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Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 23.03.2014, 22:26
von Nuala
Ich mag mich wiederholen, aber ich habe am eigenen Leib folgendes festgestellt:
wenn man zuckerfrei werden möchte, dann sollte sich die Frage nach Ersatz nicht stellen.
Vielleicht sollte man das Wort "zuckerfrei" durch "frei von Süßen" ersetzen.
Solange man denkt etwas ersetzen zu müssen ist zuckerfrei eine Quälerei und beständiges Suchen nach Alternativen. Das führt dazu dass man das Thema SÜSS dauernd im Kopf hat und nicht davon los kommt.
Zumindest mir ging es in meinen vielen glücklosen Zuckerfrei-Versuchen so. Länger als ein Monat hab ich das dann nie durchgehalten. Abgesehen davon dass mein Süßhunger durch stetigen Verzehr von Agavendicksaft und Co. nicht zum Erliegen kam. Zuckerfrei war ich. Aber im Prinzip war's nur Selbstbetrug.
Es funktionierte erst als ich mich damit abfand, ab sofort nur noch "salziges" zu essen. Knapp zwei Wochen verzichtete ich dabei sogar auf Obst (außer wenig davon im grünen Smoothie).
Und seitdem läuft es.
Und JA, natürlich esse ich Süßes! Ich esse Obst, geriebene Erdmandeln, etwas Xylit in meiner morgendlichen Mandelmilch... Ich finde sogar, ich esse viel "Süßes".
Aber verschwunden ist der Schrei meines Körpers nach Desserts, Kuchen, Nachspeisen, usw.
Ich suche auch nicht mehr so verzweifelt nach Ersatzmitteln.
Ich ersetze nichts, ich lasse weg.
Mit dieser Einstellung läuft es jetzt frustfrei und genussvoll. Und ich kann mir gut vorstellen aus den mittlerweilen 2 Monaten ein Jahr oder länger draus zu machen.
Man muss weg vom Projekt-Gedanken. Weg vom Ersatz-Gedanken.
Und ich weiß das hört sich erst mal sehr "unheimlich" an.
Aber im Endeffekt geht es so besser als andersrum.
Zumindest waren das meine Erfahrungen bei mir.
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 23.03.2014, 23:11
von Anneke
Ich kann Nuala nur zustimmen. Sobald man wieder anfängt Süß zu essen, verfällt man schneller in alte Muster, auch wenn man auf Industriezucker weiterhin verzichtet. Momentan esse ich zum Frühstück vermehrt Honigbrot. Lange nicht so viel süß wie früher, aber es schleicht sich immer wieder ein. Für mich persönlich würde ich Ersatz v.a. zum Backen nutzen, denn "zuckerfrei" Backen finde ich wahnsinnig frustrierend. Das schmeckt alles nicht... ansonsten werde ich auch wieder strenger mit mir sein und z.B. das Honigbrot künftig weglassen
Agavendicksaft ist meine ich auch stark in der Kritik, eben weil das fast nur Fruktose ist und die echt nicht toll für die Leber sein soll... aber in homöopathischen Mengen ist es sicher auch ok

Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 10:05
von Lotti
Also ich finde ehrlich gesagt, wer Honig, Agavendicksaft und Co. als Ersatz hernimmt, der schummelt

Ich dacht immer, dem Körper sei es letztendlich egal, was davon man zu sich nimmt, der Effekt ist der gleiche. Man kann ja leicht sagen "ich esse keinen Zucker!", wenn man morgens ein Honigbrot gegessen hat....sorry, ich will hier keinem auf den Schlips treten, nur nach meiner Definition ist das genauso wenig zuckerfrei wie wenn ich Industriezucker essen würde. Nach meiner Definition geht da wirklich nur der natürlicherweise in Obst enthaltene Zucker.
Bei mir kristallisiert sich immer mehr heraus, dass "zuckerfrei" für mich "fertigproduktefrei" heißen muss. Wie gesagt, Zucker haben wir nur für Gäste (Kaffee) im Haus, Honig oder Agavendicksaft gar nicht. Aber ich hab gesehen, dass im Milram Quark (Frühlings- und Gurkenquark, die anderen Sorten muss ich noch schauen) Zucker drin ist oder auch im TK-Frikassee, das wir ab und zu mal essen. Bei diesen Sachen muss ich genau hinschauen und es als Ansporn sehen, das Frikassee in Zukunft halt selber zu kochen. Find dich gut!
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 10:28
von Anneke
Ist halt irgendwie eine Definitionssache. Will man auf Industriezucker verzichten, auf Zucker im allgemeinen... geht es einem nur um den täglichen Schokoriegel...jeder hat ja eine andere Motivation.
Zucker sind Kohlenhydrate, die hat man auch in Brot, Nudeln, Reis etc. Am Ende wird alles in Glucose gespalten... da hast du recht, das ist egal, WO es herkommt... aber es gibt ja solche und solche Kohlenhydrate, manche sind schnell aufgebraucht, puschen den Blutzuckerspiegel hoch, andere sind "langlebiger" und geben dem Körper länger Energie, weil sie langsamer abgebaut werden.
Ich habe es so verstanden (korrigiert mich wenn ich falsch liege), dass der Körper Vitalstoffe braucht um Industriezucker abbzubauen, also dem Körper Vitamine und Co. "entzogen" werden. Diese Vitalstoffe werden in Naturprodukten (Obst, Honig) quasi gleich mitgeliefert, so dass das naschen deutlich gesünder ist. Ist jetzt natürlich stark vereinfacht.
Aber es stimmt schon, wenn man Zucker 1:1 durch Honig, Agavendicksaft etc. ersetzt sollte man sein Vorhaben vielleicht nochmal überdenken

Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 10:31
von Lösche Benutzer 9490
Ich denke, dass jeder selber eine Definition für sich finden sollte.
Warum möchte man Zuckerfrei sein?
Kommt es einem darauf an, den Süßgeschmack zu vermeiden? Die Reaktion des Blutzuckerspiegels? Die Reaktion der Leber? Kariesgefahr? Der Grad der industriellen Verarbeitung der Lebensmittel?
Die Standpunkte sind hier unterschiedlich und ich denke das darf auch so sein.
Mir geht es auch zum große Teil um die chemische Verarbeitung der Lebensmittel. Daher sehe ich z.B. Xylit kritischer als Honig. Wenn ein anderer seinen Schwerpunkt auf Karies legt, dann "gewinnt" Xylit.
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 10:34
von Linda89
Josame hat geschrieben:
Mir geht es auch zum große Teil um die chemische Verarbeitung der Lebensmittel. Daher sehe ich z.B. Xylit kritischer als Honig.
Schlagt mich, falls ich falsch liege, aber das "chemischste" an Xylit ist doch der Name, oder? Es ist doch ein genauso natürlicher Zucker wie Haushaltsszucker. Nur halt aus der Birke statt aus der Zuckerrübe.
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 10:52
von Lösche Benutzer 9490
Natürlicher Ursprung meinetwegen. Aber chemisch bearbeitet, wie auch Haushaltszucker oder das schöne weiße Steviapulver.
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 11:01
von Anneke
Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 11:25
von Linda89
Oh mein Gott, hört sich das toll an! Vor allem das Rezept für weiße Schokolade, fett pur, leeeeecker
http://nordischroh.com/2014/01/26/weise-schokolade/
Hab direkt mal alle Zutaten bestellt

Re: Projekt: 365 Tage ohne Zucker! Wer macht mit?
Verfasst: 24.03.2014, 14:13
von Nuala
Josame hat geschrieben:Natürlicher Ursprung meinetwegen. Aber chemisch bearbeitet, wie auch Haushaltszucker oder das schöne weiße Steviapulver.
Agavendicksaft und Ahornsirup werden meines Wissens auch ziemlich bearbeitet...
Wers ganz natürlich will muss wohl Bio-Honig von ausgewählten Imkern nehmen.
Ich stimme zu, dass jeder selbst bestimmen muss worum es bei ihm geht, und wo der Fokus liegt.
Ich wollte eben nur zu bedenken geben, dass es möglicherweise schlechter klappt, wenn man nicht auch den Süß-Konsum runterschraubt.
Was ganz natürlich ist, ist dass sich immer wieder mal was "einschleicht". Ein Löfferl Honig ist überhaupt kein Problem. Aber wenn's dann öfters und mehr wird - und das passiert schleichend! - dann ist es bald mal KEIN zuckerfrei mehr.
Und diesbezüglich muss man auch aufpassen mit alternativen Süßungsmittel am Anfang "nur zur Übergangszeit". MMn kommt man dann schlechter zum Punkt als wenn man erst mal radikal ist. Weil einschleichen wie gesagt tut sich schnell mal was. Hier gilt es kritisch zu bleiben.