Ich finde das hier vielgenannte Argument, dass die Zitate ja aus dem Zusammenhang herausgerissen sind irgendwie nicht besonders zwingend. Wenn ich eine zitierte Stelle grausam finde und die Methode mich abschreckt, dann kann das durch irgendeinen Zusammenhang auch nicht wieder gerade gerückt werden.
Das zweite was ich sehr merkwürdig finde (vorallem @ Kunststück) ist, das es ja nicht schön ist vom Partner getrennt zu schlafen und man das schnell wieder ändern möchte, aber das Kind soll es toll finden alleine im Bett zu liegen???
Ich habe mir gerade mal den Leitfaden auf der Anna Wahlgren Seite durchgelesen und finde die Methode immer noch nicht besser (mehr darüber zu wissen hilft einfach nicht

), ich finde den Ton mit dem sie über das Kind spricht so unangenehm und herablassend, dass mir davon schon schlecht wird!
Und dann möchte ich gene mal wissen wer der Frau gesagt hat, dass ALLE Kinder gerne festgehalten und geknufft werden und deshalb so einschlafen müssen

.
Ein Buch in dem den Eltern genaustens gesagt wird, was sie tun DÜRFEN und was nicht, kann einfach kein guter Ratgeber sein, denn kein Autor der Welt kann ein fremdes Kind und seine Eltern einschätzen und wissen was für diese Familie der richtige Weg ist.
Ein genauer Zeitplan +/- 15 Min. für den ganzen Tag

wenn das Kind zur Essenszeit schläft wird es eben gewckt, dann wird es bei den Mahlzeiten vollgestopft und wenn es später nochmal Hunger hat gibt es eben nichts, steht ja nicht auf dem Plan. Also mehr muss ich wirklich nicht lesen, um zu merken, dass dies kein Weg ist ein Kind zu erziehen, mich schüttelts echt bei jedem 2. Satz.
Ach ja, die Tatsache, dass da ein paar Dinge drin stehen, die tatsächlich richtig sind ist nun auch keine Leistung, denn dass ein geregelter Tagesablauf wichtig ist, steht ja nun in jedem Buch (egal welcher Erziehungshintergrund). Was meiner Meinung nach auch wieder der Knackpunkt ist, denn bei den sanften Methoden steht der Tagesablauf ja auch im Vordergrund und wenn die angeblich nicht helfen, dann liegt die Wirkung der Schlafprogramme (also Ferbern und Wahlgren) ja doch im allein lassen des Kindes. Und da würde mich von befürwortern oder Verteidigern der Methoden auch wirklich (ist jetzt ehrlich, nicht provokant gemeint) interesseiren, was das allein lassen des Kindes und das dann erfolgreiche Durchschlafen im Kind für Gefühle auslöst, wenn nicht die der Resignation und des Alleinseins?
Und was die Ausgeglichenheit der Kinder tagsüber angeht mag das ja stimmen, aber ein gebrochenes Urvertrauen sieht man einem Menschen nun mal nicht an.
Ich bin auch ein halbwegs ausgeglichener Mensch und mag auf andere ganz zufrieden und "normal" wirken, aber ich habe nicht einen Funken Urvertrauen abbekommen (wurde auch geferbert und hab toll durchgeschlafen und hab beim ins Bett gehen keine Probleme gemacht und war immer ein fröhliches Kind

) und mir fällt es soooo schwer anderen Menschen zu vertrauen und Selbstvertrauen war schon immer ein Fremdwort für mich. Klar kann man sagen, dass ich ganz normal klar komme und ich kein gravierenden Schäden bekommen hab, aber ich denke mit Urvertrauen und Selbstvertrauen, ohne ständige Selbstzweifel und Zweifel an der Zuneigung anderer und allem was das so nach sich zieht ginge es mir wesentlich besser im Alltag.
So, das ist jetzt ein Roman geworden, aber dieses Thema beschäftigt mich sehr...