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Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 20:22
von Lösche Benutzer 1828
ich mag das Wort halt nicht - genausowenig wie Zicke, Terrorbolzen oder andere Nettigkeiten, mit denen Eltern ihre Kinder betiteln.
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist bockig sein nun mal nicht positiv besetzt - genau wie trotzig. Beides sind für mich Begriffe, die ich nicht im Zusammenhang mit Kleinkindern benutze (ich kenne auch kein Trotzalter....). Ich empfinde sie als unschön - und ich finde schon, das Sprache auch beeinflußt, wie wir Dinge sehen.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 20:24
von Patty
hihi, herrlich..entschudlgit, aber beim wort "bocken" muss ich immer an so kleine hörnchen denke, und die zeigt neela schon auch ab und zu. ich glaube nciht, dass das vorsatz oder berechnugn ist, aber nichtsdestotrotz, eben willen und nicht unbedingt müssen (im sinne von wirklich brauchen, sonst geht es dem kind schelcht). ich glaube auch, das kann man ganz gut unterscheiden. aber wahrscheinlich hat jeder einfach eine andere besetzung des wortes.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 20:39
von Lösche Benutzer 1828
ja, das mag sein...
aber wie kann und darf ich entscheiden, wie dringend das Bedürfnis meines KIndes ist? In dem Alter ist es immer dringend - und ich empfinde es halt als abwertend und auch respektlos dem Kind gegenüber, zu sagen oder zu denken "ach der /die bockt nur"
Das heißt ja nciht, dass ich diesen Bedürfnissen des Kindes immer nachgeben muss oder kann - manchmal kann ich einfach nicht, körperlich, seelisch, es geht über meine Grenzen. Dann sollte ich dem Kind aber auch das REcht auf seine Gefühle einräumen - und diese nicht kleinreden. Es ist traurig, sicher auch mal ärgerlich - wenn ich dann mein Kind trotzdem tröste und mir klar mache, dass mein Kind gerade traurig ist, kann sein Bedürfnis zwar nich erfüllen, aber ich kann seine Gefühle achte, verletze sie nicht - und kann meine Bedürfnisse trotzdem achten. Nach außen mag das gleich aussehen - das Kind bekmmt nicht, was es möchte - aber ich finde, es macht schon einen Unterschied.
Leider schaffe ich das auch nicht immer - die letzten Tage mit Krankheit und Dauerstillen haben so an meinen Nerven gezerrt, dass ich oft ungeduldig war und auch manchmal ungerecht. Auch menschlich, wie ich finde - aber trotzdem versuche ich mir das immer wieder in Erinnerung zu rufen.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 20:44
von Patty
seufz, ich finde solche diskussionen anstrengend. sorry. ich will auch das beste für mein kind und unterstelle keinerlei böse absicht oder sowas, aber ich glaube schon, dass auch babys einen willen haben. finde ich auch gut so. aber d.h. für mich nicht, dass ich jedes bedürfnis erfüllen muss. und wir reden ja hier über kinder über einem jahr, nicht über minis. nun ja, vielleicht einen eigenen thread zum thema?
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 20:56
von Aurora
Bei Sandküste unterschreib.
Und noch eine Zeile aus den Kloeters Briefen möchte ich zitieren, für mich grad sehr wichtig:
"Es will einfach nicht in unsere viel zu autoritären Köpfe hinein, daß wir Weinen, Brüllen oder Trotzen der Kinder als Argumente anerkennen müssen."
Und diesen Satz find ich wunderbar, ganz egal wie alt ein Kind ist!

Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 21:10
von Patty
Aurora hat geschrieben:
Und noch eine Zeile aus den Kloeters Briefen möchte ich zitieren, für mich grad sehr wichtig:
"Es will einfach nicht in unsere viel zu autoritären Köpfe hinein, daß wir Weinen, Brüllen oder Trotzen der Kinder als Argumente anerkennen müssen."
Und diesen Satz find ich wunderbar, ganz egal wie alt ein Kind ist!

Da unterschreibe ich auch! Aber ich glaube, da unterschreiben die meisten hier. Das was Sandküste sagt ist ja noch mal was anderes. Zumindest habe ich es anders verstanden.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 21:41
von Daria
Patty hat geschrieben:seufz, ich finde solche diskussionen anstrengend. sorry. ?
Danke, ich auch...ich glaub, Du hast mich verstanden...
Ich liebe übrigens mein Kind auch, räume ihm und mir gleichrangig Bedürfnisse ein und erkläre, wenn ich zu etwas nicht bereit bin - nur mal so am Rande. Aber mein Wille ist genauso stark wie Theos und manchmal gewinnt eben er und manchmal ich. Ich denke, es ist auch immer eine Sache des "wie sehr gebe ich mich selbst auf". Ein zweijähriges Kind MUSS ich nicht mehr dauerstillen, wenn ich krank und ausgelaugt bin. Aber auch das entscheidet ja immer noch jeder selbst - aber bitte eben jeder selbst für sich ohne von anderen ein schlechtes Gewissen gemacht zu bekommen, in die eine wie die andere Richtung.
Es muss auch okay sein, zu sagen "ich will das (jetzt) nicht oder nicht mehr" - und das scheint es mir bei Dir, Sandküste, öfter mal nicht der Fall.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 22:06
von Lösche Benutzer 1828
Simon war krank - und da stille ich ihn, weil er mit 40 Fieber gar nicht essen konnte.....
und ja, ich wollte die Tage eh schon mal einen Thread aufmachen - mich wundert, wie oft ich zu hören bekomme, ich opfere mich auf, von Leuten, die mich nicht kennen - die sich aber sofort angegriffen fühlen, wenn ich meine, ich nehme alle Gefühle meine Kinder ernst und dass für mich Trotzen und Bocken nicht existieren - das heißt nicht, dass ich nur noch für meine Kinder lebe, nein. Ich sagte ja auch, nach außen mag das gleich aussehen im Resultat - nach innen fühlt es sich aber in meinen Augen anders an.
Wenn es ums Tragen geht sind alle Feuer und Flamme - geht es ums Stillen, wird gleich von Selbstaufgabe der Mutter gesprochen. Das versteh ich halt nicht. Ich stille seit über 8 Jahren, mit einer Pause von 2 Monaten, und nein, ich habe nicht das Gefühl mich geopfert zu haben. Und nein, das muss nicht jeder so mache. Mich hat in den Mainstream-Foren immer diese Diskussion über Trotz, Bock usw. gestört - dachte, hier sei das anders und andere verstehen, was ich meine.
aber wie gesagt: anderer Thread.
Sorry an Patty: das ist Dein Thread.
Und ich freue mcih ganz ehrlich für Dich, das es so toll läuft! Weiterhin entspannte Nächte für Euch.
Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 23:58
von Hauptstadtkind
Hey, Patty: Schön, dass es so gut klappt. Ich drücke die Daumen, dass es so weiter geht!
Weißt ja, bei uns hat das langsame nächtliche Abstillen (+in unserem "Fall" eigenes Bett im eigenes Zimmer) über einige Wochen auch zum kompletten Durchschlafen geführt (>10h) - ein Traum (im Wahrsten). Und es tat auch Sohnemann spürbar so gut!

Er war viel ausgeglichener. Ich natürlich erst recht. Vermutlich führt da eins zum andern.
Das Wassertrinken ist auch eine Übungssache. Innerhalb von 2-3 Wochen konnte er Wasser aus einem normalen Becher trinken ohne sich komplett zu bekleckern. Und er schien auch viel zufriedener mit dieser Alternative zu sein, weil er wohl eher wegen dem Durst wach wurde, der per Becher ja anscheinend schneller befriedigt werden kann (Saugen ist ja Arbeit). Nach dem Trinken ist er gleich wieder tief eingeschlafen.
Wie schon gesagt: Alles Gute weiterhin in dieser Richtung!

Re: Ich kann und will nicht mehr
Verfasst: 25.09.2009, 23:59
von Hauptstadtkind
Achso: Ich habe (und hatte beim Abstillen) keine Probleme mein Kind
ohne Stillen zu beruhigen.
