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Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 09.02.2015, 19:21
von AnnaKatharina
suri hat geschrieben:
AnnaKatharina hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass Hebammen impfen dürfen, weiß es aber nicht genau.
Da Schwangere eh nicht MMR geimpft werden dürfen, wäre das in diesem Fall auch auch garnicht relevant.
Aber sie dürfen Blut abnehmen. Und dadurch den Titer bestimmen lassen.
da ist dann auch wieder die Frage, ob eine Hebamme eine Laboranforderung ausstellen darf? Weiß ich auch nicht. Normalerweise ist auch das eine ärztliche Aufgabe, die aber möglicherweise an Assistenzpersonal (Krankenpflege/Hebammen) deligiert werden kann.
Klar dürfen Hebammen Laboanforderungen ausstellen!
Sonst könnten sie ja z.B. überhaupt keine Vorsorge machen.
Und sie sind auch nicht per se Assistenzpersonal, sondern dürfen vollkommen selbstständig ohne ärztliche Aufsicht arbeiten.

Ja, in Krankenhäusern läuft das oft anders, aber das liegt dann im Ermessen des Krankenhauses und ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Hebammen dürfen ja z.B. auch ganz alleine und ohne Arzt bei Röteln, CMV, Toxoplasmose, Listeriose den Titer bestimmen. Und bei Indikation auch noch bei reichlich anderen Krankheiten (Kindergärtnerinen, Grundschul-Lehrerinnen, etc).
Warum also bei Bedarf/Verdacht nicht auch bei Masern?

Grüße,
Anna-Katharina

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 09.02.2015, 19:35
von Lösche Benutzer 17612
Seerose, das ist halt leider eher nicht die Regel ;) meiner Erfahrung nach steigt mit der Anzahl der Personen im Haushalt das Infektionsrisiko.
Wenn man allerdings bedenkt, dass man mittlerweile davon ausgeht dass 21% der Krebserkrankungen von Viren ausgelöst werden, finde ich, dass die Infekt-Krebsschutztherapie doch recht löchrig ist. Bzw für manche Krebsarten vielleicht, aber für andere trifft dann wieder das Gegenteil zu.
Der Ansatz veränderte Viren als Transportmittel zu nutzen oder ihnen bestimmte Funktionen unterzujubeln, ist ja nicht neu.
Er werden ja auch mit HIV reprogrammierte Zellen in der Krebstherapie eingesetzt, trotzdem will sich niemand mit Aids infizieren. Modfizierte Viren als shuttle o.Ä. hat gar nichts mit der ursprünglichen Erkrankung zu tun.
Und nur weil man nun (im übrigen IMPF-)viren so verändert hat, dass sie vielleicht in der Krebstherapie anwendung finden würde ich niemals mit dem Gedanken spielen, meine Kinder Masern durchmachen zu lassen. Das sind doch 2 Paar Schuhe.
Wenn es Zusammenhänge zwischen bestimmten Erkrankungen und Krebsschutz gibt, sind das zufällige Entwicklungen. Viren sind nicht unsere Freunde, wie Sandküste ja schon schrieb, die wollen sich einfach nur vermehren.

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 09.02.2015, 19:56
von suri
AnnaKatharina, ja, aber doch nur, solange alles weitestgehend normal läuft?!?
Und nur Indikationsgebunden doch sicher, oder? Oder kann eine Hebamme auch Blinddarmdiagnostik oder Nierendiagnostik machen bei V.a. Entzündung in der Schwangerschaft? Ich hatte es so verstanden, dass präventionsaufgaben geleistet werden dürfen, aber keine Therapieaufgaben bei schwangerschaftsassoziierten körperlichen Erkrankungen?
Ich habe mich halt gefragt, was Hebammen mit Impfungen zu tun haben, außer dass sie sich das ein oder andere Mal dazu äußern?


Das mit der Risiko der Krebserkrankung kenne ich nur für durchgemachte Mumps-Erkrankung und Ovarialkarzinom. Nach Mumps gibt es wohl wegen irgendwelcher HLA oder sonstiger Zellmarkierungen ein statistisch geringeres Risiko für ein Ovarialkarzinom. Das ist aber wohl so marginal, dass es das Krankheitsrisiko bzgl der Mumpserkrankung nicht aufwiegt.


Wie MaareMum schon schreibt: Krebs ist sooo multifaktoriell.... stillen und schwanger sein senkt ja angeblich auch das Brustkrebsrisiko. Meine Mutter hat 5 Kinder geboren, davon zwei lange gestillt (knapp zwei Jahre jeweils) und ist dennoch erkrankt...

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 09.02.2015, 20:25
von AnnaKatharina
suri hat geschrieben:AnnaKatharina, ja, aber doch nur, solange alles weitestgehend normal läuft?!?
Und nur Indikationsgebunden doch sicher, oder? Oder kann eine Hebamme auch Blinddarmdiagnostik oder Nierendiagnostik machen bei V.a. Entzündung in der Schwangerschaft? Ich hatte es so verstanden, dass präventionsaufgaben geleistet werden dürfen, aber keine Therapieaufgaben bei schwangerschaftsassoziierten körperlichen Erkrankungen?
Ich habe mich halt gefragt, was Hebammen mit Impfungen zu tun haben, außer dass sie sich das ein oder andere Mal dazu äußern?
Klar, nur wenn alles soweit 'normal' ist.
Aber Röteln, CMV, Toxo, Listeriose, das ist doch alles ganz normale Diagnostik in der Schwangerschaft. Genauso wie bei bestimmten Berufsgruppen eben auch andere Krankheiten.
Und ja, zumindest meine Hebamme machte durchaus auch Leber- und Nierenwerte zum Ausschluss einer Gestose. Mit dem Blinddarm hätte sie dann aber wahrscheinlich wohl nichts zu tun haben wollen ;-)
Sie hätte das dann natürlich nicht medikamentös behandelt.

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 11:43
von Selina79
jente hat geschrieben:Ich steh auf dem Schlauch - was hat von der Mutter allein aufgezogen zu werden mit dem Immunsystem zu tun?
Wenn ein Kind in der Kita bzw. Kiga ist ist es automatisch mit mehr Viren und Bakterien in Kontakt als wie wenn es den ganzen Tag mit der Mutter allein zu Hause ist. So und nicht anders war das gemeint (und hat überhaupt nichts mit alleinerziehend bzgl. Papa zu tun sondern war bzgl. Fremdbetreuung und dem Umgang mit anderen MENSCHEN gemeint). Den sarkastischen Unterton überhör ich jetzt hier mal ganz gewollt, aber Du bist ja eh schon weg ;)

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 12:50
von Seerose
Selina79 hat geschrieben: Wenn ein Kind in der Kita bzw. Kiga ist ist es automatisch mit mehr Viren und Bakterien in Kontakt als wie wenn es den ganzen Tag mit der Mutter allein zu Hause ist. So und nicht anders war das gemeint (und hat überhaupt nichts mit alleinerziehend bzgl. Papa zu tun sondern war bzgl. Fremdbetreuung und dem Umgang mit anderen MENSCHEN gemeint).
Ich fand den Einwand übrigens nicht "schlimm", auch wenn ich darüber gewitzelt habe. :wink:

Ich bilde mir nämlich tatsächlich ein daß meine von mir ernannte Immunität gegenüber Magen-Darm-Infekten womöglich daher kommt, daß ich früher in der ganzen Welt rumgereist bin, sehr unbedarft mit fremden und hygienisch nicht nach unserem Standard gekochtem Essen war.
Meine Tochter ist nicht weltweit rumgereist, aber wie schon berichtet hab ich mich gerade im Säuglings- und Kleinindalter mit ihr ständig unter vielen Menschen bewegt, egal ob krank oder nicht. Ich schreib ja hier öfter, daß wir die einzigen sind, die noch eingeladen werden, wenn Leute im Freundeskreis an MD erkrankt sind. :lol:

Und die Psyche spielt natürlich auch ne große Rolle. Wir haben hier tatsächlich den Slogan "MD? Kriegen WIR eh nicht"... :lol: :lol: :lol:

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 16:34
von jente
Selina79 hat geschrieben:
jente hat geschrieben:Ich steh auf dem Schlauch - was hat von der Mutter allein aufgezogen zu werden mit dem Immunsystem zu tun?
Den sarkastischen Unterton überhör ich jetzt hier mal ganz gewollt, aber Du bist ja eh schon weg ;)
Da war nichts zu überhören, ich war ehrlich erstaunt, weil mir kein logischer Zusammenhang einfiel. Danke für deine Erläuterung, wie du es gemeint hattest.

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 16:44
von jali
Gibt es hier denn noch andere Mütter von Babys im noch nicht impffähigen Alter aus Berlin. Mir macht vor allem Sie Angst und wenn ich es richtig verstanden habe liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei einer Infektion im Säuglingsalter u.U. bei 1:200 und ist damit gar nicht so unwahrscheinlich. Jetzt finde ich es wirklich schwierig die Waage zu finden zwischen sich nicht leichtsinnig zu verhalten sich aber auch nicht verängstigt in der Wohnung einzuschliessen. Wie gesagt öffentliche Verkehrsmittel werde ich versuchen weitgehend durch Fahrradfahren zu ersetzten. Und sonst? Pekip (7 zwangsläufig ungeimpfte Babys ect..), Cafés ect. - alles weiter wie bisher oder nicht?

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 16:52
von jali
Sie = SSPE

Re: Masernausbruch in Berlin

Verfasst: 10.02.2015, 17:50
von Cocktail
Meine Maus ist 5 Monate alt und wir wohnen in Berlin etwas ausserhalb. Wir haben alle unsere Impfausweise gescheckt und sind alle (auch oma/opa, tante/onkel) geimpft (zweimal).
Ich gehe weiter zum Pekip.
Die größte Gefahr ist für mich die Kita des großen. Wobei ich da hoffe, dass alle Kinder dort geimpft sind. Ich schätze die meisten Eltern der kita so ein, dass grimpft wird. Es wird das gemacht was der arzt sagt ohne weiter nachzudenken.
Die öffentlichen versuche ich zu meiden bzw. Ist die Kleine gut im tt eingepackt.

Mehr kann ich nicht machen, um sie zu schützen. Panisch will ich auch nicht werden.
Bei meiner Mama auf Arbeit gab es zwei Erwachsene mit Masern.