Mittelalterliche Gewandung für die Familie
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Ich habe noch einen Bildausschnitt wo der Ritter diese Cotte letztes Jahr trägt. Leider war er nur sehr klein auf dem Bild drauf, weshalb der Ausschnitt keine gute Quali hat.
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Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +
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- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Die Kleider für das Möhrchen habe ich nun doch alleine fertig genäht. So sehr Feuer gefangen fürs Nähen hat sie leider noch nicht. Aber kann ja noch werden.
Einmal das Überkleid und einmal das Unterkleid.
Sie präsentiert die schönen hochmittelalterlich nach vorne verschobenen Schulternähte…
Dieses Schnittprinzip, bei dem die Rückenbahn oben breiter gelassen wird als die Vorderbahn bringt mich bei den Armausschnitten noch jedes Mal zum grübeln, so dass ich beim Überkleid mehrmals getrennt habe. Jetzt sitzt es wie es soll.
Einmal das Überkleid und einmal das Unterkleid.
Sie präsentiert die schönen hochmittelalterlich nach vorne verschobenen Schulternähte…
Dieses Schnittprinzip, bei dem die Rückenbahn oben breiter gelassen wird als die Vorderbahn bringt mich bei den Armausschnitten noch jedes Mal zum grübeln, so dass ich beim Überkleid mehrmals getrennt habe. Jetzt sitzt es wie es soll.
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Erinnya
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Sieht großartig aus, ich erstarre in Ehrfurcht (wie bei so vielen Näherinnen hier, ich kann gerade mal einen Knopf annähen)! Sie ist 9, richtig? Ab wann trugen Mädchen damals lange Kleider?
Erinnya mit drei Kindern (*2012, *2015 und *2018)
- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Interessante Frage.
Ja, das Möhrchen ist 9,5 Jahre.
Tatsächlich ist darüber wenig bekannt. Was definiert „lang“? Eigentlich trug jedes Kind, das laufen konnte irgendeine Art längeres Kleidungsstück bis zu den Waden oder so. Kleine Kinder noch ungegürtet. Bei Jungs wechselte man irgendwann im Kindesalter dann zu etwas kürzeren Schnitten etwa bis übers Knie, wie es auch von Männern getragen wurde. Bei Mädchen variierte die Länge dann eher so, dass es nicht permanent nur schmutzig wurde am Saum aber eben auch nicht zu viel Bein sehen ließ. Da ich auf Zuwachs genäht habe ist es so, dass das Möhrchen noch gut darin laufen kann, aber nicht gleich wieder zu klein. Es dürfte je nach Wachstumsschub 1 bis 2 Jahre passen.
Die Kinder waren von klein auf lange Kleidungsstücke gewohnt und konnten sich darin gut bewegen. Ein langer Rock hält unter der Stoffglocke schön die Luft als Isolierung um die Beine.
Also ein genaues Alter kann ich dir nicht sagen. Aber da man davon ausgehen muss, dass Kinder ab ca. 7 Jahren einiges mithelfen mussten (adlige Jungs z.B. wurden in diesem Alter als Pagen an befreundete Höfe gesand) und Mädchen mit ca. 10/11 Jahren gewaltige Wachstumsschübe bekommen und dann die Jungs eine Zeit lang überragen denke ich, dass das schon gut so passt.
Wenn wir es super genau nehmen würden, dann müsste man im Museumskontext Babys einbinden ähnlich dem Pucken. Aber bei Babys und Kindern sind auch die Freilichtmuseen mit Belebung nicht so streng und Gesundheit geht sowieso fast immer vor. Moderne Brillen werden nicht gerne gesehen und sind teilweise verboten.
Übrigens sieht man vor allem in gehobenen Bevölkerungsschichten oft Abbildungen von Frauen die im Rock Überlänge haben. Erstaunlicherweise gab es Techniken wie man sich auch damit gut fortbewegen konnte. Ich denke also wirklich, dass ein Teil Gewöhnung ist
Ja, das Möhrchen ist 9,5 Jahre.
Tatsächlich ist darüber wenig bekannt. Was definiert „lang“? Eigentlich trug jedes Kind, das laufen konnte irgendeine Art längeres Kleidungsstück bis zu den Waden oder so. Kleine Kinder noch ungegürtet. Bei Jungs wechselte man irgendwann im Kindesalter dann zu etwas kürzeren Schnitten etwa bis übers Knie, wie es auch von Männern getragen wurde. Bei Mädchen variierte die Länge dann eher so, dass es nicht permanent nur schmutzig wurde am Saum aber eben auch nicht zu viel Bein sehen ließ. Da ich auf Zuwachs genäht habe ist es so, dass das Möhrchen noch gut darin laufen kann, aber nicht gleich wieder zu klein. Es dürfte je nach Wachstumsschub 1 bis 2 Jahre passen.
Die Kinder waren von klein auf lange Kleidungsstücke gewohnt und konnten sich darin gut bewegen. Ein langer Rock hält unter der Stoffglocke schön die Luft als Isolierung um die Beine.
Also ein genaues Alter kann ich dir nicht sagen. Aber da man davon ausgehen muss, dass Kinder ab ca. 7 Jahren einiges mithelfen mussten (adlige Jungs z.B. wurden in diesem Alter als Pagen an befreundete Höfe gesand) und Mädchen mit ca. 10/11 Jahren gewaltige Wachstumsschübe bekommen und dann die Jungs eine Zeit lang überragen denke ich, dass das schon gut so passt.
Wenn wir es super genau nehmen würden, dann müsste man im Museumskontext Babys einbinden ähnlich dem Pucken. Aber bei Babys und Kindern sind auch die Freilichtmuseen mit Belebung nicht so streng und Gesundheit geht sowieso fast immer vor. Moderne Brillen werden nicht gerne gesehen und sind teilweise verboten.
Übrigens sieht man vor allem in gehobenen Bevölkerungsschichten oft Abbildungen von Frauen die im Rock Überlänge haben. Erstaunlicherweise gab es Techniken wie man sich auch damit gut fortbewegen konnte. Ich denke also wirklich, dass ein Teil Gewöhnung ist
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Erinnya
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Danke! Ich finde das total spannend.
Erinnya mit drei Kindern (*2012, *2015 und *2018)
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
viewtopic.php?p=4353143#p4353143
Hier sieht man den Ritter in seinen ersten Mittelaltersachen. Damals waren wir im Spätmittelalter unterwegs. Er hat mit einem Jahr tatsächlich im Museum Laufen gelernt.
Hier sieht man den Ritter in seinen ersten Mittelaltersachen. Damals waren wir im Spätmittelalter unterwegs. Er hat mit einem Jahr tatsächlich im Museum Laufen gelernt.
Liebe Grüße
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Reh
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Ich lese sonst ja nur still mit, aber jetzt interessiert mich, was dann kurzsichtige Personen machen, wenn Brillen verboten sind.
5 * im Herzen, Rehlein 02/18, Rehkitz 07/20, Reh-Mini 03/23
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Entweder sie können für die Zeit in der sie darstellen Brillen nachweisen und sich so eine historische Brille im Nachbau leisten oder sie können auf Kontaktlinsen umschwenken oder sie sind im Museum sehbehindert (z.B. Maulwurfkurzsichtig) oder sie sagen es beeinträchtigt sie so stark, dass sie in solchen Museen nicht darstellen (oder sie setzen ab und zu kurz heimlich ihre Brille auf). Ich habe jedes diser Szenarien schon erlebt, aber auch schon Museen, wo moderne Brillen erlaubt waren als sichtbar moderne Zutat - eben weil Gesundheit wichtig ist.
Liebe Grüße
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Reh
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Danke dir! Kontaktlinsen wären also erlaubt, weil man sie nicht sieht, wenn ich das richtig verstehe?
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- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Genau, Kontaktlinsen stören das Museumsbild nicht, das möglichst genau für den Besucher gezeigt werden soll.
Natürlich gibt es Museen wo die Belebung nicht so hohe historische Qualitäten hat. Das hängt ja immer von den Hobby-Darstellern ab, die gerade da sind. Aber ich habe auch schon sehr oft erlebt, dass die Darsteller sehr viel besser waren als irgendwelche Schaufensterpuppen, die zur Anschauung in Vitrinen gestellt wurden. Eigentlich ist das sogar häufiger der Fall. Und mit guten Darstellern kann man sich auch noch unterhalten und sie ausfragen.
Beim Marktmittelalter darf man da allerdings oft nicht viel drauf geben. Einer der Gründe wieso wir lieber in Museen sind…
Natürlich gibt es Museen wo die Belebung nicht so hohe historische Qualitäten hat. Das hängt ja immer von den Hobby-Darstellern ab, die gerade da sind. Aber ich habe auch schon sehr oft erlebt, dass die Darsteller sehr viel besser waren als irgendwelche Schaufensterpuppen, die zur Anschauung in Vitrinen gestellt wurden. Eigentlich ist das sogar häufiger der Fall. Und mit guten Darstellern kann man sich auch noch unterhalten und sie ausfragen.
Beim Marktmittelalter darf man da allerdings oft nicht viel drauf geben. Einer der Gründe wieso wir lieber in Museen sind…
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