klingt doof und hilft Dir vielleicht nicht: versuch es zu genießen, es ist sooooooo schnell vorbei! 8)

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 15.04.2010, 11:17
von LaLeMi
Zur Frage im Thread-Titel: beides mal, würde ich sagen ;-)
Nach fast drei Jahren Einschlafstillen haben wir da schon fast alles durch. Unterschreibe aber bei Minchen, 4x hätte ich seeehr lange auch als Erholung empfunden.
Allerdings konnte ich lange Zeit beim Stillen einschlafen, das hörte erst so jenseits der 2 oder so auf - oder evtl war ich zuvor auch einfach zu müde.

Jetzt in der neuen Schwangerschaft gab es aber auch eine Zeit, in der so gut wie keine Milch mehr kam, das empfand ich eher auch als sehr anstrengend.

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 16.04.2010, 15:51
von schnuckibutz
Perfekt für mich wäre es eben wenn
-Ich das Einschlafstillen abends beibehalten könnte; ich empfinde es als einen sehr schönen Tagesausklang für mein Kind
-wenn er nachts aufwacht, er auch anders (und rasch) wieder in den Schlaf finden würde; ebenso tagsüber...am liebsten würde ich eben nur abends beim Ins-Bett-bringen einschlafstillen.
Schöne wäre auch, wenn mein Mann ihn die wenigen Male, wenn ich mal nicht da bin (alle paar Monate mal) auch ohne grösseres Drama ins Bett bringen könnte.

Aber ich befürchte eben, das alles in Kombination wird nicht möglich sein :roll: :cry:

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 16.04.2010, 16:30
von Lösche Benutzer 1828
Segen, ganz eindeutig. Alles andere wäre mir zu umständlich.
Tochter schlief ganz selten mal beim Stillen ein - das empfand ich als sehr viel anstrengender. Und nachts war sie nicht weniger wach.
Mein Großer hatte zwei Jahre lang max. Schlafphasen von 2 Stunden.......

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 16.04.2010, 23:13
von carrymeclose
Ich bin auch eine, die nicht Stillend weiterschlafen kann. Trotzdem habe ich meine Tochter in dem Alter immer nachts bei jedem Aufwachen wieder einschlafgestillt. Ich hatte irgendwann meinen Frieden gefunden damit.

Was mir nur zu Eurer Schlafsituation einfällt, vielleicht wär das ja für Euch. Ich kann viel besser schlafen wenn ich nur alleine bin mit meiner Tochter im Bett. Mein Mann schläft nebenan. Wir haben eine große 1,60 Matratze für uns allein. Ich stille sie dann auf einer Seite des Bettes und rolle dann weg wenn sie wieder eingeschlafen ist. So muss ich sie nie umpositionieren und sie wacht nie auf. Auch habe ich dann etwas mehr Platz im Bett.

Manchaml find ich getrennte Betten einfach die Überlebenslösung. Da mein Mann morgends ausgeruht ist, da er ja durchschlafen konnte, nimmt er mir die Kleine dann morgens noch ein bischen ab so dass ich noch ein bischen weiterschlafen kann. So sind wir alle zufrieden.

Wir haben vor 2 Wochen übrigens sanft nachts abgestillt. Einschlafstillen tuen wir aber immer noch, und ich empfinde es als einen Segen. Einziger Nachteil ist halt nur, dass nur ich die Kleine ins Bett bringen kann. Aber das ist halt so.

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 17.04.2010, 10:27
von Lanali
Mein Kleiner kommt nachts auch meistens alle 1,5 bis 2 Stunden und manchmal wünsche ich mir auch er könnte ohne meine Brust wieder einschlafen. Ich schlafe zwar meistens während dem Stillen ein, wache dann aber auch spätestens nach einer Stunde wieder auf, weil mir die Haltung zu unbequem ist, bzw. kalt obenrum, weil ich mich nicht traue die Decke hochzuziehen, damit er nicht mit drunter rutscht.
Ich habe mal mit meiner Hebamme darüber gesprochen, die meinte auch, dass es irgendwann einfach nur noch Gewohnheit ist und das Kind nicht mehr unbedingt Milch braucht. Sie meinte, wenn es mich sehr stört, sollte ich versuchen ihn ohne zu stillen wieder zum Schlafen zu bekommen, dabei ist anfängliches Geschrei natürlich unvermeidlich. Wenn ich mir aber nicht zu 100% sicher bin, dass ich das wirklich will, wird es nicht klappen.
Ich habe dann für mich beschlossen, dass ich es NICHT wirklich will (er ist ja auch erst knapp 4 Monate alt). Zumal ich mir manchmal auch nicht sicher bin, ob er nicht doch Hunger hat.
Witzigerweise fängt er jetzt gerade von selbst an auch anders wieder in den Schlaf zu finden. Er zappelt manchmal richtig viel rum beim Stillen und das nervt mich dann schon, bzw. tut auch weh, wenn er dabei an der BW zieht. Heute nacht habe ich ihn dann einfach abgedockt und er hat sich auf den Rücken gelegt, meinen Finger mit einer Hand umklammert und war nach 5 Minuten "erzählen" eingeschlafen. Eine Stunde später wacht er wieder auf. Da hab ich ihn (Rücken an Bauch) an mich gekuschelt und festgehalten, er hat kurz gemotzt, was aber ziemlich schnell weniger wurde und war superschnell wieder eingeschlafen. Er hat danach sogar 2,5 Stunden geschlafen und das von 4 Uhr bis halb 7. Das ist absoluter Rekord, denn um diese Zeit wacht er meist alle Stunde auf.

Ein richtiger Tipp für dich ist das jetzt leider auch nicht, und ich denke, jedes Kind ist anders und es hängt von euch beiden ab, ob es klappen wird oder nicht.

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 17.04.2010, 14:08
von tania
segen - ganz klar. einschlafstillen und nachts stillen finde ich super. tagsüber nervt es mich momentan tierisch.. :roll:

Re: Einschlafstillen - Fluch oder Segen?

Verfasst: 21.04.2010, 20:56
von schnuckibutz
Zwischenbericht: Habe mich am WE entschieden, dass ich das Einschlafstillen abends aufhören möchte (wenn auch nicht ganz leichten Herzens, irgendwo fand ich es ja doch schön-s.o.). Heute ist der 4. Abend, an dem ich meinem Jüngsten wach ins Bett gelegt habe, und zwar dann, wenn ich mir ganz sicher war, dass er hundemüde ist. Gestillt habe ich jeweils noch kurz davor (als Teil des Abendrituals), ihn aber erst danach in den Schlafsack getan und raufgetragen. Das längste, was er geweint hat bis zum schlafen waren 10 Minuten am 2. Tag. Gestern gab es nur 2 Mal ein kurzes Meckergeräusch und heute hab ich ihn vor ca. 15 Minuten ins Bett gelegt ohne danach noch einen Mucks zu hören :shock: Ich bin ja soo stolz auf meinen Kleinsten :knutsch und auch froh, dass ich es probiert habe. Die letzten Nächte waren prima, getrunken hat er jeweils etwa um 4 Uhr morgens, also etwa 7 Stunden nach der letzten Mahlzeit - finde das durchaus passabel. Wenn er davor erwacht ist, was vorkam, konnte ich ihn im Beistellbettchen recht schnell so beruhigen.
Tagsüber funktioniert das mit wach hinlegen zum Einschlafen übrigens nicht - da find ich es momentan aber noch nicht so schlimm.