Seite 10 von 11

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 14:51
von paula108
pallina hat geschrieben:
jeder von uns wird solche Beispiele kennen. Aber trotz allem haben ALLE SOFORT GEWUSST um was es geht. Was für eine Person die Themenstarterin meint, haben (von sich aus!) die Beispiele mit dem "gebrochenen Deutsch" usw. genannt.
Was ein solches kleines Wort doch für eine Macht haben kann und keiner kann sich davon frei sprechen auch wenn er sich noch so politis korrekt verhält
ja, genau! aber das ist doch traurig bzw. kritikwürdig, oder nicht? sollten wir uns da nicht alle ein bisschen hinterfragen?
ich würde mir halt einfach einen bewußteren umgang mit solchen begriffen wünschen, grade hier in einem solchen medium.
Um was für eine Person denn?
Ich habe es nicht gewusst.

Und ja ich finde GENAU DAS, was du schreibst kritisch. Das setzt ja Vorurteile noch und nöcher voraus.
Oder wolltest du damit etwas anderes sagen?

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 14:57
von Seerose
pallina hat geschrieben: krass auch dein beispiel vom prenzelberg. leider habe ich dort auch ähnliche erfahrungen gemacht :?
mein freund ist einer von den "guten ausländern", wird aber vom aussehen her auf der straße immer für einen "schlechten" gehalten. das ist dann schon interessant wie da, je nach einschätzung "positiver" rassismus auf negativen trifft.
Weißt Du, Pallina, ich denke die Art und Weise wie man hier zum Nebenthema Stellung nimmt hat viel mit den eigenen persönlichen Erfahrungen zu tun..

Ich war fast immer in meinem Leben in einer "bunten" Umgebung (wobei bunt jetzt NICHT nur die Hautfarbe meint, sondern alles was man sich unter Vielfältigkeit vorstellen kann) und das prägt natürlich. Dann bin ich verwandtschaftlich vorbelastet (wie viele hier), meine Schwester ist mit nem "guten" Ausländer verheiratet, mein Cousin dagegen hat zwei Kinder die soooooooo anders aussehen und schon (hier) aus 200m Entfernung "auffallen". Oder, manche Bemerkung in Bezug auf meine Tochter: "Na so was, blonde Haare, blaue Augen, hätt man jetzt gar nicht gedacht daß der Papa Ausländer ist".. :shock: (Und eben genanntem hilft auch kein deutscher Paß und die Tatsache daß er länger in D ist als sonstwo... :? )

'Ähm, was die Threadstarterin betrifft, ich hab nämlich vergessen wer's war, meine Anmerkung zum Wort Ausländer hat nichts persönlich mit ihr zu tun. Ich fand es jetzt im Gegensatz zu anderen hier nicht schlimm "darüber gesprochen zu haben". Und ja, vielleicht hätte man einen anderen Thread nehmen sollen.

(Aber vielleicht hab ich auch in der Mitte des Threads was verpasst, ich kenne nämlich ein paar Seiten gar nicht und laß das jetzt lieber mit dem Nachlesen, nicht daß ich mich noch zusätzlich aufrege.)

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 18:55
von asujakin
@paula - ich wollte nur verdeutlichen, dass anhand einer bemerkung viele ander anfingen von "gebrochenem deutsch" und "mentalität" anzufangen :wink: Die "Ausländerin" hätte ja zB auch Engländerin sein können oder Peruanerin oder öhm... eine Dame aus Grönland :mrgreen:

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 19:25
von Piepsblue
:shock: :shock: 10 seiten ...

und zu meinem eigentlichen thema hab ich ein paar spärliche antworten bekommen :?

- nein, ich werde sie nicht anzeigen
- ja, ich werde versuchen, sie darauf anzusprechen
- ich bin nicht rassistisch.
- der begriff ausländer/in wird weiterhin in meinem wortschatz existieren.

ich werde mich hier ausklinken, die infos, die mich weiterbringen habe ich dankend zur kenntnis genommen und eine solche diskussion war nicht meine absicht.

ich bin wirklich erschrocken, was mein posting ausgelöst hat und ein wenig traurig, wieviele sich wohl dadurch angegriffen fühlen.

ich frage mich gerade, welche schlimmen/negativen erfahrungen ihr im alltag bzgl des ausländer-themas gemacht haben müsst, dass ihr so extrem reagiert ... :( reagiert.

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 21:13
von marscygale
wow :shock: ich hab hier grad alles durchgelesen. Ich habe solch eine Diskussion seit ich nach Frankreich gezogen bin, bis jetzt noch nie wieder erlebt/gelesen.
Schon ein komisches Gefühl, dass so ein bisschen von weiter ab zu betrachten. Ich denke, in Deutschland ist das Thema irgendwie wesentlich brisanter und leichter zu entfachen als anderswo, hab ich jetzt das Gefühl. ich fand es zwar etwas komisch formuliert, aber hätte jetzt solch eine Reaktion an Beiträgen gar nicht erwartet.
Ich schicke mal ein paar Sonnenstrahlen aus dem Süden in den Norden 8)

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 22:32
von rula
rula hat geschrieben:Ich finde die Reaktionen hier total übertrieben. Ein Kind im Tragetuch, wenn Die Mutter sich anschnallt, stirbt nicht bei einem Auffahrunfall - also wirklich. Natürlich soll dies keine alltägliche Handhabung sein, aber das weiss ja die Themeneröffnerin gar nicht! Vielleicht war es wirklich eine Ausnahme in der Not, so wie wir alle mal Ausnahmen in der Not machen..

lg rula
Ok, ich habe gestern nicht überlegt, dass Auffahrunfall nicht gleich Auffahrunfall ist und hatte ein sehr harmloses Bild davon im Kopf. War schon etwas spät und ich hab wirklich den Begriff nicht mehr ganz... ähm... begriffen.
Und ich finde es natürlich auch nicht in Ordnung, so Auto zu fahren :!: Es ist rechtswidrig und grundsätzlich gefährlich.
Angurten muss ich mal ausprobieren, ich stelle mir vor dass es geht ohne dass die Gurte für das Kind sehr nachteilig verlaufen.

So oder so natürlich NICHT empfehlenswert und ich mache das auch nicht (kam vielleicht 2-3x schon vor, ich gebs zu).

Aber ich habe manchmal auch reichlich Mühe mit dem ganzen Sicherheitswahn - die Statistiken sprechen nicht immer dafür, dass der sich wirklich nur auszahlt. Trotz allem, ich finde den Thread wirklich taff...

lg rula

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 22:52
von marscygale
Es gab ja auch schonmal einen Thread, ob man schonmal mit Kind im Tragetuch Fahrrad gefahren ist.
Und wenn etwas passiert, dann müssen die Eltern ihr Leben lang mit dem Gewissen "über"leben, selbst Schuld daran zu sein!
Wir sind nicht alle perfekt, wir haben selbst schon Samy bei ner Nachtfahrt auf den Sitz gelegt, sind schonmal mit dem Fahrrad gefahren im Park und ihm auf den Rücken und auch schon Skifahren mit Kind auf dem Rücken gewesen. Ich verurteile niemanden, brauche mich nicht zu erklären oder aufklären zu lassen, dass das gefährlich und verantwortungslos ist. Ich gehöre zu den übervorsichtigen Müttern, mein Kind steht sofort wenn ich hier in Marseille Stop sage, da immer von irgendwoher ein Motorroller, ein Auto oder sonstewas auf dem Gehweg fährt.

ich will nur ein Beispiel nennen:
Das Fliegen, ich wusste nicht, bis es hier mal einen Thread dazu gab, dass ein Baby im Flugzeug in einen Kindersitz bzw. eine Babyschale gehört aus Sicherheitsgründen. Hätte ich das hier im Forum nicht gelesen, wäre ich noch immer ahnungslos. Wenn mich da einer damals als verantwortungslos betitelt hätte oder sonstewas, hätte ich die Welt nicht verstanden. Man lernt immer dazu und nie aus und keiner/keine kann sich davon freisprechen, auch mal was entgegen irgendeiner Sicherheitsvorschrift (vielleicht sogar ohne es zu wissen, wie ich beim Fliegen) gemacht zu haben.

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 23:05
von rula
marscygale
Danke für Deine Worte, so in etwa sehe ich das auch.

Wir übernehmen in vielen Bereichen Verantwortung für unsere Kinder, in welchen wir das Risiko nicht immer genau abschätzen können - ich denke da an ganz verschiedene Dinge wie Thema impfen/nicht impfen, Thema Ernährung, Thema Dreck essen, wann darf ein Kind alleine auf den Spielplatz, wann darf es irgendwo hochklettern, ab wann schwimmt es gut genug fürs tiefe Becken, wann darf es alleine 5min zum Bäcker laufen etc. etc.
Schliesslich und endlich sind unsere Sicherheitsvorstellungen sehr geprägt von persönlicher Überzeugung, von Erfahrungen, Wissenstand, Kultur... Es gibt selten 2 Mütter, die sich dabei zu 100% einig sind.

Natürlich gibt es beim Thema "Angurten im Auto" kein Diskussionpotential - es ist gesetzlich vorgeschrieben und somit für die meisten Eltern klar, ohne wenn und aber. Trotzdem sehe ich es im gleichen Kontext wie die Beispiele oben: nicht alle haben die gleiche Überzeugung bezüglich Wichtigkeit, nicht alle befolgen dieses Gesetz konsequent und prioritär. Ist einfach so. Dies kann man fahrlässig nennen, ja.
Es gibt aber auch in vielen andern Bereichen absolut einleuchtende Begründungen, um das Handeln einer Mutter als "fahrlässig" zu beurteilen (aus den Erfahrungen in meinem Berufsalltag könnte ich z.B. schliessen, dass es fahrlässig ist, sein Kind gegen xxy NICHT zu impfen). Oft kommt man dann aber genau in den Bereich Meinungen und Überzeugungen, und kaum eine Mama würde hier noch so laut "fahrlässig!" rufen wollen.

Dies meine Gedanken dazu...

lg rula

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 23:12
von kja1985
Ski- und Radfahren mit Baby auf dem Rücken würde ich jetzt nicht als übervorsichtig bezeichnen ;-)

Ich seh es halt so: mein eigenes Leben kann ich gefährden wie ich will. Es gehört mir. Aber fremde Leben, für die ich die Verantwortung trage muss ich bestmöglichst schützen. Und ich nehme lieber mal ein wütendes Kind auf mich als ein ungesichertes Kind. Vielleicht muss man dazu einfach mal ein Unfallopfer gesehen haben :( Ich gehöre aber auch zu den Eltern, die mit Kind am Auto niemals zu schnell oder unvorsichtig fahren und meine Kinder müssen z.B. beim Radeln IMMER Helm tragen (geht ja gar nicht wenn das Kind im Tuch ist). Dafür dürfen meine z.B. schon seit nem Monat in allem möglichen Gewässern schwimmen gehen, das erlauben widerum die meisten anderen Eltern aus Besorgnis nicht.

Und natürlich geht man jeden Tag Risiken ein. Aber ich finde das Risiko beim Autofahren schon besonders krass. Ich kenne soviele Menschen die wirklich schlimme Unfälle hatten und teils dank guter Sicherung überlebt haben. Eine Freundin hat es mit zwei kleinen Kindern (im Alter von meinen) mehrmals überschlagen auf der Autobahn, weil ihnen jemand reingefahren ist. Ohne gute Kindersitze mit Seitenaufprallschutz wären sie tot gewesen. Ungesichert sowieso. Ich denke jeder kennt in seinem nächsten Umfeld Menschen die einen Autounfall überlebt haben. Das allein ist für mich Grund genug meine Kinder im Auto IMMER zu sichern.

Und ich finde ich weiß wovon ich rede. Madita hat beim Autofahren massiv geschrien als Baby und wir mussten einmal im Monat 600 Kilometer einfache Strecke zu meinen Eltern fahren. Lieber halte ich 10 mal pro 100 Kilometer an, als sie auf den Schoß/ins Tuch zu nehmen.

Re: so eine fahrlässige tragemama ...

Verfasst: 16.06.2010, 23:15
von marscygale
Ich unterschreibe mal bei dir Rula.
Das ist in soo vielen Bereichen so und bei deinen Beispielen kann ich einfach nur zustimmen!!!
Ich habe durch das Muttersein soviel an Ängsten "gewonnen" die ich vorher nie im Geringsten gefühlt habe.

Und ich muss dazu sagen, seitdem ich "ausgewandert" bin in eine Stadt, die so reich an Unterschieden, Anschauungen, an so vielen interessanten Menschen aus allen Kulturkreisen ist, wie ich es vorher nie er/gelebt habe, habe ich auch viel dazugelernt und auch gelernt, Dinge zu akzeptieren und zu tolerieren und bin stolz darauf.