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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:16
von Muschelsucherin
@uvd: Nun, dann hoffe ich mal, dass ich es im GH so erleben kann, wie du beschreibst. Das blöed ist nur, dass ich langsam wieder ganz dolle Angst kriege. ICH fand die wehen nämlich nicht urgewaltig und kraftvoll, sondern nur urgewaltig-grauenvoll. Ich hatte Schmerzen udn Angst und wollte, dass es vorüber ist.

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:18
von uvd
Baba hat geschrieben:@uvd: Nun, dann hoffe ich mal, dass ich es im GH so erleben kann, wie du beschreibst. Das blöed ist nur, dass ich langsam wieder ganz dolle Angst kriege. ICH fand die wehen nämlich nicht urgewaltig und kraftvoll, sondern nur urgewaltig-grauenvoll. Ich hatte Schmerzen udn Angst und wollte, dass es vorüber ist.
ich wünsche es dir von ganzem herzen!

angst ist das schlimmste dabei, denn angst verursacht adrenalinausschüttungen und adrenalin hemmt die produktion von endorphinen (körpereigene schmerzmittel). hast du jemanden, mit dem du der angst begegnen kannst? jemand, der dir hilft, das aufzuarbeiten?

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:21
von uvd
ach ja, um nochmal auf das buch zu kommen. vielleicht sollte der gegenpunkt nicht unerwähnt bleiben:
"Mutterwerden ohne Schmerz" von Grantly Dick-Read

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:23
von Muschelsucherin
Mit der GH-Hebamme bin ich noch in der Kennenlernphase, aber das erste Gespräch war schon sehr gut und dauerte schon fast 2 Stunden. Das tat mir schon sehr gut. Vielleicht sollte ich öfter zum Gespräch dort hingehen.

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:24
von uvd
auf jden fall. nutze jede gelegenheit, du hast ja eh schon die halbzeit überschritten, oder?
du kannst auch hebammenvorsorge in anspruch nehmen, da kommt die hebamme zu dir nach hause, mindestens einmal im monat.

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:26
von Muschelsucherin
Ja, ich mache die Vorsorge im Geburtshaus. Nächste Woche ist wieder eine. :D

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:47
von darkdragonsoule
danke dir für den buchtip liebe uvd,das ist schon unterwegs zu mir *g*

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 14:58
von cocotte
So, jetzt hab ich hoffentlich ein bissel Zeit um mitzudiskutieren...
Ich hatte eine sekundäre Sektio, hab also so gesehen, "von allem ein bisschen was miterlebt".
Meine Tochter lag fast die ganze SWS über in BEL. Ich wollte so gerne eine Gebursthausgeburt und hab deshalb sogar in der 38.SSW eine äußere Wendung machen lassen, die auch geklappt hat. Ich hätte mir es einfach nicht zugetraut, ein Kind in BEL zu entbinden. Leider bekam ich einfach keine Wehen und nach 13 Tagen über Entbindungstermin wurde ich eingeleitet. Die Wehen begannen dann auch recht schnell und steigerten sich auch "bilderbuchmäßig", der Muttermund war zum Schluss auch ganz offen, ich hatte Presswehen. Aber das Köpfchen hat sich einfach nicht richtig ins Becken eindrehen wollen. Es folgten eine PDA (was ich auch nie wollte, aber man erhoffte sich durch die "Erholung" von den WEhen, dass es dann weiterrutschen würde. Das war natürlich nicht der Fall, schlussendlich endete das Ganze in einem KS.

Nun hab ich natürlich nicht den Vergleich zum "natürlichen Wehenschmerz", allgemein heißt es immer, eingeleitete Wehen seien stärker. Nun, es hat auch sehr wehgetan, aber es war auszuhalten. Gerade meine Erfahrung aus dem Ausdauersport, vom Wandern, haben mir da sehr geholfen! Ich war auch so neugierig, was da auf mich zukommt, ich konnte den Schmerz annehmen, weil das war, als läge ein anstrengender 10km-Lauf oder ein zu besteigender Berg vor mir, so dass ich mich halt aufraffen muss, um das durchzustehen, um ans Ziel zu kommen. Ich empfand das schon sehr anders als einen Verletzungsschmerz - Geburtsschmerzen haben eben einfach einen SINN. Es war mehr so ein Gefühl: "So -packen wir´s! Da muss ich jetzt durch und morgend spätestens halte ich mein Baby im Arm!".

Krass empfand ich folgendes: Die PDA brachte natürlich eine große Erleichterung - die Schmerzen waren plötzlich wie weggeblasen. Aber was komisch war: Ich hatte das Gefühl, dass ich dadurch irgendwie aus dem ganz Ablauf der Geburt so "herausgerissen" wurde. Schwer zu erklären, aber nach einer gewissen Zeit lässt die PDA-Wirkung ja nach und als der Wehenschmerz dann langsam zurückkam (und er war ja immer noch gedämpft durch die PDA!) hat er mich echt überrollt. Es hat so viel mehr geschmerzt als VOR der PDA, so dass ich es wirklich kaum noch ausgehalten habe. Ich kann mir das nur so erklären, dass sich die Schmerzen vorher ja so kontinuierlich gesteigert haben, dass halt so ein gewisser leichter "Gewöhnungseffekt" eintritt. Und die PDA hat diese Schmerzgewöhnung, die Fähigkeit es zu ertragen, irgendwie wieder kaputtgemacht.

Als es dann hieß, es tut sich einfach nichts, KS muss sein, war ich enttäuscht und erleichtert zugleich. Angst hatte ich auch, als ich schließlich auf dem OP-Tisch lag, fühlte ich mich auch ausgeliefert, aber die Angst kam einfach daher, dass ich vorher noch nie operiert worden bin. Andrerseits freute ich mich auch sehr darauf, dass ich nun bald endlich, endlich mein Baby würde in den Arm schließen können. Den KS habe ich auch nicht im geringsten als traumatisch empfunden. Natürlich war der ganze Ablauf das komplette Kontrastprogramm dessen, was ich mir ursprünglich gewünscht hatte (Geburtshaus). Aber ich war wach, ich konnte mein Kind gleich nach der Geburt bewundern, und als endlich alles vernäht und ich "fertiggemacht" war, hatten mein Mann und ich wundervolle erste Stunden mit dem Baby ganz allein im ruhigen Wehenzimmer.

Die Schmerzen nachher waren heftig. Das erste Aufstehen am anderen Morgen war der Horror - aber das sind ja auch Schmerzen, wo man denkt "Komm, beiß auf die Zähne, du schaffst das". Man möchte nämlich stark sein für sein Baby. Was schlimm war,war, sein Baby nicht wirklich allein versorgen zu können. Fürs Anlegen immer ne Schwester rufen zu müssen, ich hab es einfach nicht geschafft, die Kleine von einer Seite auf die andere zu heben, wenn die andere Brust dran war. Dann: Im KKH gab es leider keine Wickeltische im Zimmer, sondern einen Wickelraum, der leider so weit entfernt über den Flur war, dass ich die ersten 2 Tage den Weg nicht geschafft hab... Aber es ging. Freitags abends kam die Kleine auf die Welt, Dienstags bin ich nach Hause.
Ich habe zwar keine Austreibungsphase erlebt. Aber ich fand es schon gut, dass ich die Wehen erleben konnte, dass ich einfach wusste, wie sich so etwas anfühlt. Ich war um eine Erfahrung reicher und ich war nach alldem auch stolz auf mich!!! Und ich finde das darf man auch sein.
Das jetzige Baby liegt leider auch noch "falsch" herum. Sollte es wieder auf einen KS hinauslaufen, würde ich darauf bestehen, dass ein kein geplanter KS wird, sondern, dass wenigstens abgewartet wird, bis die Wehen von sich aus beginnen. Ich denke schon, dass das alles Sinn macht fürs Baby - die Natur hat es einfach so gewollt.
Ich kann es auch kaum bis gar nicht nachvollziehen, wenn man ohne besondern Grund einen geplanten Wunsch-KS machen lässt. Es ist eine OPERATION, die ich quasi unnötig über mich ergehen lasse. Aber jede wie sie möchte.

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 15:55
von uvd
darkdragonsoule hat geschrieben:danke dir für den buchtip liebe uvd,das ist schon unterwegs zu mir *g*
hier kannst du schon mal ein bißchen "vor"-lesen:

http://www.attachment-parenting.de/geburt/wahrheit1.htm

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Verfasst: 16.12.2009, 18:52
von Zierbanane
uvd hat geschrieben:ach ja, um nochmal auf das buch zu kommen. vielleicht sollte der gegenpunkt nicht unerwähnt bleiben:
"Mutterwerden ohne Schmerz" von Grantly Dick-Read
Danke für den Tip. Habs mir auch gekauft und es scheint ja kaum noch zu bekommen zu sein. Mal sehen obs mir was bringt.