Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Moderatoren: Toony, Momolina

Antworten
Benutzeravatar
cora
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 787
Registriert: 19.10.2008, 14:16
Wohnort: Luzern

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von cora »

marscygale hat geschrieben:Toll wenn Ihr untereinander Englisch sprecht. Denn (ihr lebt doch in der Schweiz, oder?) das Schweizerdeutsch lernt sie von ganz allein durch Kindergarten, Umfeld, Krippe. Wir haben in unserer deutschen Krabbelgruppe hier auch eine Mama aus der Schweiz und ich versteh nicht alles, wenn sie mit ihren Kindern spricht, aber es hört sich sehr süss an :wink: .
Ja das ist auch unsere Überlegung dass Schweizerdeutsch eh Überhand nehmen wird, spätestens wenn sie in Kindergarten und Schule geht, deshalb möchten wir jetzt viel englisch sprechen.
Ja das glaub ich dass Du nicht alles verstehst, je nach Dialekt wirds schwierig. Mein Vater muss auch in der Schweiz manchmal Hochdeutsch sprechen weil sie ihn nicht verstehen. :oops:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Antoine de St. Exupéry

Corinne 09/80 mit Tragemaus Céline 29.06.08

Céline ist im Geburtshaus geboren,wird gestillt, getragen, stoffgewickelt, ist geimpft und schläft meist im Mamabett. Wir leben ohne Fleisch und ohne Fernseher.
Benutzeravatar
chamomillas
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 289
Registriert: 23.10.2008, 14:09

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von chamomillas »

Bilinguales Aufwachsen find ich, ist eine prima Sache!! Familien, bei denen mehrsprachig gesprochen wird, sollten ihre Zwerge unbedingt mit einbeziehen.
Leider *naja was heisst leider* haben wir nicht diese Möglichkeit. Vor kurzem haben wir aber gehört, dass es in unserer Nähe eine englischsprachige Krabbelgruppe gibt. Das klingt schon sehr interessant, doch wir wissen nicht so richtig, ab welchem Alter dies wirklich Sinn machen würde?
gra
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1543
Registriert: 12.10.2007, 08:57
Wohnort: In Mittelhessen

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von gra »

Erste verwechsulungen treten bei uns auf. :) A. sagt agua -sprich wasser auf spanisch die Tagesmutter verstht aber aua... so ein salat, hab sie aufgeklärt.

Ab wann wissen den die Kinder mit wehm sie auf eine Sprache sprechen sollen und mit wehn in der anderen?
Benutzeravatar
marscygale
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1584
Registriert: 05.04.2007, 08:55
Wohnort: Marseille

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

gra hat geschrieben:Erste verwechsulungen treten bei uns auf. :) A. sagt agua -sprich wasser auf spanisch die Tagesmutter verstht aber aua... so ein salat, hab sie aufgeklärt.

Ab wann wissen den die Kinder mit wehm sie auf eine Sprache sprechen sollen und mit wehn in der anderen?
Bei Samy ging die Sprachtrennung mit 22Monaten los. Habens so getestet: Cousine fragt "Qu'est-ce que c'est?" Samy antwortet: "chon" (cochon). Ich frag gleich darauf: "Was ist das?" Er: "Schweins". Cousine fragt gleich danach wieder. Er: Vache. Ich frage und er sagt Kuh. Das klappt auch bei fremden Personen, die sich in der jeweiligen Sprache an ihn wenden. manchmal mischt er natürlich noch, wenn er zB. das Wort nur in einer Sprache kennt, wie "Schippe", das sagt er auch zum Papa. Mitgekriegt haben wir es durch Bücher angucken, da hab ich gemerkt, dass er mit dem Papa hauptsâchlich französische Worte benutzt und dann mit mir, das gleiche Buch, die deutschen.
Grüsse
------------------------------------------------------------------------------------

Kinder achten mehr darauf, was die Eltern tun als was sie sagen. :D
Ulli and the tiger 27.10.06 und dem Vögelchen 03.06.2011.
gra
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1543
Registriert: 12.10.2007, 08:57
Wohnort: In Mittelhessen

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von gra »

Na dann dürfen wir ja gespannt sein.
Ich finde es sehr spannend und möchte eigentlich die Sprachentwicklung notieren... macht das jemand von euch?
rose
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 368
Registriert: 17.08.2008, 22:03

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von rose »

wir leben in frankreich und erziehen auch zweisprachig, deutsch-französisch.

ich spreche nur deutsch mit ihr, der papa und der rest französisch. mittlerweile (27 monate) trennt sie auch immer besser die beiden sprachen.. dh, wenn der papa sie was fragt, antwortet sie auch franz, wenn ich sie was frage auf deutsch.

manchmal mag sie aber irgendwie kein deutsch mit mir reden.. :? also sie antwortet dann absichtlich auf französisch.. zb heute in einem café bekam sie einen apfelsaft.. ich sagte" hier dein apfelsaft"... sie sagte ganz entrüstet: "no, jus des pommes..." ich :"apfel" sie : "no, pomme!!!!! " und verzog bei ärgerlich das gesicht.. dabei weiss sie echt genau, dass beides stimmt... naja, ist vielleicht auch das trotzalter, wird ja eh momentan zu allem nein gesagt...

anfangs wars auch so, dass sie zuerst viel besser ganze sätze in französisch sprach, auf deutsch benutzte sie höchstens zweiwortsätze... oder mit der "mami (oma)" aus frankreich hat sie bisher immer so schön telefoniert, bei meiner mutter am telefon kam da kein wort raus... bis vor zwei tagen, da fing sie dann an, mit meiner mutter auf deutsch zu reden! :)

also ich bin ganz zufrieden mit der sprachentwcklung, obwohl sie halt doch eher französisch spricht, ist wohl aber auch normal... wenn sie selbstgespräche führt sind die auch meistens auf franz... in der letzten zeit singt sie immer "heidi", sogar da fängt sie schon an, einige wörter auf franz. zu ersetzen.. :?
Benutzeravatar
marscygale
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1584
Registriert: 05.04.2007, 08:55
Wohnort: Marseille

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

Liebe Grüsse nach Toulouse!
Ja, das französisch wird sicher Überhand nehmen, aber ich bin der meinung, wenn man wirklich dran bleibt und konsequent die Sprache spricht, klappt es auch irgendwann gut in beiden Sprachen. In der Schule, wo ich arbeite, ist ein 5jähriges Mädchen, Mutter ist auch Deutsche und das Mädel spricht sowas von gut deutsch, finde ich. Schaltet auch einfach ganz schnell von eine Sprache in die andere. Hoffe bei Samy wirds auch so super, der Anfang ist ja gemacht und heute kommen die deutsche Oma und Opa zu Besuch :D
Grüsse
------------------------------------------------------------------------------------

Kinder achten mehr darauf, was die Eltern tun als was sie sagen. :D
Ulli and the tiger 27.10.06 und dem Vögelchen 03.06.2011.
Lalune
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 859
Registriert: 06.06.2008, 21:44
Wohnort: BaWü

Re:

Beitrag von Lalune »

Pips hat geschrieben:Hallo!
Ich kann nur von den Kindern meiner Cousins sprechen (Franz. - Deutsch bzw. Franz. - Deutsch - Engl. :roll: ). Die Kinder sprechen irgendwann mehr die Sprache des Landes in dem sie leben; also die Kids meines Cousins, der in Frankreich lebt sprechen hauptsächlich franz., sie verstehen aber D sehr gut und können es auch gut sprechen, nur benützen sie manchmal 'Märchensprache' - was sicher auch daran liegt, daß franz. einfacher auszusprechen ist und die Mutter Französin ist. Der Sohn meiner Freundin, der auch zweisprachig aufwächst (in D, Mutter = D, Vater = Franz.) spricht allerdings auch viel franz. Ich schätze, das liegt wirklich an der einfacherern Aussprache...
Die Tochter meines anderen Cousins, der in den USA lebt, spricht eigentlich fast gar nicht (ist 1 1/2), denn die Mutter spricht mit ihr franz., der Vater D und in der Kita engl. Wahrscheinlich ist das einfach zu verwirrend für die Maus... Verstehen tut sie aber alles...
Meiner hat mit 1,5 Jahren das erste Wort gesprochen, obwohl er einsprachig aufwäschst. :wink: Die Kinder einer Freundin wachsen 3sprachig auf. Alle drei Kinder haben etwas später angefangen zu sprechen, aber trotzdem hat alles gut funktioniert; sogar mit 3 Kindern!
liebe Grüße,

Bianca mit drei Söhnen (05/05), (11/07), (10/10)
und Sternchen (12/09)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt." Mahatma Gandhi
Benutzeravatar
jeannex
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1436
Registriert: 11.12.2008, 23:15
Wohnort: Schwabenländle

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von jeannex »

Unsere Kleine wächst zweisprachig auf, bei der Großen hats der Papa echt verbockt, er war viel zu inkonsequent.

Sein Argument:
"Sie versteht mich ja gar nicht, wenn ich italienisch mit ihr rede!" :roll: Klar, mich verstehen sie am Anfang doch auch nicht...

Die Kleine hat das jetzt schon recht gut drauf, verstehen super, einige Wörter in jeder Sprache, sie hat aber auch "Lieblingsbegriffe", die sie nur in 1 Sprache spricht, wie z.B. "grazie", "danke" sagt sie nicht.
LG Jeannex
mit den Räubermädels Madame 07/04 und Motte 08/07 Bild

Ich arbeite auf 75% und bin in mehreren Foren aktiv, Sorry,falls es mal dauert mit Antworten. Ich versuche gerade, hier wieder Anschluß zu finden.
Benutzeravatar
rosemarie
gehört zum Inventar
Beiträge: 486
Registriert: 09.11.2008, 12:04
Wohnort: berlin

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von rosemarie »

hallo an alle,

habe gerade diesen thread entdeckt :D .
ich bin selbst dreisprachig (kroatisch, italienisch, deutsch) aufgewachsen. die ersten jahre habe ich nur kroatisch gesprochen, dann bin ich nach deutschland und habe hier deutsch und mit meinem vater italienisch gelernt.

mein mann ist auch italiener und wir wollen eigentlich unseren sohn ebenfalls italienisch beibringen - nur ist das bei uns mit der konsequenten aufteilung nicht wirklich möglich. wir sind beide zweite-generation migranten und deutsch ist eigentlich auch die sprache, die wir am besten sprechen.
im augenblick ist das eher so,dass wir wenn wir bei unseren familien sind viel italienisch reden, zuhause aber vorwiegend deutsch. oft wiederhole ich aber auch worte auf italienisch. unser kleiner guckt auf jeden fall ganz genau auf unsere lippen. nur wenn ich kroatisch mit ihm rede - was ich manchmal mache, ohne die ambition zu haben, ihm auch noch diese sprache beizubringen - schaut er ganz überrascht. mir scheint es so, als ob ihm das italienische auf jeden fall vertraut ist.

keine ahnung, ob das so gut geht... aber ich wüsste auch nicht, wie wir das anders regeln sollten. muss das immer so konsequent sein?
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“