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16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 09:48
von Skoura
Liebe Mit-Stillende,

ich brauch Eure Hilfe. Ich stille wirklich gern und hab mir immer gesgat, meine Kleine darf sich selbst abstillen. In den letzten WOchen hat sich gezeigt, dass ich einfach nciht mehr kann. Ich bin mehr oder weniger dauer-krank, zuletzt hatte ich eine Lungenentzündung, dann immer wieder Milchstau mit Fieber, Erkältung - alles, was geschwächte Leute halt so kriegen. Durch das dauernde nächtliche Stillen habe ich das Gefühl, nicht mehr zu Kräften zu kommen.

Meinem Freund geht es ebenso. Nachts wird er mit wach bzw. muss sie oftmals zu mir ins Bett tragen und wieder zurück, weil ich zu fertig bin, um aufzustehen.

Ich sollte dazu sagen, dass ich Vollzeit arbeite und im Moment immer wieder ausfalle, das geht so auch nicht mehr weiter.

Ich würde gern nachts abstillen, und am liebsten wärs mir ja sogar, wenn wir nur noch ein- oder zweimal pro Tag stillen würden. *Träum* Momentan stillt sie 10 mal an Tagen, wo ich zuhause bin, und wenn ich arbeite, kommt sie dafür ersatzweise in der Zeit, wo ich daheim bin, stündlich oder auch zweimal pro Stunde. Ich bekomme schon richtig ungute Gefühle, wenn ich schon wieder die Brust auspacken soll. Ich fühle mich zurückgesetzt, weil ich denke: Warum spielt sie denn nicht mal mit mir, immer nur Brust, das ist wohl das EInzige, was ich für sie bedeute?

Meine Frage: Ist es möglich, das tägliche Stillen auf ein oder zweimal zu reduzieren? Wie kann ich das machen? Oder müsste ich da ganz abstillen, weil sie das sonst nicht versteht (jetzt darf ich nicht, dann darf ich doch)? Das will lich schon nihct, ich hab ja auch das Gefühl, dass sie es braucht. Vielleicht nicht ernährungstechnisch, aber emotional.

Alternativ könnte ich mir vorstellen, erstmal nachts abzustillen - und ihr dafür tagsüber die Brust nach Belieben zu geben. Ist das besser? Nur wie mache ich das in dem Moment, wo sie doch an die nächtliche Nahrungsaufnahme gewöhnt ist? Wenn sie dann Hunger hat nachts und deswegen nicht schlafen kann? Sollte ich vielleicht für eine Übergangszeit auf Fläschchen umstellen und das nach und nach verdünnen, damit sie nachts ohne Kalorien auskommt?

Ich hoffe, ihr habt Verständnis für meine Situation. Ich kann einfach nciht mehr, es raubt mir alle Kraft.

Vielen Dank für Eure Antworten. Ihr werdet mir auf jeden Fall sehr helfen.

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 10:56
von Minchen
Mh, was mir spontan einfällt: wo schläft sie denn? Du schreibst, Dein Mann würde sie Dir bringen und zurücktragen? Habt Ihr schonmal versucht, sie bei Euch schlafen zu lassen? Bei mir (und ich hab mit meinem Großen eine ähnliche Zeit hinter mir) hat es definitiv geholfen, weil er dann einfach andocken und ich weiterschlafen konnte. Man wird nicht so richtig wach und mein Mann hat es oft gar nicht mitbekommen.

Nächtliches Abstillen wird Dein Problem nicht unbedingt beheben, das sollte Dir klar sein. Sie wird unter Umständen genauso oft wach werden und Ihr müsst sie dann anders beruhigen. Ob das so viel besser ist, weiß ich nicht.

Eine Freundin hat für sich eine ganz gute Lösung gefunden: am Wochenende schläft ihr Mann mit der Kleinen in einem Bett und beruhigt sie nach Möglichkeit anders und nur wenn es gar nicht anders geht, bringt er sie hr zum Stillen. Dann kann sie wenigstens an den Wochenenden schlafen.

Ansonsten vermute ich, dass Deine Kleine grad extrem viel Mama braucht und deswegen auch tagsüber so viel stillt. Sie muss Dich jetzt mit Deiner Arbeit teilen und ich denke, das ist in ihrem Alter nicht einfach für sie. Ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen, ich fühl mich auch oft wie ne Milchkuh, an der man sich bedient. Aber letztlich ist das auch die Art unserer Kinder zu kuscheln und wenn man versucht es so zu sehen, geht es manchmal etwas besser. Und es wird auch nicht ewig so bleiben.
Was uns hilft ist viel Ablenkung, am besten rausgehen. Dann interessiert ihn die Brust deutlich weniger.

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 12:25
von AmysMom
Hallo, Skoura!

Ich weiß genau, was du meinst. Ich bin in der selben Situation und fühle mich auch total ausgebrannt. Wirklich hilfreiche Tipps kann ich dir nicht geben, ich kann dir nur erzählen, wie wir das machen.

Wir haben uns ganz bewusst für das Familienbett und gegen das nächtliche Abstillen entschieden. Zum einen finde ich es schön, mein "Baby" vor dem Einschlafen noch angucken zu können. Zum anderen ist es wirklich wesentlich einfacher sie nachts zu stillen und dabei einfach weiterzudösen, als Aufstehen zu müssen.
Wir hatten in letzter Zeit ein paar Stillprobleme (Soor), wo ich mich nachts quasi verweigern musste, weil mir das Stillen einfach zu weh getan hat. Sie ist zwar auch ohne Stillen wieder eingeschlafen, aber ich hatte das Gefühl, dass sie noch öfter aufgewacht ist, als sonst, wo ich sie einfach wieder in den Schlaf stille. Das hat mich in der Entscheidung bestärkt, nachts weiterhin nach Bedarf zu stillen, weil es für mich das geringere Übel ist.

Wir machen es auch so, wenn es mal ganz schlimm ist, dass wir uns die Nacht teilen. Eine Hälfte schläft mein Mann mit ihr auf der Couch und dann bringt er sie mir gegen 3 oder 4 Uhr oder wenn sie sich nicht mehr von ihm trösten lässt. Dann haben wir beide wenigstens mal 4 Stunden Schlaf am Stück gehabt. Klar, das ist keine Dauerlösung.

Insgesamt habe ich aber festgestellt, dass es immer wieder besser wird, dann wird es mal wieder schlechter und dann wieder besser...

Übermüdete Grüße
Franzi

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 21:15
von Stockfisch
Hallo Skoura,

ich bin auch berufstätig, allerdings in TZ und kann ein bißchen mitfühlen. Ich hätte die Baby- und Kleinkindzeit allerdings nicht überstanden, wenn ich nachts hätte aufstehen müssen. Vielleicht wäre das Familienbett wirklich eine Option für Euch.
Ich denke, dass es möglich sein sollte, das Stillen tagsüber bzw. nachts sanft und langsam zu reduzieren und Du nicht gleich abstillen brauchst. Zumal Du das Gefühl hast, dass sie es noch braucht. Wenn man viel arbeitet ist das Stillen einfach ein toller Ausgleich für das Kind, um zur Ruhe zu kommen und Mama zu tanken. Es wäre toll, wenn Du Deine unguten Gefühle dabei ausblenden könntest, die helfen Dir vermutlich nicht weiter, sondern blockieren wohl eher. Du sendest damit ja auch Signale an Dein Kind. Vielleicht kannst Du es ja schaffen, die Zeiten des Stillens tagsüber auch für Dich zum Luft holen und entspannen zu nutzen.
Auf Fläschen umstellen kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass die Nächte dadurch ruhiger werden. Alles Gute!

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 22:08
von tania
nachts abstillen führt tatsächlich bei einigen zu "besserem" schlafen. so wie du deine situation beschreibst, wäre es einen versuch wert. davor würde ich aber auf jeden fall familienbett ausprobieren. gerade wenn dein kind das stillen nachts nicht mehr hat, ist die körperliche nähe umso wichtiger. ideal wäre es, wenn du nach dem - hoffentlich erfolgreichen - nächtlichen abstillen ein bisschen zeit geben kannst um zu schauen, wie sich das stillen tagsüber entwickelt. also mehrere wochen am besten. das hauptproblem beim nachts abstillen ist oft, dass das kind im krankheitsfall nachts wieder stillt und so wiederholt nachts abgestillt werden muss. also es ist nicht automatisch durch mit dem ersten abstillversuch. gib dem familienbett eine chance. bei dem gedanken, für jedes stillen aufstehen zu müssen, wird mir ganz müde..

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 01.04.2010, 23:20
von carrymeclose
Hier auch ein Plädoyer fürs Familienbett. Das macht das nächtliche Stillen erträglicher und falls Du nachts abstillen willst so kriegt Dein Kind trotzdem noch die nötige Nähe. Gerade da Du ja tagsüber arbeitest.

Wir stillen tagsüber nur 2-3 mal, nachts aber fast stündlich gerade. Ich weiss also, wie sehr man sich manchmal 'ausgelutscht' vorkommt. Meine Kleine war vor 2 Wochen stark erkältet, da wollte sie tagsüber nur stillen. Ich fand das ständige tagsüber stillen aber gar nicht so schlimm. Ich habs fast genossen. Da hatte ich Zeit zum Füße hochlegen. Hab mir mit Kopfhörern auf dem Computer Filme angeschaut.

Wenn Du das tägliche Stillen reduzieren möchtest, denke ich mal hilft viel sonstige Zuwendung und Aktivitäten. Meine Tochter kommt tagsüber immer besonders oft wenn sie spürt, dass ich eigentlich gar nicht richtig Zeit für sie habe (Haushalt, muss dringend was erledigen....)

Ich hoffe wirklich es geht Dir gesundheitlich bald besser. Ich weiss wie das auslaugt wenn man krank ist und gleichzeitig sich noch um ein Kind kümmern muss. Du arme

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 05.04.2010, 19:22
von Skoura
Danke für Eure Tipps. Wobei so richtige Tipps ja nicht wirklich dabei waren außer Familienbett.

Und ich muss euch leider sagen, wir hatten lange Familienbett 14 Monate lang und sie hat heute ihr Kinderzimmer mit Tür an unser Schlafzimmer und schläft dort in einem richtigen, großen Bett. Das heißt, ich kann mich auch heute noch sowohl zu ihr legen als auch, wie wir es früher hatten, sie zu mir legen. Das bringt aber leider in unserem Fall keine Vorteile. Wenn sie neben mir liegt, schlafen wir beide schlechter. Sie wacht schneller auf, ich auch.

Also weiß ich jetzt trotz 5 Antworten auch cniht weiter. Was mach ich nur?

Verzweifelt,
Skoura

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 05.04.2010, 20:16
von prinzesschen
Hallo,

ich kann gut nachfühlen, wie du dich fühlst. Bei uns hat mit 15 Monaten das nächtliche Abstillen nach Gordon richtig was gebracht, auch gegen die negativen Gefühle. Seitdem schläft E. durch, wenn er nicht grade krank ist, und für mich ist das eine wahnsinnig Erholung. Tagsüber darf er fast immer stillen, wenn er mag. Wenn ich arbeite (zwei volle Tage in der Woche) ist das eben nur einmal vor und einmal nach der Arbeit, ansonsten auch gerne mal 20 Mal ;D.

Wir schlafen übrigens auch im Familienbett, nach wie vor. Im ersten Jahr hat E. da auch gestillt und dann weitergeschlafen und ich auch. Doch mit zunehmender Beikost, bzw. richtigen Mahlzeiten wurde das dann nur noch Genuckel und für mich sehr anstrengend, weil E. dabei auch sehr unruhig war. Ich denke, dass wir jetzt beide besser schlafen.

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 05.04.2010, 22:54
von Skoura
danke, prinzesschen. das lässt mich heute nacht vielleicht doch noch etwas besser schlafen, was du geschrieben hast. ich fühle mich verstanden.

bei mir läufts halt auch so, dass ich diese nächtliche stillerei im familienbett nicht wirklich erholsam finde. wenn ich beim stillen einschlafe, dann wach ich später auf und mir tun alle knochen weh, weil ich da halt irgendwie reglos in ein und derselben position schlafe, ohne mich umzudrehn. und irgendwei auch nciht so tief. klar machen wir das im notfall (und werden es sicher auch noch in künftigen notfällen, zähne oder was weiß ich, weiter so machen), aber eine dauerlösung ist das echt nicht.

ich werde mich mal einlesen bei gordon. und am donnerstag könnten wir evtl. anfangen.

ich hab ja etwas sorge, dass sie dann hunger hat, wenn man von heute auf morgen die kalorienzufuhr stoppt nachts? wie war da eure erfahrung? sie trinkt momentan so 23:30, 2, 4:30 und 6 uhr.

und natürlich JETZT, grrr.

also tschüs ;-)

Re: 16 Monate, ich kann nicht mehr

Verfasst: 05.04.2010, 23:06
von Emjoni
Wir haben teilweise nachts abgestilllt. Das heißt ich habe vor ungefähr einem Monat angefangen meine Kleine in den ersten vier Schlafstunden nicht mehr zu stillen wenn sie aufwacht, sondern anders zu beruhigen. Das hat dazu geführt, dass sie jetzt auch mal ohne Hilfe wieder in den Schlaf findet und regelmäßig durchschläft.
Ich habe die ersten Stunden der Nacht gewählt, weil ich da noch wach bin und nicht schlaftrunken irgendwelche anstrengenden Beruhigungsmanöver aus dem Ärmel zaubern muss - und weil die Kleine sich in der frühen Nacht einfach viel eher auf sowas einlässt als z.B. in den Morgenstunden.
Das Gelernte hat aber eindeutige Auswirkungen auf ihr gesamtes Schlafverhalten.
Wäre das nicht so gewesen: nächtliches Abstillen ist ja keine Einbahnstraße, wenn sich das Schlafverhalten nicht bessert dann kann man ja immer noch wieder Stillen, genau wie im Krankheitsfall..
Ich bin deutlich entspannter seit die Nächte ruhiger geworden sind und auch die Kleine wirkt morgens ausgeschlafener..